Zeigen Sie, was in Ihnen steckt!  
   
.
Bewerbung & Karriere
Christine Öttl coacht Bewerber
+ Führungskräfte
  mehr erfahren
   
   
Business
Gitte Härter coacht Selbstständige und kleine Firmen
  mehr erfahren
   
   
Onlinetipps lesen:
...
Bewerbung
...
Karriere
...
Selbstmanagement
...
Entscheidungen
...
Kommunikation
...
Mitarbeiterführung
...
selbstständig
...
Buchtipps

 

 

 

Persönlichkeit: Selbstmanagement
  Unterrubriken:
  Selbstmanagement Effizienz
  Gefühle Unsicherheit/Ängste
   
 
Übersicht aller Bücher in dieser Rubrik:
 
Ja, nein, vielleicht. Entscheidungen treffen Details
Mehr Disziplin, bitte! Details
Entscheidungen treffen Details
Raus aus der Mobbing-Falle Details
Kleine Einführung in das SchubladenDenken Details
Emotionale Intelligenz Details
Motivationstechniken Details
Lernen (Gehirnforschung) Details
So lügt man mit Statistik Details
Das Ende der Ausreden Details
Wer bin ich? 777 indiskrete Fragen Details
Denken hilft zwar, nützt aber nichts Details
Wer überlebt? Details
:59 Seconds. Think a little. Change a lot. Details
The Creative Habit Details
Fallstricke. Die häufigsten Denkfehler ... Details
Mein Buch für das Leben Details
Gewissensfragen Details
Freakonomics Details
Wie war Dein Tag? Tagebuch zum Ankreuzen Details
Was bin ich wert? Eine Preisermittlung Details

   
 
 

Ja, nein, vielleicht.
Entscheidungen leichter treffen

(Gitte Härter)

 

  Ob beruflich oder privat: Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Außerdem ist jeder Mensch völlig unterschiedlich - die einen lassen den Bauch regieren, die anderen versuchen, sich lediglich anhand von Fakten zu orientieren. In meinem neuen Buch gehe ich sehr praxisnah auf typische Entscheidungen und die damit verbundenen Hürden ein. Teil 1 des Buches hilft Ihnen, sich selbst in puncto Entscheidungsfreude näher auszuloten. Teil 2 gibt ganz konkrete Tipps und Vorgehensweisen an die Hand, damit Sie Bauch und Kopf gleichermaßen nutzen können, um so zu guten Entscheidungen zu kommen.
Zum Inhaltsverzeichnis und weiteren Details.
 
 

 

  Mehr Disziplin, bitte!
So setzen Sie endlich um, was Sie sich vorgenommen haben
(Gitte Härter)
 

Was ist Selbstdisziplin eigentlich? Warum fällt es manchen Menschen scheinbar so leicht, Dinge durchzuziehen? Welche Eigenschaften nützen, welche behindern - und welche Rolle spielt meine Persönlichkeit?
Die Schritte, Dinge anzupacken und Vorhaben durchzuziehen sind eigentlich ganz einfach. Und doch hapert es bei jedem Menschen mit der Selbstdisziplin ... und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Mehr zum Buchinhalt hier.

 

 

Entscheidungen treffen
Schnell, sicher, richtig
(Matthias Nöllke)

Dieser "Taschenguide" im Pocketformat vereint zahlreiche gute Entscheidungshilfen. Der Autor hat eine flüssige Schreibe, die Lust darauf macht, weiterzulesen. Im ersten Teil erfährt man viel darüber, wie Entscheidungen zu Stande kommen und was uns alles (oft unbemerkt) beeinflusst. Beispiele machen das Gelesene noch plastischer. Checklisten und Tipps regen dazu an, sich mit der eigenen Situation näher zu befassen.

Hochinteressant sind Informationen zum Gehirn und wissenschaftlich erforschte psychologische Effekte wie der "Hindsight Bias". Dabei handelt es sich um eine Gedächtnistäuschung - einer rückblickenden Verzerrung. Sobald wir die Auswirkungen einer Entscheidung kennen, glauben wir, diese hätten wir ziemlich genau so vorhergesehen oder vorhersehen können. Bei einer zufällig richtigen Entscheidung reden wir uns ein, wir hätten planvoll richtig entschieden. Bei einer Entscheidung, die wir nachträglich als falsch betrachten, reden wir uns ein, wir hätten den Ausgang vorhersehen können.

Inhalt: Vorwort, Einfach richtig entscheiden, Wie unser Denken Entscheidungen beeinflusst, In fünf Schritten zur richtigen Entscheidung, Entscheidungstechniken - Entscheidungshilfen, Literatur.

Die Entscheidungshilfen und -methoden im letzten Kapitel runden dieses hilfreiche Büchlein ab.

 

Raus aus der Mobbing-Falle
Erste Hilfe für
Betroffene und Personalverantwortliche
(Hans-Michael Klein/Jasmin Frank)

Um ein Gefühl für diesen - wie ich finde sehr informativen und hilfreichen - Pocketratgeber zu bekommen, hier der Buchanfang: "Lassen Sie uns gleich mit ein paar sehr unangenehmen Wahrheiten beginnen: 95 Prozent derjenigen, die sich ‚gemobbt' fühlen, werden gar nicht gemobbt. Oh, wir wollen damit nicht sagen, dass diese bedauernswerten Zeitgenossen nicht gequält, geärgert, schikaniert, unfair behandelt oder gegängelt würden. Und schon gar nicht, dass sie nicht leiden würden, keine Probleme mit dummen und gemeinen Kollegen, ungerechten, selbstherrlichen Chefs oder unmotivierten und niederträchtigen Mitarbeitern hätten. Keineswegs. Sie werden nur nicht gemobbt. Denn mobben ist es ganz Spezielles."

Betroffene werden sich bestimmt mit dem ersten Kapitel etwas hart tun. Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken, sondern lesen Sie weiter!

Das Inhaltsverzeichnis: Aller Anfang tut weh!, 2. Was ist Mobbing - und was ist es nicht?, 3. Wie entsteht Mobbing?, 4. Wer ist betroffen?, 5. Welche Folgen hat Mobbing?, 6. Gegenmaßnahmen, 7. Abschließendes und Rechtliches.

Dieses kleine Büchlein halte ich für äußerst wertvoll und empfehle es nicht nur Betroffenen, sondern auf jeden Fall auch Führungskräften - und auch allen, die an einem guten Miteinander im Beruf interessiert sind.

