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Selbstmanagement: Gefühle
  Unterrubriken:
  Selbstmanagement Effizienz
  Gefühle Unsicherheit/Ängste
   
 
Übersicht aller Bücher in dieser Rubrik:
 
Die Glücksformel Details
Lieben was ist Details
Was mich stark macht Details
Alte Wunden heilen Details
Ärger - Befreiung von destruktiven Emotionen Details
Eine Minute für mich Details
Focusing Details
Training der Gefühle Details
Schon wieder ich! (Opferrolle) Details
Wenn Schuldgefühle zur Qual werden Details
Zart besaitet Details
Gelassenheit lernen Details
Das Buch für Schüchterne Details
The Luck Factor Details
Wenn das Leben zur Last wird (Depressionen) Details
Mein schwarzer Hund (Depressionen) Details

 

 

  Die Glücksformel
oder Wie die guten Gefühle entstehen
(Stefan Klein)
 

Auf den ersten Blick hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Titel: "Glücksformel" wirkte auf mich wie einer dieser Ratgeber à la "Mach 1, 2 und 3 und schon kannst auch Du glücklich sein". Diese Interpretation zerstreute sich auf den zweiten Blick jedoch schnell. Es handelt sich überhaupt nicht um einen Ratgeber im üblichen Sinne.
Stefan Klein berichtet auf interessante Weise aus der Hirnforschung: Was weiß man von Glück? Wie funktioniert das Gehirn? Aber er leitet auch auf hilfreiche Weise immer wieder ab: Wie kann man diese Ergebnisse für sich selbst nutzen? Wie kann ich mir die Funktionsweise meines Gehirns zu Nutze machen, um mich beispielsweise nicht in ein trübes Gedankenloch fallen zu lassen, oder auch, wenn ich mir neue Gewohnheiten aneigenen möchte.

Ein Beispiel dazu: Wenn man wütend und ärgerlich ist, denken viele Menschen, es sei hilfreich, diesen Gefühlen nachzugeben und beispielsweise die Wut rauszulassen und sie dadurch wie durch ein Ventil loszuwerden. Die Hirnforschung hat jedoch nachgewiesen, dass das so nicht funktioniert, sondern dass man den eigenen Stress und die negativen Gefühle dadurch nur noch verstärkt und intensiviert.

Inhalt: Einführung, Teil 1 - Was Glück ist (1. Das Geheimnis des Lächelns, 2. Die guten Gefühle als Kompass, 3. Das Glückssystem, 4. Das formbare Gehirn), Teil 2 - Die Leidenschaften (5. Ursprung im Tierreich, 6. Begehren, 7. Genuss, 8. Die Nachtseite der Lust, 9. Die Liebe, 10. Freundschaft, 11. Gebrauchsanweisung für die Leidenschaften), Teil 3 - Die Strategien aus dem Bewusstsein (12. Sieg über die Schatten, 13. Die Macht der Perspektive, 14. Momente der Verzückung), Teil 4 - Eine glückliche Gesellschaft (15. Das magische Dreieck) - Epilog: Sechs Milliarden Wege zum Glück

Fazit: Ein sehr informatives Buch für alle, die sich dafür interessieren, was im Gehirn so vorgeht, was und in welcher Form geforscht wird und was das für Zufriedenheit und Glücksgefühle bedeutet. Übrigens auch ein sehr schönes Geschenk.

 

 

Lieben was ist
Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können
(Byron Katie)
The Work ist ein System der Selbsterkenntnis, das Byron Katie nach einem Erleuchtungserlebnis ausgearbeitet hat, dank dem sie "zur Wirklichkeit erwacht war", wie sie selbst schreibt. Byron Katie führt seit Jahren Workshops in vielen Ländern durch, in denen sie andere durch den Prozess begleitet: Dieses Buch hat sie geschrieben, damit man die Methode lernen und alleine anwenden kann. Es handelt sich um eine präzise und sehr gut kommentierte Anleitung, wie man den eigenen Gedanken auf die Schliche kommen kann, mit denen man sich das Leben schwer macht.

Die Grundaussage Byron Katies lautet, dass unsere Gedanken die Quelle allen Leidens sind, und zwar dann, wenn sie im Widerspruch zur Wirklichkeit stehen, wenn wir innerlich in Widerstand gehen und gegen die Realität ankämpfen. Die Methode ist einfach: Zuerst schreibt man all das Negative auf, das einem zu einer Person/Sache/Situation einfällt (dazu gibt es 6 Fragen, die genau erläutert werden und die es auch als Arbeitsblatt gibt). Anschließend wird Aussage für Aussage überprüft, und zwar anhand von vier detailliert erklärten Fragen (bzw. ein paar weiteren bei Bedarf) sowie der so genannten Umkehrung ganz am Schluss. So kann man sich selbst besser kennen lernen und herausfinden, welche unrealistischen Vorstellungen dem eigenen Stress und Leid zugrunde liegen. Es geht nicht darum, diese Gedanken aktiv zu verändern, sondern in sich hineinzuspüren und auf einer tieferen Ebene zu erkennen und intensiv zu erleben, wie man sich selbst damit schadet - dann lösen sie sich von alleine auf.

