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Ob die
Marktlage schlecht ist oder ob Sie einfach völlig versäumt
haben, den nächsten Auftrag zu akquirieren ... die
Gründe für eine schlechte Auftragslage sind vielfältig.
Und häufig merkt man erst, wenn die Flaute schon da
ist, was man alles vorher hätte tun können oder
sollen.
Sehen
wir uns einmal an, wie Sie gute Grundlagen schaffen können.
Idealerweise bevor sich ein Auftragsloch auftut - sofern
Sie bereits mitten drin stecken, nutzen Sie die momentane
Zwangsflaute dazu, Ihrem Business einen Schubs zu geben.
Ist-Analyse
machen: Zeit und Aufträge
Ganz
klar: Vorausschauend zu planen und aktiv zu sein, ist für
das eigene Business extrem wichtig. Dazu gehört es,
zielgerichtet zu akquirieren und auch während guter
Auftragslage immer die Zeit und Energie zu schaffen, kontinuierlich
für sich zu werben, neue Kontakte zu knüpfen und
vorhandene Kontakte zu pflegen und natürlich auf Neukunden-Suche
zu gehen. In welcher Form diese Akquise vonstatten geht,
liegt an Ihrem Business und auch an Ihrer Vorliebe: Die
einen setzen auf Mailing und Telefonakquise, die anderen
lieber auf Pressearbeit und informelle Wege.
Faktor
Zeit:
Der
Faktor Zeit ist für Selbstständige, inbesondere
für Einzelunternehmer, mit einer der schwierigsten:
Denn, das kennen Sie sicher aus eigener Erfahrung, meistens
kommt alles auf einmal. Die Planbarkeit einer regelmäßigen
guten Auslastung ist als Einzelunternehmer oft nicht so
gewährleistet. Auf der einen Seite gibt es Zeiten,
in denen Sie nicht mehr wissen, wo hinten und vorne ist
- auf der anderen Seiten solche, wo tote Hose herrscht.
Wichtig
ist hier natürlich, dass Sie sich generell einmal mit
Ihrem Business und dem Thema Zeit auseinander setzen und
trennen:
- Welche Zeiten im Jahr sind verlässlich stärker
und welche schwächer?
- Welche Zeiten sind aufgrund meiner momentanen Kundenstruktur
oder Auftragslage stärker und schwächer?
Die
Trennung hat ihren Sinn!
Oft vermischen Selbstständige ihre individuelle Lage
und Auftragssituation mit "allgemeinen Gesetzmäßigkeiten".
Angenommen Sie sind Grafikerin und erstellen für zwei
Ihrer Kunden aus der IT-Branche Messeprospekte: Jetzt haben
Sie die Erfahrung gemacht, dass Sie kurz vor der CeBIT im
Frühjahr und einige Wochen vor der Systems im Herbst
extrem viel Arbeit bekommen und sonst im Jahr gar nichts.
Oberflächlich betrachtet könnte diese Grafikerin
nun sagen: "In meiner Branche gibt es nur zwei Hoch-Zeiten
im Jahr: kurz vor der CeBIT und kurz vor der Systems. Ansonsten
ist nichts zu wollen."
Tatsächlich würde sie sich hier ein Ei legen:
Denn es entsteht der Anschein, dass es einfach "so
ist", dass es zu regelmäßigen Auftragsstaus
kommt und sonst Flaute herrscht.
Trennen
Sie also immer für sich: Was ist meine bisherige Erfahrung,
die sich mit meiner Tätigkeit und meiner Kundenstruktur
erklären lässt - und was sind tatsächliche,
"objektive" Einflüsse?
Status
Quo: Kunden und Aufträge
Es lohnt
sich, auch die bisherige Kunden- und Auftragsstruktur näher
anzusehen:
- Für welche Firmen bin ich mit welcher Leistung tätig
gewesen/momentan tätig?
- Sind es immer kleinere Einzelaufträge oder regelmäßige
Aufträge?
- Wer meiner Kunden ist Stammkunde - in welchem Maße?
- Wie groß ist der Anteil an "Einzelkundschaft"?
- Sind meine Aufträge generell kleiner gefasst, das
heißt biete ich kleinere Einzelleistungen an oder
größere Projekte?
- ...
Es geht
also darum, dass Sie Ihr bisheriges Business und die Kundenstruktur
unter die Lupe nehmen. Auf dieser Basis können Sie
dann sehen, was Sie verändern möchten.
Für
viele Selbstständige ist es beispielsweise erstrebenswert,
einen bestimmten Anteil an Aufträgen möglichst
regelmäßig zu haben. Das kann man erreichen,
indem man entweder eine Leistung bietet, die von Haus aus
über einen längeren Zeitraum läuft. Oder
indem man individuelle Verträge schließt, die
eine engere oder intensivere Zusammenarbeit lohnenswert
machen.
Es kann
auch sein, dass die angestrebte Zielgruppe nicht günstig
gewählt ist: Wenn Ihre Zielgruppe kleine Betriebe sind,
beispielsweise Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien, dann
ist von vornherein klar, dass von der Kundenstruktur her
nicht so viel an Aufträgen kommen wird. Einfach weil
aufgrund der Größe der Firmen nicht so viel Bedarf
besteht (kommt natürlich auch auf die Leistung an).
Unternehmensauftritt
prüfen!
