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Die
kommunikativen Fähigkeiten spielen im (Arbeits)Leben
eine zentrale Rolle und tragen wesentlich dazu bei, wie
anerkannt und erfolgreich man ist. Ruhige und eher introvertierte
Menschen befürchten oft, sich durch ihre Zurückhaltung
selbst im Wege zu stehen, und wünschen sich, mehr aus
sich herauszugehen und aktiver aufzutreten. Und das lässt
sich tatsächlich lernen und trainieren.
Um das
"Projekt Extrovertiertheit" konstruktiv und kraftvoll
angehen zu können, ist es sehr wichtig, sich nicht
umkrempeln zu wollen. Sondern sich Schritt für Schritt
die Art von Offenheit und Extrovertiertheit zu erarbeiten
und zu kultivieren, die wirklich zur eigenen Persönlichkeit
passt.
Wichtig:
die eigene Introvertiertheit respektieren
Ruhige
und zurückhaltende Menschen tappen leicht in die Falle,
sich selbst wegen dieser (vermeintlich nicht zeitgemäßen
und hinderlichen) Charaktereigenschaften abzuwerten. Doch
damit setzen sie sich selbst enorm unter Druck und nehmen
sich viel Wind aus den Segeln.
Bitte
beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihrer Introvertiertheit
und machen Sie sich ganz bewusst (aufschreiben!), welche
positiven Aspekte damit verbunden sind. Das könnte
z. B. sein, dass Sie sehr gut zuhören können,
nur Dinge sagen, die Hand und Fuß haben, auch in hektischen
Situationen ruhig bleiben usw. All das sind wichtige Eigenschaften
und Verhaltensweisen, die sehr geschätzt werden!
Sich
selbst anzuerkennen und sich bewusst zu machen, dass die
weniger geliebten Facetten der eigenen Persönlichkeit
sehr wohl auch gute Seiten haben, ist die beste Grundlage,
um aktiv an sich zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln.
Schritt
1: Beschäftigen Sie sich mental mit Ihrem "Projekt
Extrovertiertheit"
Am besten
packen Sie die Sache an, indem Sie sich sowohl kopfmäßig
intensiv damit beschäftigen als auch Ihr Verhalten
gezielt und langsam ändern. Hilfreiche kognitive Vorgehensweisen
sind:
- sich bewusst machen, warum Sie gerne extrovertierter
sein möchten
Denken
Sie darüber nach, was Sie sich davon versprechen, wenn
Sie offener sind und stärker auf andere zugehen. Ihre
Beweggründe zu kennen, ist sehr hilfreich und ein starker
Motivator.
- festlegen,
in welchen Situationen Sie gerne offener sein möchten
Der
Vorsatz "offener und extrovertierter" zu werden,
ist nicht sehr vielversprechend, da viel zu abstrakt und
allgemein, um wirklich in Aktion treten zu können.
Überlegen Sie genau und legen Sie konkret fest, wann
Sie mehr aus sich herausgehen möchten (z. B. in Besprechungen,
im Kollegenkreis, in Gesprächen mit dem Chef usw.).
- sich
vorbereiten und Ihr Verhalten planen
Belassen
Sie es nicht bei allgemeinen Plänen wie "Nächstes
Mal beim Team-Stammtisch sage ich einfach öfter mal
was!". Sondern bereiten Sie sich auf die Situation
vor und legen Sie fest, wie Sie sich verhalten werden (z.
B. ein bestimmtes Thema ins Spiel bringen, auf Fragen ausführlicher
antworten als bisher, selbst fragen usw.).
Schritt
2: Werden Sie aktiv und trainieren Sie regelmäßig
Je besser
Sie sich auf konkrete Situationen Ihrer Wahl vorbereiten,
umso leichter wird es Ihnen fallen, sich dann entsprechend
zu verhalten. Zusätzlich dazu können Sie Ihren
"Extrovertiertheits-Muskel" trainieren, indem
Sie:
- regelmäßig von sich aus Leute ansprechen
Es gibt
viele Gelegenheiten, um ganz bewusst über den eigenen
Schatten zu springen und ein kurzes Gespräch mit anderen
anzuknüpfen. Anstatt den neuen Nachbarn im Aufzug nur
zu grüßen, können Sie fragen, wie er sich
eingelebt hat. Anstatt nur "Hallo!" zur Kollegin
zu sagen, die Sie am Kopierer treffen, könnten Sie
sich erkundigen, wie ein bestimmtes Projekt vorangeht.
- sich wirklich auf Gespräche einlassen
Üben
Sie sich bei jeder Gelegenheit darin, ein guter Gesprächspartner
zu sein, sprich ausführlicher auf Fragen zu antworten
und einen Dialog zu gestalten. Auf die Frage "Wie geht
es Ihnen?" können Sie entweder nur antworten "Ganz
gut." Oder "Danke, ich bin wieder fit und habe
mich gut von der Erkältung erholt. Wie geht es Ihnen?"
Setzen
Sie sich nicht unter Druck, sondern respektieren Sie Ihre
Möglichkeiten und arbeiten Sie kontinuierlich an ihnen,
um Schritt für Schritt offener und gesprächiger
zu werden.
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