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Immer
wieder staunen wir, wenn Selbstmarketing als bloße
Taktik verstanden wird: Da wird darauf spekuliert, sich
mit ein paar Kniffen und Rhetorik in den Vordergrund zu
stellen und Punkte zu sammeln.
Dabei
ist ganz klar: Ihr "Gesamtpaket" zählt. Und
wie anerkannt Sie und Ihre Leistungen sind, welches Image
Sie bei Chef und Kollegen haben, wie überzeugend und
sympathisch Sie bei Fremden ankommen (Kunden, Vorstellungsgesprächen
etc.), hängt davon ab, wie Sie insgesamt rüberkommen
und sich im ganz normalen Alltag verhalten.
Hier
vier typische Irrtümer, die uns immer wieder begegnen:
Irrtum Nr. 1: Selbstmarketing zählt mehr als Können
Dass
man nur "Dampfplaudern" müsse, um es zu was
zu bringen, ist gerade bei Menschen, die sich schwer damit
tun, Präsenz zu zeigen, weit verbreitet. Dazu kommt,
dass man im eigenen Umfeld immer die eine oder andere Person
kennt, die nicht viel (oder zumindest weniger als man selbst)
auf dem Kasten hat, sich aber gut darzustellen weiß.
Abgesehen
davon, dass man sich hier gewaltig täuschen kann -
denn eine Momentaufnahme oder ein eigener Eindruck aufgrund
eines oberflächlichen Vergleiches müssen nicht
stimmen - bedeutet das noch lange nicht, dass jeder erfolgreiche,
präsente und selbstbewusste Mensch gleichzeitig nur
ein Schwätzer ist.
Trauen
Sie Ihrer Umgebung bitte auch mehr zu! Reines Fassadengeschwätz,
wenn es nicht untermauert ist durch Kompetenz, Einsatz,
Arbeitsleistung oder persönliche Qualitäten, wird
sehr wohl als solches entlarvt. Und selbst wenn man bis
zu einem bestimmten Grad auf diese Tour durchkommt, nützt
es auf lange Sicht nichts.
Irrtum
Nr. 2: Selbstmarketing hat was mit Werbemethoden zu tun
Das
wird leider häufig so vermittelt: Besonders durch Menschen
und Publikationen, die Selbstmarketing mit Werbestrategien
gleichsetzen. Da wird versucht, irgendwelche Werbetheorien
wie das AIDA-Prinzip auf menschliche Präsenz umzulegen,
es ist von der "Marke Ich" die Rede und man sucht
verkrampft irgendein "Alleinstellungsmerkmal".
Gutes
Selbstmarketing hat mit derlei Werbemaßnahmen nichts
zu tun! Vielmehr geht es darum, man selbst zu sein - authentisch
und aktiv nach außen zu gehen: Durch Präsenz,
Ausstrahlung und indem Sie sich und Ihre Leistungen auch
zeigen, vermitteln und vertreten. Es ist also wenig hilfreich,
"werbemäßig" an sich rumzudoktern,
sondern die Grundlage für gutes Selbstmarketing ist,
dass Sie
- sich
selbst kennen(lernen)
- erkennen,
wie Sie über sich selbst denken und wie sehr Sie zu
sich und Ihren Leistungen überhaupt stehen
Denn nur, wenn Sie prinzipiell mit sich selbst einverstanden
sind und genug Selbstbewusstsein haben, sich so zu geben
wie Sie tatsächlich sind, können Sie an anderen
Ecken (wie Rhetorik & Co.) anpacken und erfolgreich
feintunen. Ist das persönliche Fundament nicht gegeben,
werden Sie in diesem Punkt scheitern.
Irrtum
Nr. 3: Selbstmarketing heißt, seine Schwächen
verbergen
Schwächen
oder Fehler zu verbergen ist eindeutig der falsche Weg.
Jeder Mensch hat Defizite, Unsicherheiten oder schießt
mal einen Bock. Darüber einfach hinwegzutäuschen
kann zu weitreichenden negativen Konsequenzen führen
(etwa wenn man einen Fehler verbirgt und die Folgen dadurch
erst richtig groß werden, weil man zu jemandem, der
nicht zu Fehlern steht, sondern sie sogar aktiv verstecken
möchte, kaum Vertrauen haben kann). Und es verstärkt
die Unsicherheit nur noch mehr. Denn innerlich kann man
sich nicht über sich selbst täuschen.
Gutes
Selbstmarketing bedeutet, dass man Schwächen (er)kennt
und damit umgeht: Einerseits also lernt, dazu zu stehen,
bzw. sie auszugleichen. Und andererseits, dass man daran
arbeitet und sich kontinuierlich weiterentwickelt!
Irrtum
Nr. 4: Selbstmarketing ist nur was für geborene Selbstdarsteller
Natürlich
gibt es Menschen, die sich ihrer selbst bewusst sind, von
Natur aus Ausstrahlung haben und ganz selbstverständlich
zeigen, was sie können. Doch keine Sorge: Wenn Sie
so nicht sind und es auch nie gelernt haben, sondern im
Gegenteil eher zu Zurückhaltung neigen, dann muss das
so nicht bleiben.
Gerade
weil gutes Selbstmarketing immer auch auf die individuelle
Persönlichkeit Rücksicht nimmt, ist es so wichtig,
Ihren eigenen Stil zu finden. Sicherlich haben Sie - meist
in Verbindung mit Trainings oder Beratung - schon den Satz
gehört "jemanden da abholen, wo er ist".
Und genau darum geht es beim Selbstmarketing auch: Sich
selbst da abzuholen, wo Sie sind.
Ein
großes Hemmnis dabei ist es, wenn man sich selbst
einredet, dass "man das eben nicht kann" oder
dass einem "das angeboren sein müsste".
"Lernen
Sie mir mal eben Selbstmarketing!"
Gutes
Selbstmarketing ist immer individuell und komplex: Sind
Sie sehr zurückhaltend und zweifeln an sich, haben
Sie ganz andere Knackpunkte als jemand, der schon selbstbewusst
ist, aber offensiver vorgehen möchte. Übrigens
sind es auch nicht nur die leiseren Menschen, die sich wünschen,
ihre Leistungen aktiver ins rechte Licht zu rücken.
Es gibt auch sehr schnelle, extrovertierte Leute, die sich
selbst als zu dominant empfinden oder lernen möchten,
einen Gang runterzuschalten.
Um Ihr
Selbstmarketing gezielt zu verbessern, starten Sie am besten
mit Ihrer Eigeneinschätzung und holen die Rückmeldung
anderer ein (siehe auch: Selbstmarketing).
Werden Sie sich darüber klar, wie Sie über sich
selbst denken und wo Sie Ihre Eigenschaften, Stärken
oder Defizite sehen.
Dazu
finden Sie weitere hilfreiche Artikel hier.
Oder Sie holen sich unser Buch, das Ihnen bei der Selbstanalyse
hilft und eine Fülle von praktischen Tipps bietet,
wie Sie anderen vermitteln, was Sie drauf haben, ohne angeberisch
zu wirken:
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