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Dass
Zeit Geld ist und man umso ökonomischer mit dieser
Ressource umgehen muss, je mehr Anforderungen gestellt werden
und je voller der Terminkalender ist, das gilt mittlerweile
als Binsenweisheit.
Doch gutes und effizientes Zeitmanagement ist für Leute
in Führungspositionen noch aus einem anderen Grunde
von zentraler Bedeutung, der oft übersehen oder zumindest
unterschätzt wird: Wie souverän und verantwortungsvoll
Sie mit Ihrer Zeit haushalten, das wirkt sich unmittelbar
auf Ihr Image als Führungskraft aus.
Es ist
sehr wichtig, dass Sie auf eine realistische Terminplanung
achten, sich nicht verzetteln und Ihren Bereich souverän
meistern können: Denn sonst ist die Gefahr sehr groß,
dass Sie von Ihrer Mannschaft nicht ganz ernst genommen
werden, als unzuverlässig oder als jemand gelten, der
"nicht mal" die "eigenen Sachen auf die Reihe
bekommt".
Sie
sollten sich immer vor Augen halten, dass Sie als Vorgesetzter
Vorbildwirkung haben und Ihr Verhalten nicht ohne Folgen
bleibt. Wenn Ihnen die Zeit immer wieder aus dem Ruder läuft
und Sie die Grundprinzipien effektiven Zeitmanagements nicht
befolgen, wird das auf Ihre Mannschaft abfärben. Und
was Sie selbst nicht vorleben, können Sie auch nicht
ernsthaft von Ihren Leuten verlangen.
Hier
ein paar Anregungen, worauf Sie unbedingt achten sollten:
bei
Besprechungen pünktlich sein
Wenn
es um den "Zeitdieb Nummer eins" geht, sprich
um Meetings, wird oft mangelhafte Disziplin und Zu-spät-Kommen
angeprangert. Es ist absolut wichtig, dass Sie als Vorgesetzter
pünktlich sind und die vereinbarten Zeiten einhalten.
Bitte
machen Sie sich klar, welche Schlüsse Mitarbeiter mit
sehr hoher Wahrscheinlichkeit ziehen, wenn ihr Chef immer
mal wieder oder gar regelmäßig zu spät zu
Besprechungen kommt: "Es gibt Dinge, die mir viel wichtiger
sind als ihr und diese Besprechung. Ich habe so viel zu
tun und komme mit meiner Zeit nicht klar. Auf Pünktlichkeit
lege ich nicht so viel Wert." usw. Außerdem haben
Ihre Leute bestimmt genug Arbeit und finden es nicht besonders
gut, wenn jemand ihnen wertvolle Zeit stiehlt - wenn das
dann auch noch der eigene Chef ist, kann sich das fatal
auf Motivation und Engagement auswirken.
Tipp:
Legen Sie die regelmäßigen Besprechungen so,
dass sie möglichst gut und reibungslos in Ihr Tagesgeschäft
und auch das Ihrer Mitarbeiter integriert werden können
- allein dadurch nehmen Sie viel Druck und Hektik raus.
Ein guter Termin ist gleich am Morgen bei Arbeitsbeginn:
Wenn die Besprechung Ihr erster Tagesordnungspunkt ist,
können Sie nicht durch andere Arbeiten aufgehalten
werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie nicht
vorher "noch schnell" ein Telefongespräch
führen und dergleichen.
Gesprächstermine
einhalten
Bitte
nehmen Sie Termine mit Ihren Mitarbeitern genauso ernst
und wichtig wie Termine mit Kunden und Verabredungen mit
Geschäftspartnern. Planen Sie realistisch, tragen Sie
sie in Ihren Terminkalender ein und seien Sie pünktlich.
Wenn
Sie zu den Leuten gehören, die immer bis auf den letzten
Drücker etwas machen wollen und deshalb häufig
zu spät zu den eigentlichen Terminen kommen: Das ist
definitiv eine Angewohnheit, die Sie wieder loswerden sollten.
Denn wenn Sie als Chef Gesprächstermine nicht ernst
nehmen, Ihre Leute warten lassen oder gar vergessen, wird
das entweder als mangelnder Respekt oder als Unfähigkeit
interpretiert - beides hat fatale Auswirkungen auf die Moral
der Mitarbeiter und Ihr Image als Führungskraft.