In vierzehn Kapiteln stellt Byron Katie ihr System der Selbsterkenntnis vor: in einer gelungenen Mischung aus Theorie, persönlichen Erfahrungen und Ausschnitten aus Dialogen, in denen die Autorin andere durch den Prozess geführt hat. Auf eine Einführung und Anregungen, wie man am meisten vom Buch profitieren kann, folgen: 1. Einige grundlegende Prinzipien - 2. Die große Auflösung - 3. Die Dialoge - 4. The Work für Partnerschafts- und Familienprobleme - 5. Die Überprüfung wird intensiviert - 6. The Work für berufliche und finanzielle Probleme - 7. The Work für das Selbstbild - 8. The Work mit Kindern - 9. The Work für unterschwellige Überzeugungen - 10. The Work für jeden Gedanken und jede Situation - 11. The Work für den Körper und Suchtprobleme - 12. Freundschaft schließen mit dem Schlimmsten, was passieren kann - 13. Fragen und Antworten - 14. The Work in Ihrem Leben.

Ich empfehle dieses Buch allen, die echten inneren Frieden suchen und aktiv etwas dafür tun wollen - die sich von auf den ersten Blick radikal erscheinenden Ansichten nicht abschrecken lassen und offen sind für Spirituelles. Byron Katies Buch hat mir viele Aha-Erlebnisse und spontanen Erkenntnisse gebracht hat, allein durch das Lesen und das genaue Verfolgen der Dialoge. Um wirkliche, tiefere und langfristige positive Veränderungen in sich selbst zu erleben, ist es allerdings wichtig, schriftlich zu arbeiten und The Work in eigener Sache zu machen.
Was mir sehr gut gefällt: Es geht keinesfalls darum, passiv zu werden und alles einfach hinzunehmen. Sondern darum, erstmal das zu akzeptieren, was nun mal Realität ist - ohne inneren Widerstand und energieraubende innere oder auch äußere Kämpfe. Um so den Energielevel hoch zu halten und einen klaren Geist zu bekommen - und auf dieser Basis zu beschließen, was man sinnvollerweise tun kann und will.

 

Was mich stark macht
Mehr Lebensqualität durch Mind-Management
(John Selby)

Erklärtes Ziel dieses interessanten und spannend geschriebenen Selbsthilfebuches ist es, aufzuzeigen, was "wir mitten im Alltag selbst ... dafür tun (können), uns von dem Gefühl zu befreien, hilflose Opfer unserer eigenen negativen Stimmungen und Gedankenströme zu sein." Es geht darum, immer wieder den "Denkmodus" und das Kreisen um unangenehme Gedanken, Ängste und Stress aktiv und bewusst zu verlassen und in den "Erlebensmodus" umzuschalten - sprich durch gezieltes Steuern der eigenen Aufmerksamkeit das innere Erleben zu verändern und so auch das äußere Leben zu verbessern.

Das Buch ist in die beiden Teile "Der befreite Geist - Grundlagen des Mind-Managements" und "Das befreite Leben - Mind-Management im Alltag" gegliedert. Der Autor, ein vielseitig interessierter und erfahrener Berater und Trainer, schildert sehr gut, wie man besser und leichter durchs Leben gehen kann, indem man: die eigenen Gedanken beruhigt und innere Klarheit gewinnt - sich auf die Gegenwart konzentriert (anstatt ständig an Vergangenheit oder Zukunft zu denken und sich durch Sorgen und Ängste vom eigentlichen Leben abzuhalten) - Herz und Verstand miteinander in Einklang bringt.

Die Lektüre dieses Ratgebers war für mich eine echte Bereicherung. Neben interessanten Informationen über wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse in Psychologie und Neurologie (z. B. welche körperlichen Auswirkungen von Meditation bisher nachgewiesen werden konnten) und Erklärungen verschiedener psychologischer Prozesse (z. B. Zusammenhang zwischen Denken und Fühlen) gibt es viele praktische Anregungen und Übungen, um sich von quälenden Gedanken zu befreien und sich auf den aktuellen Moment zu konzentrieren (z. B. Konzentration auf den eigenen Körper, mentale Techniken aus der Kognitiven Therapie usw.). Der Autor führt Fallbeispiele aus der eigenen Praxis an und auch eigene Erfahrungen, wodurch das Buch sehr lebendig und persönlich wirkt.

Ich empfehle das Buch allen, die sich für ganzheitliche Ansätze und Spirituelles interessieren - und für Themen wie "Liebe" und "Höhere Weisheit" offen sind.

 

Alte Wunden heilen
Warum bestimmte Probleme ständig wiederkehren und wie man sie in den Griff bekommt
(G. Stöger/W. Reiter)

Das Buch geht davon aus, dass es sieben "schlimme Lektionen fürs Leben" gibt, die wir als Kind gelernt haben: 1. "Ich bin hilflos" in den Varianten "Mir hilft keiner" und "Ich kann ja doch nichts daran ändern.", 2. "Ich werde verlassen. Keiner ist für mich da!", 3. "Das überlebe ich nicht!" Existenzangst, 4. "Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig", 5. "Ich bin nicht wichtig", 6. "Ich kann keinem vertrauen. Auf nix ist Verlass" und 7. "... weil ich nicht gut genug bin".

