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Will
ich fertige Checklisten schlecht reden? Keineswegs. Es ist
lediglich wichtig, dass Sie etwaige Nachteile und Fallen
erkennen und so aus einem "Fertigprodukt" eine
hilfreiche Unterstützung für sich machen.
Und natürlich auch erkennen können, wann eine
Checkliste für Sie im konkreten Fall hilfreich ist
oder sich als hinderlich erweisen kann.
Sich
völlig auf fremde Listen zu verlassen, ist keine gute
Idee.
Darum empfehle ich drei Schritte:
1. sich
zunächst auf Ihr Projekt konzentrieren
2. erst
im zweiten Schritt in einer fertigen Checkliste spicken
3. verfeinern
und individuell auf Ihre Bedürfnisse anpassen
Schritt
1: sich zunächst auf Ihr Projekt konzentrieren
Okay,
der Fehler, den die meisten machen, wenn sie eine Sache
durchplanen möchten, ist, dass sie versuchen, gleich
"ins Reine" zu schreiben. Also direkt so eine
Art "endgültige To Do-Liste" zu erstellen.
Das bringt's nicht, denn entweder verlieren Sie sich sofort
in den Details oder Sie verzetteln sich und übersehen
leicht etwas.
Darum
sollten Sie sich immer erst um die Grundlagen kümmern.
Um das "Skelett" Ihrer Liste zu erhalten, beschäftigen
Sie sich erstmal mit der Sache an sich.
Nehmen wir einmal an, Sie möchten eine Veranstaltung
organisieren. Dann schreiben Sie sich erstmal alle "Phasen"
der Veranstaltung auf.
Beispiel
"Phasen einer Veranstaltung":
- Leute werden eingeladen
- Leute kommen
- Veranstaltung
- Leute reisen ab
Ziemlich
grob, gell? Ganz genau, das wollen wir an dieser Stelle:
Erstmal die offensichtlichsten und "größten
Brocken" aufnehmen. Sie werden gleich sehen, warum
das eine Super-Methode für Sie ist, damit Sie später
an alles denken.
Jetzt
nehmen Sie sich jede Phase einzeln vor und fächern
Sie wiederum auf. Auch hier ist erstmal nur Brainstorming
und erste Ideen angesagt. Das können klitzekleine Details
sein oder wiederum größere Brocken. Kümmern
Sie sich noch nicht um die richtige Reihenfolge, Priorisierung
oder das Sortieren. Zunächst ist lediglich sammeln
angesagt.
Beispiel
"Auffächern einer Phase":
Leute werden eingeladen
<- Was ist alles erforderlich rund um die Einladung?
- Einladung selbst (tel/schriftlich - Post, E-Mail/pers.)
- Briefmarken
- Briefpapier
- Kuverts
- Einladungskonzept/-text
- wer soll eingeladen werden?
- ggf. woher bekomme ich Adressen?
- ...
Wenn eine Phase sehr groß ist, wie "Leute kommen",
dann gehen Sie wieder Schritt für Schritt vor und finden
zunächst die einzelnen Bestandteile dieser Phase heraus:
- Wie reisen die Leute an (öffentliche Verkehrsmittel,
Auto, Flugzeug ...)
- Je nachdem wie Punkt 1 ausfällt, ergeben sich daraus
wieder weitere Fragen - und damit werden die Einzelschritte
Ihrer Checkliste schon klarer.
Das
Grundprinzip von Schritt 1 ist also: Unterteilen Sie Ihr
Projekt in seine einzelnen Phasen. Am besten funktioniert
das, wenn Sie sich den Ablauf der zu organisierenden Sache
vorstellen und die einzelnen Phasen jeweils konkretisieren
und hinterfragen.
Wenn
Sie fertig sind, dann geht es ans Sortieren: Bringen Sie
auch innerhalb der einzelnen Projektphasen Ihre Gedanken
nun in die richtige Reihenfolge. Fassen Sie zusammen, wo
es Sinn macht, ordnen Sie Details der jeweils übergeordneten
Aufgabe zu. Und priorisieren Sie. Was ist wichtiger? Was
muss vor einer anderen Sache passieren, damit es keinen
Stau gibt?
Tipp:
Denken Sie immer auch an "davor" und "danach".
Wenn Ihr Gerüst steht, gilt es also, sich auch zu fragen
"Was muss/sollte passieren, um die nächste Phase
möglich zu machen?". Erst ganz am Ende sollten
Sie den zeitlichen Rahmen und den Vorlauf kalkulieren. Letzteres
nicht zu knapp bemessen!
