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Mittlerweile
schon fast ein Modebegriff geworden: netzwerken oder "networking".
Ob es informell ist, man untereinander Kontakte knüpft
und Leute zusammenbringt oder organisiert innerhalb eines
Interessenverbandes oder Stammtisches erfolgreich
ist es nur, wenn man die Spielregeln auch kennt.
Wer
"richtig" netzwerkt, bringt einen Mehrwert ins
Geschäftsleben für sich und für andere.
Womit wir schon beim ersten Stichwort wären:
Vorsicht
vor "Blutsauger-Netzwerkern"
Ein
Netzwerk ist kein Selbstbedienungsladen. Leider streben
viele Menschen ein Netzwerk nur zu ihrem eigenen Vorteil
an: haben, haben, haben, nehmen, nehmen, nehmen aber
nichts geben und sich aktiv einbringen. Es ist klar, dass
ein derart einseitiges Verhalten zum Scheitern verurteilt
ist.
Zu beobachten
ist das häufig auch bei fest organisierten Netzwerken:
Per finanziellem Beitrag wird versprochen, Geschäftskontakte
zu knüpfen und das Business anzukurbeln. Nicht selten
arten entsprechende Treffen dann in Akquise-Amok Einzelner
aus.
Das
passt nicht zum Netzwerk-Gedanken.
Selbst
wenn es am Anfang von Erfolg gekrönt sein mag
wer immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist, wird
schnell von anderen gemieden. Was nicht nur heißt,
einen (potenziellen) Kunden zu verlieren, sondern auch auf
mögliche Empfehlungen zu verzichten. Im Gegenteil:
Es kann sogar sein, dass sich Ihr Verhalten herumspricht
und Interessierte abhält, sich bei Ihnen zu melden.
Was
ein guter Netzwerker ist
Ein
guter Netzwerker gibt und nimmt. Ich gehe sogar so weit
zu sagen, dass auf dem Geben der Fokus sein sollte: Wenn
Sie an andere denken, Informationen weitergeben, Kontakte
vermitteln aber alles nicht gezwungen oder gewollt,
sondern wenn es sich sinnvollerweise ergibt, entsteht ganz
automatisch auch etwas, das in irgendeiner Form zu Ihnen
zurück kommt. Nicht im "Aufrechen-Sinn".
Natürlich
ist es wichtig, dass Sie anderen konkret schildern, welches
Leistungsspektrum Sie haben bzw. wofür man Ihr(e)
Produkt(e) nützen kann, wenn diese nicht selbsterklärend
sind. Nur dann ist es anderen auch möglich, an Sie
zu denken.
Mir
macht es großen Spaß, meine Geschäftskontakte
zusammenzubringen, wenn ich denke, dass es für beide
Seiten interessant sein könnte. Ich habe ein Adressbuch,
wo ich alle interessanten Kontakte gesammelt habe. Aktiv
gebe ich Telefonnummern/email-Adressen weiter. Es ist eine
Menge interessanter Kooperationen dadurch entstanden
auch sehr nette persönliche Kontakte.
Wer
in meinem Adressbuch ist, wird fleißig von mir weiterempfohlen.
Blutsauger-Netzwerker kommen erst gar nicht rein
und stellt sich jemand im nachhinein als solcher heraus,
wird er sofort von mir entfernt.
Was
ein gutes Netzwerk bringt
Gerade
Einzelkämpfer können ein Netzwerk gut gebrauchen,
alleine vom fachlichen und persönlichen Austausch her
gesehen. Aber auch um bei Projekten zu kooperieren, sich
möglicherweise gegenseitig zu entlasten/zu vertreten,
seinen Kunden optimalen Nutzen zu bieten und beispielsweise,
um Einkaufsgemeinschaften zu bilden oder gemeinsame Fortbildungen
zu organisieren.
Ein
paar Beispiele dazu näher ausgeführt:
Kunden"tausch"/gemeinsame
Veranstaltungen
Als
Selbstständiger überlegen Sie sich, wie Sie an
neue Kunden kommen anderen Firmen geht es natürlich
ganz genauso. Anstatt nun immer wieder neue Quellen potenzieller
Kunden zu finden und zu versuchen, diese für sich zu
erschließen, können Sie Ihre Kunden auch "austauschen"
bzw. gemeinsam ansprechen. Das bietet diesen zudem einen
Mehrwert, wenn Sie es richtig angehen: Die meisten Menschen
treten lieber in Geschäftskontakt mit Leuten, die ihnen
persönlich empfohlen wurden.
