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Keine
Sorge: Sie sollen nicht auf die Barrikaden gehen, aktives
Betriebsratsmitglied werden oder dem Chef endlich mal so
richtig die Meinung sagen.
Der
Mut, den ich meine, ist viel unspektakulärer und äußert
sich in vielen kleinen Dingen und Situationen. Und genau
diese Art von "alltäglichem" Mut beeinflusst
meiner Meinung nach stark, wie sehr man sich selbst schätzt
und die eigenen Potenziale und Möglichkeiten ausschöpfen
kann.
Hier
ein paar Beispiele, damit Sie sehen, was ich meine:
- nachfragen,
wenn Sie unsicher sind oder etwas nicht richtig verstanden
haben
- Ideen
und Verbesserungsvorschläge ausarbeiten und aktiv
einbringen
- den
ersten Schritt tun und auf einen Kollegen zugehen, mit
dem es Streit gab
- zu
einem Fehler stehen
- sich
entschuldigen, wenn Sie sich mal im Ton vergriffen haben
- das
Gespräch mit dem Chef suchen, wenn Sie sich unfair
behandelt fühlen
- um
Hilfe bitten, wenn Sie alleine nicht weiterkönnen
- sich
nicht auf Klatsch und Tratsch einlassen.
Unzufriedenheit
und Frust haben nicht selten damit zu tun, dass man sich
allzu sehr zurückhält, kaum seine Meinung oder
eigene Ideen einbringt, die anderen machen lässt und
einfach mitläuft oder gar nach deren Pfeife tanzt.
Als
Folge davon entsteht leicht das Gefühl, ein unbedeutendes
Rädchen im Getriebe und jederzeit ersetzbar zu sein.
Auch unterminieren Zurückhaltung und Passivität
das Selbstwertgefühl. Ich habe immer wieder Menschen
kennengelernt, die sich selbst kritisieren und Vorwürfe
machen, weil sie "zu feige" sind, um mal den Mund
aufzumachen oder von sich aus etwas zu initiieren.
Doch
im Clinch mit sich selbst zu liegen, macht die Sache nur
noch schlimmer und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass man
aktiver wird. Schimpfen Sie also nicht mit sich selbst,
wenn Sie (noch) nicht so mutig sind, wie Sie es gerne wären!
Viel
besser und konstruktiver ist es:
- sich
klarzumachen, in welchen Situationen Sie mutiger sein möchten
- für
den Anfang eine bestimmte Situationen auszuwählen (am
besten die einfachste) und sich auf diese Situation möglichst
intensiv vorzubereiten
Sie können schriftlich formulieren, wie Sie sich genau
verhalten wollen. Sie können sich die Situation vorstellen
und Ihr angestrebtes Verhalten mental trainieren. Sie können
die Situation alleine vor dem Spiegel oder als Rollenspiel
mit jemand anderem durchspielen.
- die
Situation eventuell selbst aktiv herbeizuführen (z.
B. das Gespräch mit dem Chef suchen)
- den
"Ernstfall" bewusst zu nutzen, um Ihr neues Verhalten
zu üben.
Probieren Sie es aus. Natürlich ist das mit Ängsten,
Unsicherheiten und Nervosität verbunden: Aber es lohnt
sich, über den eigenen Schatten zu springen!
Allein
die Tatsache, den "inneren Schweinehund" zu überwinden
und sich zu trauen, gibt schon sehr viel Auftrieb. Und je
öfter Sie es üben und praktizieren, umso lockerer
und selbstsicherer werden Sie.
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