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Special: Weiterbildung
Englisch verbessern: Tag für Tag
  von Christine Öttl
 

Die Zahl der Jobs, in denen fundierte und sichere Englischkenntnisse vorausgesetzt werden, nimmt immer mehr zu. Aus diesem Grunde - und auch weil Englisch als Weltsprache grundsätzlich ihren Reiz hat - wollen viele Leute ihre "schlafenden" Englischkenntnisse wecken und/oder das aktuelle Niveau kontinuierlich verbessern. Das muss nicht (nur) in einem traditionellen Sprachkurs passieren - daneben gibt es verschiedene Möglichkeiten, um in Eigenregie und unabhängig von Ort sowie Zeit die Englischkenntnisse aufzupolieren und Tag für Tag zu pflegen.

Mit den Sprachkenntnissen ist es wie mit den Muskeln: Wenn sie nicht gebraucht werden, verkümmern sie. Deshalb gilt auch hier der Spruch "Use it or lose it." Am besten und effektivsten ist es, regelmäßig (idealerweise jedenTag) zu üben und einen kleinen Schritt nach vorne zu machen. Sich Neues "häppchenweise" anzueignen und häufig zu wiederholen, macht nicht nur mehr Spaß als stundenlanges Lernen am Stück, sondern lässt sich viel einfacher in den Tagesablauf integrieren. Darüber hinaus ist es auch noch sinnvoller und effizienter, weil die Informationen durch regelmäßige Wiederholung viel besser im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden.

 

Im Internet: One-Word-A-Day

Eine wunderbare Möglichkeit, um Ihr Englisch aufzupeppen und regelmäßig sowie systematisch auszubauen, bietet der kostenlose Online-Service One-Word-A-Day unter www.owad.de. Der Englischtrainer Paul Smith und sein Team schöpfen die Möglichkeiten der digitalen Welt auf vorbildliche Art und Weise aus: So kann man sich die Aussprache anhören, im Archiv gezielt suchen oder auch stöbern, in einem Online-Quiz überprüfen, wie gut man sich den bisherigen Lernstoff gemerkt hat, usw.

OWAD ist ein kostenloser E-Mail-Service: Sobald Sie sich als Abonnent mit Ihrer E-Mail-Adresse eingetragen haben, bekommen Sie an jedem Werktag eine E-Mail mit einem Wort bzw. Ausdruck/Redensart zugeschickt. Die E-Mail besteht aus folgenden Bestandteilen:

- englisches Wort/englischer Ausdruck

- drei mögliche Bedeutungen (auf Englisch umschrieben), zwischen denen Sie per Mouseklick auswählen können und so auf die Website von OWAD gelangen (Online-Quiz), oder die Sie in der E-Mail selbst lesen können (indem Sie einfach nach unten scrollen)

- die deutsche Übersetzung
- ein Textbeispiel
- Infos zur Ethymologie

- allgemeine Infos zur richtigen Verwendung, weitere Erklärungen und Synomyme


Ich bin seit einem guten Jahr begeisterte Nutzerin dieses Service und das Englischlernen ist für mich mittlerweile zu einem festen Bestandteil meines Arbeitstages geworden. Meine Art zu lernen ist eine Verknüpfung von E-Learning mit traditionellem Lernen: So nütze ich die Möglichkeiten beider "Welten" aus, um mein Lernen so effizient wie möglich und auch so angenehm wie möglich zu gestalten.

Konkret sieht das so aus:


Mit Karteikarten arbeiten

Ich lerne nicht nur online, sprich auf der Website von OWAD, sondern gehe auch ganz traditionelle Wege. Zum einen arbeite ich auch mit einem Wörterbuch. Zum anderen nutze ich Karteikarten für jedes neue Wort/jeden neuen Ausdruck, um mir folgendes aufzuschreiben:

- das neue Wort in Deutsch

- das neue Wort in Englisch (eventuell mit Lautschrift) plus englischer Umschreibung

- einen oder mehrere ganze Sätze, in denen das Wort vorkommt (meist das Beispiel von OWAD plus eines aus dem Wörterbuch)

- ein paar Synonyme - aber nur ein paar wenige

Früher hatte ich den Drang, möglichst alle Synonyme aufzuschreiben und zu lernen. Aber dann habe ich gemerkt, dass mich das schlicht und einfach überfordert und frustriert - auch unter den Synonymen sind nämlich immer welche, die ich noch nicht kenne, und dann wird es einfach zu viel. Seitdem konzentriere ich mich auf drei bis maximal fünf Synonyme und nehme auch nur die auf, die entweder besonders treffend sind oder mir persönlich gut gefallen. So merke ich mir ein paar Synomye tatsächlich und schlage mich nicht mehr mit zu viel Stoff herum.

