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Keine
Supernoten, ein "schräger" oder lückenhafter
Lebenslauf, zweimal in der Probezeit die Firma verlassen,
ein nicht besonders schmeichelhaftes Arbeitszeugnis und
und und: Die Liste der "Mankos" ist lang.
Natürlich
gibt es Dinge, die bestimmte Möglichkeiten und Wege
verstellen - wenn ein Unternehmen nur Einser-Kandidaten
einstellt, dann hat jemand mit schlechten Noten kaum Chancen
- wie jeder, der zentrale Anforderungen eines Unternehmens
nicht erfüllt. Doch vieles, was Bewerber als "Manko"
empfinden, muss überhaupt keines sein - bzw. wird erst
dadurch richtig brisant, dass die Kandidaten sich selbst
negativ präsentieren oder total ungeschickt mit dem
Thema umgehen.
Sie sollten sich keine Chancen vergeben, indem Sie bestimmte
Charakteristika Ihres Lebenslaufes zu Problemen deklarieren
- und sich dann natürlich im Bewerbungsprozess entsprechend
verhalten.
Wir
haben immer wieder mit Bewerbern zu tun, die sich selbst
als "Problemfälle" bezeichnen und deshalb
regelrechten Horror vor Bewerbungsgesprächen haben.
Keine Frage: Ein ungerader Lebenslauf, ein schlechtes Arbeitszeugnis
und dergleichen werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
im Gespräch auf den Tisch kommen. Das ist auch verständlich
und vollkommen legitim, denn schließlich will Ihr
Gesprächspartner Sie kennen lernen, die Gründe
für das jeweilige "Manko" erfahren - und
last but not least sehen, wie Sie mit dem entsprechenden
Thema umgehen, um sich ein Bild von Ihrer Persönlichkeit
zu machen.
Ziehen
Sie sich nicht selbst runter!
Es ist
sehr wichtig, dass Sie sich nicht selbst runterziehen und
mit Selbstvorwürfen bombardieren ("Wieso habe
ich dort gekündigt?! Ich hätte doch länger
bleiben können, so schlimm war es ja eigentlich nicht.
Dann hätte ich jetzt keine Probleme!"), dass Sie
sich nicht selbst Chancen absprechen und über die "bösen
Personaler" schimpfen, die ja alle nur stromlinienförmige
Super-Kandidaten haben wollen, und dass Sie sich keine Horrorszenarien
ausmalen. Denn
all das schwächt Sie und treibt den Frustpegel immer
stärker nach oben.
Abgesehen davon, dass Sie sich selbst Unrecht tun und die
positive Seite der Medaille einfach unter den Teppich kehren,
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie im Bewerbungsgespräch
verkrampft, unsicher und negativ rüberkommen - und
dann sind Sie natürlich nicht besonders interessant
für Unternehmen.
Deshalb:
Nehmen Sie Ihr "Manko" zur Kenntnis - und dann
beschäftigen Sie sich intensiv und verantwortungsvoll
damit. Das, was Sie als problematisch empfinden, ist ein
Teil Ihres Lebens. Es ist wichtig, dass Sie dazu stehen
und sich auch oder vielmehr in erster Linie den positiven
Aspekt des Ganzen bewusst machen. Denn dann können
Sie sich als selbst-bewusster, verantwortungsvoller und
aktiver Bewerber präsentieren und auch mit den kritischen
Themen souverän umgehen.
Hier
ein paar Anregungen, wie Sie selbst konstruktiv mit "Mankos"
umgehen und sich gut auf ein Gespräch vorbereiten können.
Wichtig!
Ein hilfreicher Grundgedanke, den Sie sich immer mal wieder
vor Augen rufen sollten, ist: Der Interviewer will Sie kennen
lernen. Er will abchecken, ob Sie die fachlichen und persönlichen
Anforderungen an die Stelle erfüllen und ob Sie ins
bestehende Team passen.
Das wirkt sich nicht nur positiv auf Ihr Selbstwertgefühl
aus, sondern ist auch viel fairer und realistischer als
der Gedanke, dass man Sie bestimmt zur Schnecke machen wird.
überlegen:
Wie kam es dazu?
