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Ein
häufiger Grund für Unzufriedenheit im Job ist
mangelnde Anerkennung: Man weiß nicht, wo man steht.
Feedback von Chef und Kollegen kommt spärlich oder
gar nicht.
So schön Rückmeldung "von außen"
ist, so schlecht ist es, sich ausschließlich darauf
zu fixieren. Denn in erster Linie ist die eigene Einschätzung
- und damit verbunden auch Anerkennung - wichtig.
Und: Macht Sie unabhängiger.
Wie
sehe ich mich selbst?
Erstaunlich,
aber wahr: Die meisten Menschen reflektieren gar nicht über
sich und ihre Arbeitsleistung. Mit "reflektieren"
ist nicht gemeint, mal eben von sich zu sagen: "Ich
mache einen guten Job". Sondern es geht - wie bei jeder
wirklichen Einschätzung - darum, konkret zu werden.
Überlegen
Sie doch mal (schriftlich!) bei einer gemütlichen Tasse
Kaffee:
- Bin
ich allgemein zufrieden: mit meiner Leistung, dem Umgang
mit Chef/Kollegen/Kunden?
- Gehen
Sie dann ins Detail und splitten Sie die Bereiche Ihres
Aufgabenfeldes näher auf: Projektplanung, Eigenorganisation,
Umsatzverantwortung ... welche sinnvollen Bereiche sich
ergeben, hängt von Ihrer individuellen Tätigkeit
ab. Und auch diese lassen sich natürlich noch weiter
herunter"brechen": Was gehört für mich
zu Eigenorganisation (Schreibtischorga, Struktur und Aktualität
der Ablage etc.)
- Sehen
Sie sich dann diese einzelnen Bereiche konstruktiv-kritisch
näher an: Was machen Sie gut (warum?), was könnten
Sie verbessern (wie?) und wie werden Sie vorgehen?
Welche
Ziele setze ich mir?
Wenn
es um Ziele geht, denken die meisten Menschen an die großen
Dinge (Karriereplanung etc.), doch wenn Sie Ihre eigene
Leistung einschätzen können und Ihren Job wirklich
gut machen möchten, geht es wiederum darum, konkret
zu werden.
Ein
Beispiel: Ich möchte, dass mein Chef zufrieden mit
mir ist.
Wenn
man es so vage ausdrückt, kann man selbst nicht wirklich
einschätzen, wo man steht - und ist letztlich darauf
angewiesen, dass der Chef etwas dazu sagt oder aber dass
man versucht zu erkennen, wie zufrieden der Vorgesetzte
ist. Und das ist nicht nur mühsam, sondern oft genug
eine Quelle von Missverständnissen.
Besser
ist es, einmal ganz pragmatisch vorzugehen und zu konkretisieren
- wie sich das idealerweise äußern soll
- was sein müsste, damit mein Chef zufrieden ist
Beispielsweise
könnte das Ziel lauten, dass der Chef stolz auf einen
ist und vielleicht bei anderen Leuten mit einem "angibt".
Achtung: Dass man sich dieses Ziel setzt, bedeutet nicht,
dass es mit der Realität gleichzusetzen ist - das können
Sie nicht zu 100 % beeinflussen. Aber Sie können die
Voraussetzungen dafür schaffen und die Wahrscheinlichkeit
steigern.
Wenn man sich so ein Ziel - und die gewünschten Konsequenzen
- vor Augen hält, wird man auch gleich viel einfallsreicher.
Denn
nun können Sie brainstormen, was sein müsste,
damit Sie nicht nur eine gute Arbeitsleistung zeigen, sondern
sogar eine so hohe, die Stoff für "Angebereien"
bietet.
Es geht
darum, für sich selbst zu konkretisieren, was in einer
bestimmten Tätigkeit an Leistung erfolgen muss, um
wirklich gut zu sein. Und zu erkennen, wann die Erwartungen
übertroffen werden.
Nehmen
wir ganz banale Beispiele:
a) Vor
einer Besprechung einen Termin zu bestätigen, ist "normal".
Dem Brief oder der E-Mail auch gleich eine Anfahrtsskizze
mit beizulegen, damit der Gesprächspartner problemlos
herfindet, ist ein Extra.
b) Post
im Urlaub
Sie sichten für Ihren Chef die Post, während dieser
in Urlaub ist. Sie haben abgesprochen, dass Sie Wichtiges
erledigen und alles andere sammeln. Das ist die Vereinbarung.