Das Buch spannt den Bogen von Mobbingdefinition über Ursachen und Verlauf bis dahin, was alle Beteiligten dagegen tun können, beziehungsweise setzt auch einen Schwerpunkt darauf, es erst gar nicht dazu kommen zu lassen.

Mir gefällt sehr gut der ausgewogene Blick auf das Thema, das doch meist recht einseitig dargestellt wird. Die Autoren ergreifen keine Partei, gehen aber auf alle von Konflikten und Mobbing berührten Personen gleichermaßen ein: auf die Betroffenen (und auch darauf, wie diese nicht nur die Situation, sondern auch sich selbst betrachten und aktiv werden können), auf den oder die Mobber (wobei auch klar dargestellt wird, dass jeder das Potenzial zum Mobben hat, und das auch anhand von Informationen und Beispielen illustriert) und natürlich auf die Rolle der Unternehmen und Führungskräfte.

Besonders gut gefallen mir auch die kleinen hilfreichen Selbsttests: etwa, ob man von seiner Persönlichkeit her eher ein Typ ist, der gemobbt wird, oder für Unternehmen, ob Atmosphäre und Verhalten das Mobbing begünstigen oder eher nicht wahrscheinlich machen.

 

Kleine Einführung in das SchubladenDenken
Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils
(Jens Förster)

Interessieren Sie sich auch dafür, sich zu hinterfragen und auch unbequemen Themen auf den Zahn zu fühlen? - Mir geht das so, und insofern sind "Vorurteile" besonders spannend, finde ich, denn das ist einer dieser Bereiche, bei denen man sich selbst schnell frei spricht oder denkt, nicht besonders beeinflussbar zu sein.

Jeder Mensch hat Vorurteile, und bei der Lektüre dieses Buches sieht man, wie vielfältig und oft im Kleinen sich Klischees verankern und Vorurteile - teilweise in der Kindheit erlernt - bemerkbar machen.

Der Autor ist Sozialpsychologe und Uni-Professor. Er schreibt sehr "menschlich" und berichtet auch von eigenen Erfahrungen. Besonders interessant sind Berichte über Versuche, die den Einfluss von Vorurteilen belegen - teilweise in völlig absurd erscheinender Ausprägung, etwa wenn vor dem Lösen von Matheaufgaben einer Gruppe Blondinenwitze erzählt werden und diese Gruppe anschließend schlechter rechnet!

Inhalt:
1. Von Vorurteilen, Stereotypen und Diskriminierung, 2. Alles gegessen? Warum wir es immer noch mit Vorurteilen zu tun haben, 3. Die Welt im Kopf - Wie Vorurteile im Gedächtnis abgespeichert sind und wie sie unsere Wahrnehmung erleichtern und verzerren, 4. Das Unbewusste schlägt zurück: Von Stereotypen, die unbewusst unser Verhalten bestimmen, und von fast zwangsläufiger Diskriminierung, 5. Full Stop: Sind sozialpsychologische Experimente sinnvoll?, 6. Vom Messen und Maßnahmen: Muster, Persönlichkeitsstrukturen, psychologische Quellen der Diskriminierung und Vorurteilsmaße, 7. Raus mit den Vorurteilen! Vom mühsamen, aber hoffnungsvollen Kampf gegen Stereotype im Kopf, gegen Vorurteile im Herzen und von möglichen Wegen zur Verhinderung von Diskriminierung, 8. Vorurteile - eine Zusammenfassung und gleichzeitige Suche nach ihrem Sinn, Epilog, Literatur.

Ein sehr interessantes und vielseitiges Buch über "Den Nutzen und Nachteil des Vorurteils" (wie der Untertitel auch heißt), bei dem man mehr als einmal ein "Tatsächlich!" oder "Unglaublich!" ausstößt und auch viel über sich selbst lernen kann.

 

Emotionale Intelligenz
(Daniel Goleman)
Dass Gefühle unseren Umgang mit anderen und unser ganzes Leben sehr stark beeinflussen, weiß jeder aus eigener – oft bitterer – Erfahrung. Was Emotionen in uns bewirken und wie man klüger mit ihnen umgehen kann - und so die eigene Lebensqualität und die der anderen erhöht - , schildert der Psychologe Goleman auf gut verständliche und packende Weise.
 

 

  Motivationstechniken
(Georg Felser)
 

Ich gebe zu, dass ich erst ziemlich skeptisch war - der Titel kam mir zunächst theoretisch vor und die Umschreibung "-techniken" beschwor in mir sofort ein "uhoh: Manipulation" herauf. Weit gefehlt! Dieser postkartengroße Ratgeber (ca. 130 Seiten) ist spannend zu lesen - vor allen Dingen, weil man die "Theorie" zum Thema Motivation und die zahlreichen Beispiele wunderbar auf sich selbst anwenden bzw. hinterfragen kann.
Es werden folgende Themen behandelt: Das Zusammenspiel Person <-> Situation, Ziele und Motive, Werte und Identität, Bedingungen für Motivation und Motivieren von außen, Den Alltag motivierend gestalten -Zusammenfassendes zur Selbstmotivation, Motive bei anderen erkennen - Fallbeispiele zur Fremdmotivation. Das Buch informiert in breiter Form und bietet eine ausführliche Literaturliste für alle, die sich mit Einzelthemen intensiver beschäftigen wollen. Das Buch ist besonders dahingehend empfehlenswert, als man während und nach der Lektüre differenzierter an das Thema herangeht.

 
 

 

 
Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens
(Manfred Spitzer)
  Ein hochinteressantes, fast 500 Seiten starkes Buch hat Herr Spitzer hier geschaffen.

Unser Gehirn lernt immer. Was dabei passiert, was man bisher über Lernprozesse weiß und natürlich auch welche überholten, laienhaften und falsche Ansichten es gibt, erklärt der Autor ausführlich.

Schon in der Einführung spricht Manfred Spitzer Klartext, wenn er sagt "Wer einfache (um nicht zu sagen: billige) Ratschläge erhofft, wie er ohne viel Mühe Chinesisch lernt, am besten im Schlaf, der wird enttäuscht. Machen wir uns nichts vor (auch wenn es genügend Bücher gibt, die genau dies tun). Es gibt keine Taschenspielertricks, mit denen man im Nu lernt." Entsprechend will er sein Buch als Gebrauchsanweisung verstanden wissen. Man erfährt Erkenntnisse und Ansätze der Gehirnforschung in puncto Lernen und kann sich dieses Wissen dann zu Nutze machen.