Tipp:
Planen Sie "Pufferzeiten" ein, um Druck und Hektik
zu vermeiden und Ihren Aufgaben als Führungskraft auch
gut gerecht zu werden. Nehmen Sie sich vor jedem Gesprächstermin
10 Minuten Zeit (in der Sie auch keine Telefongespräche
annehmen!) - und tragen Sie die Termine entsprechend in
Ihren Planer ein, sprich 9 Uhr 50, wenn Sie mit Ihrem Mitarbeiter
10 Uhr vereinbart haben. So schlagen Sie zwei Fliegen mit
einer Klappe: Sie sind pünktlich und Sie können
sich auf das Gespräch vorbereiten bzw. einstimmen.
informieren,
wenn Sie außer Haus sind
Verantwortungsvolles
Verhalten ist etwas, das von Ihnen als Chef einfach erwartet
wird. Und das äußert sich in verschiedensten
Situationen des ganz normalen Arbeitsalltages, beispielsweise
darin, wie gut Sie die relevanten Leute über Ihren
Aufenthaltsort und Ihre Erreichbarkeit informieren.
Immer
wieder lernen wir Leute kennen, die mit ihrem Chef nicht
klarkommen, weil dieser stundenlang einfach "untertaucht"
und sie in ihrer Arbeit regelrecht blockiert sind bzw. Anrufern
keine klare Auskunft geben können. Denn kein Mensch
weiß, wo der Chef sich gerade aufhält und wann
er wieder zu erreichen ist.
Damit ist allerdings nicht gemeint, dass Sie immer und überall
Ihr Handy eingeschaltet haben und rangehen sollen. Wichtig
ist, dass Ihre Leute wissen, wo Sie sind und wann Sie zurückkommen
- und dass man sich darauf verlassen kann, dass Sie die
Nachrichten auf Ihrer Mailbox abhören und sich so schnell
wie möglich melden.
Tipp:
Wenn Sie keine Assistentin oder Sekretärin haben, dann
wählen Sie einen Ihrer Mitarbeiter aus, den Sie auf
dem Laufenden halten - und der seinerseits die Information
weitergibt. Machen Sie das aber nicht im stillen Kämmerlein,
sondern ganz offiziell: Rufen Sie Ihre Leute zusammen und
teilen Sie es offiziell mit, damit alle Bescheid wissen.
Projekte
rechtzeitig ankündigen und weitergeben
Je nach
Größe des Unternehmens laufen bestimmte Projekte
und Terminsachen zunächst über den Schreibtisch
des Chefs, der diese dann an entsprechende Mitarbeiter weitergibt.
Leider passiert es oft, dass Vorgesetzte versäumen,
diese rechtzeitig weiterzugeben: Zum einen, weil sie selbst
einen Teil davon bearbeiten möchten und die allgemeine
Deadline bis kurz vor knapp ausschöpfen (und es versäumen,
die beteiligten Mitarbeiter zu unterrichten, damit diese
ebenfalls bereits daran arbeiten können). Zum anderen,
weil sie selbst mit dem Sichten ihrer E-Mails, Umläufe
und sonstigen Informationen im Rückstand und oft über
Termine nicht auf dem Laufenden sind.
Die
Folgen davon sind klar: Nicht nur kommen so die gesamten
Arbeitsabläufe durcheinander, weil kurz vor knapp plötzlich
noch etwas erledigt werden muss. Sondern es kann sogar sein,
dass Sie Ihre Abteilung oder einzelne Mitarbeiter in Misskredit
bringen, weil Sie Termine versäumen. Außerdem
leidet möglicherweise das Arbeitsergebnis, wenn plötzliche
Hektik ausbricht. Und: Ihre Mitarbeiter fühlen sich
nicht respektiert oder gar "verkackeiert".
Wichtig:
Das gilt natürlich auch für den Fall, dass Projekte
gestoppt oder Berichte etc. abgeschafft oder verändert
werden. Leider kommt es in vielen Unternehmen immer wieder
vor, dass Mitarbeiter an Dingen weiterarbeiten, die "eigentlich"
gar nicht mehr aktuell sind und abgeblasen wurden.
Tipp:
Sichten Sie sämtliche eingehende Post und Informationen
sofort unter dem Gesichtspunkt, ob Terminsachen darunter
sind - und auch daraufhin, ob andere Mitarbeiter involviert
werden müssen. Wenn Sie eine "rechte Hand"
haben, sprechen Sie das mit ihr ab.
