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Vielleicht
geht es auch Ihnen so: Sie haben gesehen oder erfahren,
dass ein Unternehmen, bei dem Sie sich schon mal beworben
haben, wieder neue Mitarbeiter sucht. Eigentlich möchten
Sie sich gerne bewerben, haben aber so Ihre Zweifel, ob
man das überhaupt darf und wie das wohl bei der Firma
ankommt.
Natürlich
dürfen Sie! Und wenn Sie es geschickt machen, werden
Sie kaum einen negativen Eindruck hinterlassen.
Lassen
Sie Ihre frühere Bewerbung nicht unter den Tisch fallen
Während
meiner langjährigen Zeit als Abteilungsleiterin kam
es immer wieder vor, dass Leute ihre Bewerbungsunterlagen
schickten, die sich bereits früher auf eine Stelle
beworben hatten. Und die allermeisten erwähnten ihre
frühere Bewerbung mit keiner Silbe, sondern präsentierten
sich wie total Fremde mit distanzierten Anschreiben an "Sehr
geehrte Damen und Herren"! Das war für mich überhaupt
nicht nachvollziehbar, ganz besonders dann, wenn ein Bewerbungsgespräch
stattgefunden hatte.
Bitte
machen Sie es anders! Verschweigen Sie nicht, dass Sie bereits
Kontakt mit dem Unternehmen hatten, sondern nutzen Sie diese
Tatsache lieber aktiv für sich.
Zum
einen ist es so, dass das eh nicht verborgen bleibt: Denn
in den meisten Firmen werden Bewerber-Datenbanken angelegt
und kann leicht festgestellt werden, dass es sich um eine
Zweitbewerbung handelt. Und dann fragen sich viele Personalentscheider
(genauso wie ich früher), warum der Bewerber diese
Tatsache wohl nicht erwähnt. Zum anderen ist eine frühere
Bewerbung einfach ein guter "Aufhänger" für
eine erneute Bewerbung, um sich in Erinnerung zu bringen
und um Ihre Motivation, für das jeweilige Unternehmen
zu arbeiten, zu untermauern.
Tipp: Nehmen Sie die Perspektive des Personalentscheiders
ein
Am besten
versetzen Sie sich mal so gut es geht in die Situation des
Personalers und fragen sich: Wie würde ich es finden,
wenn ich die Unterlagen eines früheren Bewerbers vor
mir liegen hätte - und dieser präsentiert sich
so, als wäre er ein total Fremder? Und wie würde
ich es finden, wenn der Bewerber den früheren Kontakt
explizit erwähnt und mich persönlich anspricht
und sich in Erinnerung bringt?
Meiner
Erfahrung nach ist dieser Perspektivenwechsel sehr aufschlussreich
und motivierend. Denn wenn es Ihnen so geht wie meinen bisherigen
Coachingkunden, mit denen ich diese Übung gemacht habe,
dann erkennen Sie schnell, dass das Erwähnen einer
früheren Bewerbung nicht nur kein schlechtes Licht
auf Sie wirft, sondern dass das Gegenteil der Fall ist.
Nutzen Sie den "Beziehungsfaden", den Sie durch
die frühere Bewerbung geknüpft haben, ganz bewusst
und gezielt. Hier ein paar Anregungen, was Sie tun können.
Sie
haben nach der schriftlichen Bewerbung eine Absage bekommen.
Verschweigen
Sie das nicht, sondern kommen Sie im Anschreiben darauf
zu sprechen. Sie können:
- gleich
im ersten Absatz mitteilen, dass und wann Sie sich bereits
beworben haben,
- zum
Ausdruck bringen, wie schade Sie es finden, dass es damals
nicht geklappt hat,
- kurz
und klar Ihre Motivation rüberbringen, warum Sie sich
jetzt wieder bewerben und was genau Sie am Unternehmen und
an der Position (immer noch oder vielleicht sogar noch mehr)
anspricht,
- sich
damit verabschieden, dass Sie sich wirklich sehr über
eine Einladung freuen und hoffen, diesmal die Möglichkeit
für ein persönliches Gespräch zu bekommen.
Sie
sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden und dann
ausgeschieden.
Hier
gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bringen das
im Anschreiben zur Sprache oder Sie rufen erstmal im Unternehmen
an und nehmen Kontakt zu der zuständigen Person auf.
Am besten machen Sie Ihr Vorgehen davon abhängig, wie
lange das Jobinterview zurückliegt, ob der Ansprechpartner
immer noch derselbe ist und in welcher Atmosphäre das
Gespräch verlaufen ist.
Sind
inzwischen Jahre vergangen und der Ansprechpartner neu,
ist wahrscheinlich die Schriftform angemessen. Bringen Sie
im Anschreiben zur Sprache, dass und wann Sie sich beworben
haben und ein Bewerbungsgespräch geführt haben
- und bringen Sie klar auf den Punkt, was Sie zu einer erneuten
Bewerbung motiviert (siehe Tipps oben).
Wenn
das Gespräch ein paar Monate zurückliegt oder
besonders angenehm und konstruktiv verlaufen ist, bietet
es sich an, im Unternehmen anzurufen und mit dem Personalverantwortlichen
zu sprechen, bevor Sie die Unterlagen hinschicken. Sie können:
- sich
in Erinnerung bringen, indem Sie sagen, wer Sie sind und
wann Sie sich kennengelernt haben, für welche Position
Sie zum Bewerbungsgespräch dort waren,
- etwas
ins Spiel bringen, damit sich Ihr Gesprächspartner
leichter an das Gespräch und an Sie erinnern kann (z.
B. bestimmte Themen, über die Sie intensiv gesprochen
haben, oder Gemeinsamkeiten, die Sie im Gespräch festgestellt
haben, usw.),
- "vorwarnen",
dass Sie sich jetzt nochmal bewerben und die Unterlagen
hinschicken möchten,
- rüberbringen,
warum Sie das tun wollen.
Ihr Anschreiben können Sie dann mit diesem Telefongespräch
beginnen, sich dafür bedanken und ruhig nochmal erwähnen,
warum Sie sich jetzt nochmal bewerben, um sich in Erinnerung
zu bringen.
Sie
sehen:
Dass
Sie sich schon
mal beworben haben, ist keineswegs ein Makel.
Machen
Sie sich klar, dass der frühere Kontakt vielmehr einen
sehr guten Anknüpfungspunkt darstellt, und nutzen Sie
die Tatsache, dass Sie eben gerade keine vollkommen fremde
Person sind, ganz bewusst für sich. So stellen Sie
auch gleich unter Beweis, dass Sie eine starke Persönlichkeit
sind, die auf andere Menschen zuzugehen versteht und die
Dinge aktiv in die Hand nimmt.
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