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Wohl
jeder kennt das: Da bekommt man etwas zu hören, was
man für sachlich falsch oder einfach total daneben
hält. In solchen Situationen ist die Tendenz sehr groß,
dagegenzuhalten und mit der eigenen Meinung zu kontern,
ja sich richtiggehend dafür ins Zeug zu legen, um dem
anderen aufzuzeigen, dass er falsch liegt.
Und
je mehr man davon überzeugt ist, selbst Recht zu haben,
umso mehr "engagiert" man sich in der Regel. Das
kann sehr anstrengend und unangenehm für alle Beteiligten
sein, zu Auseinandersetzungen führen oder gar Beziehungen
ernstlich trüben.
Wenn
Sie sich und Ihrem Umfeld das Leben leichter machen möchten,
lohnt es sich, sich Schritt für Schritt aus solchen
Automatismen zu befreien. Dafür ist es sehr hilfreich,
sich grundsätzlich Folgendes klarzumachen: Jeder ist
subjektiv davon überzeugt, Recht zu haben, und fühlt
sich attackiert, wenn das lautstark oder aggressiv in Frage
gestellt wird - und ist viel eher dazu bereit, sich vom
Gegenteil überzeugen zu lassen und seinen Fehler zuzugeben,
wenn er auf konstruktive Art angesprochen wird.
Auf
dieser mentalen Grundlage fällt es Ihnen viel leichter,
in entsprechenden Situationen
- Ihren
Impuls, die Sache sofort richtigzustellen, bewusst zu unterdrücken,
- tief
durchzuatmen, innerlich bis zehn zu zählen oder sowas,
um ruhig zu bleiben,
- eine
Frage zu stellen wie "Tatsächlich? Denkst du das
wirklich?" - "Oh! Wie kommen Sie darauf?"
- "Ich hätte geschworen, dass das anders ist.
Bist du wirklich sicher?"
Sie können nur davon profitieren:
Erstens
weil Sie viel weniger in inneren Aufruhr und Stress geraten
und zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen.
Zweitens
weil Sie Ihren Gesprächspartner nicht das Gesicht verlieren
lassen, wenn dieser tatsächlich falsch liegt, und so
die Chance immens erhöhen, dass er das auch einsieht.
Drittens
weil Sie selbst sich keine Blöße geben, wenn
Sie im Unrecht sind. Und das kann ja auch passieren!
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