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Warum es eh nicht geht ...
  von Gitte Härter
 

Ziele, Wünsche und sonstige Entscheidungen scheitern häufig sehr schnell am "geht nicht". Es ist eine sehr hilfreiche Eigenschaft, den eigenen Befürchtungen und auch tatsächlich vorhandenen Hindernissen ins Auge zu schauen.
Wichtig ist dabei jedoch das Wann und das Wie.

 

Der Zeitpunkt macht's

Wer sich zu schnell auf alle möglichen Hindernisse fixiert, der verbaut sich selbst Chancen: Anstatt weiterzudenken und sich erstmal einen größeren Überblick zu verschaffen, manövriert man sich schnell in eine Sackgasse - und überzeugt sich nicht selten davon, dass etwas "eh nicht geht".

Das führt dann zu

- Mutlosigkeit, sich näher mit der Sache zu beschäftigen und am Ball zu bleiben

- zum einen zu Frust, weil man etwas als "nicht machbar" verwirft

- ... und zum anderen nicht selten zu Unzufriedenheit und Hadern mit sich selbst: Gerade Menschen, die sich schnell durch vermutete Hindernisse von ihren Vorhaben und Träumen abbringen lassen, zweifeln oft auch an sich selbst ("Nie zieh ich etwas durch", "Nichts traue ich mich" ...)

Wie bereits erwähnt: Es ist sehr wichtig, sich auch mit Befürchtungen oder tatsächlich vorhandenen Hindernissen auseinander zu setzen. Doch alles zu seiner Zeit.

 

Den eigenen Befürchtungen gegenüber offen sein

Manchmal wird geraten, man solle doch "positiv sein" und sich auf alles konzentrieren, was schon klappen wird. Obwohl ich selbst sehr davon überzeugt bin, dass ein gesunder Optimismus nicht nur hilft, sondern auch wichtig ist, so sind wir alle unterschiedlich.

Während es Menschen gibt, die sehr stark in sich selbst vertrauen ("Egal, was ist, ich mach das schon!"), so gibt es eben auch eher zögernde, vorsichtige oder gar ängstliche Menschen.

Egal zu welcher Gruppe Sie gehören: Bitte seien Sie sich selbst gegenüber immer offen und ehrlich, wenn es um Befürchtungen oder richtige Ängste geht. Wegschieben geht erstens gar nicht - und wäre zweitens auch nicht besonders clever ... denn Sie würden sich die Chance nehmen, Ihr Vorhaben so richtig auf Herz und Nieren abzuklopfen.

Tipp: Schreiben Sie Ihre Befürchtungen/negativen Gedanken immer auf. Das ist nicht immer einfach, denn eine Sache ist es, im Kopf etwas hin- und herzuwälzen, eine andere, etwas schwarz auf weiß niederzuschreiben.

Wichtig: Lassen Sie sich bitte nicht von Umwelt oder Medien einreden, dass Sie nicht zögern oder ängstlich sein dürften! Nutzen Sie auch Ihre Vorbehalte dazu, voranzukommen.

 

Die möglichen Hindernisse gewichten

Gründe, warum etwas nicht geht, und Hindernisse, die sich einem in den Weg stellen, kommen einem zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten in den Sinn: Menschen, die eher vorsichtig oder negativer an Dinge rangehen, werden sehr schnell damit konfrontiert. Andere gehen eher ehrgeizig und positiv ran und sehen von Haus aus erstmal alles, was "toll wäre" und funktionieren wird, bevor sich Bedenken einstellen. Und wieder andere gehen analytisch ran und sammeln erstmal neutrale Fakten.

Wann immer Sie in Ihren Gedanken, Ideen und Informationssammlungen auf Hindernisse und Negatives stoßen: Notieren Sie es! Parken Sie es auf einem extra Zettel. Schreiben Sie die Befürchtung und Gegengründe nieder. Damit nehmen Sie diesen Gedanken nicht nur ernst, sondern stellen auch sicher, dass Sie ihn später weiterverfolgen.
Dennoch muss klar sein: Gedanken parken und dann erstmal weiterdenken.

Später dann, wenn Sie sich in alle Richtungen mit Ihrem Vorhaben beschäftigt haben, geht es ans Sortieren, eventuell Zusammenfassen und ans Gewichten der gesammelten Hindernisse.
Häufig lassen sich einzelne "Anti-Punkte" in einen oder einige größere Bereiche zusammenfassen.

