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"Bin ich froh, dass Sie da sind. Ich kenne hier sonst
keinen, am besten wir setzen uns gleich zusammen!"
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"Wenn du nicht wärst, dann wüsste ich nicht,
was ich tun sollte! Ich genieße unsere wöchentlichen
Telefongespräche so, da kann ich mich richtig aussprechen."
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"Hallo, Frau Nachbarin, genießen Sie auch die
Sonne? Wissen Sie was: Ich habe gerade Kaffee aufgesetzt
und leiste Ihnen Gesellschaft."
Natürlich ist an diesen Beispielen gar nichts auszusetzen,
sofern Sie sich damit wohl fühlen. Doch wenn Sie es
mit jemandem zu tun haben, der sich ungefragt an Sie klettet,
den Sie nicht andauernd um sich herum haben möchten,
dann wird das schnell zum Problem.
Tipps
zu mehr Gelassenheit im Umgang mit Kletten:
Kletten
wünschen sich Gesellschaft. In vielen Situationen auch
aus der eigenen Unsicherheit heraus. Und das ist durchaus
verständlich. Die meisten Menschen fremdeln beispielsweise
in einer ungewohnten Umgebung: Da ist man einfach froh,
ein bekanntes Gesicht zu sehen.
Manchmal
kommt es auch vor, dass ein anderer die Beziehung falsch
einschätzt: Für Sie ist die Nachbarin eben nur
die Nachbarin, mit der Sie höflich ein paar Worte wechseln
und hin und wieder einen Kaffee trinken. Die Nachbarin aber
hat Sie zur Freundin erkoren!
Oder
Sie haben ein ausgefülltes Leben und viele Menschen
um sich herum, der andere hat einen sehr viel eingeschränkteren
Freundeskreis und darum sind Sie eine wichtige Säule
in seinem Leben. In vielen Fällen geht es um ehrliche
Zuneigung, die man nicht immer im gleichen Maß und
mit dem gleichen Bedürfnis an Miteinander empfindet.
Übrigens:
Selbst jemand, der Sie nur als Statist braucht, beispielsweise
um irgendjemanden zum Reden zu haben, hat das Bedürfnis
nach Gesellschaft. Das verändert das Ergebnis nicht,
aber es erleichtert den Umgang, weil man weitaus weniger
angenervt ist, wenn das Motiv so ein menschliches Bedürfnis
ist.
Strategien,
wie Sie mit der Klette umgehen können:
Nur,
weil Sie verstehen, was im anderen vorgeht, heißt
das natürlich nicht, dass Sie sein Verhalten aushalten
müssen. Im Gegenteil! Bitte hören Sie immer auf
Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse und machen
Sie Kompromisse nur dann, wenn Sie sich damit auch wohlfühlen.
Bevor
wir uns ansehen, wie Sie mit Kletten umgehen können,
hier einige Tipps, was Sie auf keinen Fall tun sollten:
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sich totstellen: So zu tun, als seien Sie verreist,
oder sich einfach nie mehr melden und hoffen, dass der andere
merkt, dass er unerwünscht ist, ist keine Art: zum
einen ist es sehr unhöflich und verletzend, zum anderen
ist es für Sie selbst nervig. Denn wenn Ihre "Klette"
nicht weiß, woran sie ist, wird sie verstärkt
versuchen, Sie zu erreichen.
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Ausreden erfinden: Heute können Sie nicht, weil
Sie Kopfweh haben. Dann ist die Tante gestorben. Am Freitag
ist das Fußballspiel des Sohnes. - Machen Sie das
nicht! Sie verstricken sich in Lügen, was ohnehin absurd
ist, denn man sollte nicht lügen, um seine Bedürfnisse
heimlich durchzusetzen. Zum anderen schränken Sie sich
ein. Am Ende gehen Sie Freitag abends nicht Eis essen, weil
Sie ja laut Alibi auf dem Fußballplatz sein sollten
...
Reden
Sie immer Klartext. Freundlich. Aber unmissverständlich.
Ich habe die Beispiele so gewählt, dass Sie sie auf
unterschiedliche Situationen anpassen können: Manchmal
möchte man sich komplett ausklinken, manchmal aber
einfach nur etwas den Kontakt reduzieren - oder von Mal
zu Mal entscheiden.
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"Bin ich froh, dass Sie da sind. Ich kenne hier sonst
keinen, am besten wir setzen uns gleich zusammen!"
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"Schön, dass Sie auch hier sind, Herr Huber. Für
mich sind diese Netzwerkveranstaltungen sehr wichtig, weil
ich viele kenne und zusätzlich neue Kontakte mache.
Darum werde ich mich heute nicht zu Ihnen setzen. Sehr gerne
stelle ich Ihnen aber jemanden vor, um das Eis für
Sie zu brechen."