Der Inhalt: Einleitung, Teil I: Wie wir lernen, Teil II: Was Lernen beeinflusst, Teil III: Lebenslang lernen, Teil IV: Gemeinschaft lernen, Teil V: Schlüsse: Von PISA bis Pisa.

Etwa ein Fünftel des Buches widmet sich dem Thema "Gewalt im Fernsehen lernen" und dem Schul-Unterricht.

"Lernen" ist eine spannende Lektüre für jeden, der mehr über die Funktionsweisen des Gehirns und darüber, wie Lernmechanismen funktionieren, was dabei nützt und was stört erfahren möchte. Das alles bezieht sich keineswegs nur auf Faktenwissen, sondern auch auf Emotionen, Werte und Verhaltensweisen.

Fazit: Der Universitätsprofessor schafft es, in wissenschaftliche Details zu gehen und das in einer leicht verständlichen und angenehmen Schreibe. Besonders spannend fand ich auch die zahlreichen interessanten Versuche in der Gehirnforschung, bei denen der Versuchsaufbau, eventuelle Varianten und die Ergebnisse beschrieben werden - häufig durch Skizzen oder Bilder verdeutlicht.

 
 

 

  So lügt man mit Statistik
(Walter Krämer)
 

Vor einigen Jahren nahm ich an einer Konferenz teil, die eine Unternehmensberatung einberufen hatte. Man hatte weltweite Niederlassungen besucht und unter anderem Kundenbefragungen vor Ort vornehmen lassen. Diese Ergebnisse wurden nun vorgestellt und kommentiert.

Bei einer Zahl stutzten wir: In Frankreich, so war zu erfahren, bevorzugten tatsächlich 100 % aller befragten Kunden ein neues Produkt. Ein erstaunliches Ergebnis ... bis die französische Kollegin ganz irritiert sagte: "Ähm, das kann gar nicht sein, tatsächlich hat nur ein Kunde dieses Produkt bevorzugt." Bei noch näherer Betrachtung kam heraus: Befragt wurden überhaupt nur 15 Kunden. Und bei genau diese Frage hatte nur ein einziger Kunde bejaht und alle anderen hatten sich gar nicht geäußert. Die Beraterin, die die Umfrage ausgewertet hatte, hatte (übrigens in der gesamten Auswertung) die Anzahl der tatsächlich gegebenen Antworten mit 100 % gleichgesetzt und nicht etwa die Gesamtkundenzahl als Bezugsbasis genommen.

Bestimmt kennen Sie Sprüche wie "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast", und dennoch denke ich, dass die meisten Menschen im Alltag gar nicht so richtig merken, wenn ihnen (bewusst oder unbewusst) ein X für ein U vorgemacht wird. Umso wichtiger finde ich Bücher wie dieses hier, die einem einfach bewusster machen, wie schnell man in eine bestimmte Richtung manipuliert wird ... oder ganz einfach einem Irrtum aufsitzt.

Der Autor ist Professor für und Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund. Das Buch ist sehr leicht verständlich und auch launig geschrieben. Selbst Mathe- und Statistik-Feinde oder solche, die über sich denken, dafür kein Händchen zu haben, werden gut mit den Aussagen und Erklärungen zurechtkommen.

Anhand von Rechenbeispielen, unterschiedlicher grafischer Darstellungen von Zahlen - und wie diese sich auswirken - und Erklärungen, welche Rolle das persönliche Empfinden spielt (etwa dass wir krummen Zahlen mehr Bedeutung beimessen als glatten), erfährt man Kapitel für Kapitel, wie schnell man sich verzettelt und einen falschen Eindruck bekommt.

Inhalt: Die Illusion der Präzision, Die betrügerische Basis, Vorsicht Kurve!, Protzige Prozent, Manipulierte Mittelwerte, Trügerische Trends, Der synthetische Superlativ, Die vorsortierte Stichprobe, Das frisierte Piktogramm, Wie es in den Wald hineinschallt ..., Statistisch oder wirklich arbeitslos?, Arm und reich - alles gleich?, Allerlei Kartentricks, Korrelation kontra Kausalität, Fluglärm erzeugt AIDS, Mythos Sozialprodukt, Welchen Zahlen kann man noch vertrauen?

Ich empfehle das Buch jedem, der sein eigenes Denken und die eigene Beeinflussbarkeit überprüfen möchte - vor allen Dingen, um sich für kritisches Denken und Nachfragen zu sensibilisieren. Allzu oft werden wir, schon alleine durch die Medien, mit allen möglichen Zahlen, Aussagen und "Beweisen" konfrontiert, und es ist gar nicht so einfach, das immer sofort zu durchschauen.

 
 

 

Das Ende der Ausreden
Was alles möglich wird, wenn wir nur wollen

(Brigitte Roser)
  Heute habe ich wieder mal ein richtiges Schätzchen für Sie gefunden: "Das Ende der Ausreden" hat nicht nur einen spannenden Titel - auf 340 prallgefüllten Seiten geht es nur um Ausreden, woher sie kommen, wie sie uns nützen, wie wir uns selbst auf die Schliche kommen.

Ich persönlich mag Bücher gerne, in denen ein klar umrissenes Thema von allen möglichen Seiten und bis ins Detail besprochen wird. Und wie Sie am Inhaltsverzeichnis sehen, werden Sie "Ausreden" einmal ganz intensiv kennenlernen - und sich damit auseinandersetzen können.

