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Ziele
sind eine feine Sache. Aber nicht, wenn man sie vor sich
hinschiebt und nicht wirklich etwas tut, um sie zu erreichen.
Kennt
jeder, oder?
Ich wollte seit langem das Joggen anfangen
Ich wollte doch eigentlich das Rauchen aufhören
Ich müsste meine Wohnung mal wieder putzen
Ich hatte mir schon seit zwei Jahren vorgenommen, den Keller
zu entrümpeln
Ich wollte mein Englisch aufpolieren
und und und ...
Irgendein
Ziel, beruflich oder privat, hat man immer, das man vor
sich herschiebt. Jetzt gibt es in diesem Zusammenhang ja
verschiedene Stadien:
Das
Ziel aussuchen
Da gehts einem gut: das Ziel ist ausgewählt,
mit Feuereifer malt man sich die Ergebnisse aus. Schön!
Das
Ziel nicht weiterverfolgen
Das Ziel ist gesetzt, vor kurzer oder längerer Zeit,
aber man hat bisher nichts dazu getan, um ihm näherzukommen.
Es sitzt irgendwie drängelnd-quengelnd im Hintergrund.
Und wenn es einem wirklich wichtig ist, dann trägt
es dazu bei, unzufrieden mit sich selbst zu werden.
Das
Ziel angehen, kurz weiterverfolgen, dann auf Eis legen
Am Anfang war die Motivation riesig und Action war
angesagt: Neue Joggingschuhe geholt, einmal gelaufen, verstaubt.
Spanischkurs angefangen, nach der fünften Stunde aufgehört,
weil das der Zeitpunkt war, an dem man sich hätte hinsetzen
und lernen müssen.
Im Endeffekt ist es wie Variante 2: Das Ziel hängt
irgendwo in der Luft, aber es passiert nichts, dass es greifbar
wird.
Überprüfen:
Ist mir das Ziel wirklich wichtig?
Die
mangelnde Motivation, Ihr Ziel auch umzusetzen, kann an
verschiedenen Aspekten liegen: Einer davon ist, dass Ihnen
das Ziel vielleicht überhaupt nicht (mehr) wichtig
ist. Bitte überprüfen Sie Ihre Ziele immer wieder
neu. Sie verändern sich, Ihre Interessen auch. Was
früher sehr wichtig für Sie war, ist vielleicht
heute nur noch ein drängelnder Gedanke, der einfach
nie umgesetzt wurde.
Am besten
überprüfen Sie die Wichtigkeit, indem Sie sich
wieder mal in Ruhe hinsetzen und Ihr Verhältnis zu
dem Ziel ausloten.
Hier
zwei Varianten: eine für Kopf-, eine für Gefühlsmensche
Kopfmensch-Methode:
Analysieren Sie Ihr Ziel Blatt Papier, Bleistift.
Wie genau sieht das Ziel aus, was genau müssen Sie
dafür tun, wie lange dauert die Zielerreichung realistischerweise?
Wenn Sie alles aufgeführt haben, ziehen Sie Bilanz:
Ist Ihnen der Einsatz von Zeit und Energie das Ergebnis
wert?
Gefühlsmensch-Methode:
Setzen Sie sich in Ruhe hin und stellen Sie sich vor, Sie
hätten das Ziel bereits erreicht. Steigern Sie sich
total in die Phantasie hinein: Vielleicht sehen Sie sich
eine souveräne Rede vor 500 Leuten halten, alle sind
hin und weg von Ihrer Vortragskunst.
Wie geht es Ihnen jetzt? Wie ist das Gefühl, dort zu
stehen? Es geschafft zu haben?
Wenn
Ziele belasten
Wenn
Sie ein lange gehegtes Ziel belastet, weil Sie es nicht
auf die Reihe bekommen, dann gibt es nur eins: endlich aktiv
angehen! Jetzt sofort! Oder es freundlich aber bestimmt
wirklich auf Eis zu legen oder ihm gar den "Ziele-Status"
nehmen.
Wichtig
ist, dass Sie eine bewusste Entscheidung treffen
und aktiv Ordnung in Ihre Ziele bringen. Auch hierfür
zwei schöne Tipps:
Aktiv
angehen
Ich
habs erprobt: Ziele, die ich für mich selbst
SICHTBAR mache, kann ich leichter erreichen. Nur im Kopf
denken, das und das würdekönntesollte ich mal,
hilft mir herzlich wenig. Ich muss und will sehen, was ich
tue.
Zwei
sehr schöne Methoden, die ich Ihnen vorstellen möchte,
habe ich aus Büchern. Mir haben Sie sehr genützt:
1) Pain-to-power-Chart
In dem
wunderbaren Buch "Feel the fear and do it anyway"
(deutsch: Selbstvertrauen gewinnen. Die Angst vor der Angst
verliren -> Buchtipps)
von Susan Jeffers ist diese Methode schwerpunktmäßig
mit dem Thema Angst verbunden. Ich habe es für meine
persönlichen Ziele verwendet.