Sagen Sie immer die Wahrheit! Sie würden also nicht
sagen "Schön, Sie zu sehen", wenn Sie es
gar nicht schön finden, sondern es durch eine neutrale
Formulierung ersetzen ("Sie auch hier?!") oder
weglassen ("Guten Tag, Herr ...").
Achten
Sie im Beispiel auch auf das Angebot, dem anderen Starthilfe
zu geben. Damit ist ganz klar: Ich stelle Ihnen eine Person
vor, dann sind Sie wieder alleine. Nicht, dass er denkt,
Sie sind den ganzen Abend der Kontakte-Assistent.
Wenn
Sie sich mit so einer direkten Absage, auch wenn sie noch
so freundlich ist, unwohl fühlen, dann sagen Sie das
dazu: "Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht krumm, wenn
ich mich nicht zu Ihnen setze. Mir ist wichtig, diese Veranstaltungen
sehr gut zu nutzen und viele mir jetzt noch fremde Leute
anzusprechen."
Kommen
wir nun zu einem engeren, nicht immer erwünschten Kontakt:
- "Wenn du nicht wärst, dann wüsste ich
nicht, was ich tun sollte! Ich genieße unsere wöchentlichen
Telefongespräche so, da kann ich mich richtig aussprechen."
Wenn es jemand ist, an dem Ihnen auch liegt:
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"Das freut mich. Mir liegt auch viel an Dir. Ehrlich
gestanden ist es mir jedoch etwas viel, jede Woche so lange
zu telefonieren."
Wenn es jemand ist, der nur nervt:
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"Ich bin erleichtert, dass Sie die wöchentlichen
Telefonate ansprechen. Auch wenn es mich freut, dass Ihnen
unsere Gespräche so gut tun, so ist es mir ehrlich
gesagt so etwas zu eng. Wir arbeiten zusammen im Verein
und ich freue mich, dass es so gut klappt. Ich bin froh,
dass es Ihnen jetzt wieder besser geht, und ich möchte
gerne wieder zu unserem kollegialen Kontakt innerhalb des
Vereins zurückkehren."
Ich weiß, das klingt hart, insbesondere dann, wenn
Ihnen der andere sagt, wie viel Sie ihm bedeuten.
Doch
bitte halten Sie es aus, wenn der andere nun verletzt reagiert.
Sie können so eine Beziehung, bei der Sie jemand gegen
Ihren Willen als Freund oder Seelenmülleimer auserkoren
hat, nicht durch die Blume lösen. Sie können klare
und freundliche Worte finden. Auf diese Weise haben Sie
von Ihrer Seite konstruktiv die Beziehung geklärt.
Sehen
wir uns das Beispiel mit der Nachbarin an. Eine "Klette",
die sich selbst einlädt - ob in dieser nachbarschaftlichen
Konstellation oder ob es eine Arbeitskollegin ist, die sich
selbst zum Mittagessengehen einlädt ... Wichtig ist
immer, dass Sie bei der Wahrheit bleiben. Wenn die andere
Person total nett ist, sagen Sie ihr das, wenn nicht, lassen
Sie es natürlich wieder bleiben.
- "Hallo, Frau Nachbarin, genießen Sie auch die
Sonne? Wissen Sie was: Ich habe gerade Kaffee aufgesetzt
und leiste Ihnen Gesellschaft."
Wenn Sie in diesem Moment Lust auf einen Kaffee haben, willigen
Sie ein und bringen beim gemütlichen Zusammensitzen
die Zukunft zur Sprache:
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"Christiane, ich freue mich sehr, so eine nette Nachbarin
zu haben. Wir verstehen uns ja wirklich super, und es ist
schön, hin und wieder miteinander einen Kaffeeplausch
zu halten. Doch lassen Sie es uns doch bitte sporadisch
ausmachen und es wäre mir auch wohl, wenn wir uns jetzt
versprechen, dass wir uns auch ehrlich einen Korb geben,
wenn es uns gerade nicht passt. So dass keine von uns beiden
ein schlechtes Gewissen zu haben braucht, wenn ihr mal nicht
danach ist."
Wenn Sie heute nicht möchten, sagen Sie es:
"Das
ist sehr nett von Ihnen. Heute möchte ich gerne hier
in der Sonne liegen und in meinem Buch schmökern. Sehr
gerne ein andere Mal wieder! Das machen wir dann spontan
aus."
Wenn Sie nie mehr möchten, sagen Sie es auch:
"Das
ist nett von Ihnen, und ich freue mich, dass wir so einen
netten Kontakt zueinander haben. Das ist viel wert, nette
Nachbarn zu haben. Ich bin allerdings ein wenig eigenbrötlerisch,
darum seien Sie mir bitte nicht böse, wenn ich nicht
regelmäßig mit Ihnen Kaffee trinke."
...
selbstverständlich gelten diese exemplarischen Beispiele
für jede andere Klettensituation ganz genauso.
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