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Der
Jahreswechsel ist für viele Leute ein Anstoß,
um auszumisten und Ordnung zu schaffen. Doch auch ohne den
Kalender hat wohl jeder mehr oder weniger den Wunsch (oder
das schlechte Gewissen), mal so richtig zu entrümpeln.
Endlich mal alte Papiere aussortieren und wieder Platz schaffen.
Den bedenklich hohen Ablagestapel tatsächlich mal abzuheften
oder wegzuwerfen. Und was ist überhaupt in dem Schrank
da drüben?
Ich
habe schon seit dem Sommer immer mal wieder hie und da etwas
weggeworfen - Ende des Jahres packte mich jedoch so richtig
die Lust, das mal wirklich richtig zu tun. Nachdem mir dann
unabhängig voneinander zweimal in einer Woche noch
das Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags"
empfohlen wurde, musste ich es mir natürlich ansehen.
Und was soll ich Ihnen sagen? Ich habe sage und schreibe
vier Tage lang exzessiv "ausgemistet".
Was
ist Krempel eigentlich?
Ausmisten
ist eigentlich ein unschönes Wort. Denn es hat so den
Touch von "Müllhalde". Dabei ist der wahre
Krempel ja gar nicht unbedingt etwas, das man schon lange
mal entsorgen sollte (wie etwa Altpapier oder der Sperrmüll
im Keller): Es geht um den nicht unbedingt sichtbaren Krempel.
Geschenke, die nett gemeint waren, die man aber nie benutzt,
sondern nur rumstehen hat. Gegenstände, die einem früher
gut gefallen haben, man jetzt aber gar nicht mehr so toll
findet. Kleidung, die man wirklich nienienie anzieht. Alles,
was sich in Schränken, Schubladen, Ordnern verbirgt
- aber tatsächlich aussortiert werden könnte.
Meine
Wohnung hat etwa 60 qm und kaum Schränke. Man könnte
meinen, dass sich schon alleine dadurch wenig ansammelt.
Weit gefehlt! Ich habe locker ein Dutzend Müllsäcke
entsorgt. Die Hälfte davon waren Papiere, die sauber
in Ordnern und Stehsammlern ihr Dasein fristeten.
Natürlich habe ich exzessiv Dinge "losgelassen".
Also ohne Rücksicht auf Verluste Tschüss gesagt
und mich von allen möglichen Sachen getrennt.
Nicht alles landete natürlich im Müll. Einiges
ist einfach zu schade - und wenn andere sich drüber
freuen können: Wunderbar.
Doch zum "Wohin mit dem Zeug" kommen wir gleich
weiter unten noch.
Platz,
Energie und Erinnerungen
In dem
schon zitierten Feng-Shui-Gerümpel-Buch argumentiert
die Autorin neben praktischen Gesichtspunkten (Räume,
die aufgeräumt sind, putzen sich schneller etc.) schwerpunktmäßig
mit dem Energiefluss.
Auch wer sich mit Feng Shui nicht näher befasst oder
eher skeptisch ist, kann es sehr gut nachfühlen: Volle
Schränke und Regale, herumstehende Kisten und Gegenstände
können ganz schöner Ballast sein. Ganz zu schweigen
davon, dass man in Platznöte kommt, wenn man alles
hortet.
An einen
weiteren Aspekt denkt man nicht unbedingt sofort: An die
Erinnerungen, die man mit bestimmten Dingen verbindet. Sie
haben vielleicht ein Bild an der Wand, das Sie mit Ihrem
Ex-Partner gekauft haben. Leider sind Sie mittlerweile total
sauer auf den/die - die einst schöne Erinnerung ruft
mittlerweile negative Gedanken wach.
Genauso wie man sich bei schönen Geschenken gern an
die schenkende Person erinnert, die man mag - so hat es
umgekehrt natürlich auch gedankliche und emotionale
Auswirkungen: Wenn man sich mit etwas umgibt, das einem
gar nicht so schöne Gefühle beschert.
