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Sind
Sie ein Smalltalk-Gegner? Oder gruselt Sie der Gedanke an
dieses Geplänkel einfach? Vielleicht wären Sie
gerne ein gewandter und angenehmer Smalltalker, aber irgendwie
will es nicht so gelingen, über das Wetter oder die
Parkplatzsituation zu parlieren: Es ist einfach nicht spannend
und so ein Gespräch kommt schneller ins Stocken, als
man schauen kann.
Gemach,
gemach, hier kommt die Rettung: Machen Sie Smalltalk einfach
spannend. Dann gibt es nichts, das Sie anödet, das
uninteressant ist und ständig von selbst versandet.
Im Artikel
"Schönes
Wetter heute! - 7 Tipps für Smalltalk"
ging es darum, wie Sie ein Gespräch aufbauen, wie Sie
Ihre Antworten gestalten können, damit der andere einhaken
kann - und ganz generell darum, wie Sie so ein kleines Gespräch
führen können.
Jetzt
geht es darum, wie Sie zu Ihrem Gesprächspartner einen
Zugang bekommen und wie Sie das Gespräch zu einem Gewinn
für sich machen:
Seien
Sie sich über den Stellenwert von Smalltalk im Klaren.
Die
kleinen Plaudereien, bei denen es inhaltlich um nichts Großartiges
geht, als "dumm" und "oberflächlich"
abzutun, ist viel zu kurz gegriffen. Wenn Sie Smalltalk
bisher auf diese Weise abtun, dann hören Sie sich und
anderen einfach mal einen Tag lang zu: Sie werden mit den
Ohren schlackern, was wir alle den lieben langen Tag so
von uns geben, das wirklich keinen besonderen Mehrwert beinhaltet.
Also bürden Sie dem Zwischendrin-Geplauder bitte keine
künstliche Bedeutungsschwangerschaft auf!
Abgesehen
vom Inhalt hat Smalltalk aber natürlich einen sehr
viel größeren Stellenwert als man oft damit verbindet:
- Sie
zeigen sich anderen und machen sich dadurch einschätzbar.
- Sie
vermitteln Zugänglichkeit, gute Umgangsformen und dass
Sie ein angenehmer Gesprächspartner sind.
- Sie
beweisen soziale Kompetenz, besonders auch, weil Sie auf
den oder die anderen zugehen und sich um ein Gespräch
bemühen (anstatt stumm und ungelenk rumzustehen oder
darauf zu warten, dass andere Ihnen Antworten aus der Nase
ziehen).
- Sie
lernen Menschen näher kennen und können sich an
sie herantasten und herausfinden, wie interessant, spannend
und angenehm diese für Sie sind.
- Sie
sorgen für ein gutes Miteinander, das im persönlichen
aber besonders auch im beruflichen Kontext wichtig ist,
weil es netter ist und die Zusammenarbeit enorm erleichtert,
wenn man sich etwas mehr kennt.
- Sie
bereiten mit Smalltalk das Terrain für das eigentliche
Anliegen, anstatt direkt mit der Tür ins Haus zu fallen.
- Sie
verbessern mit Smalltalk Ihr Selbstmarketing.
Mein Lieblingsbeispiel ist es immer, den Smalltalk in den
ganz privaten Bereich zu verlegen: Stellen Sie sich vor,
Sie haben Ihr Auge auf jemanden geworfen. Nie im Leben würden
Sie sagen: "Hallo, ich bin die Maria. Wollen Sie auch
mal Kinder haben und ein Haus?"
Alleine
wenn Sie das Bewusstsein dafür schaffen, dass das alles
der eigentliche Zweck von Smalltalk ist, werden solche Plaudereien
zu Beginn einer Besprechung, im Großraumbüro
oder auf einer Veranstaltung - oder am Telefon! - interessanter,
denn Sie betrachten das große Ganze anstatt über
den "leichten Inhalt" zu urteilen.
Üben
und verfeinern Sie Ihre Qualitäten als Gesprächspartner.
Jede
Gesprächssituation - besonders die mit Fremden - ist
hervorragend dazu geeignet, Ihre Wirkung und Ihr Gesprächsverhalten
zu üben.
Smalltalk
ist dafür ideal, denn Sie können ihn mit völlig
Fremden üben, die Sie nie mehr in Ihrem Leben treffen.
Und
Sie haben inhaltlich keinerlei Druck: Sie müssen nichts
Besonderes wissen, keine geistreichen Statements von sich
geben oder irgendwie amüsant erzählen können.
Nutzen
Sie, gerade wenn Sie Smalltalk bisher verabscheuen (was
übrigens viele tun), ab jetzt jede Gelegenheit, Ihre
Gesprächsführung zu verbessern. Insgesamt oder
auch wenn Sie wissen, dass Sie in einer bestimmten Beziehung
nicht so gut abschneiden. Sie können üben:
- Anderen
bewusst in die Augen zu schauen und Blickkontakt zu halten
(ohne zu starren).
- Sie
können sich Ihrer eigenen Mimik bewusst werden, die
ja Ihre Ausstrahlung ganz wesentlich bestimmt: auf einen
offenen Blick zu achten, fremde Leute anzulächeln oder
in einer Gesprächsrunde noch präsenter sein, auch
wenn Sie schweigen, etwa durch einen zugewandten Blick und
ein Nicken oder weit aufgerissene Augen - je nachdem, was
Sie nonverbal zum Ausdruck bringen möchten.
- Sie
können auf Ihre Formulierungen achten: Vielleicht stellen
Sie oft ganz automatisch geschlossene Fragen, auf die nur
ein Ja und Nein kommt (und die Sie als nicht besonders interessiert
erscheinen lassen), und können nun im Smalltalk darauf
achten, offenere Formulierungen zu nutzen.
- Sie
können üben, verschiedene Frageformen zu nutzen
und so nicht nur spannendere Antworten bekommen und das
Gespräch auf interessantere Themen lenken, sondern
auch ganz bewusst wahrnehmen, welche Art von Fragen Ihnen
welche Art von Antworten liefern und wie Ihre Wirkung ist:
interessiert, offen, kompetent oder wie in einem Verhör?
- Sie
erweitern Ihren Horizont! Auch das banalste Thema hat eine
bestimmte Tiefe: Wenn Sie über ein Thema zwei, drei
nette kleine Informationen bekommen, kann das ein Thema
spannend für Sie machen und Sie bekommen vielleicht
Lust, sich mit etwas näher zu befassen. Oder Sie können
beim nächsten Smalltalk sagen: "Dazu habe ich
erst letztens etwas gehört! ..."
- Sie
stellen aktiv einen guten Draht her. Erst gestern hatte
ich wieder ein schönes echtes Beispiel. Eine Journalistin
aus Berlin rief mich an und wir "verglichen" unser
trübes Herbstwetter miteinander. Natürlich hat
das Wetter in München für sie keine Bedeutung.
Und natürlich kann es mir egal sein, dass es in Berlin
auch Schmuddelwetter hat. Doch wir haben eine Gemeinsamkeit
und können darüber lachen, dass wir nicht neidisch
auf uns sein müssen. Gerade diese kleinen
persönlichen Gesprächswechsel machen
engere Beziehungen.
Sie
sehen: Smalltalk hat einiges zu bieten!
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