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Für
jeden Selbstständigen ist es wichtig, sich gut zu kennen.
Denn nur so kennen Sie Ihre Grenzen und können daran
arbeiten, sich zu verbessern. Wie Sie sich selbst einschätzen
können, darauf sind wir in verschiedenen Artikeln schon
ausführlich eingegangen (z. B. Bin
ich gut?, Die
eigenen Grenzen kennen).
Der
direkte Weg ist, sich mit den eigenen Mankos auseinander
zu setzen. Oder mit dem, was man dafür hält. Alles,
was Sie nicht gut genug können, und alles, was Sie
verunsichert, behindert Sie in Ihrem Geschäftserfolg.
Schritt
1: Die Negativ-Liste
Manche
Leute vertreten die Auffassung, dass man sich mit Schwächen
und Unsicherheiten nicht großartig aufhalten, sondern
sich auf die Stärken konzentrieren sollte.
Meiner
Erfahrung nach tun sich die meisten Menschen sehr viel leichter,
sich auf Schwächen und Defizite zu stürzen. Dieses
Genörgel in eigener Sache können Sie sich zu Nutze
machen, wenn Sie es nicht nur beim Nörgeln belassen,
sondern mit den Ergebnissen weiterarbeiten.
Also
ziehen Sie doch mal eine Negativ-Bilanz:
- Was
finden Sie an sich persönlich gar nicht gut?
- Wo sind Sie fachlich nicht besonders gut?
- Was können Sie gar nicht oder nicht gut genug?
- Was ärgert Sie selbst an Ihrer Arbeitsweise, Selbstorganisation,
Leistung?
Am besten
schreiben Sie diese Fragen auf verschiedene A 4-Blätter
und machen sich in Ruhe Gedanken darüber. Lassen Sie
die Listen ein paar Tage liegen und ergänzen Sie, wenn
Ihnen noch was einfällt.
Schritt
2: Sortieren und konkretisieren
Nehmen
Sie sich nun Ihre Aufzeichnungen wieder vor. Freuen Sie
sich darüber, dass Sie so ehrlich mit sich selbst waren.
- Bitte werden Sie nicht trübsinnig, weil Sie es nun
mit einem Negativ-Konzentrat zu tun haben ... es geht ja
darum, konstruktiv damit umzugehen. Darum ist der nächste
Schritt wichtig:
Sortieren
Sie, was zusammengehört.
Wenn Sie gut gearbeitet und sich wirklich intensiv mit allem
auseinander gesetzt haben, womit Sie selbst nicht zufrieden
oder unsicher sind, dann können Sie nun Bereiche erkennen.
Beispiel:
Auf den einzelnen Listen finden sich folgende Punkte:
- schiebe
immer ewig alles vor mir her
- kann
nicht Nein sagen und habe daher Zeitprobleme
- habe
oft lange Außenstände, weil ich Rechnungen/Mahnungen
schlampig bearbeite
- auf
Veranstaltungen hänge ich immer nur mit Bekannten zusammen
und lerne daher niemand Neues kennen
- tue
mich schwer mit Konzepten und verschätze mich so im
Arbeitsaufwand
- Smalltalk
finde ich furchtbar und bin auch ein schlechter Gesprächspartner
Sie können diese Punkte den Bereichen "Kommunikation"
und "Selbstorganisation" zuordnen. Fassen Sie
Ihre einzelnen Themen also zusammen, soweit sich zusammengehörende
Bereiche erkennen lassen.
Nehmen
Sie sich anschließend diese Bereiche einzeln vor und
konkretisieren Sie die gefundenen Aspekte:
- Was
genau meine ich damit?
- Was müsste ich verbessern/können, um besser
zu werden?
Achten
Sie bitte auch darauf, dass Sie möglicherweise gar
kein Defizit haben, sondern einfach überkritisch sind
oder sich an vermeintlich perfekten Mitbewerbern messen.
Fragen
Sie sich auch:
- Was habe ich in der Vergangenheit getan, um diese Sache
zu verbessern?
Und hier kann es sein, dass Sie sich an die Nase packen
müssen: Ich kenne zahlreiche Selbstständige, die
schieben ihre Macken vor sich her ... und belassen es beim
Jammern. Das bezieht sich auf die unterschiedlichsten Dinge.
Die einen trauen sich nicht, mit Kunden zu verhandeln (ob
um Geld oder um Deadlines), beklagen sich aber ständig
- über die Kunden und über sich selbst. Die anderen
haben sich frisch selbstständig gemacht und "müssten
mal Akquise machen", tun aber nichts. Kein Wunder,
wenn das Geschäft nicht in die Gänge kommt.
Schließen
Sie also Ihr bisheriges Verhalten immer auch mit ein: Vielleicht
ist das Nichts-Tun ein weiterer Punkt auf Ihrer Liste, denn
ewiges Vor-sich-Herschieben blockiert Sie und Ihr Business.
Schritt
3: Handeln!
Zum
Handeln gehört, dass man fair mit sich umgeht. Wenn
Sie den zweiten Schritt, das Konkretisieren, ernsthaft gemacht
haben, dann werden Sie vieles auf Ihrer Liste in einem ausgewogeneren
Licht sehen: Dann haben Sie nämlich gemerkt, dass es
keineswegs so ist, dass Sie sich grundsätzlich nicht
organisieren können, sondern sich einige klare Punkte
herauskristallisiert haben, wo Sie Verbesserungsbedarf haben.
Ansonsten
heißt es nun, festzulegen, wo es Handlungsbedarf gibt:
- Was
hat Priorität (ein Selbstständiger, der sich vor
der Akquise drückt, hat ein Problem; wer mit internationalen
Kunden zu tun haben will, muss sein Englisch aufpolieren
etc.)?
- Was
genau ist damit verbunden (Aufwand, etwaige externe Dienstleister
oder autodidaktisches Lernen, Ihr eigenes Verhalten, diesen
Punkt konsequent anzugehen und die damit verbundene Selbstdisziplin)?
- Was
brauchen Sie dazu?
- Was
werden Sie tun und bis wann?
- Wann
wissen Sie, dass Sie diesen "Negativ-Punkt" erfolgreich
verbessert oder zu einer Fähigkeit umgemünzt haben?
Woran machen Sie das fest?
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