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| Selbst-Check:
Sind Sie ein guter Kollege/eine gute Kollegin? |
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von
Christine Öttl
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In den
vergangenen zwanzig Jahren hatte ich - zuerst als Personalverantwortliche
und dann als Coach - unzählige Male die Gelegenheit,
verschiedensten Menschen, vor allem Bewerbern, die Frage
zu stellen: "Was ist Ihnen im Job am wichtigsten?"
Und
alle haben, zumindest bisher, meistens sehr schnell und
ganz spontan gute Kollegen oder Kollegialität als eine
der wesentlichen Voraussetzungen genannt, um gerne in die
Arbeit zu gehen.
Ich
finde es grundsätzlich sehr wichtig, allgemeinen Aussagen
und Begriffen auf den Grund zu gehen und Themen aus mehreren
Perspektiven zu betrachten: Denn erst dann wird es wirklich
interessant und kommt man zu hilfreichen Erkenntnissen,
die tatsächlich Auswirkungen auf das richtige Leben
haben.
Deshalb
stelle ich immer tiefergehende Fragen und eine Frage, die
"eigentlich" auf der Hand liegt, bringt meine
Gesprächspartner regelmäßig ins Grübeln
oder gar richtig ins Schwitzen: "Ja, auch für
mich ist gute Kollegialität wahnsinnig wichtig. Bitte
sagen Sie mir doch mal, inwiefern Sie selbst eine gute Kollegin/ein
guter Kollege sind? Warum würde ich gerne mit Ihnen
zusammenarbeiten?"
"Ähhh
Gute
Frage!
"
Dabei
ist es so spannend und von zentraler Bedeutung, sich selbst
möglichst gut zu kennen: Nicht nur, um sich bei Bewerbungsgesprächen
und anderen "Verhandlungen" souverän und
stark präsentieren zu können, sondern auch, um
ein gesundes Selbstwertgefühl aus dem Wissen um die
eigenen Qualitäten zu gewinnen und zu pflegen und um
die weniger starken Seiten bewusst auszugleichen.
Wenn
Sie Ihre Kollegialität auf den Prüfstand stellen
möchten, können Sie so vorgehen:
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Schritt
1: Definieren Sie, was gute Kollegialität für Sie
persönlich bedeutet. |
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- Was
macht Ihrer Meinung nach einen guten Kollegen/eine gute
Kollegin aus? Zählen Sie mindestens 5 Qualitäten
auf, die Ihnen wichtig sind.
- Konkretisieren
Sie dann, was Sie damit genau meinen. Wie äußert
es sich, wenn jemand "hilfsbereit, tolerant, kommunikativ"
usw. ist? Was tut bzw. unterlässt so jemand?
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Schritt
2: Schätzen Sie sich selbst in puncto Kollegialität
ein, indem Sie Ihre eigenen Kriterien zugrundelegen. |
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- Inwiefern
sind Sie selbst eine gute Kollegin/ein guter Kollege? In
welchen Punkten erfüllen Sie Ihre Erwartungen an andere?
- Wo
sind Sie in Sachen Kollegialität noch nicht mit sich
zufrieden? Inwiefern möchten Sie in Zukunft ein besserer
Kollege/eine bessere Kollegin sein?
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Hier
nur drei Beispiele dafür, was auf der "Kollegialitäts-Liste"
stehen könnte:
-
das eigene Aufgabengebiet voll im Griff haben
(z. B. die eigenen Aufgaben zuverlässig, termingerecht
und gut erledigen, nur ausnahmsweise auf Unterstützung
anderer angewiesen sein, Defizite aus eigenem Antrieb ausgleichen
usw.)
-
vertrauenswürdig und loyal sein
(z. B. nur Versprechen machen, die man einhalten kann und
will, sich an Zusagen halten, sich melden, wenn man Hilfe
braucht oder etwas falsch gemacht hat, nie Vertrauliches
weitersagen, sich nicht dazu verleiten lassen, über
andere herzuziehen, usw.)
-
offen kommunizieren
(z. B. Interesse an der Arbeit anderer zeigen, auf andere
zugehen und das Gespräch suchen, sich auf echte Dialoge
einlassen und nicht einsilbig antworten, Fragen stellen
und aktiv zuhören, positives Feedback geben, Dinge
ansprechen, die man nicht so gut findet und gerne verändern
möchte, usw.).
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