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Wenn Mitarbeiter auf Distanz gehen
  von Christine Öttl
 

Auch wenn es grundsätzlich zwischen Ihnen und Ihrem Team stimmt, kann es vorkommen, dass einzelne oder mehrere Mitarbeiter sich zurückziehen und Ihnen distanzierter begegnen als normalerweise.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Sache weder allzu persönlich nehmen noch Ihren Eindruck stillschweigend übergehen und so tun, als ob alles in Ordnung wäre. Denn irgendetwas ist ja offensichtlich los: Und Sie helfen sich selbst und Ihrem Team am meisten, wenn Sie dem auf den Grund gehen.


Hier ein paar Anregungen, wie Sie vorgehen können:


Verarbeiten Sie die Sache emotional und mental

Es ist ziemlich menschlich, dass Sie nicht gerade begeistert oder sogar persönlich getroffen sind. Vielleicht finden Sie das Verhalten der Mitarbeiter unfair oder vielleicht sind Sie richtig sauer über das "kindische Verhalten".

Gestehen Sie sich all diese Gedanken und Gefühle zu und nehmen Sie sich etwas Zeit, um sie zu verdauen - und beschäftigen Sie sich dann damit, was Sie konkret unternehmen werden. So legen Sie die beste Grundlage, um sich zu beruhigen und die Sache konstruktiv anzupacken.


Machen Sie sich klar, was Sie beobachtet haben

Es ist sehr wichtig, dass Sie das Auf-Distanz-Gehen analysieren und sich klar machen, welches konkrete Verhalten Sie damit meinen. Das kann sein: zurückhaltendes Grüßen, kein Lächeln, aus dem Weg gehen, sich nicht zu Wort melden, nur auf Nachfrage etwas sagen usw.

Tipp: erstmal nicht darauf eingehen
Sie müssen nicht immer sofort reagieren. Sondern können es auch erstmal damit probieren, dass Sie mit dem betreffenden Mitarbeiter umgehen wie immer und die Distanz einfach ignorieren. So finden Sie meist recht schnell heraus, ob die Person einfach nur schlechter Stimmung war/ist oder ob doch mehr dahintersteckt.


Überlegen Sie, ob etwas vorgefallen ist

Bevor Sie ein klärendes Gespräch suchen, überlegen Sie am besten, ob es etwas gibt, das zwischen Ihnen und dem Mitarbeiter stehen könnte.

Möglicherweise ist vor kurzem etwas Unangenehmes vorgefallen. Möglicherweise ist es auch etwas auf Unternehmensebene, z. B. eine unpopuläre Entscheidung der Geschäftsführung.


Ein offenes Gespräch führen

Gehen Sie auf den Mitarbeiter zu und führen Sie ein Gespräch unter vier Augen. Sagen Sie offen und direkt, was Sie beobachtet haben und wie dieses Verhalten auf Sie wirkt. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein bestimmter Vorfall damit zu tun hat, dann sprechen Sie es an und fragen Sie nach: "Ich habe den Eindruck, dass Sie seit drei Tagen nur mehr das Allernötigste mit mir besprechen. Hat das damit zu tun, dass …?"

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Sichtweise Ihres Gegenübers wirklich erfahren wollen und der Sache auf den Grund gehen.

 

Und: Bitten Sie um ein anderes Verhalten in der Zukunft

Lassen Sie Ihren Mitarbeiter wissen, dass Sie sein abweisendes und passives Verhalten zwar verstehen können, es aber viel bessere und konstruktivere Alternativen dazu gibt.

Nehmen Sie ihn in die Pflicht und bitten Sie in darum, sich in Zukunft nicht einfach zurückzuziehen, sondern so schnell wie möglich das Gespräch mit Ihnen zu suchen. So helfen Sie sich selbst und auch dem Mitarbeiter am meisten.

   
   
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