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Den eigenen Schreibtisch im Griff
  von Christine Öttl
 
Keine Sorge: Dies ist kein Plädoyer dafür, dass alle "Volltischler" zu "Leertischlern" mutieren und an allen Arbeitsplätzen makellose Ordnung herrschen soll. Denn das ist schlicht und einfach nicht realistisch. Allerdings ist ein gewisses Maß an Struktur und Aufgeräumtheit schon sinnvoll - um sich selber die Arbeit zu erleichtern, wichtige Dinge nicht verschütt gehen zu lassen und nicht dauernd auf der Suche nach irgendwas zu sein. Ein gewisses Maß an Ordnung ist einfach Voraussetzung, um den Überblick zu bewahren, schnell und gut zu arbeiten - und auch das Umfeld (den Chef und die Kollegen) erkennen zu lassen, dass man durchblickt und die Dinge unter Kontrolle hat.

Als weiteres gewichtiges Argument lässt sich noch anführen, dass die allermeisten Leute im Team arbeiten und auf jeden Fall im Urlaub oder bei Krankheit durch andere vertreten werden: Nur wenn man an Ihrem Arbeitsplatz durchblickt, werden die Kollegen Sie gerne vertreten und in Ihrer Abwesenheit gute Arbeit leisten.

 

Wichtige Arbeitsmittel parat halten

Es ist sinnvoll und absolut hilfreich, die diversen Dinge in und auf Ihrem Schreibtisch (Stifte, Terminkalender, Papier, Schere und was Sie alles brauchen) so zu organisieren, dass Sie immer schnellen Zugriff darauf haben - z. B. auch, wenn Sie telefonieren. Oder welchen Eindruck haben Sie von Leuten, die erstmal nach Papier und Stift suchen müssen, um Ihre Nachricht notieren zu können?
Am besten lassen Sie nur das auf dem Schreibtisch, was Sie häufiger benötigen, und ordnen den Rest in den Schubladen. So haben Sie auch mehr Arbeitsfläche zur Verfügung und müssen nicht ständig Platz schaffen.

 

Von Hilfsmitteln profitieren

Halten Sie Ihre Schreibfläche von all den Dingen frei, die Sie anderweitig unterbringen können: zum Beispiel auf einer Pinwand/Magnetwand oder in Eingangskörben/-schalen usw. Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, um Dinge sinnvoll zu verstauen.
Ein Tipp zu Pinwänden und dergleichen: Es ist sehr hilfreich, hier eine gewisse Struktur reinzubringen und nach Hauptthemen zu sortieren (z. B. Termine, Preise, Telefonnummern oder was auch immer für Sie relevant ist - anstatt die Zettel "einfach so" anzupinnen.

 

Stapel im Griff behalten

Es lässt sich offenbar kaum vermeiden, dass Stapel entstehen. Was sich aber sehr wohl vermeiden lässt, sind undifferenzierte Berge, die vor sich hinwachsen, Ihnen die Arbeit und das Leben schwer machen und - als wäre das nicht schon schlimm genug - nicht gerade das beste Licht auf Sie werfen.
Eine einfache und sinnvolle Struktur (die natürlich jeder für sich selbst bestimmen muss) ist Gold wert und äußerst nützlich. Anstatt alle möglichen Dinge unsortiert auf einen Stapel zu legen, können Sie von vornherein die wichtigsten Kategorien festlegen (z. B. Post, Zeitschriften, Anfragen von Kunden, Rechnungen oder was auch immer für Sie relevant ist) und so eine für Sie sinnvolle Gliederung und Ordnung reinbringen. Mit einem einzigen Handgriff sortieren Sie so schon vor - was den Durchblick erhält und Ihnen später die Arbeit (vor allem, wenn Sie etwas Spezielles suchen) deutlich erleichtern wird.

 

Kleine Dinge gleich erledigen

So mancher Stapel entsteht und wächst nur, weil kleine Dinge beiseite gelegt und auf später verschoben werden. Anstatt das Fax, in das Sie bestimmte Angaben eintragen sollen, auf einen Stapel zu legen, könnten Sie die nötigen Infos sofort ergänzen und zurückfaxen. Statt eine Notiz zu machen, dass Sie den und den anrufen sollen, könnten Sie es auch gleich tun (vorausgesetzt natürlich, dass es zu dem Zeitpunkt auch sinnvoll ist). Anstatt eine Zeitschrift beiseitezulegen, um sie später auf mögliche interessante Artikel durchzublättern, könnten Sie es gleich tun, die relevanten Texte rausnehmen und sich für die Zugfahrt oder das Wochenende vornehmen. Viele kleine Handgriffe kann man sinnvollerweise sofort und zwischendurch erledigen - dann sind sie vom Tisch und müssen nicht "mitgezogen" werden.

 

Sich an Ordnungs-Regeln halten

Wenn es in Ihrem Unternehmen/Team bestimmte Regeln gibt, wie der Arbeitsplatz zu organisieren ist, dann müssen Sie sich unbedingt daran halten. Nicht nur aus Respekt vor geltenden Regeln, sondern auch und vor allem, weil diese ja nicht von ungefähr kommen, sondern aus gutem Grunde und zum Wohle aller eingeführt worden sind.
Sollten Sie eine bessere Idee haben, dann behalten Sie diese nicht für sich und setzen Sie sie auf keinen Fall "im stillen Kämmerlein" einfach um: Machen Sie sich klar, welche Vorteile Ihre Idee im Vergleich zur bisherigen Vorgangsweise hat und welche Einwände dagegen kommen könnten. Bereiten Sie sich gut vor und präsentieren Sie Ihren Vorschlag der/den entsprechenden Personen. So zeigen Sie nicht nur Interesse, sondern auch Eigeninitiative und Kreativität.

 

Aufgeräumter Arbeitsplatz vor dem Urlaub

Auch wenn Sie viel zu tun haben und gerade die letzten Tage vor Ihrem Urlaub anstrengend und hektisch sind: Es ist ein absolutes Muss, einen geordneten Arbeitsplatz zu hinterlassen, damit Ihre Vertretung sich auch zurecht findet. Am besten besprechen Sie sich kurz mit Ihrem Kollegen/Ihrer Kolleging und zeigen, wo sich was befindet, welche Vorgänge offen sind, was noch zu bearbeiten ist usw. So beweisen Sie nicht nur, dass Sie Ihre Dinge im Griff haben, sondern auch, dass Sie Ihre Kollegen respektieren und alles für eine gute Zusammenarbeit tun.

 

Und hier noch ein paar Vorschläge, wie Sie durch regelmäßige Aktionen den Durchblick wieder herstellen können - je kürzer die Abstände, umso weniger aufwändig ist die Sache natürlich:

· kurze Aufräumaktion als tägliches Feierabend-Ritual

· regelmäßig, z. B. am Ende der Woche/des Monats aussortieren und Dinge wegwerfen (Das gilt auch für Ihre Pinwand, damit sie nicht überquillt und selbst zum Chaos wird. )

· eine gezielte Aufräumaktion, wenn die Stapel eine gewisse Höhe erreicht haben, um einen Berg nach dem anderen abzubauen

 

   
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