Es handelt
sich um die "Pain-to-Power-Chart". Grundprinzip
ist, dass wir ein bestimmtes Ziel gesetzt haben, das wir
gern erreichen möchten. Aber es irgendwie nicht auf
die Reihe bekommen. Das Nichterreichen oder Nichtverfolgen
des Zieles quält und belastet jedoch vielleicht (deshalb
"pain"). Das aktive Angehen des Zieles oder gar
das Erreichen beflügelt uns und gibt uns Zufriedenheit
und Kraft und das erreichte Ziel obendrauf (deshalb
"power").
Das
Ganze sieht dann so aus:
PAIN
----->----->------>------>------>------>---->
POWER
Schreiben
Sie Ihr Ziel über die Chart. Was für ein Ziel
das ist, ist zweitrangig es kann ein großes
Ziel wie "selbstständig machen" genauso wie
ein kleines "morgens regelmäßig frühstücken"
sein. Hängen Sie die Chart am besten an eine Pinwand
und stecken Sie eine Pin an die Stelle der Chart, wo Sie
sich momentan (ehrlich) sehen: Wenn Sie also, wie ich, schon
seit 100 Jahren versuchen, sich zum Frühstücken
hinzutrainieren, dann stecken Sie ziemlich weit links.
Immer,
wenn Sie denken, dass Sie wirkliche Fortschritte gemacht
haben, dann rücken Sie den Pin weiter nach rechts.
Aber auch hier: realistisch einschätzen. Sie dürfen
große Sprünge auf der Chart nur dann machen,
wenn Sie sie auch im wirklichen Leben gemacht haben ;o)
2) Punkte
geben
Weiß
leider nicht mehr, wo ich es gelesen habe ... aber ich bin
Punktegeber aus Leidenschaft geworden. Auch hier ist der
Effekt des Sichtbarmachens am Werk. Kaufen Sie sich bunte
Klebepunkte im Schreibwarenhandel.
Ich
verrate Ihnen mal noch ein Ziel von mir: Ich wollte regelmäßig
in Sport gehen, idealerweise hatte ich mir dreimal pro Woche
vorgestellt. Nachdem ich ewig nichts gemacht habe, bin ich
auf die Punkte gekommen. Ich habe mir also immer, wenn ich
in Sport war, hinterher einen Punkt in meinen Kalender (den
ich täglich benutze) geklebt. Ganz stolz war ich!
Wenn ich aber Wochen drin hatte, wo ich nur einmal oder
gar überhaupt nicht war, konnte ich SEHEN, dass ich
meine eigenen Ziele nicht verfolgte. Und das stachelte meinen
Ehrgeiz an.
Mittlerweile
bin ich seit drei Jahren sehr zufrieden mit dem regelmäßigen
In-Sport-gehen und trete jetzt schon im Ehrgeiz gegen mich
selbst an: indem ich die Letzte-Jahres-Punkte parallel zu
den Diese-Jahres-Punkte klebe. Das hilft mir wiederum doppelt:
Wenn ich aktuell keine Lust habe in Sport zu gehen, aber
sehe, dass ich im letzten Jahr sehr fleißig war, lasse
ich mich nicht so hängen. Wenn ich aber sehe, dass
ich letztes Jahr nur einmal war, freue ich mich doppelt,
dass ich heuer schon dreimal war.
Wichtig
ist immer:
Finden Sie eine Methode für sich, die Sie unterstützt
nicht eine, die Sie unter Druck setzt. Das Verfolgen
und Erreichen von Zielen sollte immer Spaß machen!
Auf
Eis legen
Wenn
Sie momentan keine Zeit, kein Geld, keinen Nerv für
bestimmte Ziele haben, legen Sie sie freundlich und bewusst
auf Eis. Dann quält sie nichts im Hinterkopf.
Eine
frühere Kollegen hat ein kleines Büchlein mit
ihren Zielen geführt. Eine wunderbare Sache, die ich
gleich begeistert für mich übernommen habe:
Besorgen
Sie sich ein schönes, leeres Buch im Schreibwarenhandel
und notieren Sie dort Ihre Pläne, Ziele. Wenn Sie etwas
erreicht haben, versehen Sie es mit einem Vermerk und dem
Datum. Wenn Sie etwas noch nicht weiterverfolgt haben, ist
es auch nicht schlimm: Es hat ja seinen Platz im Zielebuch.
So geht Ihnen nichts verloren.
Und
es entsteht mit der Zeit ein schönes Album darüber,
was Sie noch machen möchten und was Sie schon
alles erreicht haben.
Viel
Erfolg!
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