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Ich
weiß, ich weiß: Diese Aussage wirkt inzwischen
ziemlich abgedroschen. Aber wenn man sie wirklich ernst
nimmt und ihr auf den Grund geht, erkennt man, dass hier
eine sehr wertvolle und hilfreiche persönliche Kompetenz
- oder besser gesagt Lebenseinstellung - angesprochen wird.
Denn die Realität ist nun mal so, dass nicht immer
alles glatt läuft und Unangenehmes, Schwierigkeiten,
Hindernisse und Probleme zum (Arbeits)Leben gehören.
Und wie man mit dieser Tatsache umgeht, hat wesentlichen
Einfluss auf Lebensgefühl, Image und Erfolg.
Welche
grundsätzliche Einstellung man in Sachen Hindernisse
und Schwierigkeiten hat und pflegt, spielt eine fundamentale
Rolle. Wer sie nur als absolut überflüssige und
unwillkommene Last und Mühsal interpretiert, als Steine,
die einem unfairerweise in den Weg gelegt werden, und als
etwas, das "eigentlich nicht so sein sollte",
tut sich natürlich sehr schwer, klug und konstruktiv
damit umzugehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man die Situation
nur als mühsam, anstrengend und frustrierend erlebt
- und auch nach außen nicht besonders stabil, belastbar
und lösungsorientiert wirkt - ist sehr groß.
Wichtig:
eine realistische Einstellung haben und sich selbst fordern
Viel
besser als von einer Welt zu träumen, in der alles
nach den eigenen Erwartungen und Vorstellungen läuft,
ist:
1.)
realistisch zu sein und den Tatsachen ins Auge zu sehen:
Immer wieder, mal häufiger und mal seltener, werden
kleinere oder größere Dinge passieren, die Ihnen
nicht in den Kram passen oder Sie regelrecht aus der Bahn
werfen.
2.)
sich klar zu machen, dass Sie sehr wohl Möglichkeiten,
Fähigkeiten und Potenziale haben, um damit umzugehen,
ja daraus zu lernen und daran zu wachsen.
Es gibt unendlich viele Dinge, die sich einem in den Weg
stellen und das Leben schwer machen können. Zum einen
innere Faktoren (z. B. mangelndes Wissen, negative Stimmungen
und Emotionen, Schwierigkeiten, sich zu motivieren oder
dranzubleiben, usw.) und zum anderen äußere Faktoren
(z. B. schlechte Stimmung im Team, schwierige Beziehung
zum Vorgesetzten, zu wenig oder zu viel Arbeit usw.).
Egal
um was es sich handelt: Wenn Sie die unangenehme Realität
nur ablehnen - und als Folge dieser inneren Einstellung
entweder die Zähne zusammenbeißen und darüber
hinweggehen oder sich frustriert zurückziehen und passiv
werden - legen Sie sich selbst in Ketten und verpassen die
Gelegenheit, dazuzulernen und sich selbst weiterzuentwickeln.
Hier
ein paar Anregungen, wie Sie konstruktiver mit den Steinen
umgehen können, die Ihren Weg behindern:
Nehmen
Sie die Realität an
Natürlich
ist es ganz menschlich, unangenehme und schwierige Dinge
abzulehnen und nichts damit zu tun haben zu wollen: Dieser
Impuls ist sehr stark und manchmal richtiggehend überwältigend.
Doch die ablehnende Haltung wird schwächer, wenn man
sich nicht hineinsteigert und sie damit forciert. Sondern
sich - nach einer angemessenen Erholungszeit - selbst an
die Hand nimmt, der Realität ins Auge sieht und sich
selbst aufmuntert. Beispielsweise durch konstruktive innere
Monologe wie "Ok, es gefällt mir nicht, aber so
ist es nun mal. Mal gucken, wie ich damit am besten umgehen
kann!"
Tipp:
Seien Sie neugierig!
