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Wohl
die meisten Menschen, sensible ganz besonders, fühlen
sich überfordert und wissen sich nicht so recht zu helfen,
wenn andere sich im Ton vergreifen oder harsch, unfreundlich
und überzogen reagieren. Grobe, gemeine oder kritische
Bemerkungen und/oder entsprechende körpersprachliche
Botschaften können ganz schön an die Nieren gehen.
Und je tiefer sie einen treffen, umso unwahrscheinlicher wird
es, dass man auf gesunde und gute Art damit umgehen kann.
Der
Rat, den Betroffene wohl meistens zu hören bekommen
(und das wirklich in bester Absicht), lautet, er/sie solle
sich nicht alles gefallen lassen und auf keinen Fall klein
beigeben, sondern sich zur Wehr setzen und den anderen in
seine Schranken weisen.
Mal
ganz abgesehen davon, dass das meistens nicht wirklich die
beste Wahl der Mittel ist, sind sensible und zurückhaltende
Menschen dazu gar nicht in der Lage - oder fühlen sich
meistens, wenn sie sich doch mal dazu durchringen, alles
andere als wohl mit dieser "Lösung".
Meiner Meinung und Erfahrung nach ist es am hilfreichsten,
sich erstmal intensiv mit sich selbst zu beschäftigen
und stabile innere Grundlagen zu legen.
Das
könnte so aussehen:
1. Üben Sie, das Verhalten des anderen nachzuvollziehen.
Die
am weitesten verbreitete und übliche Art, über
einen "Angreifer" zu denken, ist negativ ("Was
ist das für ein fiese Type!" - "Solche Menschen
sollte es nicht geben!" - "Unglaublich gemein
ist dieser Mensch, hat wohl gar kein Gefühl und kennt
keinerlei Rücksicht!"). Doch Gedanken dieser Art
machen das Erlebnis umso brisanter und lassen einen erst
recht unter Druck und Stress geraten.
Viel
entlastender und hilfreicher ist es, den anderen als menschliches
Wesen zu betrachten und sich klar zu machen, dass es viele
Gründe für sein unangenehmes Verhalten gibt (z.
B. Steht selbst unter Druck und ist gestresst. - Hat gerade
etwas Schlimmes erlebt. - Hat einfach mal einen schlechten
Tag.).
Überlegen
Sie, was alles dahinterstecken könnte, und experimentieren
Sie damit, wie sich dieses Verständnis auf Sie auswirkt.
2. Reden Sie sich selbst innerlich gut zu.
Überlegen
Sie und schreiben Sie auf, welche Gedanken Ihnen in den
Sinn kommen, wenn Sie sich in einer entsprechenden Situation
befinden bzw. jetzt darüber nachdenken. Das könnten
beispielsweise Sätze sein wie: "Oh, wie furchtbar,
das darf doch nicht passieren!", "Nein, ich kann
es nicht ertragen, wenn man so mit mir umgeht!", "Ich
habe einfach ein zu dünnes Fell und jetzt macht mich
wieder mal einer fertig. Wirklich schlimm
!"
Zwangsläufig
erhöhen solche Einstellungen den eigenen Stresspegel
und schwächen einen enorm. Deshalb: Schreiben Sie sich
andere und hilfreichere Gedanken auf (z. B. "Oh, wie
unangenehm! Das gefällt mir gar nicht, wie er/sie mit
mir redet, aber das haut mich nicht um. Ich kann damit zurechtkommen!"),
lesen Sie sie regelmäßig und mit der tiefen inneren
Absicht, sie fest in Ihrem Kopf und Herzen zu verankern,
um sich selbst zu stärken.
Auf dieser Basis wird es Ihnen viel leichter fallen, im
"Ernstfall" Ruhe zu bewahren bzw. bald wieder
zurückzugewinnen - und dann wirklich in Ihrem Sinne
und Ihren Werten und Ansprüchen entsprechend zu reagieren.
Mehr
zu diesem Thema erfahren Sie hier:
"Wenn
ich nur schlagfertiger wäre!"
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