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Freizeitplanung im neuen Jahr
  von Gitte Härter
 
 

Geht Ihnen das vielleicht wie mir? Ich plane eigentlich nie Urlaubszeiten im Voraus und unterm Jahr ist dann immer irgendwas: ein Termin oder ein größeres Projekt oder einfach immer was los ... und dann wird's Winter. Letztes Jahr habe ich die Feiertage durchgearbeitet und heuer habe ich wieder Vorweihnachtstermin-Enge ... grrr ... aber: selbst Schuld :-) Schönes Projekt angenommen und Planungsgehirn dabei nicht aktiviert. Da haben wir den Salat.

Momentan bin ich auf dem Work-Life-Balance-Trip und daher geht es diesmal um freie Zeiten - und zwar die vielen verschiedenen kleinen und großen Urlaubs- und Auszeit-Möglichkeiten, die Sie auch mit weniger Zeit, unregelmäßiger Auftragslage (die Sie vielleicht mal längere Zeit zum Kunden vor Ort führt und dann wieder tagelang am eigenen Schreibtisch sitzen lässt) oder kleinem Geldbeutel umsetzen können.


- "Richtiger" Urlaub

Wenn Sie ohnehin im Urlaub wegfahren, werden Sie vermutlich fest buchen und dann ergibt sich die Planung ohnehin. Vielleicht sind Sie aber ein Spontan-Entscheider - dann ist es dennoch hilfreich, sich feste Zeiten im Vorfeld schon mal zu blockieren. So können Sie neue Aufträge drumherumplanen (das geht meistens sehr gut) und wenn Sie feste ständige Kunden haben, können Sie frühzeitig Bescheid geben - oder aber für diese Zeit eine Vertretung organisieren.

Zum Thema Vertretung als Einzelunternehmer finden Sie auf unserer Website unternehmenskick.de einen nützlichen Artikel: Das Dilemma mit der Vertretung

Ideal ist natürlich ein Urlaub von mindestens zwei Wochen, dann kommen Sie so richtig runter.


- Kurzurlaub

Nicht immer sind längere Urlaube drin. Reservieren Sie sich doch das eine oder andere verlängerte Wochenende oder nutzen Sie die Fenstertage aus: Da sind in der Regel Ihre Kunden auch nicht im Einsatz.

Ich fahre jeden Herbst ein verlängertes Wochenende mit einer Freundin aufs Land und wir tun nichts Anstrengendes, sondern spielen Kniffel, schlafen aus und essen. Auch so kurze Ausflüge raus aus den eigenen vier Wänden durchbrechen den Alltag sehr effektiv.


- Scheinurlaub

Scheinurlaub habe ich vor einigen Jahren mal erfunden und kann ihn nur empfehlen: Dabei klinken Sie sich einige Tage aus dem Alltag aus, sind aber doch da. Sie kündigen aktuellen Kunden Ihre Abwesenheit an, besprechen den Anrufbeantworter und richten die E-Mail-Urlaubsnachricht ein.

In Wirklichkeit arbeiten Sie: aber nicht von früh bis spät und ohne dass die Außenwelt in dieser Zeit etwas von Ihnen will. Das ist besonders gut, wenn Sie an einer bestimmten Sache konzentriert arbeiten möchten oder mal klar Schiff mit Rückständen machen wollen. Dazwischen machen Sie es sich gemütlich, gehen auch mal ins Café oder treffen sich tagsüber mit Freunden.

Scheinurlaub hat den Vorteil, dass Sie wichtige Dinge dennoch erledigen. Da Sie Ihre E-Mails in dieser Zeit lesen und, wenn Sie möchten, auch Ihren Anrufbeantworter abhören können, brauchen Sie zudem keine Angst haben, dass Ihnen was durch die Lappen geht, denn Sie können selbst entscheiden, ob Sie sich sofort melden. - Natürlich funktioniert der Scheinurlaub nur, wenn Sie sich auch selbst dranhalten und nicht bei allem doch sofort reagieren.


