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Beim
Jahreswechsel, aber auch, wenn einzelne Aufträge erfolgreich
abgeschlossen sind, hält man gerne Rückschau:
Wie war die Zusammenarbeit? Läuft alles gut, bedankt
man sich gerne und bringt zum Ausdruck, dass man sich auch
auf künftige Projekte freut.
Nur
eine Floskel?
Das
Geschäftsleben ist voller Floskeln: Redewendungen,
die man so oft hört und benutzt, dass man sie gar nicht
mehr näher betrachtet. So passiert es leicht, dass
man sich für eine Zusammenarbeit bedankt, die tatsächlich
gar nicht so wunderbar war. Oder man hat es standardmäßig
auf seinem Briefbogen stehen und nimmt es selbst gar nicht
mehr wahr.
Umgekehrt
ist es schade, dass konkrete Aspekte einer tatsächlich
hervorragenden Zusammenarbeit gar nicht wahrgenommen werden
(können), wenn sie als Pauschalaussage präsentiert
werden.
Als
Selbstständige(r) profitieren Sie also davon, wenn
Sie sich darum bemühen, alle erwähnenswerten Aspekte
wahrzunehmen und in Worte zu fassen. Das bedeutet:
- Nutzen
Sie die passendste Umschreibung.
- Konkretisieren
Sie, was Sie so positiv finden und wofür genau Sie
sich bedanken möchten.
Tipp: Wenn es nichts Dankenswertes gibt, dann verzichten
Sie auf ein Lob zur Zusammenarbeit. Sofern es Aspekte in
der gemeinsamen Arbeit gab, die eher hinderlich oder gar
unerfreulich waren, ist es natürlich wichtig, diese
auf konstruktive Weise anzusprechen. So kann es sein, dass
Sie für Ihre Kunden auch kurzfristig Zeit haben und
auch enge Deadlines möglich machen - dass dies jedoch
die Ausnahme bleiben sollte und ein stetes Kurz- vor-Knapp
nur unnötigen Zeitdruck aufbaut und auch die Qualität
darunter leiden kann.
Nutzen
Sie die passendste Umschreibung
Brechen
Sie den inflationären Touch einer Floskel, indem Sie
die passendste Umschreibung suchen. Bereits ein anderes
Wort als "gute" macht einen großen Unterschied
darin, wie man Ihren Dank wahrnimmt. So wirkt eine "angenehme",
eine "positive" oder auch eine "nette und
konstruktive" Zusammenarbeit gleich ganz anders.
Wichtig
ist, dass Sie immer nur das zum Ausdruck bringen, was Sie
auch meinen. Vielleicht gab es manche Probleme, Sie schätzen
aber, dass Ihr Kunde immer freundlich war. Dann ist die
"freundliche Zusammenarbeit" das, was im Vordergrund
stand.
Am besten
ist es allerdings, wenn Sie sich ganz von den Floskeln lösen.
Bringen Sie die Dinge in Ihrem eigenen Stil auf den Punkt.
Das kann beim einen Kunden vielleicht ein "Mit Ihnen
arbeite ich besonders gerne zusammen ... " und beim
anderen ein "Die Zusammenarbeit am Projekt X hat mir
großen Spaß gemacht ..." sein. Und Ihr
Lieblingskunde darf auch das einmal erfahren: "Sie
sind mein Lieblingskunde ..."
Wichtig
ist nicht nur, dass Sie konkretisieren, warum das so ist,
sondern auch, dass Sie immer nur das behaupten, was Sie
auch meinen! Ein Lob als Taktik wirkt nicht nur schnell
leer, sondern wäre auch schlicht und ergreifend gelogen.
Sie selbst bekommen sicher auch nicht gerne schöne
Worte, wenn sie nicht so gemeint sind.
Konkretisieren
Sie, was Sie so positiv finden und wofür genau Sie
sich bedanken möchten
Am meisten
kann sich der Empfänger freuen - und am glaubwürdigsten
ist es - wenn Sie immer ganz konkret sagen, was Sache ist.
Wenn
Sie mit einem Kunden besonders gern arbeiten oder wenn ein
aktueller Auftrag besonders gut abgewickelt wurde, dann
überlegen Sie sich vorher:
- Was
genau hat mir so gut gefallen?
- Was ist erwähnenswert?
- Was ist vielleicht sogar herausragend?
Trauen
Sie sich ruhig, persönlicher zu werden.
Ich
schätze beispielsweise an vielen meiner Kunden, dass
sie trotz aller Professionalität und Kompetenz auch
sehr locker und witzig sind. Im Coaching habe ich viele
Kunden, die sehr mutig an ihre wunden Punkte herangehen
- und gleichzeitig auch selbstironisch erkennen, wenn sie
sich auf kontraproduktive Weise verhalten. Das alles sind
Qualitäten, die persönlich sind, und die ich als
besonders angenehm empfinde. Umso schöner, das auch
mal zurückzugeben!
So
wertschätzen Sie Ihre Kunden und Ihren Beruf!
Durch
das konkrete Überlegen und Aussprechen dessen, was
Sie am Miteinander mit Ihren Kunden schätzen, haben
Sie einen weiteren großen Vorteil: Sie fokussieren
auf das, was gut läuft! Wir Menschen sind ja oft ganz
groß darin, uns besonders mit negativen Dingen zu
belasten und uns darüber zu ärgern, was alles
nicht klappt.
Die
Freundlichkeit, Lockerheit, Verlässlichkeit, das angenehme
Miteinander rutscht oft in den Hintergrund. Gerade wenn
man Probleme hat, etwa, wenn man mit einem Kunden größere
Schwierigkeiten hat oder wenn die Auftragslage schlecht
ist, neigt man schnell dazu, das Gute gar nicht mehr wahrzunehmen.
Wie unfair gegenüber den Geschäftspartnern! Und
wie unfair sich selbst gegenüber!
Anlässe
Auch
wenn besondere Anlässe wie Weihnachtsgrüße
und der Jahreswechsel regelrecht dazu einladen, seinen Geschäftspartnern
und Kunden für die Zusammenarbeit zu danken, sollten
Sie sich nicht nur darauf beschränken.
Bedanken
Sie sich ruhig auch einmal unterm Jahr. Das Schönste
ist natürlich, wenn Sie das Dankeschön immer dann
aufgreifen, wenn Ihnen gerade danach ist. Also ruhig nach
einem besonders angenehmen Telefongespräch direkt nochmal
zurückrufen, eine nette E-Mail schicken oder auch mal
einen Blumenstrauß oder eine Tafel Schokolade senden.
Wie
gesagt: Bloß nicht als schnöde Taktik nutzen!
Tun Sie Ihren Kunden - und Ihnen selbst - den Gefallen,
dass Sie derlei Gesten immer ehrlich meinen und nicht
etwa als Akquisetechnik nutzen.
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