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Routinearbeiten gut erledigen
  von Christine Öttl
   

Viele empfinden Routinearbeiten als lästiges, aber notwendiges Übel. Schieben sie vor sich her, solange es irgendwie geht und erledigen sie lustlos oder gar mehr schlecht als recht. Das muss aber nicht so sein!

Mit der richtigen Einstellung, Selbstdiszipin und Übung ist es möglich, auch die vermeintlich langweiligsten und anspruchslosesten Aufgaben gut und gerne auszuführen.

 

Auf die Sichtweise kommt es an!

Wie Sie über Routineaufgaben denken, spielt eine fundamentale Rolle und beeinflusst Ihren Motivations- und Lustpegel enorm. Wenn Sie sie als langweilig, überflüssig, notwendiges Übel, unter Ihrer Würde, nicht wichtig usw. abwerten, brauchen Sie sehr viel Energie (bzw. sehr viel Druck von außen), um sich aufzuraffen und sie über die Bühne zu bringen. Deshalb ist es klug, sich eine andere und hilfreichere Sichtweise anzueignen.

Nehmen Sie sich Zeit, um ausführlich über Ihre Routinearbeiten nachzudenken und möglichst viel Klarheit darüber zu gewinnen, welchen Sinn diese Aufgaben machen und welche Bedeutung sie für das Ganze haben.


Übung: Wie wichtig sind meine Routinearbeiten?

Eine einfache und sehr gute Möglichkeit, um die Bedeutung und Tragweite der Routinearbeiten zu erkennen, ist folgende Frage:

- Was würde passieren, wenn diese Arbeiten gar nicht erledigt würden?

Überlegen Sie ganz genau, welche Auswirkungen das sofort und langfristig hätte (für Sie selbst und Ihre Arbeit, für Kollegen, für Kunden, für die Zusammenarbeit und das Arbeitstempo, für das Image des Unternehmens nach außen usw.). Oft wird einem erst nach einer intensiven Analyse so richtig klar, wie wichtig es ist, dass die Routinearbeiten regelmäßig und gut erledigt werden.

 

Clever an Routinearbeiten herangehen

Eine konstruktive Einstellung den Routinearbeiten gegenüber zu pflegen ist die beste Voraussetzung, um sie regelmäßig zu erledigen und so erfreulich wie nur möglich zu gestalten. Hier ein paar Anregungen, wie Sie das machen können:


- Routinearbeiten als Taktgeber nutzen

Überlassen Sie es nicht dem Zufall, wann Sie Ihre Routineaufgaben erledigen ("Mache ich, wenn mal zwischendurch Luft ist."), sondern planen Sie sie gezielt und sinnvoll ein.

Sie könnten dafür jeden Tag eine bestimmte Zeit reservieren (z. B. die halbe Stunde vor der Mittagspause oder vor Feierabend) oder sie als Lückenfüller für Zwischendurch einplanen. So können Sie Ihre Routinetätigkeiten ganz bewusst nutzen, um mehr Struktur und Abwechslung in Ihren Arbeitstag zu bringen.


- Routinearbeiten als "Erholungsinsel" nutzen

Die meisten Routineaufgaben müssen zwar sehr sorgfältig und genau erledigt werden, stellen aber keine hohen Ansprüche an Kreativität und abstraktes Denkvermögen. Genau deshalb eignen sie sich sehr gut als Ausgleich zu intensiver Kopfarbeit, anstrengenden Besprechungen usw.

Erleben Sie die praktische Arbeit ganz bewusst als Gegenpol zur intellektuellen Anstrengung, konzentrieren Sie sich darauf und erledigen Sie sie ruhig und ganz bewusst.


- auch bei Routinearbeiten: immer besser werden

Ja, auch bei Routinearbeiten ist es möglich und sinnvoll, sich selbst Ziele zu setzen und die eigene Leistung zu verbessern.

Das könnte sein: immer mehr in einer bestimmten Zeit schaffen, überlegen, wie man sich die Arbeit erleichtern und wie man sie effektiver gestalten kann, sich von anderen Tipps holen, an der eigenen Einstellung Routinearbeiten gegenüber arbeiten und sich immer leichter motivieren, die Aufgaben besser in den Arbeitstag integrieren usw.

 

Tipp: den inneren Dialog steuern

Sobald Ihnen negative Gedanken (z. B. "Wie langweilig! Das ist ja öde! Warum muss ich das machen, ich habe doch viel Wichtigeres zu tun?!? Mann, noch nicht einmal die Hälfte geschafft!" usw.) durch den Kopf schießen, ist es wichtig, dass Sie sich ihnen nicht ausliefern und sich nicht hineinsteigern.

Sondern sie wahrnehmen und ganz gezielt ein "mentales Gegenmittel" einsetzen. So können Sie beim Gedanken "Mann, wie öde!"

1. bewusst registrieren, was in Ihnen passiert ("Aha, jetzt denke ich, dass das total öde ist.")

und

2. sich selbst sagen: "Ja, es ist vielleicht öde, aber ich mache jetzt trotzdem weiter und bringe es zu Ende!"


Sich selbst an die Hand zu nehmen und Routineaufgaben diszipliniert durchzuziehen, lohnt sich: So erledigen Sie nicht nur regelmäßig, was zu tun ist, und haben Ihre Arbeit im Griff. Sondern Sie fühlen sich auch gut, weil Sie sich selbst motivieren und disziplinieren können - anstatt Ihnen nicht so Angenehmes einfach aufzuschieben.

   
   
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