Bitte
setzen Sie sich hin und beschäftigen Sie sich intensiv
mit Ihrem kritischen Thema. Wenn Sie beispielsweise einen
"ungeraden" Lebenslauf haben und in unterschiedlichen
Positionen tätig waren:
->
Lassen Sie Ihr Berufsleben Revue passieren und erinnern
Sie sich an die einzelnen Abschnitte und wie es dazu kam.
->
Machen Sie sich klar, mit welcher Motivation Sie jeweils
gewechselt haben und auch aus welchen Gründen die jeweiligen
Arbeitgeber Sie eingestellt haben - das ist eine gute Möglichkeit,
sich Ihre Stärken bewusst zu machen und Ihr Selbstwertgefühl
zu heben.
->
Finden Sie den roten Faden in Ihrer Geschichte, den es immer
gibt.
Es ist
sehr wichtig, dass Sie sich nicht als Spielball äußerer
Umstände empfinden und präsentieren, sondern als
Persönlichkeit, die ihren Weg mitgestaltet und sich
weiterentwickelt hat.
sich
vor Augen führen: Was ist positiv daran?
Lassen
Sie sich nicht dazu verleiten, bloß noch auf Ihr "Manko"
zu starren und nur noch schwarz zu sehen. Kommen wir zu
unserem Beispiel mit dem ungeraden Lebenslaufes zurück:
Wenn Sie sich selbst als "jobhopper" abstempeln,
der es nirgends lange aushält und keine klaren Vorstellungen
und Ziele hat, dann ist das Thema Lebenslauf für Sie
natürlich immens unangenehm.
Aus
Erfahrung weiß ich, dass die meisten Menschen in einer
solchen Situation nicht mal auf die Idee kommen, dass sie
das Ganze auch aus einer positiven und konstruktiven Perspektive
betrachten könnten. Doch das ist möglich und enorm
hilfreich. Aus diesem Grunde möchte ich Sie dazu animieren,
sich aufzuraffen und Ihr "Manko" durch eine andere
"Brille" anzugucken. Am besten befassen Sie sich
schriftlich damit und beantworten folgende Fragen so ausführlich
und konkret wie nur möglich:
- Was
habe ich daraus gelernt?
- Inwiefern
habe ich davon profitiert?
- Was habe ich - genau auf Grund meines "Mankos"
- anderen voraus?
- Wie könnte ich das Ganze positiv sehen?
Tipp:
Wenn Sie sich alleine schwer damit tun, können Sie
sich von jemandem helfen lassen, der neutral ist und einen
guten Blick für Zusammenhänge hat. Das kann entweder
jemand aus dem Familien- und Freundeskreis sein oder ein
professioneller Coach, der Ihnen auf die Sprünge hilft.
Sie
werden sehen, wie hilfreich es ist, mal ein anderes Licht
auf Ihr "Manko" zu werfen und sich selbst aus
der Negativspirale zu befreien. So legen Sie eine starke
Basis, um sich auch in Bewerbungsgesprächen sicherer
und wohler zu fühlen - und souveräner aufzutreten.
Vorbereitung,
um das heikle Thema selbst anzusprechen
Eine
gute Möglichkeit, Druck und Stress zu reduzieren -
und zwar sowohl im Vorfeld als auch später im Bewerbungsgespräch
selbst, besteht darin, dass Sie das heikle Thema selbst
ansprechen. Machen Sie sich klar, dass Sie keineswegs darauf
warten müssen, bis die Rede darauf kommt und Sie explizit
dazu aufgefordert werden, etwas dazu zu sagen.
Normalerweise
gibt es eine Reihe von Gelegenheiten, um die Sache anzupacken:
Sie können Aufforderungen wie "Erzählen Sie
doch mal etwas über sich!" oder Fragen wie "Warum
denken Sie, dass Sie diese Stelle gut ausfüllen könnten?"
als Anlass nehmen, um Ihr "Manko" auf den Tisch
zu legen - und dabei die positive Perspektive zu vermitteln.
Im
Falle eines ungeraden Lebenslaufes könnten Sie beispielsweise
Ihre Flexibilität und Ihr Anpassungsvermögen oder
Ihre breite und vielseitige Erfahrung in unterschiedlichen
Unternehmen als Pluspunkte herausstellen.
Wichtig
ist, dass Sie sich gut vorbereiten und von sich selbst überzeugt
sind. Andernfalls wirkt das Ganze als aufgesetzt und als
Schönfärberei, was sehr kontraproduktiv sein kann.
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