Auf dieser Basis greift das Buch Situationen, Entwicklungen im Leben und die damit verbundenen Gefühle und Verhalten auf. Aufgrund dieser verinnerlichten Glaubenssätze, so die Autoren, geraten wir immer wieder in ähnliche Situationen (z. B. immer wieder vom Partner verlassen werden, schon wieder ein cholerischer Chef, ständige Selbstzweifel).
Erst wenn wir selbst diese Überzeugungen analysieren und "bereinigen" bzw. durch positive ersetzen, gelingt es uns, die Probleme ein für allemal zu erledigen und aktiv unser Leben zu gestalten - und uns letztlich gut zu fühlen.

Mir gefällt das Buch, weil es in "ganz normaler Sprache" geschrieben ist: Man liest es gern, ist neugierig auf das, was kommt - und findet sich in vielem wieder. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die positive Art, wie die Autoren ans Leben herangehen und den Leser ermutigen, die Zügel (wieder) in die Hand zu nehmen.
Dabei helfen auch viele praktische Tipps und Übungen.

Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat - und mich mittendrin fast dazu bewogen hat, das Buch wegzulegen - ist, dass sich ein relativ langer Mittelteil damit beschäftigt, den Eltern den "Schwarzen Peter" zuzuschieben. Vielleicht ist das so nicht gemeint, doch kam es bei mir so an. Zwar kommt später im Buch auch die wichtige Empfehlung, sich auch darauf zu besinnen, was neben negativen Erinnerungen "sonst noch da war" in der Kindheit und der Beziehung mit den Eltern, doch ist das für meine Begriffe etwas zu wenig. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass noch ausgewogener darauf hingewiesen wird, dass wir aus der Summe vieler Erfahrungen im Leben lernen und geprägt werden. Und dass jede Erfahrung uns etwas gibt.

Dennoch: Wer sich immer wieder in ähnlichen Situationen befindet, wer erkennen möchte, was Sache ist, und aktiv was dafür tun möchte, aus dem Teufelskreis rauszukommen, hat mit diesem Buch einen hilfreichen Ratgeber zur Hand.

 

Ärger
Befreiung aus dem Teufelskreis destruktiver Emotionen
(Thich Nhat Hanh)

Ein sehr hilfreicher Leitfaden für Menschen, die nach tiefer innerer Freiheit streben und sich selbstverantwortlich, aktiv und mit viel Fingerspitzengefühl um die eigenen unangenehmen Gefühle wie Ärger und Wut kümmern wollen. Der Autor ist einer der bedeutendsten und bekanntesten buddhistischen Lehrer und Zen-Meister: Deshalb stehen Werte wie Mitgefühl, Achtsamkeit, Liebe, Frieden und Harmonie im Mittelpunkt.

Die zentrale Botschaft des Buches lautet, dass weder Unterdrückung und Verdrängung von Wut und Ärger noch das oft propagierte Abreagieren und Herauslassen dieser Gefühle der beste Weg sind. Um die Sache an der Wurzel zu packen und langfristig besser mit Ärger und Wut umgehen zu können, gilt es, in sich selbst Frieden zu schaffen. Der Weg sieht so aus: in Kontakt mit diesen Gefühlen kommen, sie akzeptieren und dann durch Achtsamkeit integrieren und in Verständnis und Mitgefühl umwandeln. In zehn Kapiteln schildert Thich Nhat Hanh in gut verständlicher und einfühlsamer Sprache sowie anhand von Beispielen, wie das in der Praxis aussehen, was man konkret machen kann und worauf es ankommt.
Ein Anhang mit hilfreichen und praktischen Anregungen (z. B. Texte für Meditationen und Anleitungen zur Tiefentspannung) rundet das Buch ab.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich persönlich weiterentwickeln möchten, langfristig und intensiv an sich arbeiten wollen und an einem spirituellen Weg interessiert sind. Und die sich mit dem Gedanken anfreunden können, dass hinter Ärger und Wut immer Angst, Schmerz, Frustration und die Unfähigkeit stecken, mit den eigenen Emotionen gut umzugehen - nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen.

 

 

  Eine Minute für mich
(Spencer Johnson)
 

Natürlich sagt der Titel nicht die ganze Wahrheit: Denn sich eine Minute Zeit für sich selbst zu nehmen - und das nicht nur einmal täglich, sondern möglichst häufig über den Tag verteilt - ist nur der Anfang. Es geht darum, was man alles tun bzw. loslassen kann, damit es einem selbst besser geht und man positive Wirkungen auf das eigene Umfeld ausüben kann.

Das Buch ist in Form einer Geschichte erzählt: Es geht um einen Mann, der nach innerer Harmonie, Frieden und Lebensglück sucht, von seinem weisen Onkel unterwiesen wird und Schritt für Schritt dessen Lebensphilosophie und -praxis lernt. Im Zentrum steht das Thema Fürsorge: zuerst und in erster Linie für sich selbst, dann für die anderen und somit für die ganze Welt. Gut für sich selbst zu sorgen, in Einklang und Frieden mit sich selbst zu sein und diese Lebensweise nach außen zu tragen, ist der Beitrag, den jeder von uns zum Gesamten leisten kann.