Inhaltsverzeichnis: Willkommen im Club! Sie reden sich also auch heraus! - 1. Was sind eigentlich Ausreden? - 2. Wie wir mit Ausreden unproduktive Spiele spielen - 3. Wir leiden lieber als zu handeln- Ausreden sind unsere Komplizen dabei - 4. Wie wir gelernt haben, uns für die Passivität und damit für das Problem zu entscheiden - 5. Wir halten am Problem fest, weil wir uns noch nicht trauen, es loszulassen - 6. Was Ausreden und Erwachsenwerden miteinander zu tun haben - 7. Wir versuchen, Konflikten mit vorgeschobenen Argumenten aus dem Weg zu gehen - 8. Unsere Selbstverständlichkeiten hindern uns daran, neue Erfahrungen zu machen - 9. "Ich bin eben so!" Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung? Von wegen! - 10. Vertrieben aus dem Paradies bedingungsloser Liebe - 11. Ego und Selbst: Eine folgenschwere Verwechslung - 12. "Stell dich nicht so an!" Wie die Sätze unserer Kindheit immer noch Macht über uns haben - 13. Das eigene Leben erzählen: Ein Wagnis, das sich immer lohnt - 14. Das Enneagramm: Liebeserklärung an ein Persönlichkeitsmodell, das Ihr Leben verändern könnte - 15. Die neun Typen im Enneagramm: Neun Mal Ego, neun Mal rechthaben - 16. Die Apokalypse: Wohin uns Ausreden führen, wenn wir immer so weitermachen - 17. Und wie kommen wir nun konkret weiter? - 18. Zurück zum Selbst finden: Die Kraft der Stille - 19. Lass es Liebe sein: Wir brauchen einen freundlichen Blick auf uns selbst - 20. Wie auch immer es uns geht: Wir sollten tun, was uns guttut - 21. Genießen können wir nie zu viel - 22. Abschied vom "Ich bin eben so": Persönlichkeit ist kein Schicksal - 23. Wie Sie Ihr Verhaltensrepertoire erweitern können - 24. Lieblingsgefühle: Wie Sie verhindern können, dass aus Erwartungen Enttäuschungen werden - 25. Den Tunnelblick öffnen: Wie Sie Ihre Aufmerksamkeit erweitern - 26. Unglaublich, was wir so alles glauben - 27. Wenn Sie sich sehr über einen anderen Menschen ärgern - nutzen Sie diese Gelegenheit für inneres Wachstum - 28. Von den Ausreden lassen, ganz erdverbunden üben und: Den Kopf in die Sterne heben - Literaturtipps.

Frau Roser ist Diplom-Psychologin, macht also die Zusammenhänge, Ursachen und Konsequenzen deutlich. Sie bietet auch einige praktische Übungen für die Leser, die beispielsweise ihre Überzeugungen oder Muster näher unter die Lupe nehmen möchten.

Was mir besonders gefallen hat, ist die kompetente und launige Schreibe. Frau Roser schreibt aus Erfahrung - mit ihren Patienten, aber auch ihrer eigenen. Und dieses Praktische und Ungekünstelte kommt deutlich rüber und macht Spaß beim Lesen. Ich habe häufig genickt, gelächelt und gedacht: "Ja genau, so isses!" und mich in der einen oder anderen Passage wieder erkannt. Und genau das macht auch Freude und motiviert, im Buch weiterzulesen: Man erkennt sich selbst wieder, es gibt spannende Informationen oder Aspekte zu ergründen. Die Vorstellung des Enneagrammes macht Spaß, weil man herausfinden kann, welcher Typ man ist und was das in puncto Ausreden bedeutet.

Ich empfehle das Buch allen, die sich gerne selbst hinterfragen - nicht nur denen, die gerade irgendwelche Vorsätze oder Pläne haben. Und es ist auch ein schönes Buch für Abteilungsleiter oder Firmenchefs: Schenken Sie es einfach Ihren Mitarbeitern.

 
 

 

  Wer bin ich? 777 indiskrete Fragen
(Rolf Dobelli)

Auf der Buchrückseite heißt es: "Fragen, denen sich jeder mindestens einmal im Leben stellen muss. Zur diskreten Selbsterforschung oder als amüsantes Gesellschaftsspiel. Fragen, die belustigen, die unter die Haut gehen, unerwartete, hinterhältige Fragen, die sich ihrerseits in Frage stellen ..." - treffender kann man es nicht zusammenfassen.

Ich habe ähnliche Konzepte schon gelesen. Meist gehen sie über zwar interessante, aber banale Fragestellungen zur Persönlichkeit, Erfahrungen und Meinungen nicht hinaus. Bei diesem Buch ist es anders: Meine Reaktion beim Lesen war abwechselnd:

- Ah!
- Oh!
- Hmmm.
- ???
- Und das eine oder andere Mal habe ich schallend gelacht.

Die Fragen sind aus den Bereichen: Leben, Denken, Handeln, Glück, Liebe, Beziehungen, Sex, Ehe, Affären, Lügen, Gefühle, Geschenke, Erfolg, Karriere, Management, Geld, Freunde, Die Anderen, Ohne Titel, Glauben, Alter, Gott, Tod.

Herr Dobelli ist ein schlauer Mann. Er stellt spannende Fragen, gibt vielen einen überraschenden Dreh - nichts ist banal. Und immer wieder dazwischen gestreut sind Fragen, bei denen ich mir vorstelle, wie er beim Schreiben verschmitzt lächelt und sich freut, was ihm da jetzt wieder eingefallen ist!

Ich finde das Buch ganz hervorragend. Es ist eine amüsante Lektüre. Es regt die Gedanken an. Und ich habe mir vorgenommen, jetzt nochmal von vorne zu beginnen und die Fragen jetzt auch wirklich ausführlich zu beantworten - dazu beginne ich eine Heft und schreibe jeden Tag eine Seite pro Frage.

Eine wunderbares, hintergründiges Buch - das auch ein schönes Geschenk ist.

 
 

 

 
Denken hilft zwar, nützt aber nichts Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen
(Dan Ariely)

Der Originaltitel ist aussagekräftiger: "Predictably irrational. The Hidden Forces that Shape Our Decisions". Wir alle denken ja gerne, dass wir unsere Entscheidungen selbst treffen. Nehmen wir die Werbung. Wie oft haben Sie sich schon an den Kopf gegriffen, wenn wieder ein wirklich blöder Werbespot gelaufen ist und Sie sich dachten: "Meine Güte, wer lässt sich von sowas beeinflussen! Ich auf jeden Fall nicht." - Bestimmt haben Sie sich auch schon öfter überlegt oder es sogar gesagt, wie Sie sich in einer Situation verhalten würden. In einer Notsituation würden Sie bestimmt einen kühlen Kopf behalten und niemals so hysterisch reagieren. Wenn Sie in einer Beziehung betrogen werden, würden Sie sofort einen Schlussstrich ziehen.

Sehr häufig ist aber alles anders in dem Moment, wo wir selbst in dieser Situation stecken.

Dan Ariely hat in diesem Buch genau solche Situationen beschrieben und erzählt in sehr unterhaltsamer und spannender Schreibe von eigenen Einsichten und von zahlreichen spannenden Experimenten.

Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass Leute, die gemeinsam in ein Restaurant gehen, anders bestellen, wenn Sie laut bestellen (wie man das gemeinhin so macht), als wenn sie schriftlich bestellen, so dass niemand hört, was der andere ordert. Und dass diese unbeeinflussten Bestellungen das sind, was die Leute auch wirklich lieber mögen.

