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Da gibt
es so einige Pappenheimer unter unseren Geschäftskontakten,
die so viel zu tun haben, dass sie auf E-Mails einfach nicht
reagieren. Je nach Anliegen heißt das für uns
als Anfragende
- wir
warten auf eine Information, die wir zum Weiterarbeiten
brauchen,
- wir
haben (manchmal sehr schnell) eine Sache geliefert, die
nun scheinbar beim Empfänger rumliegt,
- wir
sind unsicher, ob eine Anfrage bearbeitet oder ein Auftrag
erledigt wird, und müssen spekulieren oder nachfragen,
- wir
schätzen dadurch den einen oder anderen Geschäftskontakt
als tendenziell unorganisiert oder sogar nicht besonders
verlässlich ein (obwohl das gar nicht der Fall sein
muss).
Schon
aus dieser kurzen Aufzählung erkennen Sie, dass einige
negative Aspekte für den Nichtreagierenden entstehen.
Vor allem provoziert und verstärkt er durch sein Verhalten
genau das, was sein eigentliches Problem darstellt: Zu viel
Arbeit hindert ihn daran sich zu melden (bzw. er/sie denkt,
dass die Zeit für eine kurze Antwort nicht da ist),
aber durch das Nichtreagieren entstehen wiederum Nachfragen
- und damit unnötige Mehrarbeit. Wenn es dumm läuft,
ist der Anfragende beim nächsten Mal sogar verärgert.
Wenn
Sie auch zu denjenigen gehören, die sich oft überlastet
fühlen oder im Arbeitsalltag einfach zu sehr hin- und
hergerissen sind und darum oftmals nicht von sich aus auf
eine Anfrage zurückkommen, dann kennen Sie diese Auswirkungen
zum Teil: Schon wieder eine Nachfrage! Wenn es um einen
Fall geht, der tatsächlich schon etwas zurückliegt,
verlieren Sie noch mehr Zeit, weil Sie sich selbst wieder
reinfinden müssen. Und wenn der Anfragende tatsächlich
verärgert ist, dann können Sie plötzlich
recht unschöne Begegnungen oder gar Reklamationen an
der Backe haben.
Die
Spirale von zu viel Arbeit und Stress wird dadurch nur noch
enger!
Zwischenbescheide
geben
Ganz
häufig ist der Grund für ein Nichtreagieren der,
dass man noch Informationen braucht oder auf eine Antwort
von jemand anderem wartet. Aus Ihrer Sicht ist die Sache
also in Bearbeitung - aber das weiß der Anfragende
ja nicht.
Das
ist die große Crux, warum man sich manchmal sogar
nicht genug anerkannt fühlt: Denn man selbst TUT ja
was!
Überlegen
Sie sich also in solchen Situationen immer, wie es dem Anfragenden
geht. Am besten versetzen Sie sich in dessen Situation:
Angenommen,
Sie schreiben eine E-Mail an einen Online-Versand, weil
Sie eine Rückfrage zu einer Bestellung haben. Und jetzt
kommt keine Antwort. Denken Sie dann: "Ach, bestimmt
werden die das gerade intern besprechen und dann schon irgendwann
auf mich zurückkommen." Oder denken Sie eher:
"Mann! Ist die E-Mail angekommen? Kümmert man
sich überhaupt? Wollen die vielleicht kein Geschäft
mit mir machen? Was ist das denn für ein Kundenservice?!"
Ein
Zwischenbescheid dauert nicht lange, denn es geht nur um
eine individuelle Bestätigung und einen Hinweis, was
Sache ist.
Das kann je nach Situation sein:
- Sie haben gerade etwas anderes um die Ohren
In manchen
Branchen gibt es große Messen, die den Alltag für
zwei-drei Wochen mehr oder weniger blockieren. Handelt es
sich nicht um eine eilige Angelegenheit oder ist es etwas,
das Sie einfach momentan nicht bearbeiten können, dann
teilen Sie den Grund mit - aber ohne dem Anfragenden den
Eindruck zu vermitteln, dass Sie ihn nicht wichtig nehmen.
(So
wäre es beispielsweise sehr ungeschickt zu sagen, dass
ein anderer Kunde gerade einen wichtigen Großauftrag
gegeben hat. In diesem Fall fühlt sich der angesprochene
Geschäftspartner als "weniger wichtig".)
Wichtig:
Sagen Sie dann aber auch dazu, ab wann Sie sich verbindlich
kümmern und melden werden.
Kann
das Anliegen nicht warten, weil der Anfragende dringend
Antwort braucht oder nicht warten möchte, dann überlegen
Sie immer, wie Sie ihm helfen können - zum Beispiel,
indem Sie einen Kollegen bitten, es zu übernehmen.
Übrigens:
Manchmal ist das Erledigen schneller geschehen, als wenn
man erklärt, warum es gerade nicht geht. Denn wenn
man ehrlich mit sich selbst ist, ist man manchmal auch nur
von aktuellen großen Projekten einfach übermannt.