Mir gefällt sehr gut, wie einfach und gut verständlich der Weg von Innnen nach Außen, vom Ich zum Du und Wir beschrieben ist - und wie ganz klar wird, dass es sehr wohl auf den einzelnen Menschen ankommt. Das Buch ist wunderbar geeignet für alle, die sich gerne von Geschichten belehren lassen.

 
 

 

  Focusing
Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme

(Eugene T. Gendlin)
 

Focusing ist eine Methode, den eigenen Körper zu "befragen" - um das Körperwissen zu nutzen und über das rein rationale Denken und Analysieren hinauszugelangen, das einen häufig nicht weiterbringt. Dieses Buch des Philosophen und Psychotherapeuten Eugene Gendlin (Begründer von Focusing) gilt als Standardwerk und ist auch für Laien wunderbar zu lesen.

In vier Kapiteln beschreibt E. Gendlin sehr gut verständlich, anhand vieler Beispiele aus seiner Praxis und mit spürbarem persönlichen Interesse am Leser, was Focusing ist, was man damit erreichen kann und wie man dabei am besten vorgeht.

Das erste Kapitel heißt "Die Weisheit des Körpers erschließen" und schildert kurz, wie Gendlin gemeinsam mit Kollegen eine ganz bestimmte Art von innerem, körperlichem Erleben bei erfolgreichen Therapiepatienten entdeckte und daraus eine nachvollziehbare und lernbare Methode entwickelte. In Kapitel zwei ("Focusing") finden sich ganz konkrete Anleitungen, wie man selbst Focusing erlernen kann, worauf es zu achten gilt, welche Schwierigkeiten auftreten können und was man dann machen kann. Aus methodisch-didaktischen Gründen werden sechs verschiedene Schritte beschrieben, damit man dieses "in den Körper hineinfühlen" systematisch lernen und üben kann. Kapitel drei "Menschen helfen einander" beschreibt, wie man andere in ihrem Focusingprozess unterstützen kann und worauf es ankommt. Im vierten und letzten Kapitel ("Focusing und Gesellschaft") wird kurz beschrieben, wie Focusing die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern und wo es überall eingesetzt werden kann. Und man erfährt, wie Focusing in den so genannten "Changes"-Gruppen praktiziert wird.

Ein hilfreicher Anhang, in dem sich neben philosophischen Gedanken und den sechs Focusing-Schritten in Kurzform auch Adressen für Kurse und Ausbildungen finden, runden das Buch ab.

Ich empfehle dieses Buch allen, die an körperorientierten Ansätzen und Selbsthilfe-Methoden interessiert sind, sich gerne mit sich selbst beschäftigen und sich Problemen mal auf eine andere Art nähern möchten.

 
 

 

  Training der Gefühle
Wie Sie sich hartnäckig weigern, unglücklich zu sein
(Albert Ellis)
 

Dieses äußerst empfehlenswerte Selbsthilfebuch wurde von dem amerikanischen Psychotherapeuten Albert Ellis verfasst, dem Begründer der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) - einer ganzheitlichen und handlungsorientierten Therapierichtung, die sowohl die Ebene des Denkens und der Gefühle als auch die des Verhaltens einbezieht und deren Verflochtenheit betont.

Das Buch enthält eine Fülle von Selbstmanagementtechniken und praktischen Übungen, um Schritt für Schritt eine hilfreichere Lebensphilosophie zu entwickeln und auf dieser Grundlage besser mit all den Schwierigkeiten und Hindernissen im Leben klarzukommen.

Dieser Psychotherapieansatz basiert auf der durch Forschungen abgesicherten Theorie, dass emotionale Schwierigkeiten in erster Linie mit unrealistischen und kontraproduktiven Einstellungen und Erwartungen zu tun haben. Grundlage, um sich selbst helfen und weiterentwickeln zu können, ist, sich die eigenen Denkgewohnheiten bewusst zu machen und sie dann mit realistischen, logischen und pragmatischen Disputen anzufechten - um sie allmählich aufgeben und durch hilfreichere ersetzen zu können.

Der Leser wird in 19 aufeinander aufbauenden Kapiteln auf sehr anregende, lockere und gleichzeitig eindringliche Art angeleitet, um sich in Eigenregie von ungesunden Denkmustern zu befreien, besser mit den eigenen Gefühlen umzugehen und sinnvollere Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Viele konkrete Beispiele aus der mehrere Jahrzehnte umfassenden Praxiserfahrung des Autors runden das Buch ab und machen es noch lebendiger.

Ich empfehle dieses Buch allen, die psychisch-emotionale Belastungen und Probleme abbauen, leichter mit den Schwierigkeiten des Lebens zurechtkommen und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern möchten.

Voraussetzung, um wirklich von dem Buch profitieren zu können, ist, intensiv über sich nachzudenken, ehrlich mit sich selbst zu sein, die Übungen auch tatsächlich zu machen und selbstdiszipliniert, ausdauernd und hartnäckig an den eigenen Themen zu arbeiten.

