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Ein
an sich recht hilfreiches Werkzeug ist die To-Do-Liste.
Und doch sieht die Praxis leider oft ganz anders aus: Da
wird alleine das Verwalten so einer Liste zum Zeitfresser
schlechthin oder aber man ertappt sich dabei, dass man sich
die Arbeit einteilt und Termine setzt, unterm Strich aber
doch nichts davon einhält.
Nicht
alle Tipps zu gutem Zeit- und Selbstmanagement sind zudem
zielführend: Meine Erfahrung, besonders wenn es um
To-Do-Listen geht, ist "keep it simple". Ein einfaches
und praktikables System, das man auch wirklich effektiv
durchzieht und das einem den Überblick und das Abarbeiten
tatsächlich erleichtert, bringt viel mehr als eine
komplexe Liste mit irgendwelchem zusätzlichen Schnick-Schnack.
Verschiedene
Systeme
Die
Varianten sind vielfältig: von ausgeklügelten
Prioritäten, farbigen Einträgen bis hin zum Übertragen
nicht erledigter Aufgaben sind keine Grenzen gesetzt.
Auch stellt sich die Frage, ob man auf Papier arbeitet oder
sich lieber elektronischer Systeme wie Outlook & Co.
bedient. Besonders bei wiederkehrenden Terminen, wie regelmäßigen
Berichten, liegt es nahe, elektronisch zu arbeiten. Auch
die automatische Erinnerung ist an sich eine gute Sache.
Ich
habe selbst in vielen Jahren Berufstätigkeit die unterschiedlichsten
Systeme benutzt: per PC, auf Papier, "Zettelwirtschaft"
auf Haftzetteln, Listen, farblich gekennzeichnet, durchgestrichen
oder abgehakt und und und.
Meine
persönliche Empfehlung ist es, eine To-Do-Liste auf
Papier zu führen. Und dort wirklich nur die aktuellen
Dinge einzutragen.
Ein
großer Fehler mancher To-Do-Listen ist es nämlich,
auch allgemeine Dinge wie ständig laufende Projekte
oder Ideen für später jeden Tag mitzuführen
bzw. ständig zu übertragen. Auch kann die elektronische
Task-Liste dazu verführen, dass man Erinnerungen gar
nicht mehr ernst nimmt bzw. einfach bequem den Verschiebe-Knopf
betätigt.
Übrigens:
Es passiert sogar relativ oft, dass jemand mehrere Systeme
gleichzeitig nutzt - da wird ein Teil aktueller Tätigkeiten
im PC notiert, ein anderer auf einer tagesaktuellen Liste
geführt und weitere Punkte, die sich im Verlauf des
Tages so ergeben, auf Post-its geschrieben und an den Monitor
etc. geklebt. Das ist auf keinen Fall empfehlenswert.
Sehen Sie sich Ihr aktuelles System an:
o Welche
Variante(n) einer To-Do-Liste nutzen Sie?
o Womit
sind Sie von der Handhabung und dem "Verwaltungsaufwand"
her zufrieden? Womit nicht?
Betrachten
Sie dabei nicht nur das verwendete Werkzeug und die Ausführung,
sondern auch, inwieweit Ihnen Ihr bisheriges System dabei
hilft, Ihre Arbeit effektiv und schnell zu erledigen?
Einige
grundlegende Tipps
Unabhängig
vom genutzten System gibt es natürlich typische "Anwender-Fehler",
also Hürden, die dazu führen, dass die To-do-Liste
nicht so hilfreich ist wie sie sein könnte.