Oder kommt Ihnen das bekannt vor: Sie wollen einen Stift für 15 Euro kaufen und erfahren, dass es dieses Produkt in einem weiter entfernten Laden 5 Euro billiger gibt. Daraufhin fahren Sie lieber die zwanzig Minuten zu dem anderen Laden. Wie aber sieht es aus, wenn Sie gerade ein Kleidungsstück für 200 Euro kaufen und erfahren, dass es in dem weiter entfernten Laden das gleiche Stück für 195 Euro gibt? Vermutlich denken Sie sich jetzt: Ach, was. Wegen dieser 5 Euro fahre ich doch jetzt nicht 20 Minuten durch die Gegend! - Hä? Die relative Ersparnis zum Kaufpreis dürfte keine Rolle spielen. Entweder Ihre Zeit ist Ihnen 5 Euro wert, dann fahren Sie sowohl für den Stift als auch für die teurere Kleidung zum anderen Laden.

Genau solche unlogischen Denkfehler und weitere Beeinflussungen erklärt das Buch.

Da ich die englische Ausgabe "Predictably irrational" hier habe, kann ich das Inhaltsverzeichnis nur grob übersetzen:

Einführung: Wie eine Verletzung mich zur Irrationalität und zu der hier beschriebenen Forschung brachte, 1. Die Wahrheit über Verhältnismäßigkeit - Warum alles relativ ist, auch wenn es das nicht sollte. 2. Der Trugschluss von Angebot und Nachfrage - Warum der Preis von Perlen - und allem anderen - offen ist. 3. Die Kosten von 0 Kosten - Warum wir oft zu viel bezahlen, wenn wir nichts bezahlen. 4. Die Kosten sozialer Standards. - Warum wir gerne Dinge tun, aber nicht, wenn uns jemand dafür bezahlt. 5. Der Einfluss von Erregung - Warum heiß sehr viel heißer ist, als uns bewusst ist. 6. Das Problem von Prokrastination und Selbstkontrolle. - Warum wir uns nicht dazu bringen können, zu tun, was wir tun wollen. 7. Der hohe Preis von Eigentum. - Warum wir überbewerten, was wir haben. 8. Türen offen halten. - Warum Möglichkeiten uns von unseren hauptsächlichen Zielen ablenken. 9. Die Auswirkungen von Erwartungen - Warum der Verstand bekommt, was er erwartet. 10. Die Macht des Preises - Warum ein 50-Cent-Aspirin kann, was ein Aspirin für einen Penny nicht kann. 11. Der Zusammenhang mit unserem Charakter, Teil 1 - Warum wir unehrlich sind und was wir dagegen tun können. 12. Der Zusammenhang mit unserer Persönlichkeit, Teil 2 - Warum der Umgang mit Bargeld uns ehrlicher macht. 13. Bier und "free lunches" - Was ist Verhaltensökonomie und wo sind die kostenlosen Mittagessen? - Bonusmaterial für die überarbeitete und ergänzte neue Version.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie komplex die Einflussfaktoren auf unsere Entscheidungen sind, oder wenn Sie ganz einfach Spaß daran haben, sich selbst zu hinterfragen, dann ist das Buch genau richtig.

 
 

 

  Wer überlebt?
Warum manche Menschen in Grenzsituationen überleben, andere nicht
(Ben Sherwood)

  Das ist das spannendste Buch, das ich seit Langem gelesen habe. Auch wenn es nicht unmittelbar mit Berufsthemen zu tun hat, möchte ich es dennoch in unsere Buchtipps aufnehmen, denn auch wenn es um Katastrophen & Co. geht, so hat das Buch natürlich in erster Linie mit Persönlichkeit und Selbstmanagement zu tun.

"The Survivor Club" ist entstanden, weil der Autor sich gefragt hat, warum manche Menschen schlimme Situationen überleben: Was macht sie aus? Was machen Leute "richtig" beziehungsweise was machen andere falsch - manchmal mit fatalem Ausgang.

Der Autor greift jedes Thema sehr umfassend auf: Man erfährt Hintergründe, Statistiken, interessante Informationen wie beispielsweise, dass Stewardessen im Flugzeug darauf trainiert sind, schon beim Einsteigen und losem Smalltalk mit den Passagieren darauf zu achten, wie diese "gestrickt" sind und wer im Fall des Falles als nützlicher Unterstützer einbezogen werden kann. Besonders spannend ist es, dass Interviews mit Menschen geführt werden, die in solchen Extremsituationen waren.

So wird beispielsweise ein Überlebender der Estonia, des Fähr-Unglücks in den 90er Jahren, bei dem 852 Passagiere gestorben sind, ausführlich interviewt und nimmt den Leser mit auf die Fähre in dem Moment, wo das Unglück begann. Wir erfahren, wie sich der Untergang entwickelte und wie so viele Leute unnötigerweise gestorben sind, einfach weil sie vor Angst und Nichtwissen, wie sie reagieren sollten, regelrecht wie gelähmt auf Deck standen.

Ich habe das Buch im Original gelesen (The Survivors Club: The Secrets and Science that Could Save Your Life), darum kann ich das Inhaltsverzeichnis jetzt nur in einer groben Übersetzung liefern:

Inhalt: Prolog - Einführung - Teil 1: Was braucht es zum Überleben?, 1. Eine Stricknadel durch's Herz: Die 3 Regeln des Überlebensclubs, 2. Die Statuen im Sturm: Warum so viele Leute sterben, wenn sie es nicht sollten - 3. Neunzig Sekunden, um Dein Leben zu retten: Die falschen (und richtigen) Dinge, die Sie im Falle eines Flugzeugabsturzes tun können - 4. Der Organ-Vortrag: Wer lebt und wer stirbt in der Notaufnahme? - 5. Der Überschall-Mann: Wie viel vom Leben (und dem Tod) sind wirklich kontrollierbar? - 6. Aus dem Maul des Löwen gerettet: Gebete, Wunder und die Kraft des Glaubens - 7. Die Tänzerin und der Engel des Todes: Wie konnte irgendjemand den Holocaust überleben? - 8. Die Wissenschaft des Glücks: Warum denselben Leuten immer wieder Gutes widerfährt - 9. Das Monster umarmen: Wie Angst Ihr Leben retten kann - 10. Zu eigensinnig zum Sterben: Macht der Wille zum Leben einen Unterschied? - 11. Das Widerstands-Gen: Wer kommt wieder auf die Beine und wer nicht? - 12. Was mich nicht umbringt: Warum Ungemach gut für Sie ist. - Teil 2: Sind Sie ein Überlebender? - 13. Das Profil von Überlebenden: Entdecken Sie Ihre Überlebenspersönlichkeit - 14. Ihr Überlebens-IQ: Was für ein Überlebenstyp sind Sie? - 15. Ihr Überlebens-Werkzeugkasten: Was sind Ihre Top 3 Stärken? - Nachwort - Anhang.

