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Selbst-Test: Wie gut sind Sie als Gesprächspartner?
  von Christine Öttl
 

Wie gut, interessant und informativ Gespräche verlaufen, sprich wie sehr die Kommunikation gelingt und Spaß macht, hängt von allen beteiligten Personen ab. Allzu leicht lässt man sich zu der Annahme verführen, dass es an den anderen liegt, wenn es nicht so klappt, man nebeneinander her oder gar aneinander vorbei redet. Doch viel hilfreicher, sinnvoller und auch interessanter ist es, sich selbst unter die Lupe zu nehmen und genauer hinzugucken, wie man sich in Gesprächen tatsächlich fühlt und verhält.

Gehören Sie zu den Menschen, die sich auf andere einlassen und echte Dialoge führen? Wo liegen Ihre Stärken im Umgang mit anderen? Inwiefern sind Sie nicht so zufrieden mit sich? Wo sehen Sie Defizite, Schwierigkeiten und Verbesserungspotenziale?

Hier einige Fragen, um herauszufinden, wie gut Sie sich selbst als Gesprächspartner erleben und einstufen.

 

Wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit Ihren Gesprächen?

Als Erstes könnten Sie sich darüber Gedanken machen, was Sie allgemein über die Qualität Ihrer Gespräche mit anderen denken. Sie könnten sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

- Wie oft führen Sie wirklich gute , gelungene Gespräche?

- Wie oft erleben Sie Gespräche, die Sie als angenehm, lebendig, interessant, spannend, lehrreich, bereichernd usw. empfinden?

- Wie oft führen Sie weniger angenehme oder gar überflüssige und misslungene Gespräche?

 

Welche innere Einstellung haben Sie?

Da unsere Gefühlszustände und unser Verhalten nicht von ungefähr kommen, sondern sehr viel mit den Gedanken, Erwartungen, Absichten, Urteilen zu tun haben, ist es wichtig und hilfreich, sich damit zu beschäftigen.

Hier ein paar anregende Fragen:

- Wie denken Sie über Ihre Gesprächspartner?

- Was wollen Sie in Gesprächen erreichen?
Es spielt eine große Rolle, mit welcher Motivation man in Gespräche geht. Ob man beispielsweise die eigene Sichtweise darstellen, sein Wissen oder sein rhetorisches Geschick beweisen, sich durchsetzen und andere unter den Tisch reden will oder ob man das Ziel hat, die Gedankengänge anderer zu verstehen, andere kennen zu lernen usw.

- Was wollen Sie den anderen von sich zeigen und über sich mitteilen? Und was wollen Sie verbergen?

- Wie sehr wollen Sie sich auf den/die Gesprächspartner einstellen und sich auf ihn/sie einlassen?


Am besten arbeiten Sie mit ganz konkreten Beispielen aus dem "richtigen" Leben. Denn so profitieren Sie viel mehr von Ihren Gedanken und Überlegungen, als wenn Sie sich nur abstrakt und allgemein mit den Fragen beschäftigen.

 

Tipp: positive und negative Beispiele durchdenken

Es ist sehr hilfreich, sich sowohl mit guten als auch mit weniger guten Gesprächen zu beschäftigen und die jeweilige innere Einstellung unter die Lupe zu nehmen. Dann erkennt man nicht nur, welche Auswirkungen die eigenen Gedanken, Einstellungen und Erwartungen haben, sondern auch, wo man ansetzen könnte/müsste, um in Zukunft etwas zu verändern.

 

Wie verhalten Sie sich in Gesprächen?

Um sich Klarheit darüber zu verschaffen, wie man sich tatsächlich in Gesprächen verhält, kann man:

- bewusst darüber nachdenken und sich analysieren
- sich in Gesprächen selbst beobachten

Beide Wege sind interessant und hilfreich. Hier ein paar Fragen, mit denen Sie sich beschäftigen können:

- Wie ist Ihr Sprechtempo? Wie sieht es mit Pausen aus?
- Wie oft lassen Sie andere zu Wort kommen?
- Wie ist das Verhältnis von Ich- und Du-Botschaften?
- Reden Sie oft um den heißen Brei herum oder sprechen Sie Klartext?
- Was tun Sie, wenn der Gesprächspartner irritiert oder kritisch guckt, nichts sagt usw.?
- Was machen Sie, um den Gesprächspartner zum Reden einzuladen?
- Lassen Sie Ihre Gesprächspartner ausreden?
- Wie gut können Sie beim Thema bleiben?
- Wie oft erzählen Sie etwas über sich? Wie oft stellen Sie sich selbst in den Mittelpunkt?

 

Wie verhält/verhalten sich Ihr/e Gesprächspartner?

Manchmal ist es leichter, sich Gedanken darüber zu machen, wie man verschiedene Gesprächspartner erlebt - und dann darauf zu schließen, was das über einen selbst aussagen könnte.

Hier ein paar hilfreiche Fragen:

- Wie oft führen Sie Gespräche, in denen Sie wirklich etwas von Ihrem Gesprächspartner erfahren?

- Wie oft kommen Leute von sich aus auf Sie zu und fangen ein Gespräch mit Ihnen an? Wie begehrt sind Sie als Gesprächspartner?

- Wie sehr lassen sich andere auf ein Gespräch mit Ihnen ein? Sind sie offen oder eher zurückhaltend, voll bei der Sache oder nur halbherzig dabei?

- Wie fühlen sich Ihre Gesprächspartner offenbar? Was drücken sie durch ihre Körpersprache und ihren Blick aus?


Je besser Sie sich selbst kennen und je mehr Sie darüber wissen, wie Sie über Gespräche und andere Leute denken, wie Sie sich in Gesprächen fühlen und verhalten, umso leichter und klarer erkennen Sie, wo Sie zufrieden mit sich sind - und wo es (noch) hapert und Sie gerne dazulernen möchten.


Um sich selbst weiterzuentwickeln und zu verbessern, können Sie:

- über sich selbst und die eigene innere Einstellung nachdenken

Wenn Sie sich beispielsweise klar werden, dass Sie viel zu sehr darauf bedacht sind, bloß nie in irgendein Fettnäpfchen zu treten, wissen Sie, was Sie daran hindert, ein wirklich guter und offener Gesprächspartner zu sein. Allein diese Erkenntnis kann schon viel bewirken - und zeigt auf jeden Fall die Richtung an, in die Sie etwas unternehmen können.


- sich in Gesprächen beobachten und bewusst erleben

Wenn Sie beispielsweise Ihre Neigung erkannt haben, andere zu unterbrechen, können Sie sich einfach mal beobachten. Sie werden sehen: Allein durch das bewusste Wahrnehmen tut sich etwas in Ihnen.


- sich eine ganz konkrete Sache vornehmen und daran arbeiten

Wenn Sie zum Beispiel anderen gerne ins Wort fallen oder Sätze für sie beenden, können Sie sich "nur" das zum Ziel setzen: andere ausreden zu lassen.

   
   
   
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