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Networking
ist wieder stark im Gespräch. Dabei ist es natürlich
gar nichts Neues: Kontakte zu anderen aktiv aufzunehmen,
sich auszutauschen und sich gegenseitig auch einmal in Anspruch
zu nehmen, das gab es immer schon. Manche Menschen nutzen
es aktiver als andere.
Sehr
vieles in unserem Alltag läuft über persönliche
Kontakte, oft ganz automatisch. Und natürlich hat der
persönliche Kontakt im Angestelltenleben und natürlich
auch besonders für Selbstständige sehr viel Gewicht.
Denn wenn man sich bei anderen bekannt macht und geschätzt
ist, dann ergeben sich oft daraus beruflich wichtige Kontakte
und natürlich Aufträge.
Wie
viele Ihrer Bekannten haben Sie schon aktiv zu Ihrem tollen
Friseur geschickt? Wem haben Sie auf Anfrage Ihren Zahnarzt
empfohlen? Sogar einen neuen Job kann man über persönliche
Kontakte leichter bekommen. - Der Effekt von "Da kenn
ich jemand Gutes" oder sogar von "Für diese
Person leg ich meine Hand ins Feuer" ist nicht mit
Gold aufzuwiegen.
Und
auch persönlich wirken sich nette Kontakte aus. Wer
freut sich nicht über angenehme neue Bekannte, aus
denen vielleicht sogar die eine oder andere Freundschaft
entsteht?!
Jeder
hat ein Netzwerk
Mir
begegnen immer wieder Leute, die von sich behaupten, keine
guten Kontakte zu haben, also über kein Netzwerk zu
verfügen. Dem ist jedoch nicht so! Denn jeder Mensch
hat zahlreiche vorhandene Kontakte. Der Denkfehler ist jedoch
leider häufig, dass man das Netzwerk rein aus beruflichem
Blickwinkel sieht.
Zwei Beispiele:
- Eine Internetdesignerin kennt niemanden, der eine Firma
besitzt bzw. über den Internetauftritt eines Unternehmens
entscheidet. Entsprechend geht sie davon aus, dass sie eben
leider kein vielversprechendes Netzwerk hat. Dabei übersieht
sie aber, dass man häufig zwar nicht jemanden kennt,
der direkt an der Quelle für einen Auftrag u. Ä.
sitzt, aber sehr wohl über eine oder mehrere Ecken
eben doch einschlägige und interessante Kontakte hat.
So kann es sein, dass Ihre Freundin aus dem Volleyballverein
einen Schwager hat, der gerade bei einer Firma angefangen
hat, die eine neue Website braucht. Leider haben die beiden
Volleyball-Kolleginnen überhaupt noch nie über
ihre Berufe gesprochen.
- Eine Office Managerin, die sich umorientieren wollte,
hat ihrer Blumenhändlerin davon erzählt. Kurz
darauf hatte sie eine neue Stelle - der Bruder der Blumenfrau
hatte eine Computerfirma und suchte gerade eine Assistentin.
Wichtig
ist es daher, dass Sie sich einmal hinsetzen und sich Ihre
Kontakte vor Augen führen. Greifen Sie einfach ein
oder zwei Ihrer Kontakte heraus: ein Familienmitglied und
einen sonstigen Bekannten - und schreiben Sie auf, was Sie
über diese wissen und was Sie über deren Kontakte/Umfeld
erfahren haben. Oft weiß man das nicht so genau, ist
aber dennoch etwas im Bilde: Da reicht es auch schon grob
zu wissen, mit welchen Branchen jemand zu tun hat, um zu
sehen, bis wohin Ihre Kontakte reichen.
Aktiv
das eigene Netzwerk ausweiten
Sie
haben überall das Potenzial, sich als Person und Ihre
Produkte/Leistungen aktiv bekannt zu machen. Und diese Möglichkeiten
sollten Sie unbedingt nutzen!
Aber:
Bitte das "aktiv bekannt machen" nicht missverstehen
- es geht nicht darum, sich anderen aufzudrängen. Das
kommt garantiert nicht gut an (und würde Ihnen auch
sicherlich selbst nicht angenehm sein).
Es geht
vielmehr darum, etwas von sich preiszugeben. Immer natürlich
auch mit einem ehrlichen Interesse für Ihren Gesprächspartner.
Die
Möglichkeiten von Netzwerken sind zahlreich, z. B.
- formelle
Netzwerke, die es für verschiedene Berufsgruppen/Branchen/Interessengebiete
oder
Zielgruppen gibt (speziell für Existenzgründer,
nur für Frauen etc.)
- Berufs-
und Branchenverbände
- Mentoring
- Business-Kontakte
(frühere Chefs, Arbeitskollegen, Lieferanten, Kunden,
Berufskollegen etc.)
- informelle
Zusammenschlüsse (z. B. Sportverein etc.)
- private
Kontakte (Freunde, Familie, Bekannte, Nachbarn ...)
- Veranstaltungen
(spezielle Netzwerkabende oder auch jede andere Veranstaltung
eignet sich dazu,
mit anderen ins Gespräch zu kommen)
Keine Angst: Sie brauchen nicht zum Partylöwen mutieren
und überall aktiv werden. Vielmehr soll Ihnen diese
Aufzählung dabei helfen, das Potenzial an Kontakten,
das Sie bereits haben bzw. nutzen könn(t)en, auch auszuschöpfen.
Kleine
Schritte machen
Da sich
doch viele Menschen etwas unsicher damit sind, wie sie aktiv
auf andere zugehen oder mit bestehenden Kontakten auch einmal
über ihren Beruf sprechen können, ist es gut,
sich nicht zu große Schritte vorzunehmen, sondern
erstmal klein anzufangen und sich selbst zu trainieren.
Das
geht am besten, indem man sich auch einmal selbst vor Augen
hält, wie man zu Kontakten und zum Netzwerken steht.
Beispielsweise
kenne ich Menschen, die in ihrem Bekanntenkreis mit Absicht
nicht genau sagen, was sie beruflich machen - aus Angst,
dass sie plötzlich überall Gefälligkeitsdienste
machen müssten. Das ist eine typische Falle, die man
sich selbst stellt. Denn das eigentliche Thema ist hier:
Wie lerne ich, Grenzen zu setzen und eben auch mal Nein
zu sagen.
Die "Lösung", erst gar nicht zu sagen, was
man tut, bedeutet, dass sich Selbstständige das Geschäft
klein halten. Denn Ihre Bekannten können Sie so auf
keinen Fall weiterempfehlen bzw. Sie (bezahlt) in Anspruch
nehmen. Und auch für Angestellte kann sich das blockierend
auswirken: Vielleicht wüsste man einen tollen neuen
Job für Sie, kann Ihnen davon aber nicht einmal erzählen,
weil man nicht genau weiß, was Sie tun.
Wenn
Sie gerne aktiver netzwerken möchten - und sich fragen,
wie Sie gezielt neue Kontakte aufbauen (und typische Hürden
wie den ersten Schritt, Smalltalk etc. lösen möchten),
wie Sie Ihre vorhandenen Kontakte auf gute und angenehme
Weise auch nutzen möchten ... und vor allen Dingen
auch zu einem gern gesehenen Netzwerker werden möchten,
dann könnte unser Buch "Networking"
etwas für Sie sein.
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