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Natürlich
liegt Ihnen als gutem Vorgesetzten viel daran, dass Ihre
Leute selbstständig arbeiten, Eigenverantwortung zeigen
und Dinge von sich aus in die Hand nehmen, sprich möglichst
wenig auf Sie angewiesen sind. Gleichzeitig sollten Sie
jedoch nicht vergessen, dass es zu Ihren wesentlichen Führungsaufgaben
gehört, eine Anlaufstelle für Ihre Mitarbeiter
zu sein, ihnen Orientierung zu geben und sie immer mal wieder
an die Hand zu nehmen.
Damit
ist auf keinen Fall gemeint, dass Sie Ihren Leuten ständig
unter die Arme greifen, alle Schwierigkeiten selbst lösen
oder ihnen gar ihre Arbeit abnehmen! Nein, es geht darum,
die eigene Mannschaft nicht sich selbst zu überlassen,
sondern einen bestimmten festen Rahmen sowie Rückhalt
zu bieten und sie dabei zu unterstützen, wirklich gut
zu sein und sich weiterzuentwickeln.
Wichtig:
die Unterstützung auf den einzelnen Mitarbeiter abstimmen
Menschen
sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Fähigkeiten,
Stärken und Schwächen, Bedürfnisse und Erwartungen.
Gute und effiziente Unterstützung bedeutet, dass sie
auf die einzelnen Mitarbeiter abgestimmt ist und nicht nach
dem Gießkannenprinzip erfolgt. Denn was für den
einen eine große Hilfe darstellt, bringt dem anderen
überhaupt nichts oder ist sogar kontraproduktiv. So
kann es sein, dass beispielsweise:
- ein
Mitarbeiter klare und detaillierte Arbeitsanweisungen und
Deadlines braucht - während ein anderer das als Bevormundung
und Einengung empfindet und sich nicht ernst genommen fühlt
- ein
ruhigerer Mitarbeiter erst dann mit eigenen Ideen und Vorschlägen
herausrückt, wenn er explizit darum gebeten wird -
während ein anderer sich sehr stark in den Mittelpunkt
stellt, zunehmend als "Wichtigtuer" angesehen
und gemieden wird und deshalb von Ihnen eher gebremst werden
sollte
- ein
Mitarbeiter sich stark weiterentwickelt hat und neue Aufgaben/mehr
Verantwortung möchte und bräuchte - während
ein anderer fachlich überfordert ist und deshalb eine
Schulung benötigt.
Viele
Möglichkeiten der Unterstützung
Die
Palette von Unterstützung und Hilfestellungen, die
Sie als Chef geben können, ist sehr breit: Sie reicht
vom grundsätzlichen Rahmen, den Sie Ihren Mitarbeitern
geben, bis hin zu spezifischen Situationen, in denen Sie
um Unterstützung gebeten werden bzw. selbst erkennen,
dass Ihre Hilfe erforderlich ist.
Hier
nur zwei Beispiele dafür, wie eine grundsätzliche
Unterstützung im ganz normalen Arbeitsalltag aussehen
kann:
- klare Rahmenbedingungen schaffen
Ja,
auch der organisatorisch-administrative Rahmen fällt
in die Kategorie Unterstützung durch den Vorgesetzten
und es ist sehr sinnvoll, sich die Bedeutung dieser oft
unterschätzten Dinge bewusst zu machen. Denn ein klarer
Rahmen gibt Orientierung und Sicherheit - erleichtert den
alltäglichen Arbeitsablauf und lässt viele Missverständnisse
und Fehler gar nicht erst entstehen.
Wenn
ein strukturierender Rahmen fehlt oder ad hoc entschieden
wird, fühlen sich Mitarbeiter leicht alleingelassen
und "schwimmen"
Zu den
Rahmenbedingungen, die Sie festlegen und klar kommunizieren
sollten, gehören beispielsweise: Aufgabenverteilung
und Zuständigkeiten, "Dienstwege" und Regeln,
Ihre eigenen Erwartungen, Urlaubs- und Vertretungsregelungen
usw.
Übrigens:
Auch Ausnahmeregelungen sollten allen Beteiligten bekannt
sein. Wenn Sie beispielsweise mit einem Mitarbeiter spezielle
Arbeitszeiten vereinbaren, dann ist es sehr wichtig, das
publik zu machen.
- Möglichkeiten zur Kommunikation mit Ihnen bieten
Machen
Sie es Ihren Leuten leicht, auf Sie zuzukommen und Kontakt
mit Ihnen aufzunehmen. Das heißt nicht, dass Sie zu
jedem Zeitpunkt ansprechbar sein müssen - obwohl der
Austausch mit den Mitarbeitern Ihnen als gutem Vorgesetzten
natürlich am Herzen liegen und eine hohe Priorität
einnehmen sollte. Es heißt nur, dass Sie klar machen
und offen kommunizieren, wann Ihre Leute zu Ihnen kommen
und Sie sich definitiv und intensiv mit ihnen beschäftigen
können. Das ist für alle Beteiligten viel besser,
als wichtige Dinge zwischen Tür und Angel zu besprechen
oder immer wieder sagen zu müssen "Jetzt geht
es gerade nicht." Sie könnten beispielsweise vereinbaren:
Eine offene Tür bedeutet, dass Sie Zeit haben und zur
Verfügung stehen. Eine geschlossene Tür bedeutet,
dass Sie beschäftigt sind und nicht gestört werden
möchten.