Ich empfehle Ihnen das Buch, wenn Sie sich für die Thematik an sich interessieren, aber auch, wenn Sie gerne über sich selbst reflektieren: Wie würde ich damit wohl umgehen? Was bin ich für ein Mensch? Wie denke ich darüber?

Vermutlich wird diese Art von Buch möglicherweise auch im Ernstfall irgendetwas bewirken. Alleine das Bewusstsein für bestimmte Reaktionen oder die eine oder andere wichtige "nebenbei mal aufgeschnappte" Information kann sich in der Praxis ja immer mal als nützlich erweisen.

Das Buch verweist im letzten Teil auf verschiedene Online-Fragebögen und Auswertungen auf der Website zum Buch. Im Buch ist ein Zugangscode eingedruckt. Leider hat die Online-Geschichte bei mir nicht richtig funktioniert: Die Website blieb immer hängen etc., insofern kann ich über diese Online-Erweiterung nicht viel sagen.

 
 

 

:59 Seconds
Think a little.
Change a lot
.
(Richard Wiseman)
 

Von Richard Wiseman habe ich Ihnen kürzlich schon "The Luck Factor" empfohlen. Auch :59 Sekunden ist ein absolut lesenswertes, kurzweiliges Buch, das durchsetzt ist mit interessanten Versuchsaufbauten dazu, wie Leute so ticken und sich verhalten.

Aber lassen Sie mich zuerst etwas aus dem Weg räumen, das mir nicht gefällt: Auf der Buchrückseite - und auch auf dem deutschen Titel, der im Dezember 2009 erscheint, wird der Eindruck erweckt, dass man mal eben innerhalb von wenigen Minuten sein Leben verändern kann. Dass alle möglichen Coaches, Psychologen und Trainer einen glauben machen wollten, dass man Wochen oder sogar Monate bräuchte, wo es doch soooo einfach in ein paar Minuten geht: Fitnessstudio? Nö, da muss man nicht hingehen, sondern nur dran denken, dass man hingeht - reicht auch. Sie sind nicht kreativ? Stellen Sie sich einfach ein paar Topfpflanzen auf. Dieses arg Plakative klingt gut und markig, aber für mich untergräbt das eher das Buch und seinen Nutzen.

Wenn man darüber hinwegsieht, ist das Buch nämlich auf jeden Fall interessant und birgt unzählige kleine, ganz praktische Tipps und teilweise überraschende Informationen und Versuchsergebnisse. Man kann das Buch sehr gut querlesen: Die Kapitel sind jeweils recht kurz und knackig formuliert und am Ende jedes Kapitels gibt es eine Zusammenfassung "In 59 Sekunden oder weniger", wo die zentralen Tipps nochmal auf den Punkt gebracht werden.

Soll man in einem Job-Interview beispielsweise einen Makel lieber von vornherein zugeben oder erstmal die guten Sachen voranstellen und später damit herausrücken? Wie wirke ich attraktiv und bekomme jemanden, der mir gefällt, dazu, sich mit mir zu unterhalten? Warum es meinem Kind eher schadet, wenn ich es über den grünen Klee lobe (obwohl ich es doch nur ermutigen will).

Das Buch umfasst alle Lebensbereiche. Da ich die englische Ausgabe vorliegen habe und nicht weiß, wie das Inhaltsverzeichnis der deutschen Ausgabe genau lautet, hier wieder der englische Inhalt.

Inhalt: Introduction - Happiness - Persuasion - Motivation - Creativity - Attraction - Stress - Relationsships - Decision Making - Parenting - Personality - Conclusion: Ten techniques in 59 seconds.

Ich empfehle das Buch jedem, der sich für Menschen und ihr Verhalten interessiert. Die verschiedenen Versuchsaufbauten sind zudem eine tolle Fundgrube für praktische und überraschende Beispiele, die besonders Coaches, Berater und Trainer gut für ihre Arbeit nutzen können.

Vor allen Dingen aber ist das Buch natürlich etwas für Sie, wenn Sie sich gerne selbst hinterfragen und wenn Sie neue Vorgehensweisen ausprobieren möchten. Ob im beruflichen oder privaten Kontext: Es wird ganz praktisch auf alle Aspekte des täglichen Lebens eingegangen.

 
 

 

  The Creative Habit
(Twyla Tharp)
 

Auf dieses Buch bin ich vor einigen Wochen beim Stöbern auf einer amerikanischen Website aufmerksam geworden: Die Autorin ist eine bekannte Choreografin in den USA, die auf internationalen Bühnen, für Fernsehen und Kino und Musicals tätig ist.

"The Creative Habit" ist kein typischer Ratgeber, der theoretisch an die Sache herangeht, sondern es ist ein praktisches, manchmal philosophisch angehauchtes Buch, in dem die Autorin aus ihrem eigenen Alltag und über ihre Gewohnheiten erzählt und daraus "Regeln" und Anstöße für die eigene Kreatitivät ableitet. Jedes Kapitel enthält außerdem eine Handvoll Übungen, die der Leser für sich selbst ausprobieren kann, um in jeder Phase des kreativen Prozesses loszulegen beziehungsweise neue Sichtweisen zu gewinnen.

Mir gefällt besonders gut, dass Disziplin dabei eine wesentliche Rolle zugeteilt bekommt. Kreatitivät ist eben nicht nur die berühmte Muse, die küsst oder auch nicht, sondern es steckt viel Fleiß und Übung drin.

Da die Autorin Choreografin ist, sind die Beispiele auch immer aus der künstlerischen Ecke: So erfährt man beispielsweise, dass Fred Astaire extrem hart arbeitete und stundenlang vor dem Spiegel übte, damit das Endergebnis so aussah, als wäre es völlig locker und würde keinerlei Anstrengung erfordern. Oder die Autorin beschreibt, wie sie jeden Tag im Morgengrauen erst einmal für zwei Stunden ins Fitnessstudio fährt: Sie steht auf, nimmt sich ein Taxi und macht Sport. Die Gewohnheit dabei ist für sie nicht das Sporteln, sondern das Taxi! In dem Moment, wo sie im Taxi sitzt und dem Fahrer die Adresse des Fitnessstudios nennt, ist klar, dass jetzt erstmal Sport angesagt ist.