Die Post in verschiedene Wichtigkeitsstapel zu sortieren,
sie bereits soweit aufzubereiten, dass Ihr Chef sie schnell
sichten und wegarbeiten kann und die paar Stapel entsprechend
zu beschriften, ist ein Extra.
Diese Beispiele zeigen, wie das Prinzip funktioniert: Anstatt
immer das Große zu sehen, ist es wichtig, sich in
kleinen Schritten die eigenen Tätigkeiten vor Augen
zu führen und abzuchecken, was man momentan tut und
entsprechend einzuschätzen:
- Extra
- selbstverständlich/gute Arbeit
- nicht gut
Denn
Letzteres kann natürlich auch sein: Nehmen wir die
Ablage, die bei vielen ein ungeliebtes Thema ist. Wenn Teil
Ihrer Arbeit ist, sich um die Ablage zu kümmern, Sie
aber alles endlos in einer Ecke stapeln, dann ist das ein
Teil Ihrer Tätigkeit, den Sie nicht erfüllen.
Wichtig: Tauschen Sie sich auch mit anderen aus, was sein
sollte bzw. was die Erwartungen sind. Fragen Sie Chef und
Kollegen, mit denen Sie enger zusammenarbeiten, was diese
von Ihnen erwarten, und verständigen Sie sich gemeinsam
darauf. Brainstormen Sie mit anderen, was sein muss und
was "Extra" ist. Sicherlich kennen Sie auch viele
Beispiele aus Ihrem Privatleben.
"Erfolgskontrolle"
Eine
ganz simple Möglichkeit, wenn Sie sich selbst nicht
recht einschätzen können, ist, Ihre Tätigkeit
einmal näher "aufzudröseln" (Übung
oben), sich dann die einzelnen Bereiche detailliert anzusehen
und konkrete Pläne für die Umsetzung zu machen.
Beispiel:
Sie nehmen sich den Bereich "Korrespondenz" vor.
Den teilen Sie auf und stellen fest, dass Ihre Schriftstücke
fehlerlos sind und von der Gestaltung her übersichtlich
und einwandfrei. Rechnungen und Mahnungen, die auch zu Ihrem
Tätigkeitsbereich gehören, erledigen Sie schnell
und zuverlässig. Angebote schieben Sie eher etwas auf,
weil Sie die Kalkulation nicht so gut können. Alle
Briefe, die völlig frei zu schreiben sind, bereiten
Ihnen Schwierigkeiten, weil Sie das Gefühl haben, nicht
so gut formulieren können.
Das hat zur Folge, dass Sie Zeit verlieren: Die Reaktionszeiten
sind länger als nötig und Sie verlieren mächtig
Zeit, indem Sie an einem Brief ewig rumdoktern.
An dieser groben Darstellung erkennen Sie bereits, wie wichtig
es ist, konkret zu werden - denn plötzlich wird greifbar:
- Was
mache ich sehr gut (was ich vielleicht bisher gar nicht
wahrgenommen habe)?
- Wo
sind Bereiche, die ich nicht so gut erledige oder die ich
verbessern möchte, weil ich selbst davon profitiere
(z. B. nicht unnötig mit einer Aufgabe ewig Zeit zu
verlieren)?
- Was
genau muss sein, damit ich das besser erledige?
- Welche
Möglichkeiten habe ich, das zu erreichen
(z. B. Kalkulation mit einem Kollegen aus dem Vertrieb nochmal
üben, ein Training oder Coaching zum Formulieren von
Briefen machen ...)?
- Woran
erkenne ich/mache ich es fest, wenn ich mich verbessere?
Das Verfolgen des Zieles bedeutet auch, dass Sie sich nicht
nur ein "End-Ziel" setzen, das vielleicht gar
nicht machbar ist oder am Ende frustriert. Also kleinere
Zwischenziele setzen, sich über die Erfolge freuen
und auf das nächste Zwischenziel hinarbeiten.
Sie sehen: Auch für sich alleine können Sie Ihre
eigene Arbeitsleistung sehr differenziert prüfen und
einschätzen. Und ganz gezielt an Ihrer Weiterentwicklung
arbeiten. - Natürlich ist es auch dann schön und
wichtig, Feedback von anderen zu erhalten. Aber Sie sind
nicht komplett davon abhängig, sondern können
die Sache selbst in die Hand nehmen.
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