Einige
davon sind:
- unvollständig
(generell bzw. auf einzelne Aufgaben bezogen)
- zu große Brocken notieren
- unrealistisches Terminieren
- mangelnder Gesamtüberblick, was die einzelnen Aufgaben
betrifft
- Reihenfolge oder weitere beteiligte Personen/ Informationen
nicht berücksichtigt
- unübersichtlich
Um das zu vermeiden, können Sie:
Sich auf eine einzige Liste beschränken
Entscheiden
Sie sich für eine einzige Vorgehensweise, die Sie dann
generell nutzen. Wenn Sie am besten elektronisch arbeiten,
dann werden alle Aufgaben und Informationen dort auch wirklich
eingetragen, gepflegt und gelöscht (Nachteil ist, dass
Sie bei Ausfall des Systems oder Datenverlust nur eingeschränkt
weiterarbeiten können).
Statt Zettelwirtschaft (so praktisch sie auch sein mag)
empfiehlt sich ein zentraler Platz. Das kann eine aktuelle
Liste sein oder ein Schreibblock, der zu Ihrem festen Arbeitsbegleiter
wird.
Einheitliches
Aufschreiben
Manche
Menschen schreiben wild auf der Papier-Schreibtischunterlage
alles auf, was kommt, und streichen es dort auch wieder
durch, andere notieren alles irgendwie auf Zetteln oder
auch kreuz und quer auf einer Liste.
Der Vorteil des einheitlichen Vorgehens, z. B. mit einem
entsprechenden Formular, ist, dass Sie durch das einheitliche
Aufschreiben auch effektiver die Aufgaben erfassen und schneller
einen Überblick bekommen. Vorteilhaft ist es auch,
sich kurz, knapp und aussagekräftig die Informationen
zur Aufgabe zu notieren und nicht etwa Endlos-Anweisungen
und Zusatzinformationen zu schreiben. Diese können
Sie, wenn es nötig ist, auf ein separates Blatt schreiben
und dieses gleich in eine Klarsichthülle an den Platz
packen, wo sich Ihre zu bearbeitenden Vorgänge befinden.
Die
Aufgaben konkretisieren und entsprechend niederschreiben
Mit
die größte Stolperfalle ist es, viel zu große
"Brocken" aufzuschreiben. Wenn Sie die Angelegenheit
konkretisieren, profitieren Sie in vielerlei Hinsicht:
Sie
bekommen einen Gesamtüberblick über die Aufgabe
und welche weiteren Tätigkeiten damit verbunden sind.
- Dadurch
können Sie realistisch terminieren,
- es
fällt Ihnen gleich auf, wenn andere Personen mit einbezogen
werden müssen oder noch Informationen fehlen,
- die
Reihenfolge einzelner Tätigkeitsschritte relevant ist
(diese Sache muss vor der anderen passieren),
- Sie
können einzelne Tätigkeitsschritte separat voneinander
erledigen, an jemand anderen abgeben oder "schnell
mal zwischenrein machen".
Nehmen wir als Beispiel unseren monatlichen Newsletter.
Wenn
ich auf meiner To-Do-Liste schreibe "Newsletter verschicken",
hätte ich keine Vorstellung davon, was genau damit
verbunden ist und wie viel Zeit ich für die aktuelle
Ausgabe einplanen muss. Außerdem könnte ich diese
sehr umfassende Aufgabe auf keinen Fall mal zwischendrin
erledigen, sondern bräuchte mehrere Stunden Zeit am
Stück.
Wenn
ich aber konkretisiere, was für die aktuelle Ausgabe
wichtig ist, dann steht da nicht nur "Newsletter",
sondern es steht da auch:
Web-Update:
o Buchtipps
o Linktipps
o Artikel/eigene:
-
To-Do-Liste
- Angst vor dem Telefon
o Artikel
Christine einbauen
- Loyalität
- Aufgaben einzelner kennen
.
.
.
Auf
diese Weise konkretisiere ich die Aufgabe: Sie nimmt auf
der To-Do-Liste mehr Platz ein, es sieht auf den ersten
Blick zwar nach "mehr Arbeit" aus. Tatsächlich
aber ist es deutlich effektiver, denn ich unterschätze
die Aufgabe nicht, ich kann zwischendrin auch sagen: Ach,
ich habe gerade fünf Minuten vor meinem nächsten
Termin, da könnte ich die neuen Linktipps einbauen
oder mir die Buchcover von amazon herunterspeichern.
