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Christine
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Gitte
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| Erste
Hilfe bei Ausflipp-Tagen |
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von
Gitte Härter
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Kennen
Sie diese Tage auch, wo nichts so läuft wie es soll?
Alles Mögliche bricht über Sie herein, jeder will
ständig etwas von Ihnen, Termine sitzen im Genick -
und von Souveränität und Tatendrang keine Spur:
"Wie soll ich das schaffen?!", "Das klappt
nie!!", "AAAAARGH!".
In solchen
Situationen wird man leicht mutlos, fühlt sich überwältigt
oder wird zum Ekelpaket. Ich möchte mich dann manchmal
in mein Bett zurückziehen, die Decke über den
Kopf ... lasst mich doch alle in Ruhe!
Decke
über den Kopf geht oft nicht
Manchmal
geht das sogar. Wenn ein Ausflipptag am Wochenende passiert
oder wenn Sie selbstständig sind und sich Ihre Zeit
prinzipiell selbst einteilen können, dann steht einer
kleinen Auszeit nichts im Wege. Wenn das gerade nicht geht,
dann tut es manchmal auch eine kleine Pause im Büro
- schnell mal Kaffee holen - oder ein Spaziergang in der
Mittagspause.
Ich
möchte Ihnen heute gerne einige Tipps an die Hand geben,
die nichts mit einer Pause zu tun haben. Obwohl das Abstand
gewinnen, physisch und geistig, natürlich oft das ist,
was am schnellsten funktioniert!
Manchmal
geht eine sofortige Pause nicht oder Sie sind so gestresst,
dass der Gedanke an eine Pause Sie nur noch mehr stressen
würde.
Ein 3-Punkte-Plan bei akutem Ausflippen:
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1.
Sie sind der Boss! |
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Regel
Nummer 1, wenn Sie gerade am Ausflippen sind, ist, das Heft
in die Hand zu nehmen: Sie bestimmen, wo's lang geht!
Der
Hauptgrund für Überwältigtsein ist, dass
uns die Dinge entgleiten - oder wir uns zumindest so fühlen.
Das Gefühl der Fremdbestimmung und nicht in die volle
Kontrolle zu haben, ist das Schlimmste! Denn dann rutschen
Sie in die Opferrolle und werden zum Spielball.
Ich
finde die Analogie zu einem Tennisspiel immer sehr erhellend:
Wenn Sie mit einem starken Partner spielen, jagt der sie
gnadenlos über den Platz. Vor ans Netz ZISCH, zurück
an die Linie ZISCH, schräg links ZISCH, jetzt mittig
ganz nach rechts. Tolles Spiel: Da hängt Ihnen in kürzester
Zeit die Zunge raus und wenn Sie sich weiter gnadenlos dominieren
lassen, möchte ich mal sehen, wie viel Freude Sie an
diesem Spiel haben.
In der
Arbeit ist es genau das Gleiche: Kein Mensch will gerne
Spielball sein - weder von Leuten noch von Umständen.
Also:
Handbremse reinhauen.
Das
funktioniert besonders gut, wenn Sie es für sich selbst
deutlich machen.
Sie
können sich selbst zum Lachen bringen und sich vorstellen,
wie Sie gerade wie ein aufgescheuchtes Huhn rumlaufen. Humor
ist ein toller Bannbrecher, der Sie nicht nur auf Kurs bringt,
sondern auch schnell im Kopf lockerer werden lässt.
Sie
können auch einfach einen klaren Break machen, indem
Sie vom Schreibtisch aufstehen, eine Moment-mal-Geste machen
und bewusst ausatmen. Alles Aufgestaute mal rausatmen.
Ich finde es außerdem äußerst nützlich,
mit sich selbst zu reden (können Sie auch in Gedanken
machen): "Stopp! Was mache ich hier eigentlich?!"
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2.
