Zeigen Sie, was in Ihnen steckt!  
   
.
Bewerbung & Karriere
Christine Öttl coacht Bewerber
+ Führungskräfte
  mehr erfahren
   
   
Business
Gitte Härter coacht Selbstständige und kleine Firmen
  mehr erfahren
   
   
Onlinetipps lesen:
...
Bewerbung
...
Karriere
...
Selbstmanagement
...
Entscheidungen
...
Kommunikation
...
Mitarbeiterführung
...
selbstständig
...
Buchtipps

 

 

 

Bloß nicht Abteilungsleiter!
  von Christine Öttl
 

Ich hatte über ein Jahr lang fleißig gearbeitet, das Archiv komplett aufgebaut, die Arbeitsabläufe organisiert und neue Mitarbeiter eingelernt. Da schlug mir mein Vorgesetzter vor, die Leitung der Abteilung zu übernehmen. Ich lehnte entsetzt ab und arbeitete fleißig weiter. Mein Chef versuchte es wieder und wieder und wieder. „Niemals!" sagte ich. „Bloß das nicht. Ich möchte einfach nur meine Arbeit machen. Nichts weiter." Kurz und gut: Ich wehrte mich viele Monate lang mit Händen und Füßen dagegen, die Abteilungsleitung zu übernehmen. Bis ich schließlich die Botschaft kapierte, die ich immer wieder ignoriert hatte: „Du leitest diese Abteilung doch schon, warum solltest Du es nicht offiziell tun?"
Ja, warum? Was hielt mich davon ab, die Aufgabe offiziell zu übernehmen? Was befürchtete ich denn?

 

Forschen nach den Gründen

An der fachlichen Kompetenz konnte es nicht liegen. Zum Glück bekam ich von einigen meiner Kollegen Hilfe zur Selbsthilfe und fand heraus, was mit mir los war.

Ich hatte Angst davor:

- hauptsächlich Verwaltungstätigkeiten und Schreibarbeit verrichten und mein geliebtes Tagesgeschäft aufgeben zu müssen,

- dauernd Überstunden zu schieben und keine Zeit für meinen geliebten Sport und andere Aktivitäten mehr zu haben,

- zwischen zwei Stühlen zu sitzen, dem Chef einerseits und den Mitarbeitern andererseits, und von beiden Seiten Druck zu bekommen,

- meinen bisherigen Kollegen Vorschriften zu machen, schlimmstenfalls unpopuläre Entscheidungen zu treffen,

- Konfrontationen und Konflikte auszutragen

- im Mittelpunkt zu stehen und Besprechungen zu leiten oder Ansprachen zu halten,

- Kritik ausgesetzt zu sein,

- von den Mitarbeitern nicht mehr gemocht zu werden

 

Toll! Was half mir nun diese Erkenntnis? Ich hatte ja ganz offensichtlich einfach nicht das Zeug zu einer Führungskraft! Und wieder bekam ich Unterstützung von anderen: „Du bist fachlich super und kannst gut mit Menschen umgehen." Das gab mir Auftrieb. Ich beschloss, meine Entscheidung daran zu knüpfen, ob ich weiterhin ein zufriedenes Leben würde führen können oder nicht.

Ich hatte zwar damals noch keine so klaren Ziele wie heute, aber in einigen Dingen gab es für mich nie einen Zweifel. Ich brauche Ausgewogenheit: zwischen Verwaltungsarbeit und aktiv anpacken, zwischen Planen und Umsetzen, zwischen Spannung und Anspannung, zwischen Arbeit und Freizeit. Das war und ist für mich die Grundlage für ein zufriedenes Leben. Und so eines wollte ich auch weiterhin führen.

 

Was ist Ihnen wirklich wichtig?

Ich kann nur jedem, der vor einer großen Entscheidung steht, raten:

Finden Sie heraus, was Ihnen wirklich wichtig ist. Worauf Sie nicht verzichten wollen. Was Sie unbedingt haben wollen. Und entscheiden Sie sich nur dann für die neue Situation, wenn keine grundlegenden Dinge oder Werte in Gefahr sind.

Holen Sie sich Rat bei anderen, wenn Sie Zweifel haben. Nutzen Sie die Meinung von Leuten, denen Sie vertrauen können und die ehrlich sind!

 

Ich übernahm die Aufgabe und wurde Abteilungsleiterin.

Meine Ängste und Zweifel verschwanden natürlich nicht von heute auf morgen. Ehrlich gesagt, bin ich einige von ihnen die ganzen Jahre über nie ganz losgeworden. Aber meine Ängste und Zweifel haben mir sehr geholfen, mich weiterzuentwickeln und ständig an mir zu arbeiten. Wichtig ist, sich diese Ängste einzugestehen, ohne jedoch eine Opferrolle einzunehmen. Meine Ängste lagen hauptsächlich im menschlichen/zwischenmenschlichen Bereich und hatten ganz offensichtlich viel mit persönlicher Unsicherheit zu tun. Deshalb war das Ziel für mich, meine Persönlichkeit zu stärken. Die Jahre als Abteilungsleiterin haben mich sehr gefordert und mich ein ganzes Stück auf meinem Weg vorangebracht. So heftig ich anfangs gegen die neue Aufgabe gewesen war, so froh bin ich heute, dass ich die Herausforderung angenommen habe!

Deshalb:

Lassen Sie sich von Ängsten und Zweifeln nicht abschrecken!

Finden Sie heraus, ob es sich für Sie um eine Herausforderung oder um eine Zumutung handelt. Ist letzteres der Fall: Finger weg!

Ist aber ersteres der Fall: Stürzen Sie sich in die neue Aufgabe!

   
zurück zur Übersicht:
Mitarbeiterführung
alle Artikel

 

 

 
  
Unschlagbar durch gutes Teamwork
Details zum Buch
 

 
Als Chef/in ist es oft gar nicht so einfach, Entscheidungen zu treffen, die eigene Wirkung zu kennen - und ehrliches Feedback und konstruktiven Rat zu bekommen, was man verbessern könnte.
mehr
 
 
(c) 1999-2010 objektiv. Bewerbung & Business, Christine Öttl und Gitte Härter GbR
St.-Cajetan-Straße 10, 81669 München, Tel. (0 89) 40 90 69 61, E-Mail:
objektiv@selbstmarketing.de