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Kurztipp: Nachfragen statt rechthaberisch sein
  von Christine Öttl
 
 

Wohl jeder kennt das: Da bekommt man etwas zu hören, was man für sachlich falsch oder einfach total daneben hält. In solchen Situationen ist die Tendenz sehr groß, dagegenzuhalten und mit der eigenen Meinung zu kontern, ja sich richtiggehend dafür ins Zeug zu legen, um dem anderen aufzuzeigen, dass er falsch liegt.

Und je mehr man davon überzeugt ist, selbst Recht zu haben, umso mehr "engagiert" man sich in der Regel. Das kann sehr anstrengend und unangenehm für alle Beteiligten sein, zu Auseinandersetzungen führen oder gar Beziehungen ernstlich trüben.

Wenn Sie sich und Ihrem Umfeld das Leben leichter machen möchten, lohnt es sich, sich Schritt für Schritt aus solchen Automatismen zu befreien. Dafür ist es sehr hilfreich, sich grundsätzlich Folgendes klarzumachen: Jeder ist subjektiv davon überzeugt, Recht zu haben, und fühlt sich attackiert, wenn das lautstark oder aggressiv in Frage gestellt wird - und ist viel eher dazu bereit, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen und seinen Fehler zuzugeben, wenn er auf konstruktive Art angesprochen wird.

Auf dieser mentalen Grundlage fällt es Ihnen viel leichter, in entsprechenden Situationen

- Ihren Impuls, die Sache sofort richtigzustellen, bewusst zu unterdrücken,

- tief durchzuatmen, innerlich bis zehn zu zählen oder sowas, um ruhig zu bleiben,

- eine Frage zu stellen wie "Tatsächlich? Denkst du das wirklich?" - "Oh! Wie kommen Sie darauf?" - "Ich hätte geschworen, dass das anders ist. Bist du wirklich sicher?"


Sie können nur davon profitieren:

Erstens weil Sie viel weniger in inneren Aufruhr und Stress geraten und zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen.

Zweitens weil Sie Ihren Gesprächspartner nicht das Gesicht verlieren lassen, wenn dieser tatsächlich falsch liegt, und so die Chance immens erhöhen, dass er das auch einsieht.

Drittens weil Sie selbst sich keine Blöße geben, wenn Sie im Unrecht sind. Und das kann ja auch passieren!

   
   
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