Seien Sie Ihr eigener Einsatzleiter. |
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Eine
gute Analogie, wenn bei Ihnen gerade Feuer auf dem Dach
ist, ist die "Triage". Wenn Sie in der Medizinbranche
arbeiten, wissen Sie, was ich meine. Wenn nicht, haben Sie
vielleicht in Emergeny Room öfter mal gesehen,
was gemeint ist: Sie verschaffen sich einen Überblick
über die anstehenden Dinge - unter Berücksichtigung
der Ressourcen, die Sie zur Verfügung haben, und legen
fest, was am dringendsten ist.
Wieso
komme ich jetzt mit diesem Beispiel? Ich könnte ja
auch einfach sagen: Überblick verschaffen und priorisieren.
- Das mache ich schon mit Absicht. Ein Einsatzleiter bei
einem Notfall ist genau das Bild, das Sie bei heftigen Situationen
im Kopf haben sollten, nicht einfach typische Zeit- oder
Selbstmanagement-Tipps.
Kraftvolle
Bilder verleihen Ihnen sofort mehr Dynamik. Wenn Sie total
am Ausflippen sind, wie wahrscheinlich ist es, dass Sie
sich an irgendwelche "neutralen" Tipps erinnern
oder sie anwenden?
Wenn
Sie aber nächstens wieder am Ausflippen sind und zuerst
an ein aufgescheuchtes Huhn denken, dann bewusst die Handbremse
reinhauen und sich dann wie ein Einsatzleiter um die Sachlage
kümmern - dann sind Sie in Nullkommanix wieder handlungsfähig!
Jetzt
kann zweierlei passieren. Entweder Sie erkennen an dieser
Stelle, dass Sie ohne Not ausgeflippt sind. Auch das passiert
manchmal: Man steigert sich rein oder ist gerade nicht so
gut drauf und macht aus einer Mücke einen Elefanten.
Vielleicht
stellen Sie also fest: "Es stürmt gar nicht so
viel auf mich ein, das-und-das ist gar nicht so dringend,
das kann ich auch übermorgen noch machen." oder
"Es ist nicht schlimmer als sonst, aber ich habe heute
einfach einen schlechten Tag. Bläh!" Dann haben
Sie schon gewonnen, weil diese Erkenntnis Ihnen den akuten
Ausflippgrund wegnimmt und Sie dann vielleicht weiter rumgrummeln,
aber nicht mehr aus Überwältigung.
Vielleicht
haben Sie aber tatsächlich gerade Stress ohne Ende
und allen Grund zum Ausflippen! Dann haben Ihnen der Überblick
als Einsatzleiter und die "Triage" dabei geholfen
zu erkennen, worum Sie sich unbedingt selbst kümmern
müssen und wofür Sie Helfer einsetzen können.
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3.
Rekrutieren Sie Helfer |
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Der
Begriff "Helfer" ist sehr viel weiter gefasst,
als wir oft denken. "Ich kann das niemandem geben!",
"Ich habe niemanden, wem sollte ich was delegieren?"
Helfen hat viele Aspekte:
-
delegieren
Welche Teile der dringenden Aufgabe - oder welche anderen
anstehenden Aufgaben - können Sie an jemanden delegieren?
Schreien Sie nicht gleich auf! Klar hat man manchmal schwierige
Aufgaben oder arbeitet alleine und hat auf den ersten Blick
niemand. Aber ich sage Ihnen was: Die meisten Leute, die
mit Kollegen arbeiten, haben einfach Paranoia vor'm Delegieren!
Oder sie versäumen es, ihren Mitarbeitern oder Kollegen
nach und nach Wichtiges beizubringen, um für Notfälle
gerüstet zu sein (siehe auch: 5
Tipps zum Delegieren).
Wenn
Sie alleine arbeiten, dann kann es sein, dass Sie etwas
an Ihren Kunden "zurück"delegieren können.
