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Wie
gut, interessant und informativ Gespräche verlaufen,
sprich wie sehr die Kommunikation gelingt und Spaß
macht, hängt von allen beteiligten Personen ab. Allzu
leicht lässt man sich zu der Annahme verführen,
dass es an den anderen liegt, wenn es nicht so klappt, man
nebeneinander her oder gar aneinander vorbei redet. Doch
viel hilfreicher, sinnvoller und auch interessanter ist
es, sich selbst unter die Lupe zu nehmen und genauer hinzugucken,
wie man sich in Gesprächen tatsächlich fühlt
und verhält.
Gehören
Sie zu den Menschen, die sich auf andere einlassen und echte
Dialoge führen? Wo liegen Ihre Stärken im Umgang
mit anderen? Inwiefern sind Sie nicht so zufrieden mit sich?
Wo sehen Sie Defizite, Schwierigkeiten und Verbesserungspotenziale?
Hier
einige Fragen, um herauszufinden, wie gut Sie sich selbst
als Gesprächspartner erleben und einstufen.
Wie
zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit Ihren Gesprächen?
Als
Erstes könnten Sie sich darüber Gedanken machen,
was Sie allgemein über die Qualität Ihrer Gespräche
mit anderen denken. Sie könnten sich mit folgenden
Fragen beschäftigen:
- Wie
oft führen Sie wirklich gute , gelungene Gespräche?
- Wie
oft erleben Sie Gespräche, die Sie als angenehm, lebendig,
interessant, spannend, lehrreich, bereichernd usw. empfinden?
- Wie
oft führen Sie weniger angenehme oder gar überflüssige
und misslungene Gespräche?
Welche
innere Einstellung haben Sie?
Da unsere
Gefühlszustände und unser Verhalten nicht von
ungefähr kommen, sondern sehr viel mit den Gedanken,
Erwartungen, Absichten, Urteilen zu tun haben, ist es wichtig
und hilfreich, sich damit zu beschäftigen.
Hier
ein paar anregende Fragen:
- Wie
denken Sie über Ihre Gesprächspartner?
- Was
wollen Sie in Gesprächen erreichen?
Es spielt eine große Rolle, mit welcher Motivation
man in Gespräche geht. Ob man beispielsweise die eigene
Sichtweise darstellen, sein Wissen oder sein rhetorisches
Geschick beweisen, sich durchsetzen und andere unter den
Tisch reden will oder ob man das Ziel hat, die Gedankengänge
anderer zu verstehen, andere kennen zu lernen usw.
- Was
wollen Sie den anderen von sich zeigen und über sich
mitteilen? Und was wollen Sie verbergen?
- Wie
sehr wollen Sie sich auf den/die Gesprächspartner einstellen
und sich auf ihn/sie einlassen?
Am besten arbeiten Sie mit ganz konkreten Beispielen aus
dem "richtigen" Leben. Denn so profitieren Sie
viel mehr von Ihren Gedanken und Überlegungen, als
wenn Sie sich nur abstrakt und allgemein mit den Fragen
beschäftigen.
Tipp:
positive und negative Beispiele durchdenken
Es ist
sehr hilfreich, sich sowohl mit guten als auch mit weniger
guten Gesprächen zu beschäftigen und die jeweilige
innere Einstellung unter die Lupe zu nehmen. Dann erkennt
man nicht nur, welche Auswirkungen die eigenen Gedanken,
Einstellungen und Erwartungen haben, sondern auch, wo man
ansetzen könnte/müsste, um in Zukunft etwas zu
verändern.
Wie
verhalten Sie sich in Gesprächen?
Um sich
Klarheit darüber zu verschaffen, wie man sich tatsächlich
in Gesprächen verhält, kann man:
- bewusst
darüber nachdenken und sich analysieren
- sich in Gesprächen selbst beobachten
Beide
Wege sind interessant und hilfreich. Hier ein paar Fragen,
mit denen Sie sich beschäftigen können:
- Wie
ist Ihr Sprechtempo? Wie sieht es mit Pausen aus?
- Wie oft lassen Sie andere zu Wort kommen?
- Wie ist das Verhältnis von Ich- und Du-Botschaften?
- Reden Sie oft um den heißen Brei herum oder sprechen
Sie Klartext?
- Was tun Sie, wenn der Gesprächspartner irritiert
oder kritisch guckt, nichts sagt usw.?
- Was machen Sie, um den Gesprächspartner zum Reden
einzuladen?
- Lassen Sie Ihre Gesprächspartner ausreden?
- Wie gut können Sie beim Thema bleiben?
- Wie oft erzählen Sie etwas über sich? Wie oft
stellen Sie sich selbst in den Mittelpunkt?
Wie
verhält/verhalten sich Ihr/e Gesprächspartner?
Manchmal
ist es leichter, sich Gedanken darüber zu machen, wie
man verschiedene Gesprächspartner erlebt - und dann
darauf zu schließen, was das über einen selbst
aussagen könnte.
Hier
ein paar hilfreiche Fragen:
- Wie
oft führen Sie Gespräche, in denen Sie wirklich
etwas von Ihrem Gesprächspartner erfahren?
- Wie
oft kommen Leute von sich aus auf Sie zu und fangen ein
Gespräch mit Ihnen an? Wie begehrt sind Sie als Gesprächspartner?
- Wie
sehr lassen sich andere auf ein Gespräch mit Ihnen
ein? Sind sie offen oder eher zurückhaltend, voll bei
der Sache oder nur halbherzig dabei?
- Wie
fühlen sich Ihre Gesprächspartner offenbar? Was
drücken sie durch ihre Körpersprache und ihren
Blick aus?
Je besser Sie sich selbst kennen und je mehr Sie darüber
wissen, wie Sie über Gespräche und andere Leute
denken, wie Sie sich in Gesprächen fühlen und
verhalten, umso leichter und klarer erkennen Sie, wo Sie
zufrieden mit sich sind - und wo es (noch) hapert und Sie
gerne dazulernen möchten.
Um sich selbst weiterzuentwickeln und zu verbessern,
können Sie:
- über
sich selbst und die eigene innere Einstellung nachdenken
Wenn
Sie sich beispielsweise klar werden, dass Sie viel zu sehr
darauf bedacht sind, bloß nie in irgendein Fettnäpfchen
zu treten, wissen Sie, was Sie daran hindert, ein wirklich
guter und offener Gesprächspartner zu sein. Allein
diese Erkenntnis kann schon viel bewirken - und zeigt auf
jeden Fall die Richtung an, in die Sie etwas unternehmen
können.
- sich in Gesprächen beobachten und bewusst erleben
Wenn
Sie beispielsweise Ihre Neigung erkannt haben, andere zu
unterbrechen, können Sie sich einfach mal beobachten.
Sie werden sehen: Allein durch das bewusste Wahrnehmen tut
sich etwas in Ihnen.
- sich eine ganz konkrete Sache vornehmen und daran arbeiten
Wenn
Sie zum Beispiel anderen gerne ins Wort fallen oder Sätze
für sie beenden, können Sie sich "nur"
das zum Ziel setzen: andere ausreden zu lassen.
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