Sehen
wir dem Berufsalltag ins Auge: Zwischendrin kann man manche
Dinge, die schnell gehen, gut erledigen und damit eine wertvolle
Vorarbeit leisten. Je größer die Aufgaben sind,
desto schlechter sind sie einschätzbar ... und: Man
fängt sie oft nicht an, weil "das jetzt zu viel
Zeit brauchen würde".
Für
chronische Unter- und Überschätzer ist das übrigens
auch ein gutes zusätzliches Trainingsprogramm: Durch
das Konkretisieren bekommt man einen viel geschulteren Blick
für die Komplexität und Zeit, die Tätigkeiten
mit sich bringen.
Durch
diesen besseren Überblick und die klarere Einschätzung
fällt einem außerdem der nächste wichtige
Punkt viel leichter:
Beim
Terminieren auch auf die Gesamtsituation achten
Gehören
Sie auch zu den Leuten, die optimistisch sind ("Das
mach ich schon irgendwie", "Das krieg ich hin")
oder die zusätzliche Aufgaben von anderen einfach annehmen,
obwohl sie nicht ganz sicher sind, ob das alles hinhaut?
Ein
klassischer Fehler passiert übrigens nach dem Urlaub:
Dass man sich sämtliche Aufgaben und Termine auf den
ersten Tag nach der Rückkehr legt und sich dann wundert,
warum alles drunter und drüber geht und schon der erste
Tag der pure Stress war.
Wer
bei seiner To-Do-Liste konkret wird und beim Einschätzen
der einzelnen Tätigkeiten den ganz normalen Alltag
und die außerdem anstehenden aktuellen Projekte und
Aufgaben mitberücksichtigt, der wird ganz anders terminieren,
als wenn - häufiger Fehler! - man die Tätigkeit
isoliert betrachtet.
Das
Abarbeiten
Es nützt
die beste Planung nichts, wenn die Ausführung nicht
klappt. Eine To-Do-Liste bringt es nur, wenn Sie diese auch
als Werkzeug zur Tat benutzen und den Ehrgeiz haben, diese
auch termingerecht abzuarbeiten.
Klingt
hart, doch sehr häufig werden diese Listen pro forma
geführt: Ach, ich müsste eigentlich jetzt diese
drei Rückrufe machen, aber viel lieber mache ich erstmal
die Ablage von letzter Woche. Oh, das eine Projekt ist wichtig,
aber ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll, also
mach ich mal lieber erst die Post auf. Die Auswertung der
Kundenbefragung steht an, da hab ich aber keinen Bock drauf,
räum ich lieber mal den Schreibtisch auf.
Ganz klar:
o alles,
was Priorität hat, muss gleich bearbeitet werden
Und
unter "Priorität" sind zum einen natürlich
dringende Terminsachen gemeint (und die nicht erst auf den
letzten Drücker!), aber auch regelmäßige
wichtige Aufgaben. So hat die häufig geschmähte
Ablage durchaus Priorität, denn nur wenn diese sorgfältig
gepflegt und auf dem neuesten Stand ist, können Sie
effektiv damit arbeiten.
o wegarbeiten, was schnell geht
Wenn
man seine To-Do-Liste richtig nützt, also beispielsweise
nicht alles, was man irgendwann einmal zu tun hat, aufschreibt,
dann bleiben die Aufgaben des Tages überschaubar. Meine
Empfehlung ist es, die Dinge, die schnell und unkompliziert
sind, gleich wegzumachen: also beispielsweise die zwei Anrufe,
die anstehen, gleich erledigen oder eine E-Mail sofort beantworten
als solche Dinge auf später zu verschieben.