 
 

 

  Schon wieder ich!
Über die Opferrolle und wie wir uns davon befreien
(Jaya Herbst)
 

Aufmerksam wurde ich zunächst durch das bezeichnende Titelbild: ein schwarzes Schaf, etwas entfernt steht eine Gruppe tuschelnder weißer Schafe. Ich gestehe, dass ich zunächst dachte, das Buch gehe auf die typische "allgemeine Opferrolle" ein, also Menschen, die ständig am Hadern sind und die Schuld dem Umfeld, den Umständen etc. geben.
Was ich natürlich völlig übersehen habe - und im eigenen Alltag oft nicht wahrnehme - sind die vielen kleinen Situationen im Alltag, bei denen man sich ärgert und denkt, der andere ist "schuld" oder "der andere" hat einen verletzt.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: "Die Entstehung und Wirkung von Opfergefühlen" und "Schritte der Transformation". Im ersten Teil geht es schwerpunktmäßig um die Entstehung von Opfergefühlen und deren Wirkung. Im zweiten Teil werden ganz konkrete Erklärungen und Tipps gegeben, wie man die eigenen Themen erkennt und sich konstruktiv an der Nase packt.

"Schon wieder ich!" liest sich gut und ist praxisnah geschrieben. Die Autorin bringt zahlreiche ausführliche Beispiele aus ihrer Therapeutenpraxis - und verdeutlicht so immer die "Theorie".
Hin und wieder, besonders in den einleitenden Kapiteln, war es für meinen Geschmack etwas theoretisch und spirituell.

Gerne empfehle ich dieses Buch allen, die sich tatsächlich mit dem "Warum immer ich?" rumschlagen - aber auch jenen, die sich generell mal auf Opfer-Verhalten im ganz normalen Alltag "abchecken" möchten. Dabei liegt der Fokus auf positiven Aspekten, dem Eigen-Anteil und dem Gewinn, den man aus allen Situationen für sich rausholen kann. Doch keine Angst: Von oberflächlichem rosaroten-Brille-Gerede ist keine Spur: Die Autorin beschreibt und erklärt alle Aspekte - auch die teilweise unpopulär anmutenden Schlüsse - realistisch, nachvollziehbar und bodenständig.

Besonders hilfreich sind die Übungsfragen in jedem Kapitel: Diese helfen dem Leser, seine eigenen Gedanken, Einstellungen und Verhalten zu durchdenken und so mehr Klarheit zu erhalten.

 
 

 

  Wenn Schuldgefühle zur Qual werden
Wie Sie Schuldgefühle überwinden und sich selbst verzeihen lernen
(Doris Wolf)
 

Dieses Buch wurde mir von einer Workshop-Teilnehmerin empfohlen. Da ich von der Autorin bereits andere Bücher kenne und davon begeistert war, war ich gespannt, wie sie das Thema "Schuldgefühle" vermittelt und welche praktischen Tipps enthalten sind.

Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile:
Teil 1 = Ursachen und Zusammenhänge (Kap 1: Die Wurzeln der Schuldgefühle, Kap 2: Vor- und Nachteile von Schuldgefühlen, Kap 3: Innere Blockaden, die den Abbau von Schuldgefühlen behindern, Kap 4: Grundsätzliche Denkfehler, die wir begehen, wenn wir uns Schuldgefühle machen, Kap 5: Welche Menschen sind besonders empfänglich für Schuldgefühle, Kap 6: Warum Menschen immer wieder Fehler machen), Teil 2 = Konkrete Strategien (Kap 7: Strategien zur Überwindung Ihrer Schuldgefühle), Teil 3 = Typische Situationen, in denen Schuldgefühle auftauchen (Kap 8: Schuldgefühle und Kindererziehung, Kap 9: Schuldgefühle und vertraute Menschen, Kap 10: Schuldgefühle wegen bestimmter Gedanken und Gefühle, Kap 11: Schuldgefühle und Sexualität, Kap 12: Schuldgefühle und eigenes Verhalten, Kap 13: Schuldgefühle und der Tod eines anderen, Kap 14: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse).

Eine zentrale Aussage ist der Unterschied zwischen Schuld- und Reuegefühlen. Während man sich Schuldgefühle macht, wenn man das eigene Verhalten als falsch ansieht und sich als schlechten Mensch verurteilt, bedeuten die hilfreicheren Reuegefühle, dass man zwar das Verhalten als falsch ansieht und es bedauert, sich selbst aber den Fehler verzeiht. Bei Reuegefühlen behalten wir die Verantwortung für unser Tun und suchen nach Wegen der Korrektur, Wiedergutmachung und Vermeiden des Fehlers für die Zukunft. So bleiben wir aktiv und behalten unsere Selbstachtung.

Dr. Doris Wolf ist Psychotherapeutin mit eigener Praxis. Das Buch enthält zahlreiche Beispiele, die die vermittelten Werkzeuge und Vorgehensweisen näher erklären, die dabei helfen, das eigene Verhalten konstruktiver zu bewerten und entsprechend aktiv mit seinen Schuld- bzw. Reuegefühlen umzugehen. Besonders gefällt mir, dass die Autorin immer sehr praxisnah vorgeht - etwaige Vorbehalte oder Widerspruch, der beim Lesen kommen mag, aktiv aufgreift und verständnisvoll damit umgeht. Auf diese Weise lässt man sich gerne auf alle Gedankengänge ein - und kann anschließend dann entscheiden, was man für sich herausgreifen möchte.