- Sie warten noch auf Antwort
Müssen
Sie erst recherchieren oder jemand anderen um Antwort bitten,
damit Sie die Anfrage beantworten können, dann sagen
Sie das. Eine kurze Info, dass es schon in der Mache ist
und Sie sich kümmern, noch auf Antwort X warten und
sich melden sobald diese da ist, zeigt, dass Sie alles im
Griff haben, sich engagieren, und gibt dem Anfragenden das
Vertrauen, dass etwas passiert.
Außerdem
verschaffen Sie sich beiden dadurch Zeit: Der Anfragende
muss nicht spekulieren und überlegen, ob heute was
kommt bzw. ob er schon nachhaken muss - und Sie selbst bekommen
nicht lauter Nachfragen "zwischendrin".
Ein
ganz klassischer Fall ist übrigens der Bewerbungsprozess:
Die interne Auswahl hängt von mehreren Personen ab,
die sich eine Meinung bilden und einigen müssen. Statt
nichtssagender Bescheide, dass die Bewerbung angekommen
und man "sich von sich aus melden wird", wäre
es viel schlauer, einen "Circa-Termin" anzugeben.
Wenn ich als Firma ohnehin weiß, dass sich die nächsten
drei Wochen nichts tut, dann ist es viel besser, das direkt
zu kommunizieren. Stellen Sie sich vor, wenn alle Bewerber
nach einer Woche anfangen nachzufragen! (Was übrigens
häufig genau aus diesem Grund passiert.)
- Sie sind nicht zuständig
Handelt
es sich bei der Anfrage um etwas, das nicht in Ihr Gebiet
fällt oder das Sie gar nicht entscheiden können,
und Sie geben die Anfrage weiter, dann ist es wichtig -
und servicebewusst! - wenn Sie den Anfragenden von sich
aus darüber informieren, dass und an wen Sie es weitergegeben
haben (mit allen Kontaktdaten).
Selbstverständlich
sollte dann die Person, der Sie die Anfrage übertragen,
das auch wissen.
Eine
Unsitte ist, dass oft intern weitergeleitet wird, ohne die
anfragende Person davon zu informieren und selbst die Sache
mit der Weiterleitung als erledigt zu betrachten. Wenn ich
etwas an jemanden weiterleite, bitte ich immer darum, mir
kurz Bescheid zu sagen, dass es erledigt wird bzw. - je
nach Anliegen - wenn es erledigt ist, denn dann kann ich
es intern bei mir streichen und mich beruhigt darauf verlassen,
dass die anfragende Person Antwort erhält.
- Eine andere Entwicklung beeinflusst das Geschehen
Es gibt
unvorhergesehene Entwicklungen oder anstehende Projekte,
die eine aktuelle Anfrage beeinflussen.
- Vielleicht
wurde ein Text für eine Website geliefert. Beim Empfänger
ist aber intern gerade ein Web-Relaunch geplant und es ist
von vornherein klar, dass die nächsten sechs Monate
nichts mehr an der Website gemacht wird, der Text also jetzt
erstmal nicht erscheinen wird.
- Oder
aber Sie haben Bewerbungen laufen, plötzlich sind Neueinstellungen
auf Eis gelegt worden und man muss erstmal die Budgets dafür
wieder freibekommen.
- Oder:
Jemand hat ein Angebot eingereicht für ein Projekt,
aber genau das ist jetzt intern gecancelt oder zumindest
verschoben worden, vielleicht wegen Personalwechsels.
In all
diesen Fällen kommt es oft vor, dass man nur seine
"interne Brille" auf hat. Man weiß, dass
etwas gestoppt oder verzögert wurde und darum weiß
man auch, dass man die Anfrage momentan nicht bearbeiten
kann. Aber SAGEN tut man's nicht. Dabei wäre es so
einfach, in einem Zwischenbescheid diesen Grund zu nennen.
Dann fühlt sich der Anfragende auch nicht ignoriert
oder wird verärgert.
Natürlich
ist es je nach Gegebenheit wichtig, mit dem Chef zu klären,
was nach außen gegeben wird. Haben sich beispielsweise
Projekte verschoben, weil die Firma gerade fusioniert, diese
Fusion ist aber noch nicht offiziell, dann dürfen Sie
natürlich nicht eigenmächtig als Mitarbeiter/in
solche Details herausgeben.
Bestätigungen,
dass erledigt
Übrigens:
Auch die bloße Bestätigung, dass eine E-Mail
gut angekommen ist und dass Sie die Anfrage erledigt haben
(beispielsweise wenn Sie jemand darum bittet, etwas für
ihn/sie zu verschicken), erspart beiden Seiten Arbeit.
Aber
noch wichtiger: Man erlebt Sie als sehr verlässlich
und fix, wenn Sie kurze Infos schicken, dass etwas erledigt
ist - idealerweise persönlich und freundlich. So bekommen
Sie zudem noch nettere Beziehungen zu Geschäftspartnern,
Kollegen und Kunden und mehr Lob und Anerkennung. Weil man
gern mit Ihnen arbeitet und Sie als professionell und umsichtig
erlebt!
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