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So machen Sie Smalltalk (für sich) spannend!
  von Gitte Härter
 

Sind Sie ein Smalltalk-Gegner? Oder gruselt Sie der Gedanke an dieses Geplänkel einfach? Vielleicht wären Sie gerne ein gewandter und angenehmer Smalltalker, aber irgendwie will es nicht so gelingen, über das Wetter oder die Parkplatzsituation zu parlieren: Es ist einfach nicht spannend und so ein Gespräch kommt schneller ins Stocken, als man schauen kann.

Gemach, gemach, hier kommt die Rettung: Machen Sie Smalltalk einfach spannend. Dann gibt es nichts, das Sie anödet, das uninteressant ist und ständig von selbst versandet.

Im Artikel "Schönes Wetter heute! - 7 Tipps für Smalltalk" ging es darum, wie Sie ein Gespräch aufbauen, wie Sie Ihre Antworten gestalten können, damit der andere einhaken kann - und ganz generell darum, wie Sie so ein kleines Gespräch führen können.

Jetzt geht es darum, wie Sie zu Ihrem Gesprächspartner einen Zugang bekommen und wie Sie das Gespräch zu einem Gewinn für sich machen:


Seien Sie sich über den Stellenwert von Smalltalk im Klaren.

Die kleinen Plaudereien, bei denen es inhaltlich um nichts Großartiges geht, als "dumm" und "oberflächlich" abzutun, ist viel zu kurz gegriffen. Wenn Sie Smalltalk bisher auf diese Weise abtun, dann hören Sie sich und anderen einfach mal einen Tag lang zu: Sie werden mit den Ohren schlackern, was wir alle den lieben langen Tag so von uns geben, das wirklich keinen besonderen Mehrwert beinhaltet. Also bürden Sie dem Zwischendrin-Geplauder bitte keine künstliche Bedeutungsschwangerschaft auf!

Abgesehen vom Inhalt hat Smalltalk aber natürlich einen sehr viel größeren Stellenwert als man oft damit verbindet:

- Sie zeigen sich anderen und machen sich dadurch einschätzbar.

- Sie vermitteln Zugänglichkeit, gute Umgangsformen und dass Sie ein angenehmer Gesprächspartner sind.

- Sie beweisen soziale Kompetenz, besonders auch, weil Sie auf den oder die anderen zugehen und sich um ein Gespräch bemühen (anstatt stumm und ungelenk rumzustehen oder darauf zu warten, dass andere Ihnen Antworten aus der Nase ziehen).

- Sie lernen Menschen näher kennen und können sich an sie herantasten und herausfinden, wie interessant, spannend und angenehm diese für Sie sind.

- Sie sorgen für ein gutes Miteinander, das im persönlichen aber besonders auch im beruflichen Kontext wichtig ist, weil es netter ist und die Zusammenarbeit enorm erleichtert, wenn man sich etwas mehr kennt.

- Sie bereiten mit Smalltalk das Terrain für das eigentliche Anliegen, anstatt direkt mit der Tür ins Haus zu fallen.

- Sie verbessern mit Smalltalk Ihr Selbstmarketing.


Mein Lieblingsbeispiel ist es immer, den Smalltalk in den ganz privaten Bereich zu verlegen: Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Auge auf jemanden geworfen. Nie im Leben würden Sie sagen: "Hallo, ich bin die Maria. Wollen Sie auch mal Kinder haben und ein Haus?"

Alleine wenn Sie das Bewusstsein dafür schaffen, dass das alles der eigentliche Zweck von Smalltalk ist, werden solche Plaudereien zu Beginn einer Besprechung, im Großraumbüro oder auf einer Veranstaltung - oder am Telefon! - interessanter, denn Sie betrachten das große Ganze anstatt über den "leichten Inhalt" zu urteilen.

Üben und verfeinern Sie Ihre Qualitäten als Gesprächspartner.

Jede Gesprächssituation - besonders die mit Fremden - ist hervorragend dazu geeignet, Ihre Wirkung und Ihr Gesprächsverhalten zu üben.

Smalltalk ist dafür ideal, denn Sie können ihn mit völlig Fremden üben, die Sie nie mehr in Ihrem Leben treffen.

Und Sie haben inhaltlich keinerlei Druck: Sie müssen nichts Besonderes wissen, keine geistreichen Statements von sich geben oder irgendwie amüsant erzählen können.

Nutzen Sie, gerade wenn Sie Smalltalk bisher verabscheuen (was übrigens viele tun), ab jetzt jede Gelegenheit, Ihre Gesprächsführung zu verbessern. Insgesamt oder auch wenn Sie wissen, dass Sie in einer bestimmten Beziehung nicht so gut abschneiden. Sie können üben:

- Anderen bewusst in die Augen zu schauen und Blickkontakt zu halten (ohne zu starren).

- Sie können sich Ihrer eigenen Mimik bewusst werden, die ja Ihre Ausstrahlung ganz wesentlich bestimmt: auf einen offenen Blick zu achten, fremde Leute anzulächeln oder in einer Gesprächsrunde noch präsenter sein, auch wenn Sie schweigen, etwa durch einen zugewandten Blick und ein Nicken oder weit aufgerissene Augen - je nachdem, was Sie nonverbal zum Ausdruck bringen möchten.

- Sie können auf Ihre Formulierungen achten: Vielleicht stellen Sie oft ganz automatisch geschlossene Fragen, auf die nur ein Ja und Nein kommt (und die Sie als nicht besonders interessiert erscheinen lassen), und können nun im Smalltalk darauf achten, offenere Formulierungen zu nutzen.

- Sie können üben, verschiedene Frageformen zu nutzen und so nicht nur spannendere Antworten bekommen und das Gespräch auf interessantere Themen lenken, sondern auch ganz bewusst wahrnehmen, welche Art von Fragen Ihnen welche Art von Antworten liefern und wie Ihre Wirkung ist: interessiert, offen, kompetent oder wie in einem Verhör?

- Sie erweitern Ihren Horizont! Auch das banalste Thema hat eine bestimmte Tiefe: Wenn Sie über ein Thema zwei, drei nette kleine Informationen bekommen, kann das ein Thema spannend für Sie machen und Sie bekommen vielleicht Lust, sich mit etwas näher zu befassen. Oder Sie können beim nächsten Smalltalk sagen: "Dazu habe ich erst letztens etwas gehört! ..."

- Sie stellen aktiv einen guten Draht her. Erst gestern hatte ich wieder ein schönes echtes Beispiel. Eine Journalistin aus Berlin rief mich an und wir "verglichen" unser trübes Herbstwetter miteinander. Natürlich hat das Wetter in München für sie keine Bedeutung. Und natürlich kann es mir egal sein, dass es in Berlin auch Schmuddelwetter hat. Doch wir haben eine Gemeinsamkeit und können darüber lachen, dass wir nicht neidisch auf uns sein müssen. Gerade diese kleinen persönlichen Gesprächswechsel machen engere Beziehungen.

Sie sehen: Smalltalk hat einiges zu bieten!

   
   
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