Ich empfehle das Buch jedem. Schuldgefühle in der einen oder anderen Form hat jeder einmal. Und auch wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich nicht alles "reinziehen" und sich selbst quälen, ist es eine interessante und hilfreiche Lektüre.

 
 

 

 
Zart besaitet
Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen
(Georg Parlow)
 

Schätzungen zufolge sind etwa 15 bis 20 % der Menschen deutlich empfindsamer als die anderen, was mit ihrem äußerst "reaktionsfreudigen" und deshalb schnell überstimulierten Nervensystem zu tun hat.

Wer zu den so genannten HSP (Highly sensitive persons) zählt, ist einerseits mit einer Fülle typischer Stärken und Vorteile gesegnet - und hat andererseits aufgrund der besonderen Empfindsamkeit mit vielen Schwierigkeiten und Begrenzungen zu kämpfen, ganz besonders in der modernen Welt. Dieses Buch - der Autor ist selbst ein hochsensibler Mensch, der nicht nur aus eigener Erfahrung spricht, sondern sich auch intensiv und professionell mit Hochsensibilität beschäftigt, ist ein äußerst interessanter, vielseitiger und hilfreicher Ratgeber.

Das vielschichtige Phänomen Hochsensibilität wird unter verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet und auf sehr gut verständliche, einfühlsame und spannende Art beschrieben. Das erste Kapitel trägt den bezeichnenden Titel "Freude und Last" und führt in das Thema ein. Im zweiten Kapitel werden verschiedenste "Besonderheiten" von hochsensiblen Menschen beschrieben - von den Eigenheiten in der sinnlich/körperlichen Wahrnehmung über die besonders intensive Verarbeitung von Eindrücken bis hin zu typischen Tendenzen im Verhalten. Im dritten Kapitel "Mehr Fakten und Vermutungen" erfährt man, was die Wissenschaft bisher über die Hochsensibilität herausgefunden hat und welche Theorien es gibt. Das vierte Kapitel "Körperliche und seelische Gesundheit" beleuchtet die wichtigsten physischen und psychischen Besonderheiten von hochsensiblen Menschen. Im fünften, sechsten und siebten Kapitel ("Selbstmanagement für hochempfindliche Menschen" - "Zwischenmenschlichkeit" - "Das weite Feld der Arbeit") geht es darum, wie Hochsensible sich selbst helfen können, um besser mit sich und der Welt klarzukommen. Im achten und letzten Kapitel, das mit "Reichtum" überschrieben ist, sind die positiven Seiten und Potenziale von Hochsensibilität zusammengefasst und bekommt der Leser Tipps, was man tun kann bzw. muss, damit sie sich auch entfalten können und erhalten bleiben.

Ich möchte dieses Buch allen an's Herz legen, die sich häufig eine dickere Haut wünschen und gerne belastbarer, ausdauernder und tougher sein möchten. Denn es hilft sehr dabei, sich selbst besser kennen und verstehen zu lernen - und gibt sehr viele praktische und hilfreiche Anregungen, wie man mit den eigenen Besonderheiten umgehen und die Schwächen ausgleichen kann.

Besonders gefällt mir, dass der Autor eine zutiefst menschliche , konstruktive und auf Kooperation abzielende Haltung einnimmt: Er animiert Hochsensible nicht nur dazu, bewusst, aktiv und selbstverantwortlich mit sich selbst umzugehen. Sondern er regt auch dazu an und gibt gute Tipps, um mit den deutlich weniger Empfindsamen (und die sind nun mal in der absoluten Überzahl) gut klarzukommen.

 
 

 

  Gelassenheit lernen
(Elke Nürnberger)
 

Gelassenheit ist etwas, das sich die meisten Menschen wünschen. Jeder kennt das, dass einem der Gaul durchgeht oder dass einen Dinge innerlich stark belasten.

In diesem Pocketratgeber werden gute, praktische Ansätze gegeben, wie man die Grundlagen für mehr Gelassenheit setzt. Ich finde das Büchlein sehr praxisbezogen und als Einstieg auf jeden Fall empfehlenswert. Klar kann bei einem so kleinen Büchlein dieses komplexe Thema nicht in der Tiefe behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis: 1. Warum Sie mit Gelassenheit weiterkommen (Was ist Gelassenheit?, Ursachen mangelnder Gelassenheit, Wie Sie von Gelassenheit profitieren), 2. So arbeiten Sie an Ihrer Einstellung (Hemmschuhe erkennen und überwinden, Wege aus der Perfektionismusfalle, Sich selbst wichtig nehmen, Lösungsorientiert denken und sprechen, Sich die eigenen Werte bewusst machen), 3. So trainieren Sie gelassenes Verhalten (Sich für Gelassenheit entscheiden, Die richtigen Prioritäten setzen, Verantwortung übernehmen und abgeben, Konsequent handeln), 4. Techniken für schwierige Situationen (Klar und respektvoll kommunizieren, Verbale Angriffe kontern, Bei offener Aggression souverän bleiben, Mit unbequemen Gesprächspartnern umgehen, Wie Sie im Notfall die Lage retten)

Fazit: Ein hilfreicher Einstieg für alle, die aktiver in Situationen sein möchten und sich gleichzeitig auch unabhängig davon machen wollen, was andere Personen oder Situationen bislang so mit einem machen.

