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"Lösungsorientiertheit"
anstelle von "Problemorientiertheit" - das ist
eine der meistgefragten und wertvollsten Eigenschaften im
(Arbeits)Leben. Kein Wunder, denn wie reibungslos und schnell
Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden und welcher
"Geist" in einem Team/einer Abteilung und einem
Unternehmen herrscht, wird ganz wesentlich dadurch bestimmt,
worauf die Mitarbeiter ihr Augenmerk und ihre Energie richten.
Wie
Ihre Leute sich in diesem Punkt bewähren, hat sehr
viel mit Ihnen als Chef zu tun - nutzen Sie Ihre Vorbildfunktion
und Ihre Position, um die Lösungsorientiertheit Ihres
Teams zu stärken und auszubauen.
Lösungsorientiertheit
fällt nicht vom Himmel
Auch
wenn viele Vorgesetzte das nicht so gerne hören: Lösungsorientiertheit
fällt nicht einfach vom Himmel und ist auch keine Eigenschaft,
die man in jedem Mitarbeiter voraussetzen kann. Leider ist
es ziemlich üblich und gängige Praxis, beim Auftreten
von Schwierigkeiten nach dem/den Schuldigen zu suchen und
sich so an Problemen festzubeißen. Natürlich
ist es sinnvoll und hilfreich, Schwierigkeiten zu analysieren
und die Fehlerquelle zu eruieren, um sie in Zukunft leichter
vermeiden zu können. Wichtig ist jedoch, dass dies
in konstruktiver Absicht und in möglichst positiver
Stimmung geschieht - und dass der Fokus darauf liegt, Lösungsmöglichkeiten
und bessere Wege auszuarbeiten.
Wie
alle erwünschten Einstellungen und Verhaltensweisen
lässt sich auch Lösungsorientiertheit nicht einfach
verordnen. Sie als Führungskraft können und sollten
in zwei Bereichen aktiv sein, um Ihre Mitarbeiter (noch)
lösungsorientierter zu machen:
- die
Lösungsorientiertheit selbst vorleben
- die Mitarbeiter zu Lösungsorientierheit anregen
Die
Lösungsorientiertheit selbst vorleben
Da Sie
als Vorgesetzter immer Modellfunktion haben, beeinflusst
Ihr Verhalten - bewusst wie unbewusst - das Verhalten Ihrer
Mitarbeiter. Wenn Sie selbst eher auf Probleme als auf Lösungen
fokussiert sind, bleibt das Ihrem Team nicht verborgen und
hat - früher oder später - Auswirkungen. Wenn
Sie Ihre Leute dazu auffordern, Schwierigkeiten als Herausforderungen
zu sehen und sich auf Lösungsmöglichkeiten zu
konzentieren, sich selbst aber ganz anders verhalten, werden
Ihre Worte auf wenig fruchtbaren Boden fallen - und Ihr
Image als Führungskraft wird dadurch gewaltig beschädigt.
Es ist
sehr wichtig, dass Sie auf sich selbst achten und sich klarmachen:
- Was
bedeutet "Lösungsorientiertheit" für
Sie? Wie definieren Sie diesen Begriff?
- Wie
beurteilen Sie sich selbst in punkto Lösungsorientiertheit?
- Wie
äußert sich diese Einstellung in Ihrem Arbeitsalltag?
In welchen Aussagen, Verhaltensweisen usw. zeigt sich, dass
Sie lösungsorientiert sind?
- Wie
reagieren Sie, wenn Schwierigkeiten, Hindernisse, Probleme
auftauchen? Bitte denken Sie an die unterschiedlichsten
Situationen (wenn Sie alleine im Büro sind, am Telefon
mit Kunden/Geschäftspartnern, mit Ihren Managementkollegen,
mit Ihrem Chef, mit einzelnen Mitarbeitern, in Besprechungen,
per E-Mail usw.).
- Wie
reden Sie, wenn es um Schwierigkeiten, Hindernisse, Probleme
geht? Welche Aspekte sprechen Sie an? Welches Vokabular
benutzen Sie? Ist Ihre ganze Haltung eher lösungs-
oder problemorientiert?