Entscheiden Sie in solchen Fällen direkt, ob die Angelegenheit
dem betreffenden Mitarbeiter sofort übergeben wird
oder ob Sie noch weitere Informationen/Anweisungen geben
müssen. Gegebenenfalls lassen Sie die Information kopieren
und weitergeben (oder Sie senden sie per E-Mail weiter).
Wenn
Ihnen doch mal etwas durch die Lappen gegangen ist und Sie
das erst kurz vor knapp entdecken, dann gehen Sie damit
sofort zu den betreffenden Mitarbeitern. Entschuldigen Sie
sich für Ihr Versehen und besprechen Sie MITeinander,
wie am besten vorgegangen werden soll, um die Terminsache
noch zeitgerecht zu erledigen.
Bitte tun Sie nicht so, als ob alles selbstverständlich
wäre, oder machen gar einen Witz darüber nach
dem Motto "Da müssen Sie halt mal schneller arbeiten!".
Ebenso schädlich wäre es, die Terminsache einfach
kommentarlos ins Postfach des betreffenden Mitarbeiters
zu stecken.
Fachzeitschriften
und weitere Informationen nicht bunkern
Früher
waren es die Umläufe - jetzt sind es Fachzeitschriften
oder sonstige Informationen, die oft zuerst auf dem Schreibtisch
des Chefs landen.
Nur: Gerade Abteilungsleiter oder Firmenchefs haben alle
Hände voll mit anderen Dingen zu tun, sodass Informationen
und Fachpublikationen oft ein stiefmütterliches Stapelleben
fristen und gar nicht weitergegeben werden - oder veraltet
sind, wenn es dazu kommt.
Dadurch liegt Wissen brach und der Informationsfluss wird
gestoppt.
Tipps:
- Prüfen
Sie Ihre Fachzeitschriften und weiteren Informationen daraufhin,
ob Sie diese tatsächlich als Erstes (oder überhaupt)
selbst bekommen wollen: Welche Publikationen/welche Art
von Informationen können direkt zu den zuständigen
Mitarbeitern oder in die entsprechenden Abteilungen gehen?
- Vielleicht
merken Sie dabei auch, dass bestimmte Fachzeitschriften
nicht nötig sind, und können eventuelle Abonnements
abbestellen. Andere sind vielleicht so wichtig und aktuell,
dass es sich lohnt, die Anzahl der Abos zu erhöhen.
sich
entschuldigen, wenn etwas schief geht
Natürlich
sind auch Sie nur ein Mensch und kann es passieren, dass
Sie zu spät kommen oder mal einen Termin verpassen.
Wichtig ist, dass Sie Ihren Fehler niemals auf die leichte
Schulter nehmen. Vergessen Sie nicht, dass Sie mit allem,
was Sie tun oder unterlassen, eine Botschaft senden - und
dass die allermeisten Mitarbeiter sehr sensibel reagieren,
wenn Sie sie vor den Kopf stoßen. Und das passiert,
wenn Sie über Ihre Verspätung bzw. den verpassten
Termin entweder stillschweigend hinweggehen oder Ihr Versehen
einfach so abtun: "Das kann jedem passieren. Ist ja
nicht so tragisch!"
Wichtig:
Manche Chefs denken, dass sie sich eine Blöße
damit geben würden, wenn sie einen Fehler zugeben und
sich entschuldigen. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil
der Fall: Die Verantwortung für eigene Fehler zu übernehmen,
sie einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen,
ist eine menschliche Stärke - und macht Sie als Chef
vertrauenswürdig und zuverlässig.
Dass
Sie als Chef Vorbildfunktion haben und deshalb auf Ihr Verhalten
achten sollten, ist eine Sache. Die andere Sache ist, dass
Sie als Vorgesetzter Ihre Mitarbeiter auch führen und
lenken sollen. Nur weil Sie Pünktlichkeit vorleben,
bedeutet das leider nicht zwangsläufig, dass alle Ihre
Mitarbeiter sich an Ihnen orientieren. Nutzen Sie Besprechungen,
um das Thema explizit anzusprechen und mitzuteilen, wie
wichtig Pünktlichkeit für Sie und alle Beteiligten
ist. Und sprechen Sie einzelne Mitarbeiter, die sich nicht
in Ihrem Sinne verhalten, direkt und zeitnah an und reden
Sie Klartext.
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