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Wie
gut Ihr Image als Vorgesetzter ist und wie viel Rückhalt
Sie bei Ihren Mitarbeitern haben, hat unmittelbar damit
zu tun, wie sehr man Ihnen vertraut. Und das wiederum hängt
davon ab, wie sehr Ihre Mannschaft sich tatsächlich
auf Sie verlassen kann, wie viel Vertrauen Sie sich durch
Ihr Verhalten und Auftreten erwerben.
Im Arbeitsalltag
gibt es eine Reihe von Möglichkeiten und Gelegenheiten,
um zu beweisen, dass Sie eine zuverlässige und vertrauenswürdige
Persönlichkeit sind.
Hier
einige Beispiele dafür:
Für
sich behalten, was Ihnen im Vertrauen gesagt wird
Ihre
Vertrauenswürdigkeit wird sehr stark daran gemessen,
ob Sie Informationen für sich behalten können
oder nicht - ganz besonders, was Dinge anbelangt, die Ihnen
unter vier Augen und im Vertrauen mitgeteilt werden.
Egal
ob es sich um Schwierigkeiten eines Mitarbeiters oder um
(noch) inoffizielle Informationen von einem Managementkollegen
handelt: Was Ihnen im Vertrauen gesagt wird, sollten Sie
auf alle Fälle für sich behalten. Abgesehen davon,
dass die Verbreitung bestimmter Informationen fatale Auswirkungen
haben kann, unterminieren Sie Ihre eigene Glaubwürdigkeit,
wenn man nicht auf Ihre Verschwiegenheit zählen kann.
Die Nachricht, dass ein Vorgesetzter Dinge nicht für
sich behalten kann und man sich deshalb vor ihm hüten
sollte, verbreitet sich übrigens in Windeseile.
Tipp:
Es kann passieren, dass Sie von einem Mitarbeiter, einem
Kollegen oder auch Ihrem Chef auf so ein vertrauliches Thema
angesprochen werden. Besser als rumzudrucksen oder so zu
tun, als wüssten Sie von nichts, ist folgendes: Sagen
Sie ganz offen, dass Sie (im Moment) nichts darüber
sagen können, weil es sich um etwas Vertrauliches handelt.
Das ist vielleicht nicht das, was Ihr Gegenüber dann
von Ihnen hören möchte - aber Sie beweisen, dass
Sie vertrauenswürdig sind, und stärken so Ihre
eigene Position.
Dinge
direkt mit den Betroffenen klären
Bestimmt
bemerken auch Sie im Arbeitsalltag immer mal wieder etwas,
was Sie nicht so gut finden. Vielleicht stolpern Sie über
einen Fehler, erwischen jemanden beim Rauchen, obwohl Rauchpausen
in Ihrem Unternehmen nicht gestattet sind, oder hören,
dass ein Mitarbeiter sich einem Kunden gegenüber im
Ton vergreift.
Wie Sie in solchen Situationen reagieren und wie Sie mit
solchen Informationen umgehen, prägt ganz wesentlich
Ihr Image als Führungskraft.
Natürlich
können Sie entweder stillschweigend darüber hinweggehen
oder die Sache mit Dritten besprechen (z. B. in der Managementgruppe
oder mit dem direkten Vorgesetzten des Mitarbeiters). Besser
und zielführender ist es allerdings, wenn Sie erstmal
Kontakt mit dem Betroffenen selbst aufnehmen und das Thema
offen und direkt ansprechen. Zum einen erhöhen Sie
so die Wahrscheinlichkeit, dass der Mitarbeiter sein Verhalten
ändert bzw. den Fehler wieder gut macht. Zum anderen
wissen die Mitarbeiter, woran sie mit Ihnen sind, und können
sich darauf verlassen, dass Sie die Dinge ganz direkt ansprechen,
die Sie nicht gut finden - und nicht hintenrum: Das ist
eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen.
Nicht
schlecht über "die Firma", die eigenen Vorgesetzten
reden
Es ist
sehr wichtig, dass Sie sich nicht dazu verleiten lassen,
über "die da oben" zu schimpfen und schlecht
über Ihre eigenen Vorgesetzten oder die Firma insgesamt
zu sprechen. Gerade wenn die Firmenleitung unpopuläre
Entscheidungen fällt oder solche, die man selbst nicht
so gut findet, ist die Versuchung groß: Das ist zwar
kurzfristig meist der bequemste und einfachste Weg, aber
längerfristig verspielt man als Führungskraft
Ansehen und Vertrauenswürdigkeit - nicht nur von Seiten
der eigenen Vorgesetzten, welche ein solches Verhalten immer
irgendwie mitbekommen, sondern auch von Seiten der eigenen
Mannschaft. Denn Mitarbeiter messen Loyalität und Zuverlässigkeit
eines Vorgesetzten auch daran, wie sehr er zum Unternehmen
steht und sich in brenzligen Situationen bewährt.