Beispiel:
Angenommen, Sie haben eine Werbeagentur. In Ihrem Bürogebäude
befinden sich außerdem eine Anwaltskanzlei, ein Computerdienstleister
und ein Kommunikationstrainer. Obwohl Sie unterschiedliche
Bereiche bedienen, haben Sie eines gemeinsam: Viele Kunden
des einen können die Leistungen der anderen gut gebrauchen.
Bevor
Sie jetzt aber beginnen, gemeinsame Aktionen zu starten
oder die anderen Firmen weiterzuempfehlen, ist es natürlich
wichtig, dass Sie sich ein genaueres Bild von ihnen machen:
Sind sie fachlich überzeugend und liegen Sie ihnen
auch menschlich?
Das ist wichtig, denn jede Empfehlung fällt natürlich
auf Sie zurück idealerweise positiv.
Gehen
Sie deshalb erstmal aktiv auf Ihre Nachbarn zu.
Tipp:
Ich möchte noch mal betonen, dass es nicht ausreicht,
sich gut zu verstehen. Es kann sein, dass Sie mit Ihren
Firmen-Nachbarn seit Jahren ein gutes Verhältnis haben.
Nur weil jemand nett ist, arbeitet er jedoch nicht automatisch
gut.
Sind
Sie voneinander überzeugt, dann überlegen Sie
sich, was Sie an gemeinsamen Aktionen machen können.
Das reicht von gemeinsamen Werbemailings, bei denen Sie
sich das Porto teilen können, bis hin zu Veranstaltungen
wie einem "Tag der offenen Tür", bei dem
jeder seine Kunden und Geschäftspartner einlädt
und aktiv die anderen Unternehmen vorstellt.
Beispiel:
Wir
haben im ersten Jahr unserer Selbstständigkeit eine
kleine Dienstleistermesse veranstaltet, die "Kontakte
1999": Aussteller konnte man nur werden, wenn einen
ein anderer Aussteller persönlich empfohlen hatte.
Dadurch war ein gewisses Qualitätsmerkmal von vornherein
gewährleistet.
Die
Veranstaltung war ein voller Erfolg denn die Vorteile
waren vielfältig:
- Die Aussteller konnten sich den Geschäftspartnern
der anderen Firmen präsentieren.
- Die
Eingeladenen konnten neue interessante Dienstleister kennenlernen
und von einem kostenfreien Rahmenprogramm mit Vorträgen
und Workshops profitieren.
- Und
die geschäftlichen Verbindungen der Aussteller untereinander
sind seit der Messe recht aktiv (auch in
puncto Weiterempfehlungen).
Gemeinsamer
Einkauf/Weiterbildung
Sie
kennen es: Wenn Sie größere Mengen einkaufen,
wird der Preis niedriger. Papier beispielsweise braucht
jedes Unternehmen wenn alle Firmen in Ihrem Gebäude
gemeinsam Papier bestellen, können Sie einen deutlich
günstigeren Preis aushandeln. Das wirkt sich positiv
auf Ihre Kosten aus.
Das
gilt übrigens auch für Fortbildung: Wir empfehlen
kleinen Unternehmen immer wieder, sich zusammenzuschließen
und uns gemeinsam für einen Trainingstag zu buchen.
Sie können so die Inhalte gezielt nach Ihren Bedürfnissen
zusammenstellen und sich die Kosten für das Training
teilen. Doppelter Nutzen! Positiver Nebeneffekt ist, dass
sich die Teilnehmer besser kennen lernen und nicht selten
auf weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit kommen.
Ein
Netzwerk muss übrigens gar nicht groß sein
sehen Sie sich in Ihrem Bürogebäude um, suchen
Sie aktiven Kontakt zu Ihrer direkten Umgebung und finden
Sie Raum für Synergien.
Tipp
sind auch Tauschgeschäfte: Sie können sich gegenseitig
auch "in Naturalien" bezahlen... Sie machen der
Computerfirma eine professionelle Broschüre
und diese kümmert sich dafür um Ihre Computeranlage.
Viel
Spaß und Erfolg beim aktiven Netzwerken!
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