|
Bewerber
tun sich oft schwer mit den Bewerbungs- unterlagen und setzen
sich - aus dem sehr verständlichen Wunsch, bloß
nichts falsch zu machen - unter starken Druck. Sie möchten
alles vermeiden, womit sie sich irgendwie die Tour vermasseln
könnten, und fragen sich bei den verschiedensten Details,
wie diese wohl beim Personaler ankommen werden. Doch es
ist unmöglich, das vorherzusehen
Natürlich
ist es verständlich und sinnvoll, sich über die
Wirkung der Bewerbungsunterlagen Gedanken zu machen und
sich möglichst gut zu präsentieren.
Aber
bitte lassen Sie sich nicht von häufig propagierten
Pauschalaussagen (z. B. ein bestimmtes Alter, Kinder, gewisse
Hobbys usw. kommen grundsätzlich schlecht an) den Wind
aus den Segeln nehmen. Zum einen demotivieren Sie sich dadurch
selbst und machen es sich schwer, sich gut und aussagekräftig
zu präsentieren. Zum anderen entspricht das einfach
nicht der Realität, denn:
Niemand
kann vorhersehen, was der Personalentscheider denkt!
Auch
Personalentscheider sind ganz normale Menschen mit einer
eigenen Geschichte, eigenen Erwartungen und Vorstellungen.
Weder Sie noch sonst jemand kann wirklich wissen, welche
Einstellungen die Person hat, die Ihre Unterlagen in die
Hand bekommen und sich damit beschäftigen wird!
Natürlich
ist es in Ordnung, sich in die Situation des Empfängers
zu versetzen und darüber nachzudenken, welche Überlegungen
dieser wohl anstellen könnte.
Aber
bitte bleiben Sie realistisch und machen Sie sich klar,
dass es sehr unterschiedliche Möglichkeiten gibt, bestimmte
Informationen zu interpretieren - und nicht eine einzige
und für alle gültige!
Hier
ein paar Beispiele:
Was denkt der Personaler, wenn er liest,
dass ich Kinder habe?
Bewerber,
vor allem Bewerberinnen gehen oft davon aus, dass sich ihre
Chancen automatisch verringern, wenn sie im Lebenslauf ihre
Kinder angeben. Und fragen sich, ob sie diese Info nicht
lieber unterschlagen sollten.
Bevor Sie das machen, überlegen Sie, ob Kinder zu haben
tatsächlich bei jedem Unternehmen und jedem Personaler
ein Minuspunkt sein muss. Es könnte doch auch sein,
dass:
- der
Personaler selbst Kinder hat und deswegen gerne Leute mit
Kindern einstellt
- es
als Pluspunkt ankommt, weil Sie Ihre Kinder bereits haben
und die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Sie nicht
gleich wieder schwanger werden
- es
überhaupt keine Rolle spielt
Verschwenden Sie keine Energie mit Fragen, die niemand definitiv
beantworten kann. Sondern: Fragen Sie sich, ob Sie selbst
Ihre Kinder tatsächlich einfach unterschlagen wollen
und ob Sie selbst das gut finden. Und konzentrieren Sie
sich auf eine überzeugende Selbstpräsentation
(erwähnen Sie ausdrücklich, wie flexibel Sie sind,
dass das mit den Kindern geregelt ist usw.).
dass ich nicht mehr ganz jung bin?
Auch
das Alter ist ein Thema, das so manchen Bewerber stark verunsichert.
Abgesehen davon, dass sich die Lebensjahre (im Gegensatz
zu Kindern oder Hobbys) nicht einfach unter den Tisch kehren
lassen. Auch für das Alter gilt: Niemand kann vorhersehen,
wie der Personalentscheider über nicht mehr ganz junge
Bewerber denkt!
Lassen
Sie sich bloß nicht durch Aussagen wie (Wenn man älter
ist als
, hat man eh keine Chance!) ins Bockshorn
jagen. Denn das sind unfaire und unrealistische Verallgemeinerungen.
Es kann
auch sein, dass der Personaler:
- gute
Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern gemacht hat und
diese bevorzugt
- selbst
nicht mehr ganz jung ist und lieber Leute seines Alters
einstellt
- Mitarbeiter
sucht, die langjährige Berufspraxis und auch Lebenserfahrung
mitbringen
- Leute
haben möchte, die wahrscheinlich nicht so schnell wieder
wechseln werden
dass ich viel Sport mache?
Um auf
keinen Fall Anlass zu Bedenken zu geben, fragen sich Bewerber,
ob sie bestimmte Hobbys wie beispielsweise Sport nicht einfach
unterschlagen sollen. Es ist keinesfalls gesagt, dass Sport
als Hobby schlecht ankommen muss! Es kann beispielsweise
auch so sein, dass der Personalentscheider:
- selbst
sehr sportlich ist oder war
- Bewegung
als Ausgleich zur Arbeit positiv bewertet
- der
Sache neutral gegenübersteht
- die
Hobbys nicht wichtig findet, weil für ihn nur die fachliche
Qualifikation zählt
Tipp:
Bereiten Sie sich auf entsprechende Fragen vor
Wenn
Sie Sport als Hobby angeben, kann das natürlich bestimmte
Fragen aufwerfen, die für das Unternehmen einfach wichtig
sind. Zum Beispiel, wie Sie den Sport mit dem Beruf gut
unter einen Hut bringen können, ob die Verletzungsgefahr
nicht hoch ist oder wie es mit Ihren Teamqualitäten
aussieht, wenn Sie nur Individualsportarten betreiben. Seien
Sie clever und nehmen Sie diese Fragen schon im Anschreiben
vorweg (z. B. indem Sie darstellen, inwiefern Sie ein guter
Teamplayer sind).
dass ich zehn Jahre für dieselbe Firma gearbeitet habe?
Bewerber,
die lange Zeit in einem bestimmten Unternehmen waren, befürchten
oft, deswegen als unflexibel und langweilig zu gelten und
nicht interessant für Unternehmen zu sein.
Auch
hier gilt: Ja, das kann passieren. Aber es ist keineswegs
zwangsläufig so, denn es gibt sehr wohl Unternehmen
und Personaler, die
- Mitarbeiter
suchen, die ihnen lange treu bleiben
- am
meisten Wert auf fundierte Erfahrungen legen (unabhängig
vom Unternehmen)
- "ruhige"
Leute suchen, denen nicht so schnell langweilig wird
Bitte demotivieren Sie sich nicht durch negative Allgemeinplätze!
Sondern präsentieren Sie Ihre "Stabilität"
als Pluspunkt: Zeigen Sie auf, was Sie alles gelernt haben
und machen Sie deutlich, inwiefern Sie die Position sowohl
fachlich als auch persönlich gut ausgefüllt haben
und ein echter Mehrwert für das Unternehmen waren.
Egal
um welches Thema es bei Ihnen geht:
Bitte
lassen Sie sich nicht durch pauschale Ratschläge und
Spekulationen verunsichern!
Wie
gesagt: Niemand kann wissen, was der Personalentscheider
denkt oder nicht denkt, der Ihre Unterlagen lesen wird.
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie tatsächlich
wissen und gut rüberbringen sollten:
- Was
ist Ihnen selbst wichtig?
- Was
wollen Sie über sich sagen, um sich ins richtige Licht
zu rücken?
- Was
möchten Sie schreiben, um sich sowohl fachlich als
auch persönlich greifbar zu machen?
|