Wichtig:
Vor einigen Jahren ist das Motto "Don't tell me problems,
tell me solutions!" in Mode gekommen. Bitte verstehen
Sie mich nicht falsch: Natürlich ist es gut und wichtig,
die Mitarbeiter zum Mitdenken zu animieren und sie auch
mal richtig in die Pflicht zu nehmen. Aber das funktioniert
nur, wenn Sie selbst immer den Blick auf Lösungen richten
und diese auch umsetzen. Und wenn Sie Ihren Leuten aktiv
und konstruktiv bei der Suche nach Lösungen unter die
Arme greifen, sofern diese Ihre Hilfe und Unterstützung
brauchen, was vorkommen kann. Andernfalls ist die Gefahr
sehr groß, dass sich Ihre Leute nicht ernst genommen
oder/und allein gelassen fühlen - keine guten Voraussetzungen,
um den Blick auf Lösungs- und Verbesserungsmöglichkeiten
zu richten.
Die
Mitarbeiter zu Lösungsorientiertheit anregen
Bitte
vergessen Sie nicht, dass viele Menschen zur Problemorientheit
neigen, oft gar keinen anderen Weg kennen und einen neuen,
konstruktiveren Umgang mit Schwierigkeiten erst lernen und
üben müssen: Als Chef haben Sie viele Möglichkeiten,
Ihre Leute in diese Richtung zu animieren und zu "erziehen",
die Sie unbedingt nützen sollten. Hier ein paar Beispiele:
-
konstruktive Impulse geben
Wenn
Mitarbeiter mit Problemfällen und Schuldzuweisungen
zu Ihnen kommen, dann hören Sie erstmal in Ruhe und
intensiv zu. Es ist sehr wichtig, dass Sie niemals Partei
ergreifen - auch dann nicht, wenn es sich um Ihren "Lieblingsmitarbeiter"
handelt! Natürlich können Sie Verständnis
für den Unmut Ihres Mitarbeiters zeigen und auch seine
Meinung teilen, dass "es so nicht weitergehen kann".
Aber unterstützen Sie niemals Schuldzuweisungen und
Opferhaltung, sondern nutzen Sie die Gelegenheit, um den
Betroffenen zum Nachdenken anzuregen und um konstruktive
Impulse zu geben: Wie sollte es idealerweise sein? Wie könnte
das Problem verhindert werden? Was schlagen Sie vor?
Tipp:
Oft handelt es sich um Themen, die mehrere Leute betreffen
und intensiv durchdacht werden müssen. Versammeln Sie
die betroffenen Mitarbeiter um sich und nehmen Sie sie in
die Pflicht: Schildern Sie die Schwierigkeit, bitten Sie
Ihre Leute um aktives Mitmachen und um Vorschläge,
wie das Problem aus ihrer Sicht zu vermeiden/wie sich die
Situation verbessern ließe.
Wenn die Sache komplex ist, kann es sehr sinnvoll sein,
sie in kleinere Themen "herunterzubrechen" und
an einzelne Mitarbeiter/Gruppen zu verteilen. Geben Sie
Ihren Leuten Zeit, um sich fundierte Gedanken zu machen,
und vereinbaren Sie einen Termin für das nächste
Treffen.
- Lösungsorientiertheit
zum Thema machen
Die
beste Möglichkeit, um Ihre Mitarbeiter für das
Thema zu sensibilisieren und eine bewusste Auseinandersetzung
damit anzuregen, wie sie im Moment mit Schwierigkeiten umgehen
und was sich hier im Interesse aller verbessern ließe,
ist: genau das anzusprechen und eine Diskussion in Gang
zu bringen.
Machen Sie Lösungsorientiertheit zum Thema: entweder
aus gegebenem Anlass oder auch generell. Diskutieren Sie
mit Ihren Leuten: Was bedeutet Lösungsorientiertheit
für uns? Wie äußert sie sich im Arbeitsalltag?
Was sind die Vorteile von Lösungsorientiertheit im
Vergleich mit Problemorientiertheit? Wie beurteilen wir
uns selbst in diesem Punkt? Wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Wichtig:
Bitte regen Sie Ihre Leute dazu an, mit konkreten Beispielen
zu arbeiten. Das ist viel effektiver und auch interessanter,
als sich nicht nur abstrakt mit dem Thema zu beschäftigen.
Tipp:
Würgen Sie emotionale Ausbrüche und Schuldzuweisungen
nicht von Anfang an ab. Gerade wenn Probleme seit längerer
Zeit bestehen und lange nicht angesprochen wurden, hat sich
enormer Druck aufgestaut, der sich erstmal entladen muss.
Dann wäre es sehr kontraproduktiv, wenn Sie den Zeigefinger
erheben und an die Vernunft appellieren würden. Lassen
Sie das "reinigende Gewitter" vorüberziehen
- und legen Sie so eine gute Basis, um dann wirklich konstruktiv
zu werden - gemeinsam.
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