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Online-Bewerbungsformulare
  von Gitte Härter
 

Größere Unternehmen haben den gesamten Bewerbungsprozess häufig voll automatisiert. Dann heißt es, ein vorgegebenes Bewerbungsformular auszufüllen. Und auch Online-Jobbörsen haben ein festes Schema, in dem Sie als Bewerber Ihren Werdegang und Ihre Qualifikation unterbringen müssen.

Nachfolgend ein Auszug aus unserem Buch "300 Fragen zur Bewerbung", in dem wir im Frage- und Antwort-Stil Ihre Fragen von der Bewerbungsstrategie bis hin zur Zu- oder Absage beantworten.

 

Bewerbungsformulare: Muss ich Online-Bewerbungsformulare von Firmen unbedingt nutzen?

Teilweise nehmen Unternehmen Bewerbungen nur dann an, wenn ihr Formular verwendet wird, weil ihre Bewerberverwaltung komplett elektronisch abgewickelt wird. Dann ist das Bewerbungsformular der erste Schritt, in das System aufgenommen zu werden.

Ihre Personalien und alle weiteren Stationen des Bewerbungsprozesses werden jeweils eingegeben. So erkennt man auf Anhieb, wo Ihre Unterlagen gerade liegen oder welche Entscheidungen getroffen wurden. Und das Unternehmen kann die administrativen Schritte (Zwischenbescheide, Einladungen, Absagen) zügiger abwickeln - was auch immer ein Vorteil für den Bewerber ist.

Sofern aus der Website hervorgeht, dass Sie auch eine andere Bewerbungsform wählen können, sehen Sie sich das Formular genauer an. So erfahren Sie, welche Angaben dem Unternehmen besonders wichtig sind.

 

Qualität des Stellenmarkts: Wie weiß ich, ob ein Online-Stellenmarkt gut ist?

Auch wenn die Größe alleine natürlich nichts über die Qualität aussagt, sollten Sie sich gerade bei den bekannten großen Online-Stellenmärkten umsehen: Denn dort suchen natürlich auch die Firmen eher.

Bevor Sie sich irgendwo eintragen, sehen Sie erst einmal näher hin: Stöbern Sie in den Angeboten und prüfen Sie
- Wie aktuell sind die Anzeigen?
- Wer inseriert?
- Wie wirkt die Website (Gestaltung, Übersichtlichkeit, Suchmöglichkeiten) auf Sie?
- Was schreibt der Betreiber des Stellenmarktes über sich, die Ziele und Ansprüche?

Achten Sie darauf, ob sich Firmen, die in Ihr "Beuteschema" passen, dort tummeln. Für viele Berufsgruppen oder auch regionale Unternehmen gibt es eigene Such-Seiten. Sehen Sie sich auch diese spezialisierten, kleineren Jobbörsen an.

Finger weg von Jobbörsen, die nur sehr wenige und alte Anzeigen oder lediglich Anbieter für Nebenjobs oder Strukturvertriebe enthalten.
Übrigens: Ein seriöser Stellenmarkt ist für Sie als Bewerber kostenfrei.

 

Überschrift im Stellengesuch: Wie formuliere ich denn die Überschrift, wenn ich in einem Online-Stellenmarkt ein Gesuch schalte?

Bringen Sie klar auf den Punkt, für welchen Bereich Sie sich bewerben. Denken Sie daran: Die Überschrift ist das Erste, was ein recherchierender Personalentscheider sieht. Nur wenn er Sie dem richtigen Berufsbild zuordnen kann, wird er auf Ihr Gesuch klicken. Nichtssagende Überschriften wie "Hier klicken!", pseudo-lustige Sprüche wie "Ich habe Ihnen gerade noch gefehlt" oder überdramatische Großschreibung mit zig Ausrufezeichen wirken sich negativ aus.

Belassen Sie es aber auch nicht bei der bloßen Job-Bezeichnung, sondern bringen Sie ruhig etwas von sich ein:

Beispiel:
Sekretärin mit Elan sucht Assistenzstelle mit Verantwortung
Sie können natürlich auch etwas dicker auftragen, aber nur, wenn Sie Ihre Versprechungen auch wirklich halten können. Ein Sales Manager könnte in der Überschrift versprechen "Ich steigere Ihren Umsatz!".

 

Freitext-Feld: Was schreibe ich am besten als Selbstpräsentation in ein Freitext-Feld?

Das Freitext-Feld erfüllt praktisch den Zweck des Anschreibens. Hier bekommen Sie also die Möglichkeit, sich vorzustellen und den Leser neugierig zu machen. Die Nachteile: Sie haben weniger Platz und Sie können nicht auf das Unternehmen speziell eingehen.

Überlegen Sie sich daher gut, wie Sie in wenigen Absätzen Ihre Qualifikationen und Kompetenzen auf den Punkt bringen und dem Personaler Anhaltspunkte dafür geben, warum Sie ein interessanter Mitarbeiter sind.

Völlig kontraproduktiv ist ein Ich-ich-ich-Text, bei dem nur Forderungen gestellt werden, was der Bewerber alles will und sich vorstellt, ohne etwas über sich auszusagen. Ebenfalls negativ wäre es, nur alle Informationen wiederzukäuen, die bereits in den standardisierten Feldern genannt wurden.

Wichtig: Welche Ihrer Eigenschaften, Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten sind für die angestrebte Position vorteilhaft? Heben Sie diese noch einmal hervor. (Siehe auch den Artikel "Eigenes Stellengesuch aufgeben".)

 

Zu wenig Platz: Was mache ich, wenn mein Lebenslauf nicht in das vorgegebene Schema passt oder der Platz nicht reicht?

Keine Panik! Das kommt sogar sehr häufig vor, denn der Betreiber baut eine Datenbank auf, die Standardkriterien folgt. Außerdem kann es passieren, dass derjenige, der die Datenbank konzipiert hat, an bestimmte Dinge einfach nicht gedacht hat: Und schon kommt eine bestimmte Schulform nicht vor oder gibt es kein Zusatzfeld für individuelle Erläuterungen.

Geben Sie alle Informationen korrekt an. Nutzen Sie etwaige Zusatzfelder für Erklärungen. Passt etwas überhaupt nicht, dann lassen Sie die Auswahl entweder frei und gehen im Freitextfeld kurz darauf ein. Oder, wenn es sich um ein Pflichtfeld handelt, wählen Sie die am ehesten passende Aussage und erläutern Ihre Angaben bei den Anmerkungen.


Tipp: Im Notfall Alternativen wählen
Sofern Ihr Lebenslauf wirklich überhaupt nicht mit dem Formular übereinstimmt, wählen Sie die Alternative der E-Mail-Bewerbung oder nutzen Sie den Postweg. Vermerken Sie, dass Sie gerne das Online-Formular benutzt hätten, Ihre Angaben aber nicht zu dessen Aufbau passen. Das könnte auch ein konstruktiver Hinweis für die Firma sein, das Online-Bewerbungsformular noch einmal zu prüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.

 

  Das sind nur fünf Fragen aus unseren "300 Fragen zur Bewerbung": Neben prägnanten und praktischen Antworten zu allen Fragen gibt es Checklisten, Tabellen und Musterbeispiele:
 
 
   
   
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