Gerade, wenn ein Auftrag kurz vor knapp kommt und superdringend
ist, können Sie sagen: "Ich mache das Unmögliche
möglich, brauche aber Ihre Unterstützung: ..."
und dann sagen Sie ganz konkret, welchen Teil Ihr Kunde
übernehmen kann. Ein Grafiker, der dringend eine Website
für den Kunden erstellen soll, könnte sagen, dass
er das Bildmaterial als Dateien im Format soundso braucht.
Dann spart er sich die ganze Einscannerei.
- etwas abnehmen
Sie haben das Anstehende priorisiert. Abnehmen heißt,
dass Ihnen jemand etwas zuarbeiten kann.
Sie
können das Schreiben des Angebots nicht komplett delegieren?
Okay, aber wie wär's, wenn die Kollegin in der Zwischenzeit
den Vornamen und die E-Mail-Adresse des Kunden rausfindet?
- Sie möchten unbedingt sicherstellen, dass die Präsentation
stimmt? Wunderbar, aber würde es nicht helfen, wenn
jemand schon mal die Rechtschreibkorrektur übernimmt?
- Sie müssen gerade Troubleshooter für einen Kunden
sein? Könnte Ihnen der Büronachbar in der Zwischenzeit
die Post rechtzeitig zum Briefkasten bringen?
Abgesehen
von den Aufgaben, die Sie auf diese Weise erledigt bekommen,
selbst wenn es nur um Kleinigkeiten geht, profitieren Sie
auch psychisch: Es nimmt Last, wenn jemand mithilft.
- cheerleaden
Unterstützung ist auch, wenn sich jemand um Ihre Stimmung
kümmert: Ihnen einen Kaffee holt, gut zuredet, vielleicht
bei der Organisation unterstützt, damit eine gute Dynamik
reinkommt.
Wenn
Sie keinen Cheerleader in Ihrem Umfeld haben, dann sorgen
Sie zumindest dafür, dass sich die eigene Hektik nicht
verstärkt. Ein aufgescheuchtes Huhn, das von anderen
aufgescheuchten Hühner umgeben ist, wird noch fahriger.
- freihalten
Mit die wichtigste Unterstützung ist es, wenn Sie den
Rücken freibekommen. Wenn Ihnen jemand für eine
halbe Stunde oder einen halben Tag das Telefon abnimmt (aber
dann nicht nur Rückrufe notiert, sondern in dieser
Zeit auch alles soweit erledigt, was er erledigen kann).
Wenn
Sie niemanden haben, können Sie auch die Technik zu
Hilfe nehmen: Anrufbeantworter hingehen lassen, Handy ausschalten!
Keine Panik, Sie müssen nicht andauernd erreichbar
sein, außer Sie sind auf echter Rufbereitschaft. Lieber
mal zwei Stunden Ruhe und vorankommen und dann den einen
oder anderen Rückruf erledigen.
Sie
können auch "Scheinurlaub" machen und die
E-Mail-Abwesenheitsnachricht nutzen, bis Sie wieder Land
sehen. Mehr
zum Scheinurlaub hier.
- Zeit schenken
Schließlich können Sie Ihren Kunden - oder einen
anderen Kunden - bitten, Ihnen Zeit zu schenken. Nicht alles,
was ansteht, ist wirklich immer brandeilig (siehe auch:
Klären
Sie, was "eilig" bedeutet).
Oft
denkt man, man müsse immer sofort springen - dabei
ist es auf Kundenseite oft gar nicht so eilig wie gedacht.
Wichtig ist nur, dass Sie nicht immer nur bei Ihren netten
Kunden anfragen, ob Sie deren Auftrag hintanstellen können.
Das kann passieren, wenn Sie sich mit jemandem besonders
gut verstehen und darum keine Skrupel haben, gerade ihn
um Aufschub zu bitten.
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Sie
sehen: Der Schlüssel liegt immer im Zurückgewinnen
der Kontrolle!
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Ja,
nein, vielleicht Entscheidungen leichter treffen
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Mehr
Disziplin, bitte!
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