Tipp: pro Tag nur eine neue Karte anlegen
In den Informationen rund um "das neue Wort" (in den Beispieltexten, den Infos oder unter den Synonymen) gibt es so gut wie immer weitere Begriffe, die neu für mich sind oder die ich nicht wirklich beherrsche. Früher habe ich für all diese Wörter jeweils eine extra Karte angelegt (manchmal waren das dann vier-fünf Karten an einem einzigen Tag!) - so wuchs mein Kartenbestand und damit auch mein tägliches Arbeitspensum innerhalb kürzester Zeit immens an. Das wirkte immer abschreckender auf mich und als Folge davon wurde ich nachlässiger, wiederholte nicht mehr jeden Tag alle meine Vokabeln - sowohl meine Motivation als auch meine Fortschritte ließen immer mehr zu wünschen übrig.
Ich zog meine Konsequenzen und fing ganz neu an: Ich entsorgte meinen kompletten Karteikartenbestand und beschloss, pro Tag nur mehr eine einzige Karte zu verwenden.
Alle mir unbekannten Wörtern unterstreiche ich und ergänze die Übersetzung/Bedeutung.

 

 

Beispiel:

schadenfrohes Grinsen

smirk
(ggf. Lautschrift)

= a smile of pleasure at someone's misfortune
= a smile expressing smugness (Selbstgefälligkeit) or scorn instead of pleasure

- Take that smirk off your face!

Synonyms: grin - smug look

 

 

täglich üben und wiederholen

Übung macht den Meister, heißt es. Und das gilt auch für Sprachen: Ganz unabhängig davon, mit welchen Mitteln man lernt, kommt man einfach nicht darum herum zu wiederholen, zu üben und zu trainieren. Je konzentierter und je häufiger man Inhalte wiederholt, umso besser, schneller und dauerhafter prägen sie sich ein.

Wichtig: im Kontext lernen!
Es ist viel sinnvoller, die Wörter in einem Kontext zu lernen und sich ganze Sätze zu merken - anstatt isolierte Einheiten. Das macht nicht nur deutlich mehr Spaß als reines Vokabelpauken, sondern erleichtert den Lernprozess, da sinnvolle Zusammenhänge leichter aufgenommen werden. Außerdem prägt man sich so gleich ganze Sätze ein und lernt insgesamt, sich besser auszudrücken.

Ich gehe immer gleich am Morgen - bevor ich mich an das aktuelle Wort mache - meine "alten" Karten durch und wiederhole das bereits Gelernte. Dabei decke ich die jeweilige Karte so ab, dass ich nur den deutschen Begriff sehe, und wiederhole laut, was mir zu diesem Wort alles im Gedächtnis haften geblieben ist. Dann lese ich die Karteikarte durch, frische mein Gedächtnis auf und wiederhole alles nochmal. In der Regel brauche ich drei bis maximal fünf Tage, um den Ausdruck/Begriff gut zu beherrschen. Sobald das der Fall ist, sortiere ich die Karte aus.
Auch während des Tages greife ich mir ab und zu mal die Karten und gehe sie durch: Das ist für mich eine willkommene Abwechslung, weil ich dabei immer rumgehe.

Und: Ich lasse die Karte mit dem neuen Wort/Ausdruck den ganzen Tag über in Sichtweite auf meinem Schreibtisch liegen. Immer, wenn mein Blick darauf fällt oder ich eine Pause mache, wiederhole ich es - das kann sich ganz schön summieren.


Tipp: laut wiederholen, nicht nur lesen!
Wenn es sich machen lässt, ist es am allerbesten, nicht nur mental zu üben, sondern den Lernstoff laut zu wiederholen. Man kriegt so einen ganz anderen Zugang zur Sprache - und baut gleichzeitig Sprechhemmungen etwas ab. Um sicherzugehen, dass Sie die neuen Wörter richtig aussprechen, können Sie sich die Aussprache auf der Website von OWAD anhören und/oder die Lautschrift nachgucken und aufschreiben.

 

die Karten aussortieren, die "sitzen"

Wie bereits erwähnt, finde ich es enorm wichtig, die Karteikarten nicht ausufern zu lassen: Das kann extrem frustrierend sein und den Fortschritt behindern, weil einem alles über den Kopf wächst. Um das zu verhindern, habe ich beschlossen, dass ich nie mehr als zehn Karteikarten behalte, sprich ich sortiere jedenTag etwas aus. Da ich täglich wiederhole, ist das überhaupt kein Problem. An manchen Tagen kommt gar keine neue Karte dazu, weil ich das neue Wort bereits gut kenne oder weil es mich einfach nicht interessiert.


