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Wichtigstes Werkzeug für Selbstständige:
Die Visitenkarte
  von Gitte Härter
 

Erstaunlich, wie wenig Selbstständige auf ihre Visitenkarten achten. Dabei sind Visitenkarten das wichtigste Werkzeug, Kontakte zu knüpfen und in Kontakt zu bleiben. Hier einige Anregungen und Tipps. Sie werden erstaunt sein, was es über dieses kleine Kärtchen alles zu sagen gibt ...

Die häufigsten Fehler:

 

Die Visitenkarten sind selbst gebastelt

Sparen in allen Ehren. Aber selbst, wenn Sie sich gerade erst selbstständig machen und die Kohle knapp ist: Investieren Sie bitte in ordentliche Visitenkarten vom Drucker. Sie müssen mit ein- bis zweihundert Euro rechnen (je nach Papier, Farbe, Auflage). Eine Investition, die sich lohnt!

Selbst gedruckte Visitenkarten wirken unprofessionell. Zum einen, weil in der Regel die Gestaltung zu wünschen übrig lässt - zum anderen, weil der Tintenstrahler nicht perfekt druckt. Die Folge: Sie wirken provisorisch - und unter Umständen sogar billig. Absolutes "Nono" sind die vorgestanzten Visitenkarten-Druckerpapiere, die einen perforierten Rand haben, wenn man die Karten auseinander reißt. Das ist für Privatpersonen vielleicht ganz nett, aber auf keinen Fall für Ihr eigenes Business förderlich.

 

Die Daten sind lange nicht mehr aktuell

Sie haben sich Visitenkarten drucken lassen, aber sind umgezogen - oder Ihre Telefonnummer hat sich geändert? Und jetzt schreiben oder stempeln Sie die neuen Daten drauf?
Auch das ist nur in Grenzen empfehlenswert. Wenn es sich nur um eine kleine Änderung handelt, dann können Sie diese natürlich per Hand anbringen (Aber Vorsicht: Wer beispielsweise bei der Druckvorlage dachte, dass seine email-Adresse Öttl@ statt oettl@ heißen würde, der sollte lieber gleich neu drucken lassen - oder möchten Sie gleich von Anfang an die Botschaft rüberbringen, dass Sie schlampern. Und zwar sogar bei Ihren eigenen Sachen?).
Wenn sich viele Daten (z. B. die ganze Adresse) ändern: bitte auch neu drucken. Die Visitenkarten kosten nicht die Welt und sind zu wichtig, um hier zu improvisieren (siehe auch Wirkung weiter unten).

 

Man erkennt nicht, was Sie überhaupt tun

Sie haben eine schöne Visitenkarte - aber leider weiß man nicht, was Sie tun. Bitte denken Sie dran, dass man Visitenkarten oft wegsteckt und sich später nicht an die Person, die dahinter steckt, erinnert. Wenn man Sie dann nicht mal Ihrem Geschäft zuordnen kann, wird Ihre Karte bei der nächsten Gelegenheit in den Papierkorb wandern.

 

Das verwendete Papier fühlt sich unangenehm oder "windig" an

Grafik und Druckqualität sind nicht alles - auch das Papier ist sehr wichtig. Ein Papier, das sich unangenehm anfühlt oder eines, das viel zu dünn ist und labberig wirkt, ist kontraproduktiv.
Sie sollten sich also die Zeit nehmen, beim Drucker persönlich vorbeizugehen bzw. sich Papiermuster schicken zu lassen. (Bitte beim Preisvergleich von Druckern auch auf das Papier achten! Es nützt Ihnen nichts, wenn ein Drucker viel günstiger, aber die Papierqualität dafür schlecht ist).

 

Das Format ist zu groß

Genormte Visitenkarten-Taschen setzen den Standard. Wenn Sie ein anderes Format möchten, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, die übliche Größe nicht zu überschreiten. Es ist ärgerlich, wenn die Karte nicht passt, und es führt entweder dazu, dass die Karte weggeworfen wird - oder unschön zusammengeschnitten.

 

Sie haben gar keine Visitenkarte

Dann schleunigst welche machen lassen! Wer keine Karten hat, der kann neue Kontakte nicht weiterführen, der wirkt leicht unprofessionell (achten Sie mal darauf, wie oft Sie nach Ihrer Karte gefragt werden) - und der vergibt sich vor allen Dingen die Chance, dass sich potenzielle Kunden wieder bei ihm melden. Denn wir Selbstständigen wissen alle: oft ergibt sich ein Geschäftskontakt oder eine Empfehlung erst einige Zeit nach dem ersten Gespräch.

 

Sie haben Ihre Visitenkarten nicht dabei

Passiert erstaunlich oft: Die Visitenkarten liegen zuhause in der Schublade.
Bitte machen Sie es sich zur Gewohnheit, immer Visitenkarten in ausreichender Anzahl dabei zu haben. Ich selbst habe immer welche in der Geldbörse (bitte auf ordentlichen Schutz achten, sonst werden sie leicht schmutzig/eselsohrig) und in meinem Filofax. Wenn ich auf eine Veranstaltung gehe, stecke ich mir immer zusätzlich einen Stapel ein.
Denken Sie dran: Es kann auch passieren, dass Sie in der U-Bahn potenzielle Kunden kennenlernen.

 

Was Ihre Visitenkarte über Sie aussagt:

Ihre Visitenkarte steht für Sie und Ihr Business. Wie schon erwähnt: Die persönliche Erinnerung verblasst schnell - was bleibt, vorausgesetzt, Sie haben Ihre Karte weitergegeben, ist ein kleines Papier-Rechteck mit Ihren Daten.

Dabei geht es übrigens nicht nur darum, alle Informationen zu haben, um wieder Kontakt mit Ihnen aufzunehmen. Das kleine Stück Papier hat jetzt ein Eigenlieben und wirkt für Sie - positiv oder negativ.
Sehen Sie sich Ihre Visitenkarte einmal an: Mit welchen Eigenschaftswörtern würden Sie die Wirkung Ihrer Karte beschreiben? Beachten Sie das Layout, die gewählte Schriftart, die Farben, das Papier. - Wenn Sie selbst nicht objektiv sind, weil die Karten von Ihnen stammen, dann bitten Sie einen Bekannten um eine Einschätzung (fragen Sie nach der Wirkung, nicht danach, ob sie ihm gefallen).
Jetzt überprüfen Sie, ob diese Wirkung dem entspricht, wofür Sie stehen möchten.

Sie sind modern und lebendig - Ihre Visitenkarte aber traditionell und trist?

Möchten Sie kompetent und professionell wirken - Ihre Karte sieht aus wie eine schlecht gemachte Schülerzeitung?

Stimmt Ihre Karte mit Ihrem sonstigen Unternehmensauftritt überein?

 

Eine gute Investition!

Sie sehen: Die Visitenkarte spielt eine große Rolle bei Ihrer erfolgreichen Selbstständigkeit. Denn sie wirbt für Sie. Sie schafft Kontakte - auch lange nach dem ersten Gespräch.

Deshalb lohnt sich die Investition: Von Zeit, um genau zu definieren, wie die Karte aussehen muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, und von Geld, das der professionelle Druck kostet.

Viel Erfolg!



   
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