Das Buch ist leider nur auf Englisch erhältlich.

Inhalt: I walk into a White Room - Rituals of Preparation - Your Creative DANN - Harness Your Memory - Before You Can Think out of the Box, You Have to Start with a Box - Scratching - Accidents Will Happen - Spine - Skill - Ruts and Grooves - An "A" in Failure - The Long Run.

Ich empfehle das Buch allen, die sich auch für Kunst interessieren: Viele der Beispiele sind natürlich aus dem Arbeitsalltag der Autorin und befassen sich mit Musik, Tanz und Choreografie. Auch wenn die Tipps im Buch davon unabhängig sind, ist das Buch doch vom künstlerischen Blickwinkel sehr durchdrungen und spricht schwerpunktmäßig Leute an, die künstlerisch tätig sind.

 
 

 

  Fallstricke. Die häufigsten Denkfehler in Alltag und Wissenschaft
(Ulrich Frey,
Johannes Frey)

  "Warum machen selbst kluge Menschen immer wieder dumme Fehler?" heißt es auf der Buchrückseite. Da gibt es Beispiele von Bauwerken, wie der millionenschweren Brücke, die von beiden Uferseiten begonnen wurde und deren Teile sich in der Mitte um ca. 50 cm verfehlen. Dann das umfassende Rettungsprogramm eines Waldgebietes, das trotz besten Willens und großen Expertenwissens genau dadurch unrettbar zerstört wurde. Oder auch viele Beispiele aus der Medizin.

Die beiden Autoren schreiben leicht verständlich und anhand zahlreicher aktueller Fallbeispiele über typische "Denkmuster, die über Jahrmillionen erfolgreich waren, aber für unsere moderne Welt nicht taugen".

Inhalt: Kapitel 1: Irren ist menschlich - Kapitel 2: "Alles neu? Ich weiß Bescheid!" Informationsgewinn in unbekannter Umgebung - Kapitel 3: Komplexe Probleme, einfache Probleme - Kapitel 4: Lieber schnell und falsch als gar nicht. Handlungsfähigkeit durch Kohärenz - Kapitel 5: Strukturen: Unser Gehirn ordnet die Welt - Kapitel 6: Was nun? Fazit und Ausblick - Anhang: Anmerkungen, weiterführende Literatur, Literaturverzeichnis

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen: Es ist sehr spannend und unterhaltsam geschrieben und so manches der genannten Beispiele lässt einen die Augen halb aus dem Kopf fallen. Immer wieder bauen die beiden Autoren auch überraschende Witzchen ein, von denen ich natürlich jetzt keines verrate.

Das Kategorisieren der unterschiedlichen Denkmuster und das "Aufbohren", welche Fehler und Denkfallen sich darin verbergen, sind sehr nützlich, um selbst achtsamer zu sein und sich beim nächsten Mal rechtzeitig zu ertappen. Denn natürlich sind das allgemein gültige häufige Denkfehler, die uns alle betreffen.

 
 

 

 
Mein Buch für das Leben
(Yvonne Niewerth)
 

Hier habe ich wieder eine schöne Neuentdeckung für Sie: "Mein Buch für das Leben" ist ein Buch zum Selbstausfüllen.

Im Gegensatz zum ebenfalls sehr empfehlenswerten Wer bin ich? 777 Indiskrete Fragen geht es hier etwas freier zu. Das Buch besteht aus einer Fülle schlichter, lebendig gestalterer Seiten, die ganz unterschiedliche Fragen aufwerfen.

Worauf freue ich mich am meisten?
Wer ist der mir wichtigste Mensch - und wie ist er so?
Was ist der perfekte Tag?
Wie sieht das Paradies aus?
Was will ich erreichen ... heute morgen übermorgen
oder auch ganz allgemein: Wie denkst du über das Leben?

Es macht riesig Spaß, das Buch irgendwo aufzuschlagen und auszufüllen, was einem gerade Freude macht und so ganz vielseitige Erkenntnisse zu bekommen, ohne dass es wirklich "Arbeit" ist, was bei Selbsterkenntnissen doch oftmals der Fall ist.

Das Buch wirkt sehr hochwertig, hat einen hübschen Stoffeinband, der Titel ist silber und es gibt ein Stoffbändchen als Lesezeichen. Damit ist es auch ein wunderbares Geschenk.

 
 

 

Gewissensfragen
Streitfälle der Alltagsmoral

(Rainer Erlinger)
  Vielleicht kennen Sie die Kolumne "Gewissensfragen" von Rainer Erlinger aus dem Süddeutsche Zeitung Magazin. Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil mir die Kolumne gefiel und weil ich Herrn Erlinger schon mal live erleben durfte, wo er spontan zu Zuschauerfragen "moralische Antworten" gab.

Leser des SZ-Magazins haben verschiedenste Fragen eingeschickt, zum Beispiel, ob man seinen Liegestuhl aus moralischen Gründen mit einem Handtuch reservieren darf; ob es richtig gewesen ist, im Ausland einen zum Tode Verurteilten für 800 Dollar freizukaufen (was man in diesem Land legalerweise darf); ob es moralisch bedenklich sei, auf einem Parkplatz vor dem Haus zu parken, obwohl man doch gleich um die Ecke eine Parkgarage angemietet hat ... meist handelt sich um ganz normale Alltagsfragen, die sehr spannend beleuchtet werden.

Herr Erlinger beantwortet Fragen aus den Bereichen: Familie & Kinder, Urlaub & verreisen, Beruf & Arbeitsplatz, Straße & Schiene, Liebe & Partnerschaft, Umwelt & Tiere, Mäuse & Moneten, Körper & Gesundheit, Schule & Ausbildung, Recht & Gesetz, Verhalten & Miteinander, Dies & Das.

Das Schöne ist, dass Herr Erlinger nicht einfach ganz subjektiv antwortet, "wie er eben denkt", sondern recherchiert. Und dann oft auch ganz überraschende Antworten aus verschiedenen moralischen Welten beleuchtet und kurz, knackig und immer unterhaltsam auf den Punkt bringt.

 
 

 

 
Freakonomics
Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen

(Steven D. Levitt,
Stephen J. Dubner)
Wenn Sie gerne Bücher lesen, die differenzierter hinsehen, die mit Statistik spielen und übliche Manipulationen oder fehlerhafte Rückschlüsse durchschauen möchten, ist Freakonomics genau richtig für Sie.