Tipp: Mut zur Lücke!
Ich finde es sehr wichtig, dass man sich nicht auf einzelne Wörter fixiert, die man sich "nie" merken kann. Manche Begriffe gehen einem einfach nicht in den Kopf. Dann ist es gut, sich von der Karte zu trennen und sich nicht mehr damit zu belasten.
Interessanterweise passiert es mir immer wieder, dass gerade solche Wörter/Ausdrücke, die ich mir aus irgendeinem Grund nicht einprägen kann, mir irgendwann in einem anderen Kontext (Buch, Film, Gespräch oder manchmal auch im Zusammenhang mit einem anderen "owad") über den Weg laufen: Aufgrund der "Vorgeschichte" geht das Einprägen dann plötzlich ganz automatisch.

 

regelmäßig "Altes" wiederholen/sich testen

OWAD bietet die Möglichkeit, bereits Gelerntes zu wiederholen und die eigenen Fortschritte in einem Online-Wochenquiz zu überprüfen. Auch wenn ich meine Karteikarten weggeworfen habe, kann ich jederzeit an die Informationen rankommen und eventuelle Lücken füllen.
Es kommt vor, dass ich das eine oder andere bereits Gelernte einfach nicht mehr richtig präsent habe. Dann ist es für mich oft hilfreich, diese Wörter/Ausdrücke nochmal auf einer Karte zu notieren und in den alltäglichen "Lernkreislauf" zu integrieren. Da ich es ja "eigentlich" schon kenne, braucht es in der Regel nur ein paar wenige Wiederholungen, um es wirklich in meinem mentalen Speicher zu verankern.


Tipp: feste Termine für Selbsttests einplanen und wahrnehmen
Für mich hat es sich sehr bewährt, jeden Freitag die ganze aktuelle Woche plus die vorherige zu wiederholen - und am Monatsende alle vier Wochen durchzugehen. So bemerke ich nicht nur meine Schwachstellen und kann diese sofort ausgleichen. Sondern mir wird dann auch erst so richtig klar, was ich bereits alles gelernt habe. Das ist gut für die Motivation und regt zum Weitermachen an.

 

Hier noch ein paar weitere Anregungen, was Sie parallel und ergänzend zu OWAD tun können, um Ihr Englisch kontinuierlich auszubauen:


Bücher lesen

Wählen Sie sich etwas aus, was Ihrem aktuellen Level entspricht und was Sie inhaltlich reizt. Das können Kinderbücher sein oder auch Fachbücher zu Themen, die Sie besonders interessieren.
Wichtig: Schlagen Sie nicht jedes unbekannte Wort nach! Gerade wenn Sie Belletristik lesen, kann das den Lesefluss und das Vergnügen enorm beeinträchtigen.

 

Kassetten hören

Das ist eine wunderbare Möglichkeit, um das Hören zu trainieren und sich etwas Routine im Umgang mit der gesprochenen Sprache zu verschaffen. Mittlerweile gibt es eine große Fülle an englischen Hörbüchern, sodass sicher für jeden Geschmack etwas zu finden ist.

 

Filme im Original angucken

Das können Sie entweder im Kino oder auch zuhause machen. Ein großer Vorteil von DVDs (wie auch von Premiere TV) ist, dass Sie immer auch die Originalversion auswählen können.


Wichtig: sich nicht frustrieren lassen!
Am Anfang kann das ganz schön schwierig und anstrengend sein - vor allem, wenn Schauspieler ungewohnte Akzente haben, nicht sehr klar sprechen oder mehrere Leute gleichzeitig reden. Dann versteht man erst mal kaum etwas, das ist normal. Übung macht den Meister!

 

mit sich selbst laut Englisch sprechen

Das klingt vielleicht seltsam, ist aber trotzdem eine gute Sache. Natürlich ist kein Gesprächspartner da, der Sie auch mal korrigieren könnte. Aber hierbei geht es in erster Linie darum, in die Sprache "reinzukommen" und sich so vertrauter damit zu machen. So können Sie mögliche Hemmungen und Scheu abbauen, weil Sie Ihre Zunge regelmäßig üben und so ein gewisses Selbstvertrauen aufbauen. Denn das größte Hindernis beim Sprechen sind oft gar nicht die nicht so tollen Sprachkenntnisse, sondern Ängste, rumzustottern und sich zu blamieren.

 

   
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