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Wohl
die meisten kennen das aus eigener Erfahrung: Man fühlt
sich von jemandem nicht richtig oder gar unfair behandelt
und hat den Eindruck, falsch beurteilt und in eine bestimmte
Ecke gedrängt zu werden.
Ganz
automatisch kommen einem dann Gedanken wie "Ich weiß
gar nicht, warum XY so mit mir umspringt, so über mich
redet, mir diese Hindernisse in den Weg legt
Als
ob ich
wäre: Aber das bin ich doch überhaupt
nicht! Aber XY sieht das einfach nicht. Er/sie hat mich
vom ersten Tag an in eine Schublade gesteckt und ich habe
einfach keine Chance, da jemals wieder rauszukommen!"
Ja,
solche Erlebnisse sind schwierig und schmerzhaft. Und meiner
Meinung nach ist es angemessen und hilfreich, als Allererstes
diese negativen Gefühle und Gedanken in sich selbst
zuzulassen und bewusst zu erleben ("Ja, ich bin total
frustriert und sauer auf XY, weil sie/er schon wieder
"
- "Es schmerzt mich wirklich sehr, dass
"
- "Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum
, und am liebsten möchte ich nie wieder mit ihr/ihm
zu tun haben!").
Ich
mache immer wieder, mit mir selbst und mit anderen, die
Erfahrung, dass man so eine bessere Startposition schafft,
um aktiv, verantwortungsvoll und kreativ an das Problem
herangehen zu können, als wenn man seine Gefühle
unterdrückt, sie sich nicht zugesteht oder/und sich
zu schnell in die Suche nach Lösungsmöglichkeiten
stürzt.
Erstmal Klarheit gewinnen!
Wichtig
ist natürlich, dass man nicht in dieser Phase steckenbleibt,
sondern, sobald man sich wieder etwas besser und stärker
fühlt, sich selbst an der Hand nimmt und möglichst
viel Klarheit über das gewinnt, was da passiert.
Hier
ein paar Anregungen, wie Sie vorgehen können:
- Machen
Sie sich klar, in welcher Schublade Sie zu stecken glauben
(z. B. "XY behandelt mich, als ob ich etwas schwer
von Begriff wäre" - "Mein Chef traut mir
viel zu wenig zu bzw. viel zu viel." - "Meine
Kollegen halten mich alle für langweilig und uninteressant.")
- Beschreiben
Sie anhand von konkreten Beispielen, wie Sie darauf kommen:
Was genau sagt oder tut bzw. unterlässt die andere
Person? Woraus schließen Sie, dass er/sie Sie in diese
Schublade gesteckt hat?
- Beschäftigen
Sie sich ein bisschen intensiver mit der anderen Person.
Überlegen Sie, ob diese sich nur Ihnen gegenüber
so verhält oder ob das mit anderen auch passiert. Wenn
Letzteres der Fall ist, stecken Sie vielleicht gar nicht
in einer Schublade, sondern geht es "nur" um eine
Eigenheit des Betroffenen.
- Überlegen
Sie, wie sich die Beziehung zwischen Ihnen und der anderen
Person grundsätzlich gestaltet. Ist eventuell mal etwas
Unangenehmes vorgefallen und steht seitdem zwischen Ihnen?
Falls ja, hat es vielleicht gar nichts mit Schubladendenken
zu tun, sondern mit der ungelösten Sache.
- Gehen
Sie von der Schublade aus, in die Sie sich gesteckt fühlen,
und machen Sie sich klar, wie Sie "eigentlich"
sind und deshalb auch von der anderen Person gerne gesehen
werden möchten.
- Nehmen
Sie sich selbst unter die Lupe und versuchen Sie so gut
es geht, sich von außen zu betrachten. Überlegen
Sie und beobachten Sie sich selbst ganz bewusst im Alltag,
um herauszufinden, ob und wie sehr Sie sich so verhalten,
wie Sie gerne wahrgenommen werden möchten.
Je klarer Sie sehen, umso besser ist Ihre Ausgangsbasis,
um zu den Schritten und Lösungsmöglichkeiten zu
kommen, die Ihrer ganz speziellen Situation und Persönlichkeit
wirklich angemessen sind.
Je nachdem,
was Sie herausfinden, werden Sie entweder die Sache auf
sich beruhen lassen und üben, lockerer damit umzugehen,
Ihr eigenes Auftreten und Ihre Kommunikation verbessern
oder Kontakt mit dem anderen aufnehmen, um ein Gespräch
zu suchen und die Sache zu bereden und zu klären.
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