Gerade
wenn man bisher gut ausgelastet war oder Aufträge schwerpunktmäßig
durch Weiterempfehlung bekommen hat, kann es sein, dass
man niemals so richtig dazu gekommen ist, einen guten und
stimmigen Unternehmensauftritt zu erstellen: ob das nun
Briefpapier ist, ob es sich um Ihre Internetseite handelt
oder um einen Prospekt etc.
Ich
sehe häufig auch Patchwork von Selbstständigen:
Da sieht die Visitenkarte völlig anders aus als der
Briefbogen, teilweise sogar sind sogar die Logos völlig
unterschiedlich. Oder die Leistungen haben sich mit der
Zeit gewandelt, die Drucksachen oder die Website wurden
jedoch nicht angepasst.
Nutzen
Sie eine Geschäftsflaute auch dafür, Ihren Unternehmensauftritt
abzuklopfen:
- auf Look
und
- auf Inhalte
Prüfen
Sie, ob Sie die Werkzeuge nutzen, die für Sie sinnvoll
sind, und ob Sie die Inhalte und Wirkung vermitteln, die
Ihnen wichtig sind.
Denken
Sie daran: Ein guter Unternehmensauftritt lenkt die Aufmerksamkeit
auf Sie, macht Werbung und vor allen Dingen - er überzeugt.
Umgekehrt kann ein unstimmiger oder gar unprofessionell
wirkender Unternehmensauftritt auf Interessenten sogar abschreckend
wirken und dafür sorgen, dass Aufträge nicht zustande
kommen.
Ihre
Ausrichtung checken & Leistungen optimieren
Nach
der Analyse des Ist-Zustandes bekommen Sie eine gute Vorstellung
davon, was Sie verändern möchten und wo neue Schwerpunkte
liegen sollen.
Dadurch
ergibt sich eventuell eine neue Ausrichtung, was Ihre Zielgruppe
angeht. Oder es ergeben sich andere Schwerpunkte in Ihren
Leistungen. Sie können Sie erweitern - oder aber unrentable
Leistungen komplett streichen.
Bitte
denken Sie auch daran, dass es in einer Auftragsflaute zwar
nachvollziehbar ist, wenn Sie gerne irgendeinen Auftrag
haben möchten - also eventuell auch etwas für
weniger Geld annehmen oder eine Leistung, die Sie gar nicht
so gern machen, übernehmen. Andererseits ist Ihnen
mit kurzfristigen Einnahmen dieser Art nicht unbedingt gedient:
Es lohnt sich, zielgerichteter vorzugehen und das eigene
Business in die richtige Bahn zu lenken, und sich nicht
durch kleinere Aufträge oder Nebenjobs zu verzetteln.
Sollte das aus finanziellen Gründen nötig sein,
tun Sie's! Aber setzen Sie sich dennoch einen klaren Kurs
und streben Sie eine sinnvolle Ausrichtung an. Es geht nicht
darum, irgendwelche Aufträge zu bekommen, sondern auf
einen Level zu kommen, wo Sie gut und regelmäßig
ausgelastet sind und außerdem Aufwand und Ertrag im
richtigen Verhältnis zueinander stehen.
Akquise:
Planen und umsetzen
Jetzt
wissen Sie klarer, wo Sie stehen und wo Sie hinmöchten.
Auf dieser Grundlage heißt es dann zu entscheiden:
- Wie
erreiche ich meine Zielgruppe?
- Womit überzeuge ich potenzielle Kunden?
- Welche Kontakte möchte ich knüpfen und pflegen?
- Welche Akquisewerkzeuge möchte ich nutzen?
Zum
Thema Akquise ist noch wichtig: Keine Panik! Die meisten
Leute, die ich kenne, haben einen Horror davor, sich selbst
und ihre Leistungen zu verkaufen. Viele davon glauben, einfach
keine Verkäufer zu sein.
Machen
Sie sich einen Akquiseplan - bitte völlig ohne Vorbehalte.
Wenn Sie beispielsweise glauben, dass Telefonakquise erfolgversprechend
wäre, dann nehmen Sie sie in Ihre Liste mit auf - auch
wenn Sie die Krise haben bei dem Gedanken, fremde Leute
anzurufen.
Denn wichtig ist hier ja im Anschluss zu hinterfragen: Warum
strebe ich ein bestimmtes Akquisewerkzeug an, warum schreckt
mich ein anderes eher ab? Warum glaube ich, ich kann etwas
nicht gut (genug)? Was brauchen Sie dazu, um das jeweilige
Werkzeug optimal zu nutzen?
Nur
wenn Sie so rangehen, bringen Sie Ihr Business voran.
Denn meist ist es mit etwas Unterstützung schon getan:
entweder durch ein gutes Buch, das einem zeigt, was für
ein gutes Mailing wichtig ist. Oder durch ein Coaching,
in dem man die eigenen Ideen durchchecken lässt. Gute
(auch kostengünstige) Trainings gibt es genug - beispielsweise
über Berufsverbände oder auch bei der VHS.
Tipp:
Denken Sie auch an Selbstständige in Ihrem Umfeld.
Vielleicht können Sie einen Tausch auf "Naturalienbasis"
vereinbaren -> Du zeigst mir, wie ich besser telefoniere,
und ich richte Dir dafür Deinen Computer ein.
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