Ein
guter Rat ist es, sich alles, was man in der Wohnung hat,
mal ganz bewusst anzusehen und sich zu fragen: Ist mir das
wichtig? Habe ich es gern um mich? - Oder ist es etwas,
das nur so rumsteht? Das ich vielleicht nie wirklich gemocht
habe?
Wo
anfangen?
Wer
die Krise hat und gar nicht weiß, wo anfangen, für
den ist entsprechende Literatur sicher hilfreich. Neben
dem empfohlenen Feng-Shui-Ausmist-Buch gibt es zahlreiche
andere Bücher zu diesem Thema. Stöbern Sie einfach
mal in der Buchhandlung.
Wer
praktischer Natur ist, kann einfach mit den Kleinigkeiten
anfangen: Alles, von dem ohnehin klar ist, dass es weg kann,
gleich in den Müll oder weitergeben (siehe nächster
Punkt).
Als
ich mit dem Ausmisten begonnen habe, wurde es ein richtiges
Fieber: Morgens aufstehen - während der Kaffee kocht,
direkt den Hängeschrank durchforsten, was weg kann.
Im Bad gleich mal eine Schublade aufziehen und wieder ein
paar Dinge in den Müll.
Wenn
Sie die viele Arbeit scheuen (und das ist es natürlich
schon!), sollten Sie sich vorher Gedanken darüber machen,
mit welcher Taktik Sie es sinnvoller durchziehen:
- Entweder
immer mal ein bisschen, dafür länger brauchen,
aber auch wirklich dranbleiben!
- Oder
eine Hau-Ruck-Aktion: Lieber geballt und alles auf einmal.
Übrigens:
Man kann auch wunderbar neben dem Musikhören oder Fernsehen
sein Altpapier zerreißen oder Schubladen aussortieren.
Wichtig:
Kaufen Sie sich zum Auftakt gleich zwei Rollen Müllsäcke!
Wohin
mit dem Zeug?
* In
die Mülltonne
Aus
Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Die Mülltonne ist Ihr
Freund! - Bei einer ernsthaften Ausmistaktion ist es nicht
gut zu hadern. Bei allem "Eigentlich ist es zu schade,
um es wegzuwerfen" zu sagen, führt nur dazu, dass
Sie das Zeug an anderer Stelle wieder verstauen.
Ihr Urteil über die Sache sollte eindeutig sein: Will
ICH das weiterhin haben. Ja oder nein?
Wenn Nein ist die Frage, ob Sie es sofort wegwerfen oder
ob Sie es weitergeben werden (aber dann auch zügig,
sonst landet es doch wieder im Schrank).
Ansonsten: Hau wech.
* verschenken
Haben
Sie Dinge, von denen Sie glauben, dass sich einer Ihrer
Bekannten/Freunde/Kollegen dafür interessieren könnte?
Dann fragen Sie sofort: Schicken Sie gleich eine E-Mail
oder rufen Sie an. Wenn Interesse da ist, gleich einen Termin
vereinbaren oder ausmachen, dass Sie es vorbeibringen oder
mit der Post schicken. Wenn die Person es dann doch nicht
möchte, kann sie damit machen, was sie möchte.
Hauptsache, Sie haben es weiter!
Denken
Sie auch daran, dass auch Fremde Ihr Geschenk gerne annehmen.
Vielleicht haben Sie schöne Stofftiere, die Sie einer
Kindergruppe oder einer Arztpraxis anbieten möchten.
Sie haben Spiele oder Kinderbücher, die Sie einem Krankenhaus
geben möchten? Fragen Sie telefonisch dort nach!
Oder
Sie haben gut erhaltene Möbel, die Sie einer städtischen
Einrichtung spenden möchten. Diese holen teilweise
sogar ab. Vor Jahren habe ich beispielsweise eine Sitzgruppe
verschenkt und einfach ein paar Jugendzentren durchtelefoniert:
noch in derselben Woche kamen zwei Leute mit Lkw vorbei
und haben sie dankbar mitgenommen.
