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... Sie finden den Gesprächspartner blöd
  von Gitte Härter
 
  Kennen Sie so Situationen, in denen Sie mit jemandem reden und denken: "So ein Schwätzer!" oder "Jetzt textet sie mich wieder zu." Vielleicht haben Sie Ihren Gesprächspartner ohnehin schon dick und Ihr inneres Urteil ist sogar noch um einiges schärfer.

Genau jetzt ist es wichtig, dass Sie sich innerlich wieder auf Spur bringen. Denn wenn Sie das nicht tun,

- vergiften Sie die Gesprächsatmosphäre, was sich auch auf Ihr Image auswirkt,

- verpassen Sie die Gelegenheit, das Gespräch aktiv und konstruktiv zu steuern - was dazu führt, dass es länger wird, dass Sie sich genau das, was Sie unmöglich finden, noch länger anhören müssen und nicht zum Punkt kommen,

- entwickeln Sie sich selbst nicht weiter! Es ist eine gute Sache, Ansprüche an sich selbst zu haben. Zum Beispiel: Ich gehe respektvoll mit anderen um. Ich möchte gut kommunizieren. Und solche Ansprüche gelten natürlich immer und nicht nur, wenn's Ihnen gerade passt :-)

 

  Wie geht das aber nun, sich innerlich auf die Spur zu bringen?
   
  Fokussieren Sie - mit einem innerlichen Selbstgespräch:
 

Sagen Sie sich in Gedanken: "Stopp! Jetzt konzentriere ich mich auf den Inhalt." Schneiden Sie sich praktisch innerlich das Wort ab, wenn Sie über den anderen urteilen oder abschweifen.

Haben Sie es mit einer für Sie schwierigen Person zu tun oder sagt der andere in Ihren Augen etwas so Dämliches, dass Sie es kaum ertragen können, dann atmen Sie bewusst tief durch und:

   
  Rufen Sie sich Ihren Anspruch in Erinnerung:
 

"Ich möchte (!) respektvoll mit anderen umgehen. Also lasse ich mich jetzt auf die Situation ein und arbeite daran, offen und höflich zu sein." - Seien wir ehrlich: Sie möchten auch nicht, dass andere, wenn sie mit Ihnen sprechen, gemein über Sie denken und nach außen hin heucheln.

Der Anspruch heißt nicht, dass Sie einfach die Situation passiv aushalten, sondern Sie sollen selbstverständlich aktiv werden und auch Ihren Standpunkt äußern - mit Rücksicht auf das Wie. Wenn Sie sehr emotional sind oder Sie sich durch Ihr Gegenüber provoziert fühlen, nützt es, zu wiederholen.

   
  Wiederholen Sie den Inhalt - wertfrei:
 

Gehen Sie niemals spontan und emotional auf etwas ein! Ein guter Trick (den ich selbst schon viele Male mit Erfolg genutzt habe) ist es, laut in eigenen Worten den Inhalt zu wiederholen und die Emotionen rauszulassen.

Nehmen wir an, Sie fragen eine Kollegin, ob sie die Aufgabe X schon fertig hat, und dann kommt erstmal ein Lamento: "Uah, was soll ich noch alles machen? Ich hab viel zu viel zu tun. Der Herr Meier will noch .... und für Ute soll ich noch ... und der Chef hat ... blablabla." Sie denken sich: "Oh no! Jetzt muss ich mir dieses Rechtfertigungsgejammer wieder anhören. Die sollte mal lieber arbeiten statt zu jammern, dann käme sie auch mit den Sachen klar." Das wäre nicht hilfreich, aber wenn Sie es schon so oft gehört haben, ist es verständlich, wenn Ihnen der Blutdruck steigt.

Nützlicher ist es, zu wiederholen und auf den Punkt zu kommen: "Du hast viel zu tun und kämpfst mit Terminen. Meine Aufgabe musst du nicht heute erledigen, dann hast Du eine Sache weniger. Ich brauche es bis Donnerstag. Kann ich mich darauf verlassen?"

Damit bleiben Sie höflich, nehmen die Kollegin dennoch in die Pflicht und entlasten sie sogar zeitlich (wenn das geht).

Und lernen Sie auch, die eine oder andere emotionale Aussage zu ignorieren. Es ist nie nützlich, alles auf die Goldwaage zu legen, auch wir selbst drücken uns manchmal ungeschickt oder "im Affekt" angreifend aus. Sie sind sehr viel souveräner, wenn Sie sich auf die Sache konzentrieren und wenn es absichtliche Provokationen sind, sich gar nicht erst drauf einlassen. Das macht das Leben leichter.

   
  Übernehmen Sie die Gesprächsführung:
 

Bleiben Sie immer aktiv: Stellen Sie Fragen, unterbrechen Sie Ihr Gegenüber ruhig höflich, wenn dieser abschweift oder zu sehr ausholt. Ergeben Sie sich nie passiv in ein Gespräch und schalten dann innerlich ab (oder ärgern sich). Zu einem gut funktionierenden Gespräch gehören immer zwei.

Stellen Sie Fragen nie als Selbstzweck: Je passiver sich Leute in ein Gespräch ergeben, desto mehr stellen sie auf Autopilot und stoßen durch Fragen dann oft unabsichtlich einen weiteren Redeschwall an. Jede Frage soll dem Verstehen dienen und das Gespräch zum Ergebnis lenken.

 

 

Das gilt natürlich ganz genauso, wenn Sie schlichtweg unaufmerksam sind und sich während eines Gesprächs dabei ertappen, zu überlegen, was Sie gleich noch alles tun müssen oder was Sie heute noch einkaufen wollen.

Probieren Sie's aus - und wenn es Ihnen nicht auf Anhieb glückt, macht das gar nichts: Alles ist Übungssache ... auch Selbstmanagement und Kommunikation.

 

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