- Arbeits-Freizeit-Kombi

Haben Sie einen Messebesuch oder einen Kundentermin in einer anderen Stadt? Dann hängen Sie doch einfach zwei Tage dran - oder schauen Sie, ob auf der Wegstrecke nicht irgendein Bekannter wohnt, den Sie gerne mal wieder sehen möchten, oder ein Ort, den Sie gerne besuchen möchten.

Oder fahren Sie weg und nehmen sich etwas (!) Arbeit mit. Wenn Sie beispielsweise etwas konzipieren möchten oder Ihr Business überdenken wollen, dann können Sie das genauso gut barfuß am Strand tun oder vor einer Berghütte in der Sonne sitzend.


- Tageweise frei

Jetzt kommt's auf Ihren Arbeitsalltag und Ihre Auslastung an: Wenn Sie relativ frei über Ihre Zeit entscheiden können, also nicht ständig vor Ort bei Ihren Kunden arbeiten, dann können Sie vielleicht sogar jede Woche oder jede zweite Woche oder zumindest einmal im Monat einen fixen Tag FÜR SICH SELBST reservieren.

Arbeitsmäßig geht sowas übrigens immer. Besonders wenn Sie von früh bis spät arbeiten und glauben, Sie könnten sich keine Minute Freizeit leisten, geht das. Denn niemand ist immer zu 100 % effektiv, wenn er rund um die Uhr arbeitet. Sie können also beruhigt sein: Regelmäßig frei zu nehmen tut Ihnen nicht weh, im Gegenteil: Sie profitieren sogar davon.

Vielleicht möchten Sie aber Ihre Freizeit stundenweise über die Woche verteilen. Christine und ich beispielsweise gehen mehrmals in der Woche tagsüber ins Fitnessstudio. Sie müssen natürlich nicht in Sport gehen - vielleicht möchten Sie gerne einen Einkaufsbummel machen oder sich mit einer Zeitung ins Café verziehen.

Eine gute Möglichkeit ist es auch, am Freitagmittag schon Schluss zu machen, um entweder ins Wochenende hinüberzugleiten oder am Freitag Haushalt und Einkäufe zu erledigen, dann haben Sie das Wochenende ganz für sich.


- Jahresausklangströdeln

Was ich früher gemacht habe und unbedingt nächstes Jahr vorplanen werde und was ich Ihnen wärmstens empfehle, ist das Jahresausklangströdeln im Dezember: Planen Sie keine Termine für Dezember, sagen Sie Ihren Kunden rechtzeitig Bescheid, dass Sie im Dezember zwar da sind, aber schon etwas zurückschrauben möchten. Sie werden sehen, dass jeder das gut findet - nicht zuletzt, weil es viele Ihrer Kunden auch machen (oder gerne würden).

Nutzen Sie dann den Dezember, um das alte Jahr gut abzuschließen, es Revue passieren zu lassen, Ihren Arbeitsplatz auszumisten, alles wegzuheften und zu erledigen.

 

Tragen Sie diese Freizeitvorhaben schon jetzt fest ein!

Ganz bestimmt arbeiten Sie mit einem Kalender. Bei mir hängt beispielsweise ein großer Jahreskalender direkt über meinem Schreibtisch, auf dem ich Termine und sonstige tageweise Abwesenheiten mit zurechtgeschnittenen Haftzetteln abklebe. Auch wenn ich alle Termine in meinem kleinen Kalender führe, finde ich es sehr hilfreich, auf einen Blick zu sehen, wenn ich mehrere Tage komplett weg bin oder wann ein Training ansteht. Denn auf diese Weise kann ich bei neuen Anfragen auf einen Blick sehen, ob ich ein Projekt zwischenreinnehmen kann oder ob ich einen Abgabetermin besser erst für später annehmen soll.

Wenn Sie Ihren neuen Jahreskalender einweihen, dann können Sie gleich jetzt Ihre kleinen Freizeiten und größeren Urlaube eintragen. Ich werde das heuer auch endlich mal wieder machen!

 

   
   
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