 
 

 

 
Das Buch für Schüchterne: Wege aus der Selbstblockade
(Borwin Bandelow)


"Jeder fünfte Bundesbürger", so heißt es auf der Rückseite des Buches, "leidet unter Scheu und Zaghaftigkeit: Schüchternheit ist die unbegründete oder übertriebene Angst vor Begegnungen mit anderen Menschen. Schüchterne fühlen sich ständig kritisch beäugt und negativ beurteilt wie die Teilnehmer einer Casting-Show."

Vielleicht kennen Sie den Autor, Herrn Bandelow, aus dem Fernsehen. Ich habe ihn schon einige Male über das Thema Angst sprechen hören oder eben auch zu Schüchternheit, zum Beispiel sogar in einer Sendung bei MTV, in der Störungen von Prominenten kommentiert wurden.

Herr Bandelow bringt in seinem Buch eine schöne Mischung aus wissenschaftlichen Informationen - er unterscheidet gleich zu Anfang Schüchternheit, Introvertiertheit und richtige soziale Phobien - Zitaten von Schüchternen, die schnell rot werden, oder glauben, hässlich oder dumm zu sein ... also ganz typische Situationen und Zweifel, die man so mit sich herumträgt. Das Buch liest sich sehr unterhaltsam, ich würde sagen, dass jeder die eine oder andere Situation selbst erkennt oder sich in einigen Schilderungen wiederfindet.

Inhalt: Einleitung, 1. Das Problem, 2. Wie wird man schüchtern?, 3. Tipps zur Selbstheilung, 4. Wenn Schüchternheit zur Krankheit wird, 5. Wege aus der Selbstblockade, 6. Schüchternheit in der modernen Welt, Literatur.

Obwohl die Bandbreite groß ist und sehr viele allgemeine Tipps für Schüchterne gegeben werden, so nimmt doch das Thema soziale Phobie, also richtiggehende Angst einen nicht zu knappen Rahmen ein. Für alle, die beim Lesen jetzt mal von sich sagen würden, dass sie hie und da etwas schüchtern oder zu zurückhaltend sind, birgt das Buch gute punktuelle Tipps, ich würde es mir aber nur dann zulegen, wenn Sie wirklich umfassender am Thema Schüchternheit interessiert sind.

Wenn Sie eher große Probleme mit Schüchternheit haben, sich überkritisch beurteilen oder ständig von anderen irgendwie bewertet fühlen, ist dieses Buch sicherlich genau richtig für Sie.

Das Buch ist sehr interessant und macht auch großen Spaß zu lesen. Ich habe einige Male laut losgelacht wegen überraschender Studienergebnisse und der launigen Sprache, die dem Thema auch die Schärfe nimmt, es aber trotzdem immer ernsthaft und konstruktiv behandelt.

 
 

 

  The Luck Factor: The Scientific Study of the Lucky Mind
(Richard Wiseman)
 

Hier kommt wieder einmal ein englischsprachiges Buch als Lesetipp. "The Luck Factor" wurde vor einigen Jahren auch in Deutsch aufgelegt, ist aber rätselhafterweise vergriffen. Ein Jammer! Es ist ein sehr lesenswertes Buch.

Richard Wiseman ist ein englischer Professor, der seit über zehn Jahren forscht, unter anderem rund um Glück. Wer hält sich für glücklich, "neutral" oder unglücklich? Was machen diese Leute eventuell anders? Ist jemand, der immer Glück hat, "besser" in manchen Dingen? Ist er aufmerksamer? Hat er mentale Kräfte? Verhält er sich anders und lädt das Glück sozusagen ein? - Und was ist mit unglücklichen Menschen, die sich ständig verletzen, in ihrem Beruf scheitern oder eine schlechte Beziehung nach der anderen haben? Machen die etwas falsch? Verhalten sie sich anders und sind daher prädestiniert für Pech und Misserfolge?

"The Luck Factor" fasst die Forschung nicht nur zusammen, sondern bietet einem als Leser auch andauernd die Möglichkeit, sich selbst zu überprüfen und Fragebögen, die der Autor in seinen Forschungen verwendet hat, selbst auszufüllen und für sich auszuwerten. Das macht das Lesen des Buches nicht nur spannend, sondern es ist sehr erhellend. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man die Übungen gar nicht überblättern will, sondern so interessiert am Ergebnis ist, dass man sie auf jeden Fall gleich macht.

