Lachbereitschaft
Diese
Woche ist mir aufgefallen, dass ich fast immer, wenn ich
den Telefonhörer auflege, lächle. Und ich lächle,
weil ich meistens mit meinem Gesprächspartner über
irgendetwas herzlich gelacht habe. Ein Anlass ergibt sich
immer.
Nun
führe ich - genauso wie Sie - in der Arbeit natürlich
berufliche Gespräche: Da wird ein Projekt besprochen,
ein Interessent für ein Coaching oder Training ruft
an, ein Lieferant fragt etwas nach. Alles Themen, die
man freundlich mal eben abhandeln könnte. Wie ist
das eigentlich bei Ihnen? Wie hoch ist Ihre Lachbereitschaft?
Wie bitte? Lachen am Telefon?
...
ist das nicht unprofessionell? Muss man das jetzt auch
noch machen? Ist das nicht etwas zu gewollt?
Immer
langsam mit den jungen Pferden! - Wir reden hier nicht
von Businesstipp Nr. 97: Lachen Sie!, sondern es
geht um Ihre ehrliche Lachbereitschaft, also etwas, das
natürlich "aus Ihnen herausbricht" oder
das sich im Gespräch ergibt:
Ist
es Ihnen auch schon mal passiert, dass Sie sich beim Melden
versprochen haben? Haben Sie sich dann schnell-schnell
korrigiert und sind zur Tagesordnung übergegangen?
Oder waren Sie so amüsiert, dass Sie sich erstmal
unter Lachen entschuldigt haben?
Ein
normales, lockeres Gespräch - das einen persönlichen
Draht herstellt, regelrecht verbindet und so auch die
Lebensqualität beider Gesprächspartner steigert
- ist gar nicht so selbstverständlich!
Im
Vordergrund steht immer der Inhalt. Und wenn wir am Arbeitsplatz
sitzen, gehen wir häufig nur in unserer Funktion
auf. Doch ganz unabhängig vom Anliegen, weswegen
Sie telefonieren: An den beiden Enden der Telefonleitung
ist immer ein ganz normaler Mensch. Das klingt banal,
ich weiß. Und doch, seien wir ehrlich, bei beruflichen
Gesprächen sind wir meistens total geschäftsmäßig.
Da telefoniert man mit "der Druckerei", "dem
Marketing", einem potenziellen Neukunden oder der
Vertriebsleiter der XY AG ist dran. Gesprächspartner
verschwinden schnell hinter Funktionen, Firmen und der
Art der Geschäftsverbindung.
Lassen
Sie sich nicht davon einlullen, dass Sie natürlich
die Leute mit Namen anreden. Das alleine heißt noch
nicht, dass Sie sich dessen bewusst sind, dass Sie es
mit einem "Normalo" zu tun haben.
Ich
hoffe, Sie haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass
die meisten Menschen nette Menschen sind.
Lachbereitschaft auslösen
Fragen
Sie mich nicht, warum. Meine Erfahrung - früher als
Angestellte und seit zehn Jahren als Selbstständige
- ist, dass sehr, sehr viele Menschen im Businesskontext
nicht sie selbst sind. Sie sind korrekt. Effizient. Manchmal
regelrecht bemüht, unbedingt professionell zu wirken
... was seltsamerweise meistens mit "zurückhaltend
und unpersönlich" gleichgesetzt wird.
Vermutlich
steckt dahinter die Angst, nicht ernst genommen zu werden.
Oder man denkt, man müsse irgendetwas verkörpern.
Vielleicht schickt es sich nicht für Menschen in
einer bestimmten Position, "normal" zu sein.
:-)
Pst
... ich verrate Ihnen was: Ich habe mein ganzes Berufsleben
in den verschiedensten Funktionen und mit den verschiedensten
Branchen und Hierarchiestufen zu tun gehabt und ausnahmslos
die Erfahrung gemacht, dass Menschen sofort sie selbst
und menschlicher werden, wenn man selbst "ganz normal"
ist.
Hin
und wieder erzählen Christine und ich in Artikeln
davon, wie sich Menschen im persönlichen Gespräch
sichtbar verändern, wenn sie lockerer werden: Die
Gesichtszüge entspannen sich, die Augen werden lebendig,
sie gehen mehr aus sich heraus - und damit entsteht ein
lebendiges, schönes, gemeinsames Gespräch und
eine richtige Verbindung zueinander.
Das
gilt auch für's Telefon!
Vergessen
Sie die typischen Tipps wie "Ein Lächeln am
Telefon hört man!" - Das stimmt zwar, doch bitte
gehen Sie darüber hinaus: Trauen Sie sich wirklich,
auf den anderen zuzugehen! Dann kommt auch was zurück!
Aber
wie macht man das? - So.
=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=
Buchtipp:
The Luck Factor
Hier
kommt wieder einmal ein englischsprachiges Buch als Lesetipp.
"The Luck Factor" wurde vor einigen Jahren auch
in Deutsch aufgelegt, ist aber rätselhafterweise
vergriffen. Ein Jammer! Es ist ein sehr lesenswertes Buch.
Richard
Wiseman ist ein englischer Professor, der seit über
zehn Jahren forscht, unter anderem rund um Glück.
Wer hält sich für glücklich, "neutral"
oder unglücklich? Was machen diese Leute eventuell
anders? Ist jemand, der immer Glück hat, "besser"
in manchen Dingen? Ist er aufmerksamer? Hat er mentale
Kräfte? Verhält er sich anders und lädt
das Glück sozusagen ein? - Und was ist mit unglücklichen
Menschen, die sich ständig verletzen, in ihrem Beruf
scheitern oder eine schlechte Beziehung nach der anderen
haben? Machen die etwas falsch? Verhalten sie sich anders
und sind daher prädestiniert für Pech und Misserfolge?
ganze
Rezension lesen
=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=
Belastet Sie die Selbstständigkeit? Oder kennen Sie
jemanden, der kämpft oder sehr unglücklich wirkt?
Dann
ist unser 21-Tage-Programm "Wenn die Selbstständigkeit
belastet - und wie Sie da raus kommen!" vielleicht
genau das Richtige.
Der Selbstlernkurs ist noch bis Ende Oktober zum Einführungspreis
von 29 Euro erhältich. Danach kostet er 49 Euro.
mehr
erfahren
Kurse mit Gitte:
ab
9. November (online): Ihr größter Engpass
ab 11. Januar (online): Schreibwerkstatt
Präsenzkurse
in München:
ab 20. Januar: Schreibwerkstatt "Artikel und Tipps"
ab 28. April: Akquise für Hosenscheißer
im April: Nützt mir ein Buch?
Alle
Details und Anmeldung auf www.unternehmenskick.de.
... oh, und wenn Sie zwischen Weihnachten und Neujahr
Zeit haben sollten: Ausnahmsweise gibt es heuer zwischen
den Feiertagen (vom 28. - 31. Dezember) einen Workshop:
"Für Selbstständige: Starten Sie durch
im neuen Jahr!" Wir lassen uns einschneien, halten
Rückschau und machen konkrete Pläne für
2010.
Es
gibt noch wenige Plätze. Mehr per E-Mail: gitte@selbstmarketing.de
=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=
Einen
guten Start in die neue Woche
wuenschen Ihnen
Gitte Haerter und Christine Oettl