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Wer
wird schon gerne kritisiert oder auf Fehler hingewiesen?
Natürlich macht der Ton die Musik und kommt es auf
das Gegenüber und das jeweilige Thema an, aber schwierig
und unangenehm ist die Situation für jeden.
Es macht
einen riesigen Unterschied, ob Sie Kritik, weniger angenehmes
Feedback und verbale Angriffe als einen Anschlag auf Ihre
Persönlichkeit empfinden und sich deshalb entweder
beleidigt zurückziehen bzw. sofort zum Gegenangriff
übergehen. Oder ob Sie die Zügel in der Hand behalten
und der Sache auf den Grund gehen.
Entscheidend
ist, wie man grundsätzlich zu Kritik und negativem
Feedback steht. Die vielversprechendste und hilfreichste
Einstellung ist, dass man aus kritischen Bemerkungen immer
etwas lernen kann. Und die Überzeugung, dass derjenige,
der das Unangenehme anspricht, einen nicht fertig machen
will selbst dann nicht, wenn er sich im Ton vergreift.
Sehen
Sie Kritik als eine Chance, um:
- Fehler
auszumerzen und sich zu verbessern
- zu üben und immer souveräner zu werden
- sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln
Klar
ist das leichter gesagt als getan. Aber auch hier gilt:
Übung macht den Meister.
Hier
einige Anregungen, wie Sie sich in brenzligen Situationen
verhalten und Kritik als das nehmen können, was sie
sein sollte: eine Anregung zum Weiterkommen.
Ohren
auf und zuhören
Ihr
Ziel sollte immer sein, den anderen ausreden zu lassen und
wirklich nachzuvollziehen, was er Ihnen sagen will. Viele
Menschen können Ihrem eigenen Rededrang nicht widerstehen,
wenn Sie kritisiert werden. Doch erstens erfahren Sie dann
nicht wirklich, was der andere Ihnen mitteilen will. Und
zweitens heizt sich die Situation so nur noch mehr auf.
Bis
zehn zählen und Konzentration auf Atmung
Zugegeben:
Gerade wenn der Gesprächspartner sehr emotional ist,
kann man sich selber nur schwer bremsen. Ganz besonders
dann, wenn man sich unfair behandelt fühlt. Aber man
kann es, wenn man wirklich will und sich auf dieses Ziel
konzentriert. Eine gute Möglichkeit besteht darin,
langsam bis zehn oder zwanzig zu zählen und auf die
eigene Atmung vor allem tiefes Ausatmen zu
achten. So verhindert man, dem anderen ins Wort zu fallen,
Dinge zu sagen, die man später bereut, oder gleich
in die Defensive zu gehen, und bleibt ruhiger.
Nachfragen
und der Sache auf den Grund gehen
Geben
Sie sich nicht mit oberflächlichen Aussagen zufrieden.
Fragen Sie nach, um relevante Details zu erfahren, oder
wenn Ihnen etwas unklar ist. Sie werden sehen, dass allein
das mehr Ruhe und Klarheit in das Gespräch bringt.
Weil Sie Interesse zeigen, weil Sie die Situation nicht
emotional aufheizen, weil Sie so selber ruhig bleiben bzw.
ruhiger werden, was früher oder später auf Ihren
Gesprächspartner übergreift.
Die
Diskussion "vertagen", wenn es sinnvoll ist
Es gibt
Tage, an denen man einfach nicht in der Lage ist, eine schwierige
Diskussion zu führen. Und es gibt Themen, die sich
nicht auf die Schnelle besprechen lassen. Wenn das der Fall
ist: Zwingen Sie sich nicht selbst zu einem Gespräch.
Sagen Sie, dass Sie Zeit brauchen, um nachzudenken und Klarheit
zu gewinnen. Bitten Sie um Bedenkzeit und vereinbaren Sie
einen Gesprächstermin. Oft genug ist es sehr heilsam,
die Sache zu überschlafen.
Das
Gegenüber ernst nehmen
Nicht
vergessen: Auch für den, der das negative Feedback
ausspricht, ist die Situation in den allermeisten Fällen
unangenehm. Jeder weiß das aus eigener Erfahrung.
Wenn Sie aktiv zuhören anstatt zu unterbrechen und
zum Gegenangriff überzugehen, signalisieren Sie Kooperationsbereitschaft
und Interesse. Sie nehmen Ihr Gegenüber ernst und machen
ihm und sich selber die Sache leichter.
Fokus
auf Lösung
Gegenseitige
Schuldzuweisungen oder eine defensive Haltung bringen niemanden
weiter. Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, selbst
wenn Sie zu Unrecht oder im falschen Ton kritisiert werden.
Fragen Sie nach, welche Lösungsvorschläge Ihr
Gegenüber hat, und konzentrieren Sie sich selbst auf
Verbesserungsmöglichkeiten anstatt sich mit der Opferrolle
zu begnügen. Machen Sie Ihren Standpunkt bestimmt aber
freundlich und ruhig klar und vermeiden Sie Anklagen aller
Art.
Souverän
zu bleiben, auch in schwierigen Situationen, stärkt
das Selbstwertgefühl enorm. Das Selbstwertgefühl
trägt wesentlich dazu bei, wie erfolgreich und zufrieden
man durchs Leben geht. Abgesehen davon, dass die Fähigkeit,
konstruktiv mit Kritik umzugehen, als eine wichtige soziale
Kompetenz gilt und dazu beiträgt, wie sehr Sie als
Kollege und Mitarbeiter geschätzt werden.
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