Schritt
2: in einer fertigen Checkliste spicken
Ja,
ich rate Ihnen, erst im Folgeschritt in einer vorhandenen
fertigen Checkliste nachzusehen. Und das, obwohl der Gedanke
nahe liegt, eine Fertigliste als Ausgangsbasis zu nehmen
und darauf basierend die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Meine Erfahrung ist nämlich, dass Sie umgekehrt besser
fahren: Wer sich zunächst auf sich besinnt, lässt
sich nicht durch den Aufbau und die Inhalte einer fertigen
Liste beeinflussen und ablenken. Das kann nämlich schnell
dazu führen, sich zu vergaloppieren - in Richtungen,
die für Ihre konkrete Sache nicht relevant oder nicht
sinnvoll sind. Oder es führt dazu, dass Ihnen eigene
wichtige Ziele oder Bestandteile nicht mehr in den Sinn
kommen.
Wenn
Ihr (schriftliches) Gerüst und Ihre Ideen aus Schritt
1 stehen, können Sie von fertigen Listen stärker
profitieren: Denn dann können Sie gezielt vergleichen,
sich inspirieren lassen und eventuell größere
oder kleinere Details übernehmen, an die Sie selbst
gar nicht gedacht hatten.
Tipp:
Wenn Sie Kenntnisse über die Quelle der Liste haben,
berücksichtigen Sie bitte auch, für welchen Anlass
bzw. mit welchem Ziel die ursprüngliche Liste erstellt
wurde.
Schritt
3: verfeinern und individuell auf Ihre Bedürfnisse
anpassen
Im letzten
Schritt bringen Sie alle bisherigen Gedanken und zusätzlichen
Input aus einer möglicherweise vorliegenden fertigen
Liste zusammen - das ist nun Ihre Reinschrift.
Gehen
Sie nun noch einmal jede Phase durch. Sofern noch nicht
geschehen, fügen Sie einen Zeitplan hinzu.
Prüfen Sie am Ende noch einmal:
- Was
genau sind die Ziele der Sache? Was soll am Ende bei rauskommen?
(konkret werden!)
- An
welcher Stelle in der Checkliste muss ich auf Besonderheiten
unseres Unternehmens (Strategie, Auftreten etc.) oder der
involvierten Zielgruppe achten?
Und:
Formulieren Sie eine Checkliste immer so, dass Sie selbst
und jeder andere im Unternehmen etwas damit anfangen kann.
So verführerisch Stichpunkte sind, so missverständlich
können sie sein. Von daher rate ich dazu, dass Sie
am Anfang der Liste eine kurze Zusammenfassung schreiben,
aus der kurz und aussagekräftig hervorgeht, wofür
die Checkliste gestaltet wurde und für welche Zwecke
man sie verwenden kann.
Leiten
Sie jeden einzelnen Baustein (Ihre "Phasen", die
Sie oben ausgearbeitet haben), ebenfalls mit einer Kurzbeschreibung
ein. Und schreiben Sie anstelle von Stichpunkten lieber
zwei, drei Wörter mehr, damit sich auch jeder was darunter
vorstellen kann.
Sofern
Sie "Muss"- und "Kann"-Kriterien inkludieren,
sollte dies klar und unmissverständlich zu erkennen
sein.
Zu guter
Letzt: Schreiben Sie das Datum und Ihren Namen mit dazu.
So kann man auch den Stand des Dokumentes erkennen. Vereinbaren
Sie firmenintern, dass die Checklisten aktualisiert werden
- jeweils mit Verfasser.
Tipp:
Eine Checkliste sollte idealerweise so verfasst sein, dass
sie für andere Zwecke verwendet werden kann. Deshalb
sollten Sie die Checkliste so formulieren, dass Sie allgemeingültig
bleibt. Also keine spezifischen Kollegennamen nennen, sondern
Funktionen oder Abteilungen. Und keine konkreten Daten,
sondern Zeiträume (5 Wochen vorher, 1 Woche vorher
etc.). Separat dazu können Sie in Ihrer Projektarbeit
selbst einen konkreten Zeitplan führen.
Jetzt
brauchen Sie nur noch die Listen jedem einfach zugänglich
zu machen - und Sie erleichtern sich und Ihren Kollegen
die Arbeit.
Viel
Erfolg!
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