Wichtig:
Das heißt nicht, dass Sie zu allem Ja und Amen sagen
und die Entscheidungen offiziell schönreden sollen,
von denen Sie selbst nicht überzeugt sind. Es spricht
durchaus für Sie, wenn Sie eine Firmenentscheidung
kritisch sehen und das auch mitteilen: Wichtig ist aber,
dass Sie sich nicht negativ darüber auslassen, sondern
die Entscheidung und die Gründe dafür für
sich selbst und Ihre Mitarbeiter nachvollziehbar machen
- und Ihre Leute dazu animieren, das Beste aus der Situation
zu machen.
Schwierigkeiten
und Probleme ernst nehmen
Schwierigkeiten
gehören zum Arbeitsleben einfach dazu. Es ist sehr
wichtig, dass Sie als Führungskraft keine Schönfärberei
betreiben. Wenn Vorgesetzte Hindernisse und Probleme einfach
als "Herausforderungen" abtun oder ihren Leuten
nur sagen "Das schafft ihr schon. Ihr seid ja so ein
gutes Team!", dann verunsichern sie die Mitarbeiter,
die sich nicht ernst genommen fühlen, und verspielen
sehr viel Vertrauen. Schließlich ist ein Chef ja dafür
da, die Richtung und den Weg zu weisen und zu Lösungen
zu animieren.
Wichtig:
Wenn Sie merken, dass Ihr Team oder einzelne Mitarbeiter
Schwierigkeiten haben, dann ergreifen Sie die Initiative
und sprechen Sie das an: in Einzelgesprächen oder in
Teambesprechungen.
Wenn Mitarbeiter mit schwierigen Themen wie Überarbeitung,
schlechter Zusammenarbeit, Kommunikationsproblemen usw.
zu Ihnen kommen: Bitte nehmen Sie die Sache und Ihre Leute
ernst. Animieren Sie Ihre Mitarbeiter dazu, der Sache auf
den Grund zu gehen und nach Lösungsmöglichkeiten
zu suchen - und unterstützen Sie sie aktiv dabei.
Eigene
Vorgaben/Regeln selbst einhalten
In unseren
Coachings und Workshops lernen wir immer wieder Leute kennen,
die an ihrem Arbeitsplatz demotiviert und frustriert sind,
weil sie durch ihre Vorgesetzten "ausgebremst"
werden.
Da der Chef sich oft nicht an die vereinbarten Abläufe
und Abgabetermine hält, können sie ihren Job nicht
so gut machen, wie sie möchten und "eigentlich"
auch könnten. Welche Gründe auch immer dahinterstecken:
Das hat fatale Auswirkungen auf das Image der Vorgesetzten
- und längerfristig natürlich auch auf Leistungen
und Arbeitsergebnisse.
Es ist
sehr wichtig, dass Sie Ihren Part zu einem möglichst
reibungslosen Arbeitsablauf beitragen - und getroffene Absprachen
und Vereinbarungen auf jeden Fall einhalten bzw. rechtzeitig
Bescheid geben, wenn es mal ausnahmsweise nicht klappt.
Wichtig:
Chefs unterminieren ihre Vertrauenswürdigkeit auch
dann, wenn sie sich nicht an im Unternehmen geltende, eventuell
sogar von ihnen selbst aufgestellte Regeln halten. Wenn
Pünktlichkeit ein wichtiger Wert in Ihrer Firma ist,
dann sollten Sie sich als Führungskraft unbedingt daran
halten.
Wie
sieht es bei Ihnen aus?
Da Vertrauenswürdigkeit
ein so zentrales Thema für Sie als Führungskraft
ist, lohnt es sich, sich damit auseinander zu setzen und
sich selbst kritisch zu betrachten:
Wie
definieren Sie selbst den Begriff Vertrauenswürdigkeit?
Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Chefs in punkto
Vertrauen gemacht?
Wie muss sich aus Ihrer Sicht ein Vorgesetzter verhalten,
damit Sie ihm vertrauen und sich auf ihn verlassen?
Welche Ihrer Kriterien für Vertrauenswürdigkeit
erfüllen Sie selbst?
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