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Wie Sie sich motivieren können, Unangenehmes anzupacken
  von Christine Öttl
 
Wenn es Ihnen auch so geht wie den meisten Menschen, dann kennen Sie das sehr gut aus eigener Erfahrung: Aufgaben und Tätigkeiten, die wir nicht mögen und die mehr oder weniger negative Gefühle in uns auslösen, schieben wir gerne auf die lange Bank.

Das ist zwar total menschlich und absolut nachvollziehbar und verständlich, macht aber letztendlich die Sache erst so richtig unangenehm: sowohl unter arbeitstechnischen Aspekten als auch ganz persönlich. Zum einen kann Unerledigtes die Arbeit behindern oder sich negativ auf die Zusammenarbeit mit anderen Menschen auswirken. Zum anderen kann es recht schnell zu einem "Berg" heranwachsen und wie das sprichwörtliche Damoklesschwert über einem hängen.

Ich habe schon viele Menschen kennengelernt, die ihrer "Aufschieberitis" zu Leibe rücken, indem sie sich zusammenreißen, mit viel Selbstdisziplin in den sauren Apfel beißen und das durchziehen, was leider getan werden muss. Für mich persönlich funktioniert dieser Weg nicht so gut, weil ich extreme innere Widerstände entwickle und wirklich leide, wenn ich mich unter Druck setze und mit Willenskraft zu etwas diszipliniere. Und das schlägt nicht nur auf mein Gemüt, sondern beeinträchtigt auch die Qualität der Ergebnisse.

Deshalb habe ich mir im Laufe der Zeit mein eigenes "Motivationsprogramm" erarbeitet, um auch die für mich unangenehmen Tätigkeiten regelmäßig und möglichst locker und zügig über die Bühne zu bringen.


Hier ein paar Beispiele dafür, was für mich hilfreich ist:

  Mir die positiven Auswirkungen vor Augen führen
  Wenn ich merke, dass ich einer Aufgabe aus dem Weg gehen und sie verschieben möchte, dann gebe ich diesem Impuls nicht einfach nach. Ich konzentriere mich auf das Positive und sage mir innerlich, dass ich nur gewinnen kann, wenn ich die Sache gleich anpacke und erledige. Ich rufe mir so lebhaft wie möglich in Erinnerung, wie gut es sich körperlich und emotional anfühlt, Aufgaben aktiv anzugehen und dann abhaken zu können. Der starke Wunsch nach diesem Zustand ist ein wirksames Gegenmittel gegen die unangenehmen Gefühle und mobilisiert meine Energie.
 

 

Mich selbst verpflichten

  Was mir zusätzlich dazu hilft, ist eine starke Selbstverpflichtung, sprich ein für mich passender und motivierender Satz, den ich mir innerlich sage. Etwa: "Es ist für mich total wichtig, professionell und zügig zu arbeiten und mich wohl in meiner Haut zu fühlen. Und deshalb packe ich jetzt … an."
 

 

Mich aktiv an die Hand nehmen

  Manchmal reichen die beiden ersten Mittel nicht aus, um meine Vermeidungstaktik auszuschalten und aktiv zu werden. Dann gebe ich immer noch nicht klein bei, sondern nehme mich selbst an die Hand - freundlich und verständnisvoll, aber auch klar und mit Nachdruck. Am besten klappt es, wenn ich mir innerlich (oder auch laut) Sätze sage wie "Ja, ich weiß schon, dass ich gar keine Lust auf … habe. Das ist auch in Ordnung! Aber ich weiß, dass ich es trotzdem tun kann und mich danach super fühlen werde." Und gleichzeitig langsam und bewusst mit dem anfange, was es zu tun gibt.
 

 

Es nur mal kurz versuchen

  Ganz selten passiert es mir, dass ich dann immer noch nicht in die Gänge komme. In diesen Fällen ist es am aussichtsreichsten, wenn ich den Vorschlag mache, pro forma anzufangen und es 5 oder 10 Minuten lang zu versuchen - mit der Option, die Tätigkeit dann abzubrechen, wenn es wirklich nicht geht. Normalerweise merke ich nach kurzer Zeit, dass alles gar nicht so schlimm ist oder sogar richtig Spaß macht …
 

 

 

Vielleicht möchten Sie das eine oder andere mal selbst ausprobieren, wenn wieder mal etwas nicht so Angenehmes ansteht. Ich kann es aus persönlicher positiver Erfahrung nur empfehlen, sich selbst freundlich an die Hand zu nehmen und bewusst zu motivieren.

   
   
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