Ja, ich meine das wirklich ernst. Denn Neugierde und Offenheit
sind meiner eigenen Erfahrung nach die besten Grundlagen,
um mit schwierigen Dingen möglichst gut umgehen zu
können. Seit vielen Jahren experimentiere ich damit,
wie ich meine Impulse, Unangenehmem einfach aus dem Weg
zu gehen oder mich passiv auszuliefern, abschwächen
und mir selbst schnell wieder auf die Beine helfen kann.
Und ich kann Sie nur dazu animieren, die Überzeugung
"Oh mein Gott! Das und das ist passiert. So etwas darf
einfach nicht sein!" durch Gedanken wie "Mist,
ich komme mit dem Projekt XY einfach nicht voran! Warum
ist das so?" oder "Oh, XY war heute echt unfreundlich
mit mir. Was wird wohl dahinterstecken?" zu ersetzen.
Das ist natürlich schwierig, aber es lässt sich
üben und trainieren.
Analysieren
Sie die Situation
Belassen
Sie es nicht bei einer oberflächlichen "Diagnose"
wie "Ich trete auf der Stelle. Irgendwie geht einfach
nichts voran!" oder "Diese angespannte Stimmung
in unserem Team ist echt frustrierend!". Sondern gehen
Sie der Sache auf den Grund und machen Sie sich klar:
Was
genau bereitet Ihnen Schwierigkeiten?
Was löst diese Gedanken und Gefühle in Ihnen aus?
Wenn
Sie den Eindruck haben, auf der Stelle zu treten, könnte
das beispielsweise daher kommen, dass Sie von Ihrem Vorgesetzten
seit Monaten keine Anerkennung bekommen haben, Sie mit der
Qualität Ihrer eigenen Arbeit nicht wirklich zufrieden
sind, ein Projekt, das Sie gerne bekommen hätten, an
jemand anderen vergeben wurde usw. Die angespannte Situation
im Team kann unterschiedlichste Facetten haben und sich
zum Beispiel so äußern: Informationen werden
nicht mehr rechtzeitig weitergegeben, zwei Kollegen sind
oft kurz angebunden, es finden kaum noch Teammeetings statt
usw.
Je konkreter
Sie wissen, um was es geht, umso leichter können Sie
herausfinden und entscheiden, was Sie unternehmen können
und wollen.
Halten
Sie Ausschau nach Handlungsspielräumen
Überlegen
Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, um die unangenehme
Situation für Sie erträglicher zu machen, zu entspannen
oder zu lösen.
Das
kann beispielsweise sein: ein klärendes Gespräch
mit dem Chef suchen, sich besser organisieren, sich stärker
auf die Arbeit konzentrieren und sie gut machen, für
sich überlegen, warum das Projekt an jemand anderen
vergeben wurde, oder bei der verantwortlichen Person freundlich
nachfragen, durch Gespräche mit einzelnen Kollegen
herausfinden, warum die Infos so langsam weitergegeben werden,
beim Chef und den Kollegen anregen, dass Meetings häufiger
stattfinden, und eventuell die Organisation derselben anbieten
usw.
Erkennen
Sie, wo Ihre Lernpotenziale liegen
Nicht
immer geht es darum, aktiv zu werden und nach außen
etwas zu unternehmen. Häufig ist es am sinnvollsten
und hilfreichsten, selbst dazuzulernen und sich persönlich
weiterzuentwicklen.
Das
kann beispielsweise sein: die eigenen Präsentationsfähigkeiten
verbessern, lernen, besser mit den eigenen Stimmungen oder
mit Kritik umzugehen, geduldiger oder weniger perfektionistisch
zu werden oder sich besser zu konzentrieren und und und.
Wenn Sie schwierige und unangenehme Situationen nutzen,
um sich persönlich weiterzuentwickeln und das Repertoire
Ihrer Möglichkeiten zu erweitern, sind Sie immer erfolgreich:
Selbst dann, wenn Sie nach außen nicht sehr viel verändern
können.
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