Brenzlige
Situationen
Hier
ein paar Beispiele dafür, wie Unterstützung in
"brenzligen" Situationen aussehen kann:
- ein offenes Ohr haben für Schwierigkeiten und
Bedürfnisse
Wie
Sie reagieren, wenn Ihre Mitarbeiter kritische Themen aufs
Parkett bringen und Schwierigkeiten ansprechen, spielt eine
große Rolle. Es ist sehr wichtig, mit Interesse und
intensiv zuzuhören und erfahren zu wollen, was genau
Sache ist. Allein die Tatsache, dass Sie als Chef ein offenes
Ohr haben und wirklich zuhören, nachfragen und den
Dingen auf den Grund gehen, ist schon eine Art von Unterstützung
- und nicht selten ist es damit bereits getan.
- konkrete Unterstützung bieten
Natürlich
gibt es Situationen, in denen Sie aktiv werden und Ihren
Leuten richtig weiterhelfen sollten: mit einem Rat, einer
Information oder auch durch Ihre tatkräftige Hilfe.
Wenn Mitarbeiter ständig überlastet sind und einfach
zu viel zu tun haben, ist es Chefsache, alle zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um die
Situation zu normalisieren - durch Einstellung neuer Leute
(eventuell nur stundenweise), Umstrukturierung der Arbeitsabläufe,
Notprogramm für Phasen der Unterbesetzung (z. B. gemeinsam
mit anderen Abteilungen) usw.
Tipp:
In Spitzenzeiten selbst Hand anzulegen, hilft nicht nur
in der Sache weiter, sondern kommt bei den Mitarbeitern
sehr gut an. So loben wir immer wieder den Geschäftsführer
in unserem früheren Unternehmen, der sich in den Hochphasen
nicht zu schade war, beim Postversand mit anzupacken.
- Hilfe zur Selbsthilfe geben
Eine
sehr wichtige und effektive Unterstützung und Hilfestellung,
die Sie Ihren Mitarbeitern bieten können, ist oft,
sie zu Selbstständigkeit und Eigeninitiative zu animieren
und zu motivieren. Wenn es beispielsweise mit der Zusammenarbeit
im Team hapert, sich bestimmte Fehler häufen oder die
Stimmung im Keller ist: Versammeln Sie Ihre Leute um sich,
sprechen Sie die Sache an und animieren Sie sie dazu, sich
Gedanken zu machen und nach Lösungsmöglichkeiten
zu suchen.
Wenn
ein Mitarbeiter mit einer bestimmten Aufgabe nicht klarkommt:
Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihn dazu auffordern
sich bewusst zu machen und Ihnen mitzuteilen, woran es liegt
und was passieren müsste, um die Schwierigkeiten aus
dem Weg zu räumen. Sehr oft sind Anregungen dieser
Art die allerbeste Unterstützung, die Sie Ihren Leuten
geben können.
Selbst-Check:
Hier
ein paar Fragen, um sich selbst in puncto Unterstützung
unter die Lupe zu nehmen:
·
Was verstehen Sie selbst unter Hilfestellung und Unterstützung
für Ihre Mitarbeiter?
·
Wie wichtig ist das für Sie?
·
Was konkret tun Sie bisher, um Ihre Leute zu unterstützen?
·
Wie verteilt sich das auf die einzelnen Mitarbeiter? Verteilen
Sie Ihre Hilfe gleichmäßig?
·
Wissen Sie, welche Art von Hilfestellung Ihr Team/einzelne
Mitarbeiter von Ihnen brauchen und möchten?
·
Was könnten und möchten Sie verändern?
Reden
Sie mit Ihren Leuten!
Um Ihren
Leuten die Unterstützung zukommen zu lassen, die diese
auch wirklich brauchen und die sinnvoll für alle Beteiligten
ist, müssen Sie die einzelnen Leute und ihre Bedürfnisse
kennen.
Viel
besser als darüber zu spekulieren, was Ihre Mitarbeiter
von Ihnen wohl am meisten brauchen, ist es, Ihre Leute direkt
darauf anzusprechen. Sie können die formellen Gelegenheiten
dafür nutzen oder auch bei einer passenden Gelegenheit
einzelnen Mitarbeitern wie auch dem Team insgesamt Frage
in diese Richtung stellen: "Welche Art von Unterstützung
braucht ihr/brauchen Sie von mir? Wie kann ich euch/Ihnen
am meisten helfen?"
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