|
**************************************************************
Legen Sie Wert auf Ihr Foto! Es
lohnt sich, auch ein Foto und dessen Aussage zu planen.
**************************************************************
Sehen
Sie sich das Unternehmen an, bei dem Sie sich bewerben.
Wie sehen die Anzeigen, die Website, der allgemeine Auftritt
der Firma aus? Wie ist die Wortwahl? Handelt es sich um
ein eher konservatives Unternehmen oder ist es eher locker-lässig?
Kennen Sie Personen, die Kunden dieser Firma sind? Oder
sogar Mitarbeiter? Lernen Sie das Unternehmen und dessen
Auftritt kennen.
Für
welche Position bewerben Sie sich? Ist es eine reine Innendiensttätigkeit,
oder repräsentieren Sie vor Ort?
Wenn
Sie wissen, wie eine Firma nach außen auftritt, wissen
Sie auch, welche Art von Mitarbeitern gesucht wird. So können
Sie mit Ihrem Bild einen wichtigen Akzent setzen und Ihre
Bewerbung positiv unterstützen.
Jetzt
können Sie gezielt überlegen:
>
Welche Umgebung soll das Bild haben (im Freien oder im Studio)?
>
Portrait, Halbportrait oder Ganzkörperaufnahme?
>
Was ziehe ich an? (Farben und Stil!)
>
Frisur
und
am wichtigsten:
>
Wie möchte ich wirken?
Wenn
Sie locker und humorvoll rüberkommen möchten,
sind ein strenger Anzug und ein ernsthaftes Gesicht kontraproduktiv.
Wenn Sie sich bei einem konservativen Unternehmen bewerben,
das Wert auf Ernsthaftigkeit und Korrektheit legt, ist das
Urlaubsfoto mit dem knalligen Hawaiihemd fehl am Platz.
Hier
eine Checkliste:
>
Umgebung und Farben sollen Ihre Person vorteilhaft unterstützen
und nicht in den Hintergrund drängen oder sich gar
negativ auswirken.
Es ist
bekannt, dass es Farben gibt, die Ihnen besser stehen, in
denen Sie vorteilhafter und gesünder" aussehen.
Ziehen Sie nicht irgendwas an, wenn Sie Fotos machen lassen.
Achten Sie auf Farben (lassen Sie sich gegebenenfalls beraten)
und auch darauf, dass Sie sich in der Kleidung wohlfühlen.
Wenn Sie ein Jeansmensch sind, der Krawatten hasst, dann
sollten Sie für den Fototermin nicht einen strengen
Anzug mit Krawatte wählen.
Nur
wenn Sie sich auch wohlfühlen, kommen Sie natürlich
rüber.
Achten
Sie auf den Hintergrund: Was soll zu sehen sein? Der Hintergrund
ist dazu da, Sie in den Vordergrund zu stellen. Also keine
70er-Jahre-Tapete, bei deren Anblick der Betrachter high
wird.
>
Kommen Sie sympathisch rüber, also möglichst natürlich.
Seien
Sie Sie selbst (außer Sie sind ein griesgrämiger,
aggressiver Zeitgenosse <haha>)! Sympathisch
und natürlich sind Sie dann, wenn Sie entspannt sind.
Jetzt
ist es für die meisten Menschen ziemlich schrecklich,
vor der Kamera zu stehen. Und nicht jeder ist irrsinnig
fotogen. Wichtig für ein gutes Bild ist:
Sie
fühlen sich wohl in Gegenwart des Fotografen.
Sie fühlen sich wohl in Ihren Klamotten.
Sie fühlen sich toll!
Sie fühlen sich wohl, wo Sie gerade sind.
Sie haben Ruhe und Zeit.
Meiner
Erfahrung nach ist der Fotograf der Schlüssel: Er hat
den Blick für die Situation. Er lockert Sie auf. Er
drückt ab, wenn Sie es nicht erwarten.
>
Weg vom Automaten: ein guter Fotograf ist eine lohnende
Investition.
Wenn
Sie für Ihren Personalausweis schnell in den Passbildautomaten
gehen, kein Problem: So ein Ausweisfoto ist ja immer auch
ein großer Lacherfolg. Wenn Sie sich erfolgreich bewerben
wollen, machen Sie um die Automaten bitte einen großen
Bogen. Ich kenne niemanden, auch die fotogenste Schönheit
nicht, die auf einem Automatenbild gut aussieht. Das Licht
ist immer so, dass es Zombies produziert, Ihre unvorteilhafteste
Seite zum Vorschein bringt. Und die Hektik der Straße
zeichnet sich auf Ihrem Gesicht ab.
Ich
rate zum Profi-Fotografen und mit Profi meine ich
durchaus auch einen guten Amateur, Betonung liegt auf gut.
Die wenigsten Personen, die fotografieren, haben einen Blick
für Situationen und ein Gespür für Personen
so perfekt sie technisch sein mögen. Aber gerade
das brauchen Sie jetzt.
Wenn
Sie niemanden kennen und in ein Fotogeschäft gehen,
schauen Sie sich die Bilder im Schaufenster an: Gefallen
Ihnen die Bilder? Mögen Sie die fotografische Umsetzung?
Ist der Fotograf abwechslungsreich oder sieht jeder
gleich aus?
Gehen
Sie rein und schauen Sie sich den Fotografen/die Fotografin
an: Ist er/sie Ihnen sympathisch? Nimmt er/sie sich Zeit
für Sie? Oder wird das eine 3-Minuten-Hektik-Aktion?