Wichtig:
Auch dieser Tipp ist natürlich immer mit Blick auf
die Gesamtsituation hin zu bewerten. Es nützt natürlich
nichts, sich stundenlang mit lauter Dingen "die schnell
gehen" aus der Bahn zu werfen.
o das
"Lustprinzip"
Nach
dem Lustprinzip zu arbeiten, ist eigentlich gar nicht so
schlecht: Denn das, was Sie gerne machen und was Ihnen leicht
von der Hand geht, ist natürlich auch ratzfatz weggearbeitet.
Entsprechend ist es natürlich auch ganz wichtig, durchaus
darauf zu achten, wonach Ihnen gerade ist. So kann es sein,
dass ich momentan keinen Kopf dafür habe, einen Artikel
zu schreiben und deshalb vorziehe, eine Coaching-Mail zu
beantworten. Würde ich mich dazu zwingen, den Artikel
unbedingt trotzdem schreiben zu müssen, ist es vorprogrammiert,
dass ich mehr Zeit und Aufwand dafür brauche, als wenn
ich es zu einem Zeitpunkt mache, wo mir gerade der Sinn
danach steht und ich merke, dass es nun "flutscht".
Es gibt
aber natürlich zwei Einschränkungen: Der Berufsalltag
besteht nunmal auch aus Dingen, die man weniger gerne tut.
Und die ständig hintan zu stellen, funktioniert auf
Dauer nicht. Der zweite Aspekt ist: die richtige Planung.
Und die hat wiederum mit Disziplin zu tun. Je mehr Sie nach
Ihrem persönlichen Lustprinzip arbeiten möchten,
desto eher geht das, wenn Sie eine gute Planung haben, die
Ihnen auch gewisse zeitliche Freiräume lässt.
Wer schlecht plant und alles auf den letzten Drücker
erledigen muss, der hat auch keine Freiheiten, etwas einmal
zu verschieben.
Wer
aber im Rahmen seiner Aufgaben und Prioritäten gut
plant, der kann sich auch zeitlich bestimmte Freiheiten
herausnehmen - und diese dafür nutzen, durchaus dem
Lustprinzip einen höheren Stellenwert einzuräumen.
Das gilt übrigens auch (und besonders!) für Leute,
die das Gefühl haben, überhaupt keine Zeit zu
haben.
o nicht
endlos verschieben
Wer
sich immer wieder beim Übertragen von Aufgaben ertappt,
bei dem sollten die Alarmglocken schrillen: Denn hier ist
was faul.
Fragen Sie sich, warum Sie etwas ewig vor sich herschieben
(haben Sie vielleicht nicht genug Informationen, wissen
nicht, wie Sie etwas anpacken sollen oder oder oder) und
gehen Sie diese Thematik aktiv an. (siehe auch "Unangenehme
Sachen aufschieben")
Weitaus
häufiger liegt übrigens natürlich die falsche
Terminierung zu Grunde: Da überlegt man sich nicht
wirklich, wann man diese Sache realistischerweise erledigen
könnte, sondern schreibt sie einfach stur jeden Tag
aufs Neue ein, anstatt sie sich gleich für nächsten
Donnerstag vorzunehmen und für dann zu notieren.
Was
sich bei mir bewährt hat
Bei
mir hat sich von der Form her übrigens eine ganz simple
Lösung bewährt:
- ein
Klemmbrett (das liegt immer am selben Platz)
- ein
Formular, das ich fortlaufend nutze (alle Wochentage und
eine Spalte für laufende/künftige Dinge)
- ich
schreibe ausschließlich mit Bleistift
- erledigte
Aufgaben werden sofort wegradiert (das ist nicht nur motivierend,
weil die Dinge auch von der Liste "verschwinden"
und damit die To-Do-Liste sichtbar abgearbeitet wird, sondern
es ist außerdem sehr viel übersichtlicher, als
Erledigtes durchzustreichen oder nur abzuhaken)
- wenn
ich merke, dass ich etwas nicht schaffe oder nicht machen
mag für heute, dann kommt es sofort auf den entsprechenden
späteren Wochentag und wird von der Tagesliste wegradiert
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