Es gibt
Kleidersammlungen oder sonstige Sachspenden (z. B. alte
Brillen beim Optiker abgeben).
Bücher
können Sie in der Regel bei Büchereien abgeben:
Diese freuen sich meistens sehr über Bücherspenden
(vorher anfragen).
Inserieren
Sie im Wochenblatt, dass Sie Flohmarktkisten verschenken
oder Möbel etc. gegen Abholung vergeben. Oft gibt es
kostenlose Anzeigenblätter (z. B. Kurz & fündig,
Sperrmüll) etc.
* verkaufen
Wenn
Sie nicht wirklich eifriger Flohmarktgeher sind, vergessen
Sie bitte die Möglichkeit, Dinge "für den
Flohmarkt" aufzuheben. Das führt nur dazu, dass
Sie x Flohmarktkisten im Keller oder Speicher stehen haben,
die dann dort ihr Dasein fristen.
Wer ausmisten will, sollte es bis zum Schluss durchziehen
und nicht einfach den Lagerplatz verlegen.
Ein
paar Anregungen fürs Verkaufen:
- In
den Second Hand-Shop geben. Die gibt es mittlerweile nicht
mehr nur für Klamotten.
- Das
Internet nutzen: Über amazon.de lassen sich gebrauchte
Bücher, CDs, DVDs, Videos etc. als Privatperson verkaufen.
Man verkauft sehr gut, da man neben der Neuware gelistet
wird (auch nicht mehr erhältliche Bücher werden
dort noch gelistet). Es kostet etwas Aufwand für die
Eingabe und bei erfolgreichem Verkauf eine Provision für
amazon.de - Außerdem müssen Sie die Ware zur
Post bringen.
- Wer
kennt ebay.de nicht: per Online-Auktion können Sie
so gut wie alles loswerden. Nicht immer zu hohen Preisen.
Aber das sollte zweitrangig sein - in erster Linie wollen
Sie das Zeug ja weiterbringen. Und wenn Sie hinterher für
den Erlös auch noch Pizza essen gehen können,
ist das ein schönes Extra. Ebay kostet eine kleine
Einstellgebühr und Provision. Und wieder etwas Aufwand
durch den Versand.
* Sperrmüll rufen
Prüfen
Sie, ob in Ihrer Stadt oder Gemeinde der Sperrmüll
auch abholt. In München beispielsweise kann man den
Sperrmüll bequem per Online-Formular auf muenchen.de
bestellen: Man gibt ein, was man alles abgeholt haben möchte.
Abgerechnet wird pro angefangene Viertelstunde. Einige Wochen
später bekommt man telefonisch einen Termin.
Dann fährt das Sperrmüllauto vor und ein paar
Leute räumen ratzfatz den Sperrmüll aus Keller,
Speicher oder Wohnung.
Wer
also nicht selbst zum Sperrmüll fahren kann oder möchte,
kann das sperrige Zeug einfach abholen lassen. Sofort drum
kümmern, nicht auf irgendwann später verschieben!
Stoppt
den Krempel!
Sie
haben's geschafft? Toll! Freuen Sie sich drüber. Schieben
Sie vor allen Dingen dem Krempel einen Riegel vor. Also
nicht gleich wieder mit dem Stapeln und Horten anfangen.
Tipp:
Freunden und Bekannten sagen, was Sie künftig nicht
mehr haben möchten. Das klingt hart. Doch wenn Ihre
Umwelt denkt, Sie finden Nippes so schön, weil Ihre
Wohnung bisher voll davon war, dann können Sie sich
auf entsprechende Mitbringsel ja schon einstellen.
Meine
persönliche Erkenntnis, was mein Büro angeht:
Tod dem Stehsammler!
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