Inhalt (in Englisch, da ich nur die Originalversion vorliegen habe): Introduction: The Hidden Side of Everything - Kapitel 1: What Do Schoolteachers And Sumo Wrestlers Have in Common? - Kapitel 2: How Is The Ku Klux Klan Like A Group of Real-Estate Agents? - Kapitel 3: Why Do Drug Dealers Still Live With Their Moms? - Kapitel 4: Where Have All The Criminals Gone? - Kapitel 5: What Makes A Perfekt Parent? - Kapitel 6: Perfect Parenting, Part II; Or: Would A Roshanda By Any Other Name Smell As Sweet? - Epilogue: Two Paths To Harvard - Bonus Matter

Der Autor ist ein amerikanischer Ökonom. Das Buch, das in Zusammenarbeit mit einem Journalisten entstanden ist, zieht überraschende Parallelen zwischen völlig verschiedenen Welten, eben zum Beispiel Lehrern und Sumo-Ringern (in diesem Fall geht es um Schummeleien bei staatlichen Schultests und im japanischen Sumo-Sport). Oder es wird erklärt, wie unterschiedlich sich Statistiken interpretieren lassen beziehungsweise frisiert werden. Ein größeres Kapitel ist auch speziell für Eltern interessant: Wie sehr sind die Wege, die Kinder gehen, vorgezeichnet - durch die Namensgebung vielleicht schon? Oder natürlich durch Elternhaus und frühe Kindheit?

Das Buch liest sich unterhaltsam und gefällt mir deshalb so gut, weil es den Verstand dafür schärft, nicht immer alles gleich für bare Münze zu nehmen, sondern viele andere Erklärungen und Möglichkeiten einzubeziehen.

Wenn Ihnen diese Art von Büchern gefällt, gefällt Ihnen vermutlich auch:

Kleine Einführung in das SchubladenDenken
So lügt man mit Statistik
Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Fallstricke. Die häufigsten Denkfehler in Alltag und Wissenschaft

 
 

 

Wie war Dein Tag?
Tagebuch: Ankreuzen - Ausfüllen - Fertig

(Doro Ottermann)

Ich hab's ja selbst nicht mit dem Tagebuchschreiben, aber dieses Tagebuch hat's mir angetan: Es besteht aus Ankreuz-Elementen "Ich fühle mich" und stellt ansonsten jeden Tag eine Handvoll ganz unterschiedlicher Fragen - ebenfalls zum Ankreuzen oder Mit-wenigen-Worten-Ausfüllen.

Unter anderem gibt es eine skizzierte Silhouette, in die man einzeichnet, bis wohin einem das Wasser heute steht. Das Wetter kann man Ankreuzen oder selbst einzeichnen. Man kann notieren, wen man heute getroffen oder was auf dem Teller gelandet ist, ob man mit jemandem gestritten hat oder zufrieden ist.

Das Ganze ist schön durchgemixt und so kann man jeden Tag ein ganz kurzes, witziges und unterhaltsames Fazit ziehen - oder mal ganz anders über sich nachdenken. Im Blog der Autorin sieht man, wie die Innenseiten so aussehen.

Eine großartige Idee!

Und ein hübsches Geschenk (gibt's in Rot und in Blau), das bisher bei den von mir Beschenkten auf große Begeisterung gestoßen ist.

 
 

 

 
Was bin ich wert? Eine Preisermittlung
(Jörn Klare)
Das ist ausnahmsweise kein "Lernbuch", sondern ein - wie ich finde - sehr interessantes Nachdenkbuch: Der Autor ist Journalist. Ursprung für seine Buchidee war eine Recherche in Albanien zum Thema Menschenhandel. Ein Mädchen erzählte dem Autor, ihre Schwester sei für 800 Euro nach Italien verkauft worden. Etwas später, in Nepal, traf er eine Frau, die für 300 Dollar an einen "Zwischenhändler" in ein Bordell verkauft wurde. Immer wieder wurde er mit solchen Themen konfrontiert. Dazu kamen Überlegungen, für wie viel Geld man wohl einen Mord begehen würde. Aus all diesen Gedanken entstand die Frage: "Wie viel ist ein Leben wert?"

Der Autor hat sich also eine lange Liste möglicher Gesprächspartner gemacht: er fragt seine Ehefrau, wie viel er ihr wert ist, seine Mutter, Versicherungsmakler, Philosophen, einen Pfarrer. Er überlegt sich, auf welche vielfältige Weise er seinen Körper - oder einzelne Teile - zu Geld machen könnte. So rechnet er einmal alle chemischen Bestandteile seines Körpers grammgenau aus und bittet eine Apothekerin, den aktuellen Preis dafür zu ermitteln.

Da das Buch 47 Kapitel hat, verzichte ich auf das vollständige Abtippen des Inhaltsverzeichnisses. Hier einige Auszüge, die über die Vielseitigkeit der jeweiligen "Preisanfragen" Aufschluss geben: "5000 Euro für einen Zeh, 1,7 Millionen für einen kompletten Körper. Aber null Euro für das Leben. Eine Reise durch die Welt der Schmezensgelder." - "Im Knast lernt man, was ein Mensch wert ist": Gespräch mit einem Mörder - "1022,432 Euro, rein chemisch gesehen. Dank an meine Apotheke" - "Mensch als Marke. Warum auch ich einen Markenwert haben kann." - "Wann bin ich eine Nachricht wert? Ein Besuch bei der Tagesschau" - "600000 Euro, wenn ich mich selbst verkaufe, schätzt mein indischer Freund."

Ich finde die Grundidee sehr spannend, es ist zum einen mal etwas anderes und zum anderen regt das Buch an. Lächeln, staunen und manchmal auch ein wenig Entsetzen wechseln sich ab. Ich habe es kaum aus der Hand gelegt.

Es ist auch eine schöne Lektüre für Leute, die wenig lesen: die einzelnen Kapitel sind nur wenige Seiten lang. Sie können durcheinander gelesen werden.

 
 

 

 

 
   
   
Buchtipps:
Wir empfehlen Ihnen ausschließlich Bücher, die wir selbst gelesen haben und die uns rundum gut gefallen.
 
Bewerbung
selbstständig
Kommunikation
Selbstmanagement
 
 
 
 

Unsere Selbstlernkurse für Selbstständige:
unternehmenskick.de

 
 
 
(c) 1999-2010 objektiv. Bewerbung & Business, Christine Öttl und Gitte Härter GbR
St.-Cajetan-Straße 10, 81669 München, Tel. (0 89) 40 90 69 61, E-Mail:
objektiv@selbstmarketing.de