|
Ist
denn das überhaupt möglich: gut drauf sein und
die Dinge auch dann mit Energie und Schwung anpacken, wenn
nicht alles nach Plan läuft? Oder wenn sich Routine
breit macht und man eigentlich gar keine Lust darauf hat?
Viele Menschen sind davon überzeugt, dass es ganz natürlich
ist, wenn unter weniger günstigen Umständen die
Motivation auf der Strecke bleibt und man dann einfach "Dienst
nach Vorschrift" macht. Und dass es überhaupt
keine Alternativen zu diesem passiven Verhalten gibt.
Doch
das ist viel zu kurz gegriffen: Denn mit wie viel Power
und wie gerne wir etwas machen, hat sehr viel mit uns selbst
zu tun. Dazu ein kurzer Ausflug in die Psychologie, die
zwei Sorten von Motivation kennt. Die so genannte extrinsische
Motivation, die von anderen Leuten, von materiellen Dingen,
also von außen kommt (zum Beispiel die Gehaltserhöhung
oder ein Lob vom Chef). Und die so genannte intrinsische
Motivation, die in uns selbst steckt, also die von innen
kommende Freude daran, sich mit etwas zu beschäftigen
und etwas zu tun (zum Beispiel der Ehrgeiz und Spaß
des Kochs, ein super Menü für seine Gäste
zu zaubern, oder die Lust daran, eine Besprechung perfekt
zu organisieren).
Motivation
von innen macht unabhängig
Das
Gute an dieser Motivation von innen ist die Unabhängigkeit.
Dass man nicht auf andere Leute angewiesen ist. Dass man
sich gut fühlt, weil man sich selbst etwas wert ist.
Klar macht es Spaß, gelobt zu werden und Belohnungen
zu bekommen. Das soll ja auch so sein. Aber nur gut drauf
zu sein, wenn man von außen aufgemuntert wird, macht
abhängig. Bleibt nämlich der Input auf der Strecke,
sinkt die Lebensfreude ganz schnell. Die gute Nachricht:
Man kann sich selber pushen und das, was man tut, gerne
und gut anpacken.
Gerade
wenn es mal nicht so richtig flutscht, sollte man sich an
der Nase packen und Bestandsaufnahme machen: Was ist toll
an meinem Job? Was macht mir so richtig Spaß? Welche
Fähigkeiten kann ich ausleben? Was mache ich gerne?
Und was stört mich jetzt? Am besten alles aufschreiben,
weil allein das bringt schon sehr viel bringen kann. Da
man bewusst und intensiv hinguckt und die guten Seiten wieder
sieht statt nur alles grau in grau. Es kann auch sehr hilfreich
sein, sich mit anderen Leuten darüber zu unterhalten,
wo der Schuh drückt. Mal zu hören, wie es anderen
so geht. Erst wenn man Vergleiche hat, weiß man viele
Dinge (wieder) zu schätzen. Es ist wichtig, das Bild
wieder gerade zu rücken und auch die positiven Seiten
wahrzunehmen.
Womit
wir bei den Erfolgen sind. Erfolge sind dafür da, dass
man sie feiert: die großen genauso wie die kleinen.
Halten Sie die Augen offen und freuen Sie sich ganz bewusst
über das, was Sie gut machen. Ein Brief ist besonders
gut gelungen? So schnell hat das noch nie geklappt mit dem
Einsortieren der neuen Ware? Ein Telefongespräch mit
einem schwierigen Kunden gut über die Bühne gebracht?
Super! Haken Sie es nicht einfach als selbstverständlich
ab, wenn Sie etwas gut machen, sondern speichern Sie es
in Ihrem Kopf als Pluspunkt. Es kann auch sehr sinnvoll
und beflügelnd sein, sich die eigenen Fortschritte
und Erfolge aufzuschreiben und sich ab und zu mal zu Gemüte
zu führen, was man so geschafft hat. Und warum nicht
sich auch selbst belohnen? Mit einem schönen Essen,
dem Kleid, das man sich schon lange gewünscht hat.
Auch
wie man mit dem Lob von anderen umgeht, hat riesige Auswirkungen
auf den eigenen Gemütszustand und wie sehr man sich
selbst wertschätzt. Lassen Sie sich auf das Lob von
anderen ein, nehmen Sie es an und freuen Sie sich darüber.
Kennen
Sie schon die Methode des "Als ob"?
Ja,
man kann sich auch selbst aufbauen, indem man so tut, als
ob man Spaß an einer Sache hätte obwohl
es gar nicht stimmt. Wenn man sich zum Beispiel auf das
lästige Fensterputzen voll einlässt und so putzt,
als hätte man wirklich Freude dran, dann kann es tatsächlich
passieren und plötzlich auch Spaß machen. Das
kommt vermutlich daher, dass Aufmerksamkeit und Konzentration
eine so wichtige Rolle spielen. Am meisten Freude hat man
nämlich, wenn man voll konzentriert und total bei der
Sache ist. Dann vergeht auch die Zeit wie nichts und die
Dinge gehen einem leichter von der Hand. Zum Glück
kann man die Aufmerksamkeit steuern, die Gedanken lenken
und sich bewusst auf eine Tätigkeit konzentrieren.
Es lohnt sich, den inneren Schweinehund zu überwinden,
weil man dann was voranbringt, sich besser fühlt und
die inneren Energien zurückkommen. Anders rum passiert
garantiert nichts Positives: Wenn man sich vorsagt, wie
langweilig und wie schlimm alles ist, wird alles nur noch
schlimmer.
Äußere
Einflüsse
"Es
gibt aber auch äußere Dinge, die einem das Leben
schwer machen. Zum Beispiel, wenn man einfach zu wenig Platz
hat, um vernünftig zu arbeiten."
Ja, die äußeren Grenzen, die einen behindern,
spielen eine große Rolle. Es gibt nur eine gute Lösung:
sie als Hürde zu sehen, über die man drüberspringen
will. Wenn der Platz nicht reicht, sich Gedanken machen
und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Wie kann
man den Platz besser nutzen? Den Raum umstellen kann Wunder
wirken. Neue Regale vielleicht, um die Höhe zu nutzen?
Oder kann man mit Kollegen das Zimmer tauschen? Muss alles
in diesem Raum sein, kann man was ausmisten oder auslagern?
Neue Möglichkeiten zu suchen und aus dem Weg zu räumen,
was nicht so toll ist, tut einfach gut. Und bringt Schwung
rein.
Diese Motivation und Power sind auch noch ansteckend. Man
zieht nicht nur sich selber aus dem Schlamassel, sondern
pusht auch die Kollegen. Und das baut ganz schön auf.
|