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Christine
Öttl coacht Bewerber
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Gitte
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| Nehmen
Sie sich Bedenkzeit |
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von
Gitte Härter
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Lassen
Sie sich gerne mal überrumpeln? Oder fühlen Sie
sich oft so? Vielleicht sind Sie jemand, der die Dinge gerne
genau überlegt, bevor er ein Urteil abgibt oder sich
für etwas entscheidet.
Im Alltag
werden wir ständig gefordert, schnell eine Meinung,
Information oder Zusage zu geben. Doch das ist nicht immer
einfach, denn zum einen sind manche Anliegen komplexer oder
ziehen weitere Konsequenzen nach sich, z. B.
- man
möchte von Ihnen eine wichtige Auskunft über ein
Projekt oder eine Preiskalkulation,
- eine
anstehende Entscheidung betrifft auch andere,
- es
ergeben sich weitreichendere Konsequenzen, etwa durch eine
Zu- oder Absage für eine Arbeitsstelle oder einen Auftrag,
- Sie
haben ein komisches Gefühl im Bauch oder gehören
zu den allzu schnell begeisterungsfähigen Menschen
und möchten diesem Gefühl erstmal nachspüren.
Zum
anderen gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen: Manche
Menschen können jederzeit mal eben eine Antwort geben
und werden sich manchmal erst später der Konsequenzen
bewusst. Wieder andere haben generell ein Problem, sofort
etwas zu sagen und müssen einfach erst darüber
nachdenken.
Darum
ist es wichtig, sich Bedenkzeit zu geben - und nicht von
sich selbst zu erwarten, spontan etwas aus dem Ärmel
zu schütteln.
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Schreien
Sie nicht immer gleich "hier"! |
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Wenn
Sie zu den Menschen gehören, die sich immer sofort
verantwortlich fühlen oder die vor lauter Harmoniebedürfnis
immer gleich "hier" schreien und sich auf diese
Weise ständig irgendwelche Arbeit aufladen, dann ist
es erst recht angezeigt, dass Sie sich Bedenkzeit nehmen.
Heißt
es "Freiwillige vor" und Sie sind bisher immer
gesprungen, dann bleiben Sie sitzen und beißen Sie
sich auf die Zunge. Das wird Ihnen anfangs besonders schwer
fallen. Schauen Sie freundlich in die Runde und halten Sie
still, wenn sich niemand meldet. Wenn man Ihre "Das
mach ich schon"-Mentalität schon kennt, mag es
sein, dass man verwundert guckt (oder dass es Ihnen so vorkommt).
Macht nichts! Halten Sie den Mund, rechtfertigen Sie sich
nicht, sondern halten Sie es aus, sich diesmal nicht zu
melden.
Es gibt
einen weiteren guten Grund: Die Leute von der schnellen
Truppe geben anderen oft gar nicht die Gelegenheit, sich
zu melden, weil sie aus Pflichtbewusstsein immer direkt
vorpreschen und buchstäblich zu schnell sind.
Geht
es um eine Aufgabe, die Sie eventuell übernehmen wollen,
dann sagen Sie das, aber bleiben Sie vage: "Ich könnte
mir vorstellen, das eventuell zu machen, aber erst muss
ich mehr darüber wissen/will ich mir überlegen,
ob ich dafür überhaupt realistisch die Zeit aufbringen
kann, um das gut zu machen."
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und wenn es eilt? |
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Gerade
dann ist es wichtig, sich nicht drängeln zu lassen.
Denn das vernebelt den Kopf und die Wahrscheinlichkeit,
sich falsch zu entscheiden - oder sich einfach nicht recht
wohl mit der Entscheidung zu fühlen - ist groß.
Machen
Sie sich klar:
-
Ist hier wirkliche Eile geboten?
Wenn
ja, nehmen Sie sich eine kleine Auszeit, und wenn es nur
fünf Minuten sind. Ich war früher ja Vertriebsleiterin
und habe meinen Leuten immer gesagt: "Macht nie spontan
einen Preis am Telefon. Ruft zurück. Wenn es eilig
ist, ruft schnell zurück. Aber nehmt Euch die paar
Minuten, in denen Ihr für Euch in Ruhe kalkulieren
könnt."
Wenn Sie nicht gerade in einem Beruf arbeiten, wo es um
Leben und Tod geht, haben Sie immer die Zeit, kurz zu unterbrechen,
um die Situation in Ruhe zu reflektieren.
- Oder setzt Sie der andere künstlich unter Entscheidungsdruck?
Es kann
sein, dass Ihr Gegenüber jetzt sofort eine Antwort
von Ihnen möchte - weil er sich durch Überrumpeln
einen Vorteil erhofft oder aber einfach, weil er nur mit
Ihrer Antwort weiterarbeiten kann und gerne so schnell wie
möglich wissen möchte, woran er ist.
Wenn
Ihnen das zu schnell geht und Sie schlichtweg ad-hoc keine
Antwort geben können oder möchten, dann sagen
Sie das und geben Sie eine konkrete Angabe, wann Sie sich
dazu melden: "Ich möchte darüber nochmal
schlafen. Ich sage Dir morgen Bescheid." oder auch
"Lass mich das erst mit xy besprechen. Er ist diese
Woche nicht mehr da. Ich kann Dir am Montag definitiv sagen,
ob oder ob nicht."
Reicht
dem anderen das nicht und liegt keine wirklich dringliche
Situation vor, dann sagen Sie im Zweifelsfall lieber ab
statt zu: "Ich verstehe, dass Sie gerne jetzt eine
Entscheidung von mir haben möchten, aber ich muss mir
das erst durch den Kopf gehen lassen. Wenn es partout nicht
bis morgen reicht, dann lautet meine Antwort Nein'."
Sagen
Sie das aber bitte in freundlichem Tonfall. Sie möchten
ja Klarheit und Souveränität demonstrieren und
nicht etwa beleidigt oder erpresserisch rüberkommen.
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Haben
Sie Schwierigkeiten, klare Grenzen zu setzen?
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Wir
unterstützen Sie gerne im
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