>
Sagen Sie dem Fotografen, was das Bild ausdrücken soll!
Sie
haben geplant. Sie wissen, was das Bild im Betrachter auslösen
soll. Vielleicht haben Sie schon eine Idee, wie Sie sich
hinsetzen möchten oder wie der Hintergrund sein könnte.
Ein
Beispiel. Als wir für unser Unternehmensfaltblatt ein
Titelbild brauchten, haben wir dem Fotografen gesagt:
- Wir
beraten und trainieren Unternehmen. Das Bild ist für
unsere Selbstdarstellung.
- Wir
möchten so aussehen, daß wir lauter Aufträge
bekommen.
Dazu
möchten wir so rüberkommen:
>
professionell
>
seriös
>
aber auch wie ganz normale Leute"
>
Spaß!
Unser
Fotograf hat ganze Arbeit geleistet: Er hat unsere Wünsche
wunderbar umgesetzt und auch unsere Vorschläge mit
einbezogen.
Wichtig:
Achten Sie darauf, wie sich der Fotograf verhält: Korrigiert
er Ihre Haltung? Sagt er Ihnen, dass Ihnen die Haare zu
Berge stehen? Wer das nicht tut, ist schlecht. Sie
selbst merken es vielleicht nicht, wenn Sie wie der Glöckner
von Notre Dame dasitzen, weil es für Sie bequem ist.
Der Betrachter aber sieht es. Und muss korrigieren.
Bei
einem anderen Fotografentermin stützte ich mich auf
den Händen auf. Der Fotografin fiel auf, dass es aussah,
als hätte ich nur drei Finger! Ein Detail zwar, das
aber irrsinnig blöd aussehen kann.
>
Schauen Sie in den Spiegel
Schauen
Sie unmittelbar bevor Sie anfangen, in den Spiegel, richten
Sie gegebenenfalls Ihre Frisur, Ihren Hemdkragen, lächeln
Sie Probe. Richten Sie gegebenenfalls Ihr Make-up.
Wenn
Sie während der Fotosession unsicher sind, ob Sie noch
gut aussehen oder die Haare wieder zusammengefallen sind:
kurze Pause und ab zum Spiegel.
Wenn
Sie Ganzkörperaufnahmen machen, sollten Sie sich schon
zuhause in voller Montur vor den Spiegel stellen: Manchmal
ist es regelrecht erschreckend, wenn Sie sich plötzlich
in voller Größe sehen dann merken Sie
nämlich, dass dieser Pulli mit jener Hose überhaupt
nicht gut aussieht oder an Ihnen hängt wie ein Kartoffelsack.
>
Farbe oder schwarz-weiß?
Kommt
drauf an! Tendenziell sind Farben natürlich freundlicher.
Ein
gutes Schwarz-Weiß-Bild ist allerdings auch sehr ästhetisch
und künstlerisch.
Ich
habe mich einmal bei Werbeagenturen mit einem Schwarz-Weiß-Bild
beworben, das auf den Stufen der Oper gemacht wurde: Der
Hintergrund war sehr großflächig, und in der
Mitte saß ich auf den Treppen.
Ein
unkonventionelles, sehr grafisches Foto: ein hervorragender
Hingucker für die Werbebranche.
Aber
nicht geeignet für jede Bewerbung.
>
Aktuell!
Bitte
verschicken Sie nicht ein Bild, das vor 15 Jahren aufgenommen
wurde, nur weil Ihnen Ihre damalige Frisur so gut gefällt.
Oder weil gerade kein anderes Foto zur Hand ist. Ich
möchte mir als Empfänger ein Bild vom Bewerber
machen. Wenn ich ein Foto bekomme, das in keiner Weise identisch
mit der wirklichen Person ist, dann lassen Sie es doch ganz.
Nützt mir so doch gar nichts.
>
Das Format: es muss nicht immer Passbild sein
Sie
sind nicht auf Passbildformat festgelegt. In der Bewerbung
sind Sie hier völlig frei. Es gibt allerdings schon
Grenzen, was die Größe betrifft. Es muss ja nicht
gleich ein Starschnitt" mit mehreren Quadratmetern
Fläche sein.
Ein
gutes Foto darf aber durchaus "plakativ" sein.
Gerade als Deckblatt können Sie hier, wenn Sie sympathisch
rüberkommen, gleich Punkte machen!
>
Lassen Sie Kontaktabzüge machen, bevor Sie Bilder nachbestellen.
Wenn
Sie beim Fotografen waren, lassen Sie einen Kontaktbogen
machen. Nicht jedes Bild, das während der Fotosession
gemacht wurde, ist toll. Also picken Sie die Perlen heraus,
und lassen Sie sie in guter Größe nachmachen.
Negative
aufbewahren ... so können Sie jederzeit Bilder nachmachen.
>
Machen Sie Fotos, wenn Sie sich toll fühlen!
Gute
Fotos von sich selbst kann man doch immer brauchen. Für
Ausweise, für Brieffreunde, um sie ins Internet zu
stellen, um sie an Freunde und Bekannte zu verschenken,
etc.
Also
machen Sie doch nicht den Fehler und hektiken kurz vor einer
Bewerbung zum Fotografen. Lassen Sie Bilder machen, wenn
Sie sich toll fühlen! Dann haben Sie Ruhe, haben eine
gute Ausstrahlung und eine Auswahl schöner Bilder parat.
|