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Keine
Frage: Bewerben ist eine echte Herausforderung und kann
ganz schön anstrengend, ja richtiggehend frustrierend
sein, vor allem dann, wenn es sich hinzieht. Umso wichtiger
und hilfreicher ist es, ganz bewusst eine konstruktive Grundeinstellung
zu pflegen - und sich nicht selbst den Wind aus den Segeln
zu nehmen.
Wie
sich eine nicht so hilfreiche Einstellung auswirkt
Im Rahmen
meiner Coachingtätigkeit lerne ich häufig Menschen
kennen, die schon mehrere Bewerbungsgespräche hinter
sich haben und jedes Mal in der ersten oder zweiten Runde
ausgeschieden sind. Bei den allermeisten stellt sich heraus,
dass sie ein ziemlich angespanntes Verhältnis zum Bewerben
an sich (entwickelt) haben und, mehr oder weniger bewusst,
diese oder eine sehr ähnliche Überzeugung in sich
tragen:
Der
Bewerbermarkt ist wie der Automarkt: Als Bewerber ist man
einfach nur eine Ware, genau wie ein Auto. Die Unternehmen
begutachten einen und wenn irgendwas nicht passt, dann ist
man weg vom Fenster.
Diese Grundeinstellung bleibt natürlich nicht ohne
Folgen, sondern löst weitere Gedanken aus, die alles
andere als animierend und hilfreich sind. Zum Beispiel:
- Ich
habe nur eine Chance, wenn ich den Erwartungen des Unternehmens
zu 100 % entspreche.
- Bloß
in kein Fettnäpfchen treten, sonst ist es aus!
- Ich
darf auf keinen Fall etwas sagen, was die nicht hören
wollen!
- Ich
muss auch jeden Fall alles sagen, was die hören wollen!
- Niemals
eine Schwäche zeigen oder ein Defizit erkennen lassen,
dann macht ein anderer das Rennen!
Mit einer solchen "kognitiven Ausstattung" ist
es natürlich äußerst schwierig, sich gut
(sprich individuell und in die Tiefe gehend) auf Jobinterviews
vorzubereiten und sich im Gespräch überzeugend
zu präsentieren (sprich authentisch, überlegt
und aus einer inneren Stärke heraus).
Verständlicherweise
suchen diese Bewerber in Büchern oder bei anderen Menschen
nach Informationen, Tipps und Tricks, um den "Bewerbermarkt"
durchschauen und sich behaupten zu können. Und kommen
dann in Bewerbungsgesprächen meistens nicht so gut
an, weil sie sehr angespannt und nervös wirken, allgemeine,
angelesene und vermeintlich unverfängliche Antworten
geben, sich kaum auf einen echten Dialog einlassen und für
die Gesprächspartner nicht wirklich greifbar werden.
Eine
konstruktivere Einstellung lohnt sich wirklich!
Meiner
Erfahrung nach ist es sehr wichtig, eine konstruktive Grundeinstellung
in Sachen Bewerbung zu kultivieren.
Hier
ein Beispiel zur Inspiration:
Ein
Bewerbungsgespräch ist ein Dialog zwischen lebendigen
Menschen - zwischen mir und Vertretern des Unternehmens.
Meine Interviewer möchten mich möglichst gut kennenlernen
und sich auch ein Bild von meiner Persönlichkeit machen.
Natürlich setzen solche Überlegungen ganz andere
Kräfte in Ihnen frei, als wenn Sie sich der Willkür
eines seelenlosen "Bewerbermarktes" ausgeliefert
fühlen.
Wenn
Sie sich immer wieder klarmachen, dass Sie es mit lebendigen
Menschen zu tun haben, die ein wirkliches Kennenlerngespräch
mit Ihnen führen wollen und an Ihrer authentischen
Selbstpräsentation interessiert sind, um eine gute
Entscheidung für das Unternehmen fällen zu können,
helfen Sie sich selbst enorm auf die Sprünge. Denn
so legen Sie die Grundlagen dafür, um die Energie für
eine wirklich gute Vorbereitung aufzubringen und um sich
dann auf einen echten Dialog einzulassen.
Und
genau das ist nötig, um Profil zu zeigen und einen
bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
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