Inhalt: Introduction - Your Luck Journal - Part One: Initial Research: 1. The Power of Luck - 2. Lucky and Unlucky Lives - Part Two: The Four Principles of Luck: 3. Principle One: Maximise Your Chance Opportunities - 4. Principle Two: Listen to Your Lucky Hunches - 5. Principle Three: Expect Good Fortune - 6. Principle Four: Turn Your Bad Luck into Good - Part Three: 7. Luck School - 8. Learning to be Lucky - 9. Graduation Day - 10. Beyond The Luck Factor - Appendices - Notes.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, es macht Spaß beim Lesen und es ist natürlich hochinteressant zu erfahren, wie es sich mit glücklichen und so gar nicht vom Glück verfolgten Menschen verhält.

Es sind zahlreiche Interviews enthalten, die echte Lebensläufe und Glücksfaktoren beschreiben und damit das Buch noch praktischer machten. Besonders interessant sind auch die verschiedenen Versuchsaufbauten und oft verblüffenden Ergebnisse!

Mir hat das Lesen eine Menge Spaß gemacht, besonders weil es wissenschaftlich aufgezogen ist und nicht wie viele andere Glücksbücher auf oberflächlicher "Sei positiv!"-Basis aufsetzt. Wenn Sie Englisch lesen: unbedingt kaufen. Oder schauen, ob Sie eine deutsche Ausgabe gebraucht ergattern können.

 
 

 

  Wenn das Leben zur Last wird
Ein praktischer
Ratgeber zur Überwindung seelischer Tiefs und depressiver Verstimmungen
(Rolf Merkle)
 

Dass man mal ein Tief hat oder eine Phase, in der man sich nicht gut fühlt und mit allem hadert, ist normal. Doch was ist, wenn man aus dem Loch gar nicht mehr rauskommt, alles Grau in Grau erscheint und das Leben gar keinen Sinn mehr macht?

Der Therapeut Rolf Merkle gibt mit diesem Buch einen mutmachenden und praktischen Ratgeber an die Hand, mit dem man sich - wenn man den Aufgaben und Übungen in dem Buch folgt - selbst aus dem Loch herausarbeiten kann. Dabei geht der Autor jedoch sehr sorgsam und realistisch vor und zeigt durchaus auch Grenzen auf bzw. ermutigt dazu, sich in eine Therapie zu begeben.

Wer sich davor scheut oder gerne mal wissen möchte, was da so in etwa vor sich geht, der hat einen zweiten Vorteil von der Lektüre dieses Buches: Denn es ist wie eine Therapie aufgebaut.
Die Kapitel: "Einleitung", "Wie sich Depressionen äußern, Depressionen - die Folge ungenügender Bewältigungsstrategien", "Positive Gedanken für jeden Tag", "Unsere 1. Therapiestunde", "Wie depressiv bin ich?", "Depressive Gedanken führen zu depressiven Gefühlen", "Unsere 2. Therapiestunde", "Negatives Denken", "Unsere 3. Therapiestunde", "Selbstvorwürfe und was Sie dagegen tun können", "Minderwertigkeitsgefühle und was Sie dagegen tun können", "Die 4. und alle weiteren Therapiesitzungen", "Schuldgefühle und was Sie dagegen tun können", "Mangelndes Selbstbewusstsein und was Sie dagegen tun können", "Unlust, aktiv zu werden und was Sie dagegen tun können", "Angstgefühle und was Sie dagegen tun können", "Merk-, Konzentrations- und Entscheidungsprobleme und was Sie dagegen tun können".

Besonders wertvoll finde ich auch die ausführlichen Runduminformationen zu Depressionen, wie sie entstehen, wie es mit Medikation aussieht etc., denn diese können nicht nur Betroffenen eine gute Hilfe für mehr Verstehen und Verständnis für ihre eigene Gefühlslage sein, sondern auch solchen, die mit depressiven Menschen zu tun haben.

 
 

 

  Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte
(Matthew Johnstone)
 

Das Buch habe ich zufällig im Laden liegen sehen und es hat mich sofort begeistert: Depression ist ein schwieriges Thema - nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Freunde und Angehörige. Manchmal ergibt sich eine richtige Kluft, weil die Krankheit nicht immer so richtig greifbar ist: Und dann fühlen sich Betroffene unverstanden und Angehörige bleiben irgendwie außen vor, weil es aus dem eigenen Gefühl heraus oft damit getan ist, sich eben etwas zusammenzureißen.

Der Autor von "Mein schwarzer Hund" war selbst depressiv und hat hier ein eindringliches Bilder-Buch geschaffen: Die Depression wird als schwarzer Hund dargestellt und bringt die Gefühle und die Schwierigkeiten klar auf den Punkt. Schon beim Durchblättern war ich ganz gepackt von den Bildern, weil man einfach viel besser verstehen kann, wie beschwerlich das Leben mit einer Depression im Alltag ist, etwa, wenn man sich vorstellt, dass man sich unablässig gegen die Gewalt eines ziehenden großen schwarzen Hundes stemmen muss, wenn man rausgehen möchte ...

Es gibt zahlreiche solche Bilder, die diese Situationen erhellen, und gerade die comichafte Umsetzung erleichtert sicherlich das Auseinandersetzen mit und die Kommunkation über die Krankheit Depression. Ich empfehle das Buch Betroffenen - vielleicht auch als Geschenk für Freunde und Angehörige, damit diese auf "leichte" Art besser verstehen können, was Depressionen mit einem machen.

 
   
 

 

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