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Manchmal
möchte man am liebsten in die Zukunft schauen können:
Soll ich meinen Job kündigen, weil ich unglücklich
bin? Oder soll ich lieber noch aushalten, weil es sich besser
im Lebenslauf macht? Soll ich die neue Stelle annehmen,
obwohl sie viel Reisetätigkeit mit sich bringt
und ich eigentlich ja schon Wert auf mein Privatleben lege
und auch für meine Familie da sein will? Ist ein Wechsel
positiv für mein berufliches Fortkommen? Man hört
immer, man soll mobil sein aber wie viel mobil sein
ist denn wirklich nötig? ...
Nicht
immer ist es einfach, berufliche Entscheidungen zu treffen.
Basierend auf Fragen, die an uns gerichtet wurden bzw. die
wir aus dem Internet gehört haben, hier ein paar Tipps
zum Thema.
Nichts
überstürzen!
Sowohl,
wenn Sie sich entschließen, die Ärmel in eigener
Sache hochzukrempeln und sich beruflich zu verändern
als auch, wenn sich eine spontane Gelegenheit bietet:
Am besten beraten sind Sie, wenn Sie besonnen an die Sache
rangehen. Niemand erwartet von Ihnen, von jetzt auf die
nächste Minute eine gravierende Entscheidung zu treffen.
Und sollte das tatsächlich einmal der Fall sein, sollten
Sie stutzig werden: denn wenn Sie jemand unter Druck setzt
und versucht, zu überrumpeln, dann ist das nicht nur
keine feine Art, sondern sollte Sie misstrauisch machen.
Besonnen
heißt übrigens nicht, dass Sie ewig viel Zeit
brauchen, um Für und Wider abzuwägen. Vielmehr
geht es darum, mit dem Kopf voll bei der Sache zu sein:
wichtige Informationen zusammenzustellen, Über- und
auch Weitblick zu beweisen und auch Ihren Bauch einzuladen,
ein Wörtchen mitzureden.
Die
Chance Ihres Lebens?
Immer
wieder begegnen mir Menschen, die eine neue Stelle als "große
Chance" sehen. Nachgefragt stellt sich häufig
raus, dass dies in der Regel eine eher nebulöse Vorstellung
ist: Zum einen passiert das häufig, wenn die Person
in der aktuellen Stelle nicht so glücklich ist oder
sich überfordert fühlt. Zum anderen, wenn die
neue Position gut klingt.
Näher
besehen ist das Ganze die eigene Interpretation. Hüten
Sie sich im eigenen Interesse davor, eine
mögliche neue Position in den Himmel zu heben. Eine
Positionsbeschreibung alleine sagt noch nichts über
die tatsächliche Praxis und das Umfeld aus.
Ein
gutes Beispiel sind Positionen, die Reisetätigkeiten
mit sich bringen: Ui toll, ich kann auf Geschäftsreise
gehen durch die Gegend jetten, in Hotels übernachten,
komme aus dem Büro raus. Alles viel spannender und
wichtig komm ich mir auch noch vor. Bei den meisten Menschen
verdreht sich genau das, was ursprünglich den Reiz
ausgemacht hat, zum Makel: aus dem Koffer leben, im anonymen
Hotelzimmer übernachten und von der fremden Stadt in
In- oder Ausland gerade mal ein Taxi und den Flughafen sehen.
Wichtig
ist es, dass Sie sich bei aller Aufregung und Freude
über die Chance auf dem Boden der Tatsachen
bewegen: Trennen Sie Fakten und Informationen von Interpretation
und Wünschen.
Es ist
ein Unterschied, ob man "denkt, dass das eine große
Chance für mich sein wird" oder ob man sicher
ist, dass genau diese Stelle "die große Chance
für mich ist".
Darum heißt es:
Konkret
werden!
Am besten
funktioniert das Konkretwerden, wenn Sie sich immer fragen:
Warum?
"Ich
glaube, das ist die Chance meines Lebens!"
Warum glaube ich das?
Die
zweitwichtigste Frage ist:
Was
weiß ich?
über meine eigenen beruflichen und privaten Ziele?
über die neue Position/das Unternehmen/den Berufsalltag/die
möglichen Kollegen ....
Listen
Sie für sich einmal alles auf, was Sie wissen. Möglichst
konkret natürlich. Und merken Sie auch an, woher Sie
dieses Wissen beziehen: Eine Versprechung im Bewerbungsgespräch?
Ein eigener Eindruck? Eine Information aus dem Internet?
Ein Mitarbeiter, der dort schon tätig ist? ...
Fragen
Sie sich außerdem:
Was habe ich momentan in der jetzigen Stelle? (beruflich
und privat) Was könnte ich weiterhin "behalten",
was müsste ich aufgeben?
Was würde an neuen Aspekten dazukommen?
Jetzt gehts an die Zugeständnisse.
Zugeständnisse machen?
Würden
Sie mehr Geld verdienen aber mit weniger Freizeit
rechnen müssen? Ist die neue Stelle ein schöner
Einstieg in eine neue Branche, Sie müssten aber erstmal
einen Gang zurückschalten? Ist ein Umzug damit verbunden?
Hatten Sie bisher ein eigenes Büro und jetzt wäre
es ein Großraum? ...
Sie
sehen schon an den Beispielen, dass es wichtig ist, auch
hier ins Detail zu gehen und in die Breite zu denken. Auf
Basis der Fragen, die Sie sich eben schon gestellt haben,
können Sie sich gut strukturiert entlang"hangeln":
Was
ist Ihnen wichtig und worauf möchten Sie keineswegs
verzichten?
Wo machen Sie gerne Zugeständnisse? In welchem Rahmen?
Sehr
wichtig ist es, hier nicht nur an den Beruf zu denken, sondern
auch an Ihr Privatleben: an die eigene freie Zeit, an Freunde
und Familie. Und zwar aus Ihrer eigenen Sicht, als auch
aus der Sicht der anderen.
Beispiel:
Mag sein, dass die neue Stelle, die Sie projektweise für
einige Monate nach Russland verschlägt, eine Superchance
ist und Sie hinterher in Ihrem Unternehmen befördert
werden. Doch wie sieht es mit Ihrer Frau und Ihren Kindern
aus? Die Entscheidung, egal wie vielversprechend das Angebot
ist, über monatelang getrennt zu sein, betrifft nicht
nur Sie selbst! Ihre Familie hat da sehr wohl ein Wörtchen
mitzureden.
Wie
ist das mit der Pro- und Contra-Liste?
Der
Rat, sich alles, was dafür und dagegen spricht
und wo es noch Fragezeichen gibt aufzuschreiben,
ist ein guter. Dennoch tun sich die meisten Menschen sehr,
sehr schwer mit "solchen Listen".
Aus
zwei Gründen:
-->
zu unkonkret
--> Selbstmanipulation
Bei
ersterem Punkt helfen Ihnen die genannten Fragen bereits:
Denn dann wird aus
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