 

Dahinter blicken: Ausrede?

Zum Offen-mit-sich-selbst-Sein gehört auch, dass Sie sich beim Durchgehen "Ihrer Hindernisse" ehrlich fragen: Ist das in Wirklichkeit eine Ausrede, um mit dem Vorhaben gar nicht erst anzufangen?

Wir Menschen sind ja sehr clever darin, uns schon mal selbst zu täuschen. Und nicht immer merkt man's selbst.

Es ist sehr hilfreich, sich mit den Anti-Gründen näher auseinander zu setzen und herauszufinden: Steckt da eigentlich was ganz anderes dahinter? Und natürlich: Was steckt dahinter ... bzw. was könnte dahinter stecken? - Spekulieren Sie ruhig in eigener Sache, wenn Ihnen etwas selbst nicht so ganz klar ist.

Wenn Ihnen etwas spanisch vorkommt und Sie in puncto vermutete Hindernisse nicht weiterkommen, gehen Sie ruhig nochmal zum ursprünglichen Vorhaben zurück und fragen Sie sich, wie Sie dazu stehen.

Beispiel: Sie überlegen seit Jahren, sich selbstständig zu machen und haben eine "Super-Geschäftsidee", einschlägige Qualifikation, sind voller Elan ... aber Sie trauen sich nicht, weil Sie sich die finanzielle Unsicherheit nicht leisten können/wollen.
Auf den zweiten, intensiveren Blick kann sich herausstellen, dass es gar nicht um die Geldfrage geht, sondern dass Sie befürchten, nicht genug zu wissen und zu können, um Ihr eigenes Business auf die Beine zu stellen.

Aus diesem Beispiel ergibt sich sehr klar, wie man sich selbst auch über einen langen Zeitraum an der Nase herumführen kann - und auch selbst blockieren.
Denn wenn unsere Beispielperson ehrlich mit sich selbst ist und herausfindet, dass das mit dem Geld zwar EIN mögliches Hindernis ist, es aber eher darum geht, sich näher mit der Selbstständigkeit und der eigenen Unternehmerpersönlichkeit auseinander zu setzen, dann ergeben sich praktisch auf Anhieb ein paar wichtige Bereiche, die man angehen kann, um diese Defizite auszugleichen und anschließend den aktuellen Stand zum Ziel zu prüfen.

 

Eine Entscheidungsgrundlage schaffen

Sehr wichtig ist es, sich zu einem Vorhaben eine möglichst breite Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Und dazu gehören eben:

- Das Hinterfragen des Vorhabens
- "neutrale" Gedanken dazu
- positive Gedanken, Ideen, Kenntnisse/Fähigkeiten

- negative Gedanken, Ideen, Defizite, Befürchtungen und Hindernisse

- Informationen, Informationen, Informationen!


Wer sich ernsthaft und vielseitig mit einer Sache auseinander setzt,

- filtert schnell die Dinge aus, die er/sie gar nicht so ernst meint,

- bemerkt, wenn er auf dem falschen Pferd sitzt,
- klopft sein Vorhaben intensiv ab,

- leistet sehr viel Vorarbeit, macht die nächsten Schritte klar und bringt sich dadurch schon aktiv voran und seinem Vorhaben näher,

- sortiert ganz bewusst für sich Dinge aus: kann etwas bewusst und relaxt verwerfen (ohne etwas ewig mit sich herumzuziehen) - kann Pläne verschieben (jetzt doch noch nicht, vielleicht später oder ganz sicher später, und zwar bis zum ...) - oder kann sich voller Elan in die Umsetzung stürzen.

 

Unter welchen Umständen würde es denn gehen?

Eine gute Möglichkeit, sich selbst wieder auf Kurs zu bringen - und noch mehr Ideen und Anknüpfungspunkte zu erhalten - ist es, sich zu fragen:

- Wie müsste es sein?
- Unter welchen Umständen würde es denn gehen?

Ausgangsbasis dafür sind die Befürchtungen/angenommenen Hindernisse. So nutzen Sie Ihre "Anti-Gedanken" nicht nur positiv für Ihre Entscheidung ... sondern trainieren ganz allgemein